Kategorie: Weinlagen

  • Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2025 Wiesbaden

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2025 Wiesbaden

    Wenn große Weine sprechen – und die Besten der Branche genau hinhören

    Ein Beitrag von VDP

    Jedes Jahr trifft sich am letzten Augustwochenende die internationale Spitze der Weinwelt in Wiesbaden, um zu verkosten, zu vergleichen, zu bewerten. Was dort so konzentriert begutachtet wird, wird mit zwei Buchstaben in Zusammenhang gebracht, die für Herkunft, Qualität und Ambition stehen: „GG“ – und die, in Verbindung mit dem Traubenadler, ikonisch für Weine der höchsten Klassifikation des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) stehen: VDP.GROSSES GEWÄCHS®. GG ist aber mehr als ein Kürzel. Es ist ein Garant – für trockene Spitzenweine aus den besten Weinlagen Deutschlands. Nur jene Weinberge, die über Jahre hinweg bewiesen haben, dass sie ihre Herkunft auf unverwechselbare Weise im Wein abbilden und behalten, erhalten die Klassifikation VDP.GROSSE LAGE®.

    Die trockenen Weine, die aus diesen Lagen hervorgehen, tragen den Namen VDP.GROSSES GEWÄCHS®. Hier entstehen Weine, die nicht nur Rebsorte und Jahrgang widerspiegeln, sondern das Zusammenspiel aus Boden, Klima und Handwerk in individuellster Form auf die Flasche bringen. Und das gelingt nur mit Winzerinnen und Winzern, die mit Erfahrung, Präzision und dem Anspruch, jedes Jahr aufs Neue die Quintessenz aus diesen Lagen herausholen.

    Was ein “GG” ausmacht – und wie es entsteht

    Im Mittelpunkt der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® steht die Lage. Sie muss das Potenzial innehaben, große Weine hervorzubringen. Entscheidend sind Faktoren wie die Homogenität von Geologie, Mikroklima, Topografie, die Nähe zu Wäldern oder Flussläufen, ihre Eingebundenheit in die Landschaft – und nicht zuletzt auch ihre visuelle Präsenz. Über Jahrzehnte, teils Jahrhunderte hinweg haben sich diese Lagen ein außergewöhnliches Renommee erarbeitet. Es gründet auf historischer Überlieferung, etwa durch alte Lagenkarten oder schriftliche Zeugnisse, und wird getragen von der Anerkennung, die sie sowohl bei den Winzerinnen und Winzern als auch in Fachkreisen genießen. Damit fließt das Urteil der Gäste auf der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® auch immer in die Beurteilung eines Weinbergs mit dem Prädikat VDP.GROSSE LAGE® ein. Dass diese Weinberge Besonderes leisten, zeigt sich nicht zuletzt im Charakter ihrer Weine. Aus 100.000 Hektar Rebfläche in Deutschland bewirtschaften die VDP.Weingüter rund 5.600 Hektar – und davon machen die VDP.GROSSEN GEWÄCHSE nur etwa 0,16 Prozent der gesamten deutschen Weinproduktion aus. Eine Zahl, die verdeutlicht, wie rar und damit begehrt diese Weine sind, die sich auf den besten Weinkarten der Welt wiederfinden.

    Damit aus den Trauben, die in diesen Lagen gelesen werden, am Ende international anerkannte Spitzenweine entstehen, braucht es aber noch mehr: Die perfekte Symbiose Winzerinnen und Winzern mit dem Weinberg, das über Jahrzehnte gewachsene Gespür, was gerade an diesem einzigartigen Ort richtig ist, welche Rebsorte an diesen Platz gehört, was gerade an diesem Platz und zu welchem Zeitpunkt auch an Handarbeit erforderlich ist. Konsequente Ertragsregulierung und die selektive Lese von Hand sind dabei selbstverständlich.

    Zugleich reagieren die VDP.Winzerinnen und VDP.Winzer sensibel auf die klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahres. 2024 stellte besondere Anforderungen: Durch stellenweise verheerenden Spätfrost im Frühjahr und das feuchtwarme Wetter im Spätsommer reiften nicht alle Beeren gleichmäßig und gesund, was eine präzise Vorselektion erforderte, um nur bestes Lesegut auf die Kelter zu bringen. Diese Faktoren führten beim Jahrgang 2024 zudem dazu, dass einige GGs dieses Jahrgangs besonders selten sein werden und es aus manchen Lagen gar keine Abfüllungen geben wird. Schon jetzt sehen viele Expertinnen und Experten im Jahrgang 2024 ein eindrucksvolles Ergebnis dieser Sorgfalt – ein Jahr, das sich mit Eleganz, Frische und Charakter präsentieren und seinen Platz in der Geschichte finden dürfte. Und zugleich ist es Ausdruck dessen, was die VDP.Mitglieder Jahr für Jahr leisten: Sie kennen ihre Lagen, wissen, was sie brauchen – und bringen daraus Weine hervor, die weltweit Maßstäbe setzen.

    Ein weiterer wichtiger Faktor: Zeit

    Doch noch ein weiteres Element macht die GGs zu etwas ganz Besonderem. Ein Element, das es braucht, damit in die großen Weine Ruhe kommt – und sich ihre Aromen erstmals finden und verbinden können. Dieses Element ist die Zeit. Sie ist es, wodurch sich Tiefe, Struktur und Komplexität in einem VDP.GROSSES GEWÄCHS® entfalten können. Weißweine ruhen dafür mindestens ein Jahr im Keller, teilweise sogar länger, bevor sie gefüllt werden. Rotweine erhalten sogar zwei Jahre Reifezeit. Doch auch nach der Füllung ist ihr Potenzial längst nicht erschöpft: Viele GGs können über Jahre, teils Jahrzehnte in der Flasche hinweg weiterreifen – und dabei ihr Aromenspektrum entfalten, verändern, verfeinern. Für viele Weinkennerinnen und Weinkenner liegt genau darin ein besonderer Reiz: zu erleben, wie sich ein großer Wein über die Zeit entwickelt.
    Parallel dazu unterliegen die GGs während des gesamten Prozesses strengsten Qualitätskontrollen. Bevor sie als VDP.GROSSES GEWÄCHS® auf den Markt kommen dürfen, müssen sie mehrere sensorische Prüfungen bestehen.

    Erst wenn sie in ihrer Stilistik und Qualität dem Anspruch des VDP gerecht werden, erhalten sie die Freigabe – und dürfen zeigen, was in ihnen steckt.

    Ein letzter Schritt vor dem Release

    Sind die GGs schließlich abgefüllt und könnten ab dem 1. September auf den Markt kommen, steht ihnen noch ein bedeutender Schritt bevor, der unter Weinprofis höchst begehrt ist: eine letzte Prüfung – exklusiv, kritisch und von höchster fachlicher Expertise begleitet. Für diesen Moment lädt der VDP jedes Jahr zur Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in die Kolonnaden des Wiesbadener Kurhauses ein. Von 24. bis 26. August kommen dort Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Fachpresse, des Handels und der Spitzengastronomie zusammen, um den neuen Jahrgang erstmals geschlossen zu verkosten – konzentriert, vergleichend, unter idealen Bedingungen.

    Die Vorpremiere ist nicht nur ein Höhepunkt im Jahreskalender, sondern fester Bestandteil der Qualitätskultur des VDP. Denn obwohl die Weißweine bereits ein Jahr im Keller gereift sind, zeigen sie sich zum Zeitpunkt der Verkostung noch jung und verschlossen. Nur erfahrene Verkosterinnen und Verkoster mit fundierter Lagenkenntnis sind im Stande, das Potenzial dieser Weine schon jetzt zu erfassen – ihr Aromengerüst zu lesen, ihre Struktur zu deuten und ihre Entwicklung über Jahre hinweg einzuschätzen.

    Um dafür optimale Voraussetzungen zu schaffen, wird jede Flasche vorverkostet, perfekt temperiert und in von den Verkostenden individuell gewünschten Reihenfolge eingeschenkt.

    So war das Weißweinjahr 2024

    Wegen der milden Temperaturen im Winter, begann die Vegetation früh, doch ein Kälteeinbruch mit Spätfrost im April führte regional zu starken Schäden – besonders in flussnahen Lagen wie an Ahr, Saale, Nahe, Saar und Ruwer. In manchen Weinbergen kam es zwar zu einem erfolgreichen Zweitaustrieb, die Erträge blieben jedoch vielerorts deutlich reduziert. Das Jahr erforderte höchste Aufmerksamkeit im Weinberg, denn auf den Frost folgte ein feuchtwarmer Sommer mit hohem Pilzdruck, der viel Handarbeit und gezielte Selektion notwendig machte. Viele Betriebe verteilten die Lese wegen des wechselhaften Wetters und der ungleich reifenden Trauben über einen langen Zeitraum. Beginnend Ende August, zog sich die Lese in manchen Regionen bis in den Oktober hinein, wodurch für viele der Eindruck eines „unendlichen Herbsts“ entstand. Die Winzerinnen und Winzer mussten punktgenau entscheiden, wann gelesen wird, um nur gesunde, reife Trauben zu ernten. Trotz der Herausforderungen zeigt sich der Jahrgang 2024 aus Sicht vieler VDP.Betriebe als ausdrucksstark, aromatisch und elegant – mit feiner Säurestruktur und klarem Herkunftsprofil. Die Erträge sind klein, die Qualität jedoch vielversprechend – ein Jahrgang mit großer Individualität und Reifepotenzial.

    So war das Rotweinjahr 2023

    Nach einem trockenen Frühjahr ohne Spätfrost, bei dem sich die VDP.Winzerinnen und Winzer mehr Regen für die Entwicklung der Pflanzen gewünscht hätten, wurde es später fast zu viel des Guten. Folge des warmen und trockenen Frühlings war ein zeitiger Austrieb der Reben. Einige Regenfälle während der Reifephase forderten ein genaues Hinsehen und ein höchst sensibles Vorgehen bei der Pflege der Pflanzen, denn der Krankheitsdruck stieg durch diese Umstände schnell und erheblich. Daraus resultierte eine früh einsetzende Reife, wodurch zum Teil schon Ende August gelesen wurde. Da vielerorts Guts- und Lagenweine parallel reif wurden, mussten viele Trauben gleichzeitig geerntet werden, sodass sich die Lese zu einem wahren Kraftakt entwickelte, der sich auf einen sehr kurzen Zeitraum konzentrierte. Dabei musste auch penibelst darauf geachtet werden, nur das gesunde Traubenmaterial herauszusuchen. Doch die viele und mühsame Arbeit zahlte sich aus, sodass letztlich Spitzenqualitäten in den Keller gebracht werden konnten.

    Und das sagen die Winzerinnen und Winzer

    „2024 war ein Jahrgang, der höchste Aufmerksamkeit in Weinberg und Keller verlangte. Die ungewöhnlich feuchte Vegetationsperiode bei moderaten Temperaturen erforderte präzises Timing in allen Arbeitsschritten – von der Pflege der Reben bis zur selektiven Handlese. Das kühle Reifewetter führte zu einer langsamen Aromenausprägung bei gleichzeitig moderaten Zuckerwerten. So entstanden Weine mit eher niedrigem Alkoholgehalt, aber großer Tiefe, Klarheit und aromatischer Präzision. Für uns gehören die Rieslinge dieses Jahres zu jenen, die sich durch kühle Eleganz, straffe Struktur und eine bemerkenswerte Spannung auszeichnen – Eigenschaften, wie wir sie aus Jahrgängen wie 2016 oder 2008 kennen.

    Die Spätburgunder des Jahrgangs 2023 zeigen sich aus unserer Sicht besonders harmonisch. Ein vergleichsweise ausgewogener Witterungsverlauf während der Reifephase ermöglichte eine lange Hängezeit der Trauben. So konnten sich feine, klare Fruchtaromen entwickeln, ohne dass die Frische verloren ging. Die Beeren waren gesund, von mittlerer Größe und mit einer idealen Schalenreife, was für eine präzise Tanninstruktur und eine tiefe, reintönige Farbe sorgte. Die Extraktion der Tannine und Farbe während der Gärung ging sehr schnell, so dass unsere Weine etwas kürzer als sonst auf der Maische lagen. Stilistisch verbinden die 2023er Spätburgunder saftige rote Frucht mit einer kühlen Würze und eleganter Struktur – Weine mit großem Entwicklungspotenzial.“ 

    – Steffen Christmann, VDP.Weingut A. Christmann, VDP.Präsident

    „Vor allem aufgrund der Folgen des starken Spätfrostes, sind die Mengen der großen 2024er von der Nahe oftmals gering. Umso energiegeladener sind die nun abgefüllten Weine der Klassifikationsstufe VDP.GROSSES GEWÄCHS® dieses Jahrgangs. Die Weine zeigen große Klasse, sind sehr fein und präzise. Einer der spannendsten Jahrgänge dieses Jahrhunderts.“ 

    – Frank Schönleber, VDP.Weingut Emrich-Schönleber, Nahe

    Besonders mit den Spätburgundern aus 2023 zeigt sich das große Reifungspotential des Jahrgangs, mit facettenreicher und verspielter Frucht aber immer auch fest gewirkter Struktur, feinem Tannin und stets präsenter Bodenprägung. Ein Jahr, von dem wir noch viel Gutes erwarten dürfen.

    – Arne Bercher, VDP.Weingut Bercher, Baden

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Rioja-Quickguide in vier Punkten

    Rioja-Quickguide in vier Punkten

    Welche Punkte sind spezifisch beim Rioja-Wein zu beachten

    von Friedemann Götz

    Es gibt tolle Winzer im Rioja die es zu entdecken gibt. Dabei helfen folgende vier Punkte über das Weinanbaugebiet, die das Team von Vioneers zusammengestellt hat. Viel Spaß dabei!

    Punkt1: Die Unterregionen der Rioja

    Schau Dir zunächst die Unterregion der Rioja, aus der der Wein kommt:

    • Rioja Alta – hier sind die Weine klassisch und elegant aus kühleren Höhenlagen.
    • Rioja Alavesa – die Weine von hier sind kantiger, mineralischer, strukturierter, frischer. 
    • Rioja Oriental (früher Baja) – hier sind sie wärmer und kraftvoller. 
    Weinreben im Rioja. Foto Kai Wunner

    Punkt 2: Die Rebsorten

    Hier ist eindeutig Tempranillo der King und Alpha. Er ist der Gentleman unter den spanischen Roten und beweist sehr viel Rückgrat. Oft wird er je nach Stilwunsch des Winzers begleitet von Graciano, Garnacha oder Mazuelo. 

    Punkt 3: Die Reifezeit

    Auch wenn „der Spanier an sich“ nicht bekannt für akkurates Zeitmanagment ist, ist hier das Zeitmanagement essentiell. Bei Rioja wird nicht nur Wein verkauft, sondern eben auch die Zeit. Man unterscheidet: 

    • Joven: jung, unkompliziert, keine Holzpflicht – der Rookie.
    • Crianza: mindestens 1 Jahr im Fass, 1 im Keller – der Solide, mit Politur.
    • Reserva: 1 Jahr Fass, 2 Jahre Reifezeit – der mit Tiefgang und Patina.
    • Gran Reserva: 2 Jahre im Fass, 3 Jahre Reife – der Grandseigneur.

    Punkt 4: Die Winzersprache

    Und hier wird es spannend, weil Welten aufeinander treffen: Moderne Macharten (französische Barriques mit Frucht und Frische – siehe hierzu unser anderes Rioja-Weingut La Marciana) vs. die Klassiker mit langer Fassreife (amerikanische Eiche, oxidative Noten). Zum Glück haben wir nun auch für die Traditionalisten das passende Rioja-Weingut entdecken können…

    Entdecke top Rioja bei Vioneers!

    Zum Autor:

    Friedemann Götz ist Head of Content bei Vioneers. Er hat Sprachen studiert, war selbständiger Gastronom und spielt nun für Vioneers mit Aromen und Wörtern.

    Nur beste Weíne.

    Vioneers setzt sich zusammen aus vino [ital.] für „Wein” und pioneers [engl.] für “Pioniere”. Wir sind Weinpioniere und Winzerentdecker. Wir entdecken unsere besten Weine auf familiengeführten Boutique-Weingütern auf der ganzen Welt.

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    Vioneers Winespot Backnang

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  • Jahrgangspräsentation VDP.Württemberg

    Jahrgangspräsentation VDP.Württemberg

    Traditionelle Jahrgangspräsentation in der Alte Reithalle in Stuttgart für Fachbesucher und Privatkunden

    von VDP

    Die Mitgliedsbetriebe des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter Region Württemberg e. V. laden auch in diesem Jahr wieder Fachbesucher und Privatkunden zur traditionellen Jahrgangspräsentation in die Alte Reithalle nach Stuttgart ein.

    Verkosten Sie zahlreiche Weine aus der aktuellen Kollektion sowie die neuen Jahrgänge der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE®. Die hiesigen VDP-Weingüter und deren Gäste freuen sich auf Sie!

    Montag

    28.

    Okt 2024

    Zeit14:00 bis 20:00 Uhr
    OrtHotel Maritim, Alte Reithalle Stuttgart
    Seidenstraße 34
    KostenÖffnungszeiten: Fachbesucher ab 14:00 Uhr | Privatkunden 17:00 Uhr bis 20:00 UhrEintritt: 25,00 € pro Person, Fachbesucher mit Nachweis erhalten kostenfreien Einlass
    AnmeldungEs ist keine Anmeldung erforderlich.
    RegionenMittelrheinSaale-UnstrutSachsenWürttemberg
    VeranstalterWürttembergAldinger|Beurer|Dautel|Drautz-Able|Fürst Hohenlohe Oehringen|Graf Adelmann|Graf Neipperg|Graf von Bentzel – Sturmfeder|Heid|Herzog von Württemberg|Jürgen Ellwanger|Karl Haidle|Kistenmacher & Hengerer|Rainer Schnaitmann|Schlossgut Hohenbeilstein| Staatsweingut Weinsberg |Wachtstetter|Wöhrwag

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Riesling vs. Klimawandel

    Riesling vs. Klimawandel

    Ist die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr?

    von Friedemann B. Götz

    Es liegt auf der Hand, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen nicht spurlos an einer fragilen Frucht wie der Rieslingtraube vorübergeht. Wir haben deshalb bei drei unserer Riesling-Winzer aus Deutschland nachgefragt: Ist die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr?

    Der Klimawandel ist in aller Munde und zeigt sich eindrucksvoll in dramatischen Episoden. Die Meeresspiegel steigen, die Temperatur geht nach oben und Wetterextreme wie Überschwemmung und Trockenheit werden häufiger. 

    Es liegt auf der Hand, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen nicht spurlos an einer fragilen Frucht wie der Rieslingtraube vorübergeht. Wir haben deshalb bei drei unserer Riesling-Winzer aus Deutschland nachgefragt, ob sie die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr sehen. 

    Im Interview haben wir Johannes Groß (Weingut Goldatzel, Rheingau), Felix Prinz zu Salm-Salm (Weingut Prinz Salm, Nahe) und Aaron Schwegler (Weingut Albrecht Schwegler, Württemberg). 

    Foto Vioneers

    Wie steht es aktuell um den Riesling? 

    Wir haben alle drei Winzer gefragt, wie es unter dem Aspekt des Klimawandels aktuell um den Riesling steht. Die beiden nördlicheren Winzer (Felix Prinz zu Salm-Salm und Johannes Groß) überraschen uns mit einer beinahe deckungsgleichen Antwort:

    „Dem Riesling ging es noch nie besser, der Klimawandel spielt uns extrem in die Karten aktuell. Natürlich stellen wir Veränderungen fest, aber man muss fairerweise sagen, dass uns hier im deutschen Cool Climate ein wenig mehr Sonne und Trockenheit noch nicht geschadet hat“.

    Johannes Groß

    Man müsse sich nur einmal die Erträge der letzten Jahre im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten anschauen, um festzuhalten, dass der Wein gerade gut wächst. Auch sei es vor 30 – 50 Jahren eine Seltenheit gewesen, dass stets vollreife Trauben gelesen werden können. Dies ist nun normal. 

    Aaron Schwegler aus Württemberg ist aktuell ebenfalls zufrieden mit seinen Rieslingreben. Er pflegt die geerbten Reben mit aller Sorgfalt, blickt allerdings auch kritisch in die Zukunft: „Ich kann hier nur Riesling anbauen, solange die Reben gesund sind und unter den aktuellen klimatischen Bedingungen eine Fortführung des Rieslings sinnvoll ist.“ 

    Rieslingtrauben werde geerntet. Foto Vioneers

    Neue klimatische Bedingungen für den Riesling

    Dass sich die Bedingungen für den Weinbau verändern, leugnet keiner der Winzer. Sie sehen sich und die Weinbranche aktuell von folgenden Phänomenen beeinflusst: 

    1. Trockenheit 

    Ein globaler Temperaturanstieg von wenigen Dezimalen ist bereits Anlass genug, dass das Thema Trockenheit auf der Agenda der Winzer steht. 

    Felix Prinz zu Salm-Salm sieht bei der Trockenheit besonders das filigrane Gleichgewicht des Rieslings in Gefahr:

    „Der Riesling lebt ja von der Balance zwischen Säure und Restzucker. Außerdem wollen wir nicht zu viel Alkohol im Riesling haben. Von der Filigranität lebt der Riesling.“

    Felix Prinz zu Salm-Salm

    Grund zur Sorge sei dies aber noch lange nicht, da man mit seinen Herausforderungen wachse und den Riesling immer noch im Griff habe. Hat man diese Balance nicht im Griff, wird der Riesling schnell langweilig, zu alkoholisch oder zu sauer. Wir haben die Rieslinge getestet – alle drei Winzer haben den Riesling im Griff. 

    2. Frühe Lese

    Im Vergleich zu den Wetterdaten der letzten 50 Jahre hat sich die Weinlese – besonders auch im Hinblick auf den Riesling – um mehrere Wochen nach vorne verschoben. Im Vergleich zu den 1950er Jahren ernte man nun im Schnitt 21 Tage früher.

    Eine Veränderung, die die Dynamik auf Weingütern beeinflusst: Erntehelfer müssen früher im Jahr bestellt werden. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass bei gleichbleibendem Ernteende die Ernte länger sei. Ein Kostenfaktor, den man mit einkalkulieren muss. 

    3. Wetterextreme

    Alle Winzer nennen einzelne Jahre, die Wetterextreme mit sich brachten. Allein aus dem letzten Jahrzehnt sind hier nur 2022, 2018 und 2015 zu nennen. Extreme Trockenheit war hier das Problem. Aaron Schwegler führt dieses Phänomen mitunter auf die Verlangsamung des Golfstroms zurück: „Die Faktenlage ist klar: Der Golfstrom verlangsamt sich und somit wird auch die Wetterdynamik träger. Entweder ein Sommer ist ohne Veränderung der Großwetterlage komplett heiß und trocken wie 2022. Oder er ist komplett verregnet wie 2021. Zwischendrin findet immer seltener stabiles Wetter.“

    4. Wasserknappheit

    Aaron Schwegler fügt weiter an, dass die zunehmende Versteppung eine Folge aus mehreren Faktoren des Klimawandels sei. „Blickt man beispielsweise nach Kalifornien wird das Ausmaß des Wassermangels deutlich: die Staubecken leeren sich und es kommt kaum Regen nach.“ Eine Rationierung des Wassers ist die Folge, was natürlich die Frage der Wirtschaftlichkeit aufwirft und leider auch der Existenz des Weinbaus. Muss man dem Weinbau Vorrang vor der Landwirtschaft geben, die die Bevölkerung ernährt? 

    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da inmitten der Wüste einzelne Weinberge künstlich bewässert am Leben gehalten werden, während das Wasser zur Sicherstellung der Ernährung und somit der Existenz der umliegenden Bevölkerung genutzt werden sollte.“ (Aaron Schwegler)

    Riesling-Weinberg. Foto Vioneers

    Was heißt das für den Riesling – wird er ersetzt durch andere Rebsorten? 

    „Das hängt einerseits von der Region, andererseits natürlich vom Boden und vom Klima ab“ – so Johannes Groß. Es habe sich schon vor einigen Jahren ein Fenster geöffnet, das es Rebsorten ermöglicht zu wachsen, die bisher mehr im Süden Europas zu Hause waren. Johannes plant allerdings nicht, seine Rieslinge und Burgundersorten durch andere Rebsorten zu ersetzen. Auch sieht er den Vorteil in seinen Süd- und Osthängen, die ihm klimatisch in die Karten spielen.

    So pauschal optimistisch Felix Prinz zu Salm-Salm auf seinen Riesling schaut, hat er doch einen differenzierten Blick im Bezug auf andere Rebsorten. Dies hänge von der Region ab. Besonders im Süden (Baden und Württemberg) würde man sicher vor einige Herausforderungen gestellt. Einen großen Shift – gerade in den großen Spitzenbetrieben – sehe er allerdings nicht. 

    Aaron Schwegler im Remstal knüpft hier an und spricht von seinem Glück, dass seine Eltern in den 1980er Jahren bereits anfingen Merlot und Cabernet Franc in Württemberg zu setzen. Beides sind Rebsorten, die damals mehr als absurd und deplatziert erschienen, von denen er nun mit dem Klimawandel allerdings profitiert.

    Im Hinblick auf den Riesling wandert Aarons Blick in der Planung auf die südfranzösischen Weinbauregionen mit ihren weißen Rebsorten. Es liege schließlich in seiner Verantwortung in großen Zyklen zu denken, um kommenden Generationen die Freude an alten Reben zu bescheren, die er erfahren durfte. 

    Rieslingtraube. Foto Vioneers

    Die Zukunft des Rieslings

    „De facto ist es so, dass ich in den heißeren Lagen wie bei uns im Remstal dem Riesling keine große Zukunft mehr prognostiziere.“

    Aaron Schwegler

    Allein aus wirtschaftlicher Sicht lohne es sich für Aaron Schwegler nicht in neue Rieslingreben zu investieren. Das habe er noch nie getan und würde er auch niemals machen. Es dauere schließlich 3 Jahre bis mit den ersten Erträgen zu rechnen sei und weitere 5 bis 10 Jahre bis die Reben eine Gleichmäßigkeit und Qualität an den Tag legen, von denen man leben könne. Mit zunehmenden Wetterextremen sei diese Entwicklung allerdings in Gefahr, sodass er die sensible Rebsorte in seiner Planung „komplett von der Agenda“ streichen müsse. 

    Johannes Groß sieht weiterhin eine gute Zukunft für den Riesling. „Klar wird sich einiges verändern, aber wir wachsen mit der Zeit und unseren Herausforderungen. Ich glaube, es ist noch lange nicht so weit, dass wir sagen: Dem Riesling wird es hier zu warm.“

    Das Hier und Jetzt

    Es lässt sich viel über die Zukunft streiten und diskutieren. Dennoch können wir letztendlich wenig beeinflussen, außer der Gegenwart.

    So blickt auch Felix Prinz zu Salm-Salm pragmatisch auf die Lage. Zum Einen liegt sein Investitionsfokus seit längerem bereits auf den höheren Lagen, um weiterhin Cool Climate beibehalten zu können. Zum Anderen müsse man nachhaltig über regenerative Bewirtschaftung nachdenken. Der Boden müsse bereit sein, Wasser zu speichern, aber auch bei Starkregen Wasser schnell aufzunehmen. Zu bewerkstelligen sei dies durch regenerative Landwirtschaft: „Wir wollen den Boden nicht mehr aufmachen, sondern wir wollen, dass die Wurzeln sich wirklich ausbreiten können und langfristig tief wurzeln können. Somit bilden wir eine Schicht, die das Wasser speichert.“

    Es sei das allerwichtigste aktuell, sein Know-How auszubauen, um den heißen Jahren in Zukunft entgegenzuwirken und aufmerksam die Entwicklungen zu verfolgen. 

    Fazit

    Unsere drei befragten Winzer blicken aus ihren unterschiedlichen Weinbauregionen jeweils anders auf das Thema. Während Aaron Schwegler im Süden den Riesling von seiner Zukunftsplanung komplett streicht, freuen sich die Winzer von Nahe und Rhein über die vollreifen Rieslingtrauben der letzten Jahre. Unsere Winzer haben den Klimawandel im Blick und stellen sich auf Veränderungen ein. Das Hier und Jetzt ist die entscheidende Zeit, um Schlimmeres zu verhindern. 

    Schau Dir hier das Interview mit Felix Prinz zu Salm-Salm an.

    Nur beste Weíne.

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    Vioneers Winespot Backnang

    Öffnungszeiten im Sommer:
    Di – Fr 15:00-19:00 Uhr
    Samstags geschlossen

    Heiligabend und Silvester geschlossen.

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    07191 2206 085

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    Youtube-Video von Vioneers: Nur beste Weine

  • VDP. Versteigerungen zu Gunsten sozialer Projekte

    VDP. Versteigerungen zu Gunsten sozialer Projekte

    VDP. Versteigerungen – Mosel-Saar-Ruwer in Trier und von der Nahe, aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr in Bad Kreuznach

    von VDP

    Die VDP.Versteigerungen in Trier und Bad Kreuznach stehen unmittelbar bevor. Am 15. sowie am 17. September 2023 ist es endlich wieder soweit. Die renommierten Versteigerungsweingüter aus den Regionen Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen, Pfalz und Ahr laden Sie herzlich dazu ein, an ihren aufregenden Auktionen teilzunehmen – sei es persönlich vor Ort oder online von überall aus.

    VDP.VERSTEIGERUNG MOSEL-SAAR-RUWER

    VDP.VERSTEIGERUNG | TRIER
    15. September 2023

    Der GROSSE RING VDP.Mosel-Saar-Ruwer e.V. lädt zur Versteigerung nach Trier ein. Bei der VDP.Versteigerung 2023 werden die Höchstgebote von Edwin Vos, dem internationalen Leiter für Wein und Spirituosen und leitenden Auktionator für diese Kategorie des Auktionshauses Christie’s (London) zugeschlagen. Eine persönliche Teilnahme ist nur durch vorherige Registrierung möglich. Auch in diesem Jahr kann die Versteigerung online über einen Youtube-Livestream verfolgt werden. Zur Versteigerung kommen in diesem Jahr 613 Flaschen VDP.GROSSES GEWÄCHS® und 13.805 Flaschen Prädikatswein.
    MEHR INFORMATIONEN 

    VERSTEIGERUNGSKATALOG  

    ZUR LIVE-ÜBERTRAGUNG
    CHARITYKISTE 2023
    Der Benefizzweck dieses Jahr: Zugunsten des Nestwärme e.V. Trier | Bereich ambulante Kinderhospiz | nestwaerme.de
    Die Kiste wird durch Günther Jauch versteigert
    Foto VDP

    VDP.Versteigerung Nahe

    VDP.Versteigerung | Bad Kreuznach
    17. September 2023
    Nur zwei Tage später, am Sonntag den 17. September wird dann in
    Bad Kreuznach versteigert. Seit über hundert Jahren treffen sich Weinbegeisterte aus der ganzen Welt, um auf ausgewählte Spitzenweine von der Nahe, aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr zu bieten. In diesem Jahr können Sie entweder live im Publikum bei der Nassen Versteigerung im Cineplex Bad Kreuznach teilnehmen oder vor dem Bildschirm des Livestreams (am 17.09. ab 13 Uhr). • MEHR INFORMATIONEN

    • VERSTEIGERUNGSKATALOG 

    ZUR LIVE-ÜBERTRAGUNG
    charityKISTE 2023 – 10 Years After
    Jedes Versteigerungsweingut hat in seiner Schatzkammer einen hochwertigen trockenen Spitzenwein für die Charitykiste ausgewählt und gestiftet. Den genauen Inhalt finden Sie hier. Der komplette Erlös wird an das Projekt „Wurzeln schlagen“ der Kreisverwaltung Bad Kreuznach zu Gunsten von Nachhaltigkeitsprojekten gespendet.16 Flaschen à 0,75 l „10 Years After“ aus dem Jahrgang 2012Ausrufpreis 500,00 € netto
    Foto VDP

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023 Wiesbaden

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023 Wiesbaden

    Die trockenen Spitzenweine des VDP feiern ihr Jahrgangs-Debut

    von VDP

    Halten Weinliebhaber:innen eine Weinflasche mit den Initialen „GG“ und dem charakteristischen Logo des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) – dem VDP.Adler – in den Händen, wissen Sie sofort: Hierbei handelt es sich um den trockenen Spitzenwein aus einer der besten deutschen Weinlagen. Lediglich Weinberge, die als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert sind, verfügen einerseits über optimale Terroir Voraussetzungen und haben andererseits über Jahrzehnte hinweg bewiesen, herausragende Weine hervorzubringen. 

    Diese besonderen Weine entstehen unter strengsten Qualitätskriterien und durchlaufen mehrere umfassende sensorische Verkostungen. Vor allem aber sind sie Ausdruck der höchsten Ansprüche der Winzer:innen des VDP an ihre Weine. Doch prägen nicht nur die arbeitsintensive Handarbeit, die akribische Ertragsregulierung und die Konzentration auf zum jeweiligen Weinberg passende Rebsorten, den Terroir-Charakter im Glas. Große Weine sind eine Frage der Zeit und entfalten ihr ganzes Potenzial auf lange Sicht. Daher vergeht etwa ein Jahr nach der Weinlese, bevor die Weißweine des VDP.GROSSES GEWÄCHS® alljährlich zum 1. September ihren Weg auf den nationalen und internationalen Markt finden. Manche Winzerinnen und Winzer des VDP warten auch länger. Den Rotweinen werden mindestens volle zwei Jahre gegönnt, bis sie ihre erste Trinkreife erreicht haben und in Flaschen abgefüllt werden, um dann noch viele Jahre bis Jahrzehnte reifen zu können.

    Durchschnittlich werden bei einer Anzahl von 599 geprüften GGs (im Jahr 2023) ca. 3000 Flaschen produziert, zu Preisen, die mit einem Durchschnittspreis von 45 Euro und einer Spanne bis zu 225 Euro und mehr bei einem Mehrfachen liegen, was in Deutschland für eine Flasche Wein ausgegeben wird und die damit einhergehende Wertschätzung zum Ausdruck bringt.

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023

    Doch vor dem Markteintritt der Weine mit der begehrten Kennzeichnung VDP.GROSSES GEWÄCHS® steht ihnen noch eine „begehrte“ Hürde bevor: die Veranstaltung „Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS®“ bei der im Wiesbadener Kurhaus internationale und nationale Top-Verkoster:innen der renommierten Weinpublikationen, des Fachhandels und der Spitzengastronomie zusammenkommen, um den neuen Jahrgang drei Tage lang erstmalig und exklusiv intensiv zu verkosten und zu bewerten. 

    Bei der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® werden die Weine perfekt temperiert, in der gewünschten Reihenfolge auf Bestellung an den Platz der Verkoster:innen gebracht. Zusammengestellt nach ihrer Herkunft – sodass Weine aus gleichen Lagen von unterschiedlichen Winzer:innen im Vergleich Seite an Seite probiert werden können. Die Präsentation durch den VDP erfolgt nach einem zwischenzeitlich international vielfach nachgeahmten Prozedere: Jede einzelne Flasche wird vor dem Ausschank von Weinprofis vorverkostet. 46 Kühlschränke temperieren die in diesem Jahr 83 Flights mit circa 460 GGs, die während der drei Tage auf den Tisch der Verkoster:innen kommen. 50 Servicekräfte kümmern sich um etwa 200 Verkoster:innen aus 25 unterschiedlichen Ländern.

    FACTS AND FIGURES

    599 VDP.GROSSE GEWÄCHSE® sind in diesem Jahr geprüft worden und haben damit die Berechtigung, erstmals ab dem 1. September 2023 auf den Markt zu kommen. Diese Weine wurden in 327 Lagen erzeugt.

    Nach RebsorteAnzahlIn ProzentNach RegionAnzahlIn Prozent
    Riesling34558%Ahr285%
    Spätburgunder12922%Baden8214%
    Weißer Burgunder 376%Franken5910%
    Silvaner275%Mittelrhein92%
    Grauer Burgunder 234%Mosel-Saar-Ruwer6811%
    Lemberger / Blaufränkisch203%Pfalz12321%
    Chardonnay163%Rheingau5910%
    Frühburgunder2>0%Rheinhessen6611%
       Sachsen-Saale-Unstrut92%
       Württemberg6110%
    GESAMT599100% 599100%
    Quelle VDP

    Auch wenn mit dem Beginn der Vermarktung der Weine bereits ein bzw. zwei Jahre der Reife vergangen sind, sind sie zum Zeitpunkt der Verkostung noch immer sehr jung. Dies erfordert von den Gästen besondere Lagenkenntnis und Verkostungserfahrung. Profis sind in der Lage das Potenzial in diesen Weinen zu erkennen, die im Laufe der Jahre als wahre Langstreckenläufer ihr Können beweisen und über Jahrzehnte hinweg sowohl reifen als auch genossen werden können. In diesem Bewusstsein gehen einige VDP.Winzerinnen und VDP.Winzer sogar einen Schritt weiter und bringen ihre Weine erst als sogenannten „Late Release“ auf den Markt. Hierbei werden die Weine noch zusätzliche zwei oder sogar fünf Jahre zurückgehalten, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dieses Vorgehen unterstreicht die Hingabe dieser Winzer:innen zur Perfektion und verdeutlicht, dass sie den Reifeprozess ihrer großen Herkunftsweine als unverzichtbaren Teil ihrer Philosophie ansehen.

    Foto VDP Peter Bender
    Foto VDP Peter Bender

    Ein Rückblick auf Erfolge und eine Zukunft der Lagenklassifikation 

    Anlässlich der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in Wiesbaden blickt der VDP auf ein spannendes Jahr zurück. Vor einem Jahr wurde das Jubiläum 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® zelebriert – eine Feier mit den deutschen Grand Crus der letzten zwei Jahrzehnte und einem emotionalen Rückblick in die Anfangszeiten dieser Erfolgsgeschichte. Stolz ist der Verband auf die über 30 Jahre lange Klassifikations-Erfahrung sowie 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS®. Vor allem kann heute, viele Jahre später voller Überzeugung festgestellt werden, dass all der Verzicht, die Diskussionen und die einzelnen Zwischenschritte sowie Meilensteine wichtig für den heutigen Erfolg der Weine des VDP waren. Doch bedeutet all das nicht, dass das Ziel des langen Weges erreicht ist.

    „Zwanzig Jahre später trafen sich die Mitglieder des VDP im Jagdschloss Platte bei Wiesbaden, um das Jubiläum ihrer Großen Gewächse zu begehen – und es war nicht nur ein rauschendes Fest, es war eine Triumphfeier, weil die Karriere des GG sehr wahrscheinlich die größte Erfolgsgeschichte im deutschen Weinbau überhaupt ist.“

    Jakob Strobel y Serra

    Gerade die Rückbesinnung auf das, was den VDP als Vorreiter der Premier Crus und Grand Crus in Deutschland großgemacht hat, hat ermöglicht, die zum Teil sehr schwierigen Diskussionen der vergangenen Monate aufgrund der geplanten Anpassungen der Weinverordnung mit Vernunft und Geduld führen zu können. Die Aufarbeitung der eigenen Klassifikations-Geschichte im Zuge des Jubiläums, aber auch der Austausch mit den Nachbarn aus Frankreich und Österreich sowie die weingesetzlichen Entwicklungen bestärkten den internen Hinterfragungsprozess und die Entschlossenheit, gemeinsam im VDP den nächsten Schritt zu gehen.

    Nicht mehr nur auf historische Bewertungen, die am Anfang der Klassifikation den Ausschlag gaben, sondern auf die erworbenen Erfahrungen der letzten Jahre wird nun abgestellt. So geht der VDP die nächste Etappe der Klassifikation an. Für jede Lage und jedes VDP.Weingut wird ein Klassifikationsdokument erstellt, das die Stärke der Lage und der jeweiligen Weine nach ihrer historischen, qualitativen, ökonomischen Relevanz und ihrer Reputation erfasst. So wird die Klassifikation mehrdimensionaler und transparenter gestaltet: Es geht um die bewiesene Anerkennung – und nicht darum, welches Potenzial ein Weinberg möglicherweise hätte. So fügt sich das Potenzial des Weinbergs mit dem Können des Winzers/der Winzerin zu einer Einheit zusammen.

    Welche Chancen und Herausforderungen die angestrebten Veränderungen der Weinverordnung für den gesamtdeutschen Weinmarkt und den VDP mit sich bringen, können Sie hier detailliert nachlesen. Hier finden Sie außerdem einen Rückblick auf die Geschichte und den Werdegang des VDP mit all seinen Höhen und Tiefen von Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung/Hochschule Geisenheim University.

    „Die Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in Wiesbaden zeigt einmal mehr, dass die „GGs” des VDP sich zu wahren Aushängeschildern des deutschen Weinbaus entwickelt haben und international einen herausragenden Ruf genießen. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft, Innovation und harter Arbeit unserer Winzerinnen und Winzer und damit ein Symbol für die tiefe Verbindung zwischen Weinberg und Mensch. All das bestärkt uns in der Mission, die Einzigartigkeit der Top-Weinberge und Weine aus Deutschland in die Welt zu tragen.“

    Steffen Christmann

    Wie präsentieren sich diese Weißweine des Jahrgangs 2022? 

    Die Verkostung der neuen GGs bringt auch immer einen Rückblick darauf mit sich, wie das Wetter in den jeweiligen Jahrgängen spielte: Im Jahr 2022 gab es aufgrund des warmen Frühjahrs keine Spätfrostschäden, wodurch die Rebenentwicklung in den Frühlingsmonaten schnell voranschritt. Warme Tage bereits im Mai trieben das Wachstum der Laubwände und der Rebblüte weiter rapide voran. Schnelles und genaues Arbeiten wurde zur Voraussetzung in den austreibenden Weinbergen, um mit der wachsenden Natur Schritt halten zu können. Der darauffolgende Sommer war geprägt von vielen Sonnenstunden und damit einer langen Trockenheit und Dürrephase, die die Reife in den Sommermonaten stark beschleunigte. Lagen mit guter Wasserversorgung profitierten von diesem Sommer, während die Situation gerade in jüngeren Weinbergen angespannt war. Ähnlich wie im Jahr 2018 startete die Weinlese in vielen Regionen aufgrund der heißen Sommertage bereits Ende August. Die Trauben wurden vor der eigentlichen Lese gewissenhaft selektioniert, oft wurden auch die Erträge reduziert, um auf die Trockenheit zu reagieren und um die hohen Qualitätsansprüche erfüllen zu können. Teilweise war der perfekte Lesezeitpunkt der VDP.GROSSE LAGE® schon früher als in anderen Weinbergen erreicht. Diese Lagen erlangten durch ideale Bedingungen, wie durch das Zusammenspiel von Boden und Klima einen Reifevorsprung. Der Regen im Herbst machte die Lese manchmal auch zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Das zeigt, wie wichtig das richtige Timing im Weinberg ist, um die optimale Reife ohne Einbußen in der Qualität abpassen zu können. Dank der gewissenhaften Handarbeit und präziser Selektion konnte trotz der zum Teil erschwerten Bedingungen gesundes und reifes Traubenmaterial geerntet und verarbeitet werden.  

    Nun, 12 Monate später zeigt sich der Weißweinjahrgang der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® als eher filigraner Jahrgang mit runder Säure und schöner Konzentration. Ein Musterbeispiel, wie gut inzwischen unsere Winzerinnen und Winzer auf wärmere und trockenere Jahre reagieren können.

    Wie zeigt sich der Jahrgang 2021 im Rotweinbereich?

    Ungewohnt spät hat die Weinlese hingegen im Jahr 2021 begonnen. Woran liegt das? Blickt man auf die Anfänge des Jahres 2021 zurück, ließen warme Temperaturen im Frühjahr auf sich warten. Entsprechend spät begann der Austrieb in den Weinbergen. Das Wachstum der Reben wurde durch weiterhin eher kühles Wetter gebremst. Kaum fand der vermeintliche Frühling sein Ende, konnten die Reben durch die endlich warmen Tage im Juni voll durchstarten, aber die nun explosionsartige Entwicklung gepaart mit häufigem Regen verlangte den Winzerinnen und Winzern viel Energie ab. Auch der Sommer glich nur kaum unseren Vorstellungen. Regentage über Regentage – einerseits wunderbar für die Natur, um dringend notwendige Wasserreserven aufzufüllen, andererseits weiterhin eine Herausforderung für die Winzer:innen selbst. Der sonst sehr heiße August war überraschend kühl, was den Lesebeginn noch weiter hinauszögerte. Fast schon versöhnlich zeigte sich ein warmer und trockener September, der den Trauben die notwendige Zeit zur Reife gab. Nachdem die Weinwelt auf einen enorm spannenden, viel bejubelten Weißweinjahrgang 2021 – mit messerscharfer Säure und Spannung – zurückblickt, wird nun mit Aufregung der Rotweinjahrgang 2021 erwartet. 

    Dieser Rotweinjahrgang spiegelt das Wetter beispielhaft wider. Mit Wasser gut versorgte Reben, kühlere Temperaturen und eine nur durch den hohen Arbeitseinsatz unserer Winzer:innen ermöglichte lange Reifezeit der Trauben am Stock, führte zu Weinen mit kühler, aber ausgeprägter Aromatik und faszinierender Säurespannung. 

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Gemeinsamer Austausch mit Bundesminister Özdemir am Kaiserstuhl

    Gemeinsamer Austausch mit Bundesminister Özdemir am Kaiserstuhl

    Herkunftsprofilierung braucht Leitplanken, Handwerk braucht Handarbeit

    von VDP

    Es sind die zahlreichen Themen, die die Weinbranche derzeit beschäftigen – vom Klimawandel, den Kostensteigerungen sowie der Herkunftsprofilierung in Deutschland. Umso wichtiger ist es, diese Sorgen mit der Politik zu teilen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. So fand vergangenen Donnerstag ein gemeinsames Gespräch zwischen dem BMEL mit Bundesminister Cem Özdemir sowie dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) statt.

    „Wir stehen als VDP für einen Weinbau sowie eine Landwirtschaft der Zukunft und Offenheit. Insofern blicken wir in dieselbe Richtung. Denn wir alle wissen – wir alle brauchen entschlossene Antworten. Hierzu gehört eine konsequente Herkunftsprofilierung mit klaren Leitplanken für die Einführung des Ersten und Großen Gewächses sowie die Motivation derer, die sich für die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Weinberge einsetzen“.

    VDP-Präsident Steffen Christmann

    Eine „Bottom up“ Herkunftsprofilierung

    Mit der neuen WeinVO erhält der deutsche Weinbau eine neue, herkunftsbezogene Ausrichtung. Das ist zu begrüßen. Nachdem der VDP bereits seit über 30 Jahren den Weg der Profilierung der Herkünfte gegangen ist, konnte festgestellt werden, dass eine klare Herkunftsprofilierung den Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung gibt und sie bindet. Um dies zu erreichen, fordert der VDP Konsequenz und Verzicht. Die Winzerinnen und Winzer im VDP mussten dafür über 30 Jahre Erfahrung sammeln, Fehler machen, neue Regeln aufstellen. Ein wichtiger Schritt war dabei die Etablierung der Ersten und Großen Gewächse, der Premier und Grand Crus für Deutschland, die auf einer klaren Gebietsprofilierung aufbaut. Sollen nun solche Weine für alle eingeführt werden, geht dies nur mit einer Klassifikation der Lagen, der Herkünfte nach ihrer Reputation. Damals wie heute haben diese Weine zum Ansehen des deutschen Weines in der Welt beigetragen. Umso bitterer die übereilte Aufnahme einer Regelung mit der Absicht der Vermeidung von „Wildwuchs“. Im Ergebnis sind diese Begrifflichkeiten nun aufgenommen, jedoch mit unzureichenden Bedingungen. Daher braucht es eine erneute Änderung der Weinverordnung mit konsequenten Leitplanken für die Umsetzung der Ersten und Großen Gewächse in den Regionen. Die Herkunftsprofilierung in Deutschland wäre sonst zum Scheitern verurteilt und würde zur Abwendung jener führen, die den gesamten Weinbau im Blick haben.

    ©BMEL / Schwalm

    Einig sind sich alle, dass sich Nachhaltigkeit und Zukunft nicht ausschließen dürfen. Mit der Klimaveränderung gehen Witterungsextreme- und Krankheits-Druck einher. Um den Weinbau in Schutzgebieten mitsamt Ökosystem & Lebensraum für Pflanzen, Insekten & Kleinstlebewesen überlebensfähig zu halten, braucht es eine realitätsnahe Umsetzung der Pflanzenschutz-Anwendungen, die mit der Branche erarbeitet wird. Kaum ein Jahr gilt nicht mehr als Ausnahmejahr und wird für den Weinbau, häufig besonders den Öko-Weinbau, zur Herausforderung. Daher braucht es passgenaue Gebote statt Totalverbote, um den Weinbau in Schutzgebieten zu erhalten. Gleichzeitig wird angeregt, dass der Einsatz von Kaliumphosphonat erneut mit den südlichen EU-Mitgliedsstaaten diskutiert wird, um eine Zulassung zu erreichen, die den Vorteil der Kupfer- und CO2-Reduzierung bietet.

    Der Erhalt der Weinkulturlandschaft sowie die Erzeugung von Qualitätsprodukten und damit der Wertschöpfung für diese Weinberge ist in vielen Fällen ausschließlich durch echte Handarbeit möglich – die ohne die über Jahrzehnte gepflegte Zusammenarbeit und Hilfe von Saisonarbeitskräften kaum denkbar ist. Daher bekräftigten die Vertreterinnen und Vertreter des VDP den Wunsch der Branche nach einer realistischen Zeit- und Personalpolitik mit entsprechender Praxisnähe und Flexibilität.

    „Um die derzeitigen Herausforderungen verstehen zu können, muss man den Weinbau und die Betriebe vor Ort hautnah erleben. Dies ist uns heute hier in der Kulturlandschaft des Kaiserstuhls gemeinsam gelungen“,

    Fritz Keller VDP-Mitglied & Weingut Franz Keller

     

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Eine Dokumentation der VDP.Klassifikation

    Eine Dokumentation der VDP.Klassifikation

    Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter blickt auf 30 Jahre Klassifikation zurück

    Ein langer Weg der Profilierung und Klassifikation liegt hinter den Winzerinnen und Winzern des VDP. Stolz kann auf 30 Jahre Klassifikations- Erfahrung sowie 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® zurückgeblickt werden. Vor allem kann heute, viele Jahre später, überzeugt gesagt werden, dass all der Verzicht, die Diskussionen und die einzelnen Zwischenschritte sowie Meilensteine wichtig für den heutigen Erfolg der Weine des VDP waren. Doch bedeutet all das nicht, dass das Ziel des langen Weges erreicht ist.

    Mainz, 12. Juli 2023 | Vor knapp einem Jahr wurde gemeinsam mit internationalen Top-Weinfachleuten das Jubiläum 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® gefeiert. Ein großes Fest mit den deutschen Grand Crus der letzten zwei Jahrzehnte und einem emotionalen Rückblick in die Anfangszeiten dieser Erfolgsgeschichte. Gerade die Rückbesinnung auf das, was den VDP als Vorreiter der Premier und Grand Crus in Deutschland groß gemacht hat, hat dazu geführt, die zum Teil sehr schwierigen Diskussionen der vergangenen Monate mit Vernunft und Geduld führen zu können. Die Aufarbeitung der eigenen Klassifikations-Geschichte im Zuge des Jubiläums, aber auch der Austausch mit den Nachbarn aus Frankreich und Österreich sowie die weingesetzlichen Entwicklungen bestärkten den internen Hinterfragungsprozess und die Entschlossenheit, gemeinsam im VDP den nächsten Schritt zu gehen.

    In dem Bewusstsein, dass alles stets einem Wandel unterzogen ist, geht der VDP damit die nächste Etappe in der Klassifizierung der Weinberge an. So werden die bisherigen Kriterien und Unterlagen, die damals auf eine Erstanerkennung der Lagen zielten, aufgearbeitet, zusammengefasst und um neue Erkenntnisse ergänzt. Dies führt nicht nur dazu, dass sich die Dokumentation der Klassifikation mehrdimensionaler und transparenter gestaltet, sondern gewissermaßen auch zu einem etwas anderen Blickwinkel: Es geht darum, welcher Weinberg bewiesen hat, dass er Potenzial hat (Bewiesene Reputation) – und nicht darum, welches Potenzial ein Weinberg möglicherweise hat (reine Potenzialabschätzung der Gegebenheiten). So fügt sich das Potenzial des Weinbergs mit dem Können des Winzers/der Winzerin zu einer Einheit zusammen.

    Nun gilt es, die in den letzten Jahren erworbene Reputation und Einschätzung der VDP.ERSTEN LAGEN und VDP.GROSSEN LAGEN in eine Evaluierung einzubeziehen, diese fortlaufend weiterzuentwickeln und zu überprüfen. Hierzu zählt die historische Relevanz anhand von Relevanz-stiftenden Belegen, die Bedeutung & das Renommee einer Lage und die Einstufung ihrer Bonität durch Erzeuger:innen & Expert:innen, die ökonomische Relevanz durch die Analyse der Anerkennung und Sichtbarkeit der Weine im nationalen sowie internationalen Markt, die qualitative Relevanz aus nationalen & internationalem Blickwinkel der Weinkritik oder auch der Gastronomie sowie die Homogenität von Geologie, Klima und Topographie. Darüber hinaus hat jede Region die Möglichkeit, besondere regionalspezifische Kriterien einzubeziehen, die nachweislich zur Bonität einer Lage beitragen und wie die anderen Kriterien auf die Stärke einer Lage einzahlen.

    Der Austausch mit der internationalen Weinwelt bestätigt immer wieder aufs Neue, dass die VDP.Klassifikation sowie die Einstufung der Lagen ein hohes Maß an Anerkennung in der ganzen Welt hat. Der nun laufende Prozess verdeutlicht dies und überprüft gleichermaßen den Status Quo. In diesem Bewusstsein ist man überzeugt, dass viele Entscheidungen der letzten beiden Jahrzehnte bestätigt werden, wenn die Lagen der VDP.Mitglieder die Dokumentation durchlaufen. Doch kann es gleichzeitig sein, dass manche Weinberge ihre Stärke in den vergangenen 20-30 Jahren nicht in gleicher Weise bestätigen konnten, wie andere. Ferner ist es möglich, dass andere, neue Weinberge sich über die Zeit eine hohe Reputation erarbeitet haben, von Winzerinnen oder Winzern zum Leben erweckt wurden und heute einen festen Platz unter den renommiertesten Weinbergen Deutschlands haben. Auch das verdeutlicht den vollständigen Terroir-Gedanken, der die Persönlichkeit, den Erzeuger/die Erzeugerin in die Größe eines Weines bzw. eines Weinberges miteinbezieht und Zeichen dafür ist, dass ergänzend zu dem Potenzial des Weinbergs die daraus erworbene Reputation unter Beweis gestellt wird.

    Eine zeitgemäße Klassifikation verleiht eben keine Auszeichnungen bis in alle Ewigkeit. Ein jeder großer Wein und Weinberg stellt sich so selbstbewusst regelmäßig einer Evaluierung. Am Ende dient all das auch dazu, die von den VDP.Prädikatsweingütern in den letzten Jahrzehnten gemachten Erfahrungen und das Erreichte in einem nachvollziehbaren Prozess zum Gegenstand der Erörterungen der Weingesetzgebung und der Schutzgemeinschaften zu machen. Ganz in der Klassifikationstradition unserer erfahrenen Nachbarn. Natürlich muss sich jede Klassifikation logisch in den Aufbau und das Profil einer Herkunft einfügen. Alles und gerade auch der Unterbau, die Profilierung der ggA (geschütze geographische Angabe), aber auch Regional- und Ortsweine, werden noch einige Diskussionen erfordern, zu denen die Vertreterinnen und Vertreter des VDP gerne ihren Beitrag leisten. Ein steiniger Weg für den deutschen Wein, am Ende aber hoffentlich erfolgreich. Die VDP.Prädikatsweingüter blicken dem optimistisch entgegen.

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Die flüssige Quadratur des Kreises

    Die flüssige Quadratur des Kreises

    Spitzen-Lagrein aus Südtirol

    von Thomas Curtius MW

    Mir geht es mit Rebsorten wie mit Menschen. Ich liebe es, wenn ich ihnen an „ihrem“ Ort begegne. Dort, wo sie hingehören. Dort, wo sie quasi in sich ruhen und zugleich scheinbar mühelos zur Höchstform auflaufen. Denn dort sind sie auf jeden Fall einzigartig, oft faszinierend und manchmal sogar atemberaubend. Beispiele für diese Kombinationen gibt es zahlreiche. Riesling von der Mosel, Pinot Noir von der Cote d´Or, Blaufränkisch aus dem Burgenland, Shiraz aus dem Barossa, um nur einige zu nennen.

    Und auch beim Lagrein beim aus Südtirol ergeben Rebsorte und Lagen den „perfect match“. Ich habe Lagrein an verschiedenen Orten auf der Welt verkosten dürfen. Vor allem in Kalifornien und auch in Australien, wo in den Macedon Ranges, den Adelaide Hills und im King Valley hervorragende Beispiele erzeugt werden. Doch nirgendwo sonst bringt die Rebsorte jene Intensität, Feinheit und Tanninqualität hervor wie in ihrer Heimat Südtirol.

    Lagrein im Terroir Taberhof – © Kellerei Bozen

    Das ist sicherlich auf die einzigartigen Bedingungen zurückzuführen, die dieses Terroir ausmachen. Auch wenn Generalisierungen immer schwierig sind, haben sicher die vielen Sonnentage, die wärmende Ora und die kühlen Nächte entscheidenden Einfluss auf die Qualität. Die Trauben können voll ausreifen und behalten doch ihre Frische und elegante Frucht. Hinzu kommt die besondere Geologie und ein über die vergangenen Jahrzehnte optimiertes Weingarten- und Kellermanagement. Es hat Frucht und Struktur herausgearbeitet, aber zugleich die zupackenden Gerbstoffe gezähmt.

    Es gibt heute so viele individuelle, spannende bis hervorragende Lagrein-Weine, die auf den knapp 500 ha Rebflächen in Südtirol erzeugt werden. Die Spanne der talentierten Weinmacher reicht buchstäblich von A wie Andrian bis zu Z wie Zemmer. Deshalb fällt es schwer und es ist auch ein Stück unfair, einzelne Weine oder Erzeuger hervorzuheben.

    Muri-Gries: Kloster, Kellerei, Weingut in Bozen – © Muri-Gries KG, Fotografin Manuela Prossliner

    Auf meinem letzten Besuch in Südtirol im Oktober sind mir aber wieder einmal zwei Weine begegnet, die mich besonders beindruckt haben. Zum einen der Klosteranger 2015 Lagrein Riserva der Kellerie Muri-Gries. Der Wein stammt aus dem Herzen der altehrwürdigen Klosteranlage Muri-Gries. Ich hatte den Wein gleich zwei Mal im Glas. Einmal bei einer Verkostung im Rahmen des 10-Jährigen Jubiläums der Südtiroler Weinakademie, die ich geleitet habe. Zum anderen Mal bei einem entspannten Abendessen mit Freunden einen Tag später. Bei beiden Gelegenheiten hat mich der Wein auf unterschiedliche Weise gepackt.

    Der Klosteranger schafft für mich die Quadratur des Kreises. Er ist elegant, fokussiert und zeigt doch eine unglaubliche Intensität und Dichte. Er ist nicht laut, sondern hat die Präsenz und Tiefe, die Weltklasse-Weine auszeichnen. Reife Brombeeren sind mit wunderbaren Veilchen unterlegt. Schokolade, Erde, Kies und elegante Tabaknoten öffnen zusätzliche Dimensionen und kontrastieren wunderbar die Frucht. Feinmaschige Gerbstoffe geben Struktur. Das Finish ist lang, sehr präzise und hat einen feinen, mineralischem Ausklang. Bei unserem Abendessen hat mich zudem die wunderbare „Trinkigkeit“ des Klosterangers begeistert. Er begleitet, animiert, aber er drängt sich niemals in den Vordergrund. Schlichtweg superb.

    Klosteranger Lagrein Riserva – © Muri-Gries KG, Fotografin Manuela Prossliner

    Ebenfalls bemerkenswert, wenn auch von der Stilistik unterschiedlich, präsentierte sich der Taber Lagrein Riserva von der Kellerei Bozen. Auch er ein Ausnahmewein, der von bis zu 80 Jahre alten Rebstöcken stammt. Von ihm hatten wir dieses Mal zwar nicht den Jahrgang 2015 im Glas, dafür aber zwei andere spannende Jahrgänge: den 2017 und den 2010.

    Der 2017 Taber Riserva zeigte sich deutlich internationaler im Stil als der von mir etwas höher gewerteter Klosteranger: Fruchtbetonter, runder und damit ein Stück hedonistischer als sein klösterliches Pendant. Dennoch ernsthaft und sehr vielschichtig. Veilchen, dunkle Kirschen, Brombeeren, Blaubeeren unterlegt mit Zedernholz, Lakritz und Wacholder. Besonders gefallen hat mir das auf den Punkt extrahierte feinkörnige Tannin. Der Wein ist ebenfalls sehr lang und intensiv im Finish. Dabei fängt er jetzt gerade erst an, sich vollständig zu öffnen. Der 2010 Taber Riserva offenbarte eindrucksvoll, wie hervorragend Spitzen-Lagrein reifen kann. Reife Kirsche unterlegt von getrockneten Hagebutten, Sanddorn und etwas Humus. Die Tannine wunderbar gerundet und dennoch präsent. Ein Wein, der definitiv zum Essen genossen werden sollte. Klasse!!

    Mehr von Thomas Curtius zu lesen unter: www.thomas-curtius.com

    BIO:

    Thomas Curtius – MASTER OF WINE