Vor den Toren Stuttgarts, im malerischen Rohracker, wird eine alte Weinbau-Tradition mit neuem Leben erfüllt. Anstatt auf Maschinen und moderne Technik zu setzen, wird hier noch Weinbau betrieben wie vor 100 Jahren: von Hand, in Einklang mit der Natur und mit einem tiefen Respekt vor der historischen Kulturlandschaft. In den steilen Mauerterrassen wird mit viel Mühe und Hingabe gearbeitet, um nicht nur Wein, sondern ein Stück Heimat zu bewahren.
Hier wird deutlich, dass große Weine nicht nur aus berühmten Weinregionen kommen können, stattdessen auch vom linken Neckarufer, wo die Menschen mit Leidenschaft und handwerklichem Können Weinbau betreiben. Ohne Herbizide und Insektizide, dafür mit organischem Bio-Dünger und der Einsaat von Wildkräutern, wird der Artenreichtum gefördert und ein nachhaltiger Weinbau gesichert.
Steilllagen im Dürrbachtal. Foto Sebastian Schiller
Crowdfunding als Finanzierung
Realisiert wurde das Projekt mithilfe von Crowdfunding, wodurch eine engagierte Gemeinschaft die Herstellung eigener Weine erst ermöglichte. Heutzutage gibt es die Option zum Beispiel in Form einer Rebstock- oder Schafpatenschaft mitzuwirken. In den Weinbergen sind nämlichen Schafe zu Hause, die als Helfer zur nachhaltigen Bewirtschaftung beitragen. Zudem haben alle Interessierten die Chance, aktiv beim Weinbau mitzuwirken und den gesamten Prozess vom Rebstock bis zur fertigen Flasche hautnah mitzuerleben.
“ Rebstockpatenschaft … da wird man immer wieder eingeladen im Patenschaftsweinberg mitzuhelfen, um wirklich zu sehen, wieviel Arbeit dahintersteckt, um die Traube bis zur Reife zu führen.“
Winzer Sebastian Schiller
Winzerhelfer im Einsatz. Foto Sebastian Schiller
Podcast Wein #14: Weinbau mit Tradition und Gemeinschaft
SITT Wein hat das Weinerlebnis auf eine andere Art nachStuttgart gebracht
von Murat Karaman
In der Stuttgarter Weinlandschaft tut sich etwas: SITT Wein, HYBRID AUS WEINBAR & WEINHANDEL, bringt frischen Wind in die Weinwelt und setzt auf ein Konzept, das sowohl Tradition als auch Innovation vereint – Wein aus dem Zapfhahn. Statt Flaschen zu entkorken, können Weinliebhaber hier ihre Weine direkt und unkompliziert selbst zapfen. Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat das Potenzial, das Weinerlebnis für viele zugänglicher zu machen.
Weingenuss anders gedacht
Das Team hinter SITT Wein hat sich zum Ziel gesetzt, den Weinkauf und -genuss neu zu denken. Besonders spannend: Dank des Zapfsystems können Kunden hochwertige Weine glasweise probieren, die sie sich sonst vielleicht nicht leisten würden. So wird das Weintrinken zu einer spielerischen Entdeckungsreise, die für jedermann erschwinglich ist. Auch der Fokus auf lokale Winzer und die enge Zusammenarbeit mit befreundeten Weingütern machen das Angebot einzigartig.
Self-Exploring Wein Experience
Was SITT Wein besonders auszeichnet, ist die Idee der „Self-Exploring Wein Experience“. Anstatt sich für eine ganze Flasche zu entscheiden, können die Gäste in aller Ruhe verschiedene Weine kosten, bevor sie ihre Favoriten finden. Das fördert nicht nur den Entdeckungsgeist, sondern macht den Weingenuss zu einem geselligen Erlebnis. Ob trockene Rotweine, spritzige Weißweine oder Naturweine – die Vielfalt im Offenausschank lässt kaum Wünsche offen. SITT Wein schafft damit ein Umfeld, in dem Weinverkostung für alle zugänglich und spannend wird, unabhängig vom Weinwissen der Besucher.
“ (…) aber in keiner anderen Lokalität hast du die Möglichkeit 100 Weine offen zu probieren“
Geschäftsführer SITT Wein, Pablo Dahl
Standorte in Stuttgart, Sindelfingen und Heilbronn
SITT Wein hat bereits Standorte am Stuttgarter Marienplatz, in Sindelfingen und Heilbronn eröffnet – allesamt geprägt von der Idee, das Weinerlebnis zu modernisieren, ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Jeder Standort bietet ein breites Sortiment von über 100 Weinen, auch mit regionalen Weingütern und Weinen, das regelmäßig erneuert wird, um den Gästen stets neue Entdeckungen zu ermöglichen.
„(…)wir sind auch ganz gut verdrahtet in die Weinbranche weil wir dort schon lange unterwegs sind“
Geschäftsführer SITT Wein, Pablo Dahl
Auch wenn dieses Konzept für manchen vielleicht ungewohnt ist, zeigt sich, dass es gut ankommt. Gäste schätzen die ungezwungene Atmosphäre und die Möglichkeit, sich ihr Glas selbst zu zapfen und dabei unkompliziert mit anderen Weinliebhabern ins Gespräch zu kommen. Zudem bietet das Team hilfreiche Empfehlungen, sodass auch Neulinge ihren Weg durch die vielfältige Auswahl finden. Für die Zukunft plant SITT Wein, das Erlebnis weiter auszubauen: Mehr Verkostungen und Events, bei denen Wein und Geselligkeit im Mittelpunkt stehen, sind bereits in Planung. So bleibt das Lokal nicht nur ein Ort des Genusses, sondern auch ein Treffpunkt für Weininteressierte, die Neues entdecken wollen.
„(…) wir sind auf jeden Fall dran deutlich mehr Events zu machen, deutlich mehr Verkostungen auch weil die Leute da auch nachfragen“
Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing entdeckt er sein großes Interesse für Kommunikation und vertieft es durch ein Studium der Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Ein anderer großer Teil seiner Leidenschaftgehört der Mode, er ist stets auf der Suche nach neuen Trends und Klamotten. Nach seinem Studium möchte er die erlernten Fähigkeiten in der Modeindustrie anwenden und dahingehend Kommunikation- und PR-Strategien für die Brands der großen Fashion-Welt kreieren. Mit diesem Podcast öffneten sich für ihn neue Türen der Genusswelt, sodass er eine neue Hingabe für Wein und Essen entwickelt hat – ein absoluter Traum!
Hohenheimer Studierende machen einen Podcast rund um das Thema Wein
von Hans-Peter Archner und Rainer Bluthard
Ist Wein gesund? Was sind PIWI-Weine? Welches Zubehör ist eigentlich ein „Must have“ für einen Weinliebhaber? Was zeichnet eine „Besenwirtschaft“ aus? Und wie kam der Wein überhaupt nach Stuttgart? Über diese und weitere Themen haben sich Hohenheimer Studierende der Kommunikationswissenschaft für den neuen Podcast bei Experten und auf der Straße umgehört. Sogar bis China führte ein Interview.
Denn selbst im Fernen Osten beschäftigt man sich mehr und mehr mit der Weinregion rund um die Hänge und Steillagen von Neckar und Rems. Es geht nämlich auch um die gegenwärtigen und zukünftigen Chancen des „Württembergers“. Und um die Zukunft von Rebsorten, die Strategien der Winzerinnen und Winzer, die in ihrer Ausbildung in der ganzen Welt herumgekommen sind und wieder in und um Stuttgart gelandet sind. Sie bauen an, pflegen, hegen und keltern aus Überzeugung und Leidenschaft – aus Liebe zum Wein und zu ihrer Heimat, des Weinanbaugebiets der arbeitsintensiven Steillagen. Sie ernten nicht nur immer wieder qualitativ hochwertige Weine mit immer niveauvolleren Cuvées, sondern sie ernten auch mehr und mehr nationale und internationale Preise dafür.
Ins kalte Wasser geworfen lernen die Studierenden schnell das Schwimmen. Es ist für sie die Einbahnstraße in den Journalismus.
Rainer Bluthard, freier Journalist und staatl. gepr. Techniker
Die Podcastserie zeigt aber auch auf, dass anerkannte Qualität für das Bestehen einer Branche nicht ausreicht: Wie sehen Marketingstrategien von der Region bis Übersee aus, welche Rolle spielt die Politik auch im Rahmen der EU, und wie sehen Überlebensstrategien der oft traditionsreichen Familienbetriebe aus. Denn es geht nicht nur um Anerkennung und Erfolg, es geht auch darum, ein Handwerk für die Region zu bewahren, welches jahrhundertelang in Stuttgart die wichtigste Einnahmequelle darstellte und längst als Kulturgut für die Menschen unverzichtbar geworden ist.
Praktischer Journalismus – vom Thema zum Podcast
Am Anfang stand allerdings zuerst das Thema „Wein“. Die Studierenden zerlegten dieses Thema dann in einzelne Facetten, um möglichst viele verschiedene Podcasts zu produzieren. So wie für andere Studierende der vergangenen und zukünftigen Semester geht es im Rahmen der Kommunikationswissenschaften der Universität Hohenheim darum, von profunder Theorie und Forschung die Kennnisse im journalistischen Alltag umzusetzen: Mit Themen, die Relevanz und nach Möglichkeit einen starken regionalen Bezug haben.
Der Wein mit seiner wirtschaftlichen, kulturellen, regionalen und alltäglichen Bedeutung für die Menschen eignet sich hervorragend für einen solchen Themenschwerpunkt. Zumal durch die Kompetenz und Expertise von WineStR wichtige Anregungen in die Redaktionskonferenz der Studierenden einflossen. Und sie konnten natürlich auch auf die Experten*innen von WineSTR für die Recherche und die vielen Fragen zurückgreifen: zum Beispiel um eine Übersicht über die Winzerinnen und Winzer der hiesigen Weinlagen zu bekommen.
Foto Joe007 über Pixabay
Zehn Studierende kümmerten sich jeweils individell um die wichtigsten Einzelaspekte, aber stimmten alles in der Gruppe ab, um ein möglichst informatives und unterhaltsames „Gesamtbild“ des Weins aus Stuttgart zu erstellen. Ganz nach dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“ lernten sie in dem Kurs das Handwerkszeug des Radio- und Onlinejournalismus. Etwa die moderne Technik, so die Feinheiten beim Aufnehmen und das Schneiden der vielen Originaltöne aus Umfragen und Expertenmeinungen. Gleichzeitig das Herangehen an den „Content“, also die redaktionelle Besprechung vorher, das Erlernen der richtigen „Interviewtechnik“, um möglichst die besten „O-Töne“ zu erhalten, den Aufbau eines Beitrages oder das richtige Texten einer Hörsprache. Immer an ihrer Seite: Hans-Peter Archner und Rainer Bluthard.
Übersicht der veröffentlichten und geplanten Podcasts zum Thema Wein
Freier Journalist mit Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Stuttgart, kümmert sich zusammen mit Rainer Bluthard seit mehr als dreißig Jahren um die „journalistische Praxis“ an der Universität Hohenheim. Er war ebenso Programmchef von SDR3, dem „Radio für den wilden Süden“ wie anschließend von SWR1 Baden-Württemberg. Er leitete das „SWR Fernsehen Baden-Württemberg“ und beschäftigte sich gleichzeitig als stellvertretender Landessenderdirektor mit der multimedialen Gegenwart und Zukunft des Journalismus.
Hans-Peter Archner – Foto H.-P.A.
Rainer Bluthard
Freier Journalist, staatl. gepr. Techniker und seit 1992 Medientechniker an der Universität Hohenheim. Er krabbelte schon als Baby durch den Bandsalat im Tonstudio seines Vaters, lernte schon früh das Schneiden von Tonbändern und durfte sein Hobby zum Beruf machen. Er ist bis heute mit Herz und Seele in der Medienpraxis.
Wein. Schon lange mehr als ein Genussmittel. Der Luxusmarkt für Wein, bekannt als Fine Wine Market, boomt. Immer mehr Investoren springen auf den Trend auf und wollen ins Millionengeschäft einsteigen. Doch wie sehr lohnt sich ein Weininvestment wirklich? Was sind die Spielregeln des Fine Wine Markets? – Und wer darf überhaupt mitspielen? Frank Kämmer, Experte für Weinkunde beim Auktionshaus Eppli in Stuttgart, kennt sich auf dem Luxusmarkt für Wein aus. Aber wie lassen sich die teils galaktisch hohen Preise rechtfertigen? Prof. Dr. Christian Zörb, Professor für Weinbau an der Universität Hohenheim, blickt hinter die Fassade des Fine Wine Markets.
Was Wein wertvoll macht
Der internationale Wert eines Weines wird auf den großen Auktionsmärkten Honkong, London und New York bestimmt und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einerseits spielen Rarität und Nachfrage eine große Rolle. Andererseits die Qualität der Trauben und des Weinguts. Die kann je nach Jahrgang unterschiedlich sein. Grundvoraussetzungen auf dem Weinmarkt sind außerdem Provenienz, also der Nachweis der Echtheit und Herkunft, und perfekte Lagerbedingungen. Eine „relativ sichere Bank“ sind nur sehr wenige hochklassige Weinmarken, die in Expertenkreisen als Blue Chips bekannt sind.
„Es sind vielleicht, ich schätze mal, 500 Weine auf der Welt, die sich wirklich lohnen für Weininvestments.“
Frank Kämmer
Wein-Investment: Risiken und Fallstricke
Weintresor zum sicheren Lagern besonderer Weine im Weingut Castiglion del Bosco bei Montalcino/Toskana. Foto Kai Wunner
Eine Investition in Wein scheint vielversprechend, stellt jedoch besonders private Sammler vor einige Herausforderungen. Denn ihnen fehlt oft das nötige Fachwissen, um die richtigen Weine auszuwählen und auf den Markt zu bringen. Von der Wahl der richtigen Jahrgänge bis hin zu Logistik- und Versteigerungskosten bei den großen Auktionshäusern: Weine auf den Weltmarkt zu bringen ist ein komplexer Prozess, den viele unterschätzen.
„Wenn ich jetzt eine Aktie kaufe (…), dann brauche ich mich nicht groß mit dem Produkt dahinter beschäftigt zu haben (…); ich kaufe einfach diese Aktie und kann sie wiederverkaufen. Beim Wein ist das einfach anders. Man muss sich tatsächlich mit dem Produkt beschäftigt haben, sonst wird das nichts.“
Frank Kämmer
Fine Wine Market – eine goldene Fassade?
Warum kostet ein Wein Zehntausende Euro und ein anderer nur Zehn? Rarität und Qualität sind sicher Faktoren, und doch trägt sich das Millionengeschäft vor allem durch das Statusbedürfnis der Kundschaft, die bereit ist, für Luxus und Prestige viel Geld auszugeben. Laut Kritikern ist der Fine Wine Market vor allem eins: Ein künstlich geschaffener Markt, der von einer kleinen Elite durch gezielte Marketingstrategien, künstliche Verknappung und übertriebene Bewertungen kontrolliert wird. Trotzdem bleibt der Markt relevant für all jene, die mit teuren Weinen handeln möchten.
“Die Weingüter spielen natürlich eine große Rolle, weil sie eine bestimmte Marketingstrategie haben. (…) Natürlich müssen die Weine so ausgebaut werden, dass sie lagerfähig sind. (…) Aber im Grunde genommen ist ein großer Teil [vom letztendlichen Preis] würde ich sagen Marketing. (…) Der Preis, den Sie reinstecken von der Arbeit wird ziemlich gleich sein.”
Luca Marie Niebaum studiert seit 2022 Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. In ihrer Freizeit reist sie gerne um die Welt, vergrößert ihre Büchersammlung und ist immer auf der Suche nach neuen Geschichten, die sie erzählen kann. Ihre Leidenschaft fürs Schreiben durfte sie schon einige Male im journalistischen Kontext ausleben. „Wein als Wertanlage“ ist ihr Podcast-Debüt und auch das erste Mal, dass sie sich näher mit dem Thema Wein beschäftigt.
Stuttgarter Wein trifft auf chinesische Geschmäcker
von Maurice Schrödel
China und Stuttgart besitzen wenig Berührungspunkte, doch der Genuss von Wein verbindet die beiden sonst sehr verschiedenen Kulturen. Die moderne Weinkultur in China startete erst wieder vor ein paar Jahrzehnten. Dies hat zur Folge, dass der chinesische Markt weitaus offener für Ideen und Innovationen beim Thema Weinbau ist als die Konkurrenz. Dies bietet Chancen für andere Länder, neue Kooperationen mit China zu realisieren.
Dass auch Stuttgarter Wein in chinesische Gläser gelangt, ist dem Engagement von Jörg Philipp zu verdanken. Gemeinsam mit seiner Firma „Degustar“ macht er Weingüter auf der ganzen Welt für chinesische Importeure ausfindig. Er selbst ist in Stuttgart aufgewachsen und hat im Reich der Mitte sein zweites Zuhause gefunden. Oft brmauriceschröingt er Stuttgarter Wein nach China und ist erstaunt, wie gut Wein aus einer für viele Chinesen bisher fremden Region ankommt. Jörg Philipp kennt den Weg, um Stuttgarter Wein bei chinesischen Kunden besonders ansprechend zu vermarkten.
Seine Liebe und Begeisterung speziell für Stuttgarter Wein entwickelte sich erst durch die enge Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Weinbaumuseum.
,,Wenn man in verschiedenen Kulturen aufwächst, hat man einfach unterschiedliche Vorstellungen“
Jörg Philipp über die Hindernisse des Stuttgarter Weinvertriebs in China
Da langfristige Geschäftsbeziehungen in China eher eine Seltenheit sind, ist es wichtig, die chinesischen Kunden jedes Mal aufs Neue von sich und seinen Produkten zu überzeugen.
Foto Jörg Philipp
Die Bedeutung der Weinfarbe und zukünftige Kooperationen
Während in Stuttgart der Geschmack über die Auswahl des Weins entscheidet, bestimmen kulturelle Bräuche die Weinvorlieben der Chinesen. Rotwein ist hierbei der gefragteste Wein, da die Farbe Rot ein elementarer Bestandteil der chinesischen Kultur ist und Wohlstand sowie Glück symbolisiert. Die chinesische Jugend hingegen setzt auf Geschmack statt auf Tradition. All diese Aspekte spielen für den Stuttgarter Wein eine entscheidende Rolle, um auf dem chinesischen Markt das Interesse zu wecken.
Umso wichtiger sind Menschen wie Jörg Philipp, die mit ihrem Engagement und ihrer Erfahrung dafür sorgen, dass sich der chinesische Markt für hiesige Weine öffnet. Zurzeit sind künftige Kooperationen zwischen Württemberg und China in Planung.
Podcast Rund um das Thema Wein
Podcast Wein #11: Reise nach Fernost – Stuttgarter Wein trifft auf chinesische Geschmäcker
Maurice Schrödel studiert seit dem Wintersemester 2021 Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Er arbeitet teilzeit bei der Deutschen Post und treibt regelmäßig Kraftport.
von Sarah Kugele über den Podcast von von Max Ahrens
Dass Käse oft mit Wein zusammen gegessen wird, ist wohl nicht nur den Franzosen bekannt. Die verschiedenen Geschmacksprofile des Weins und des Käse ergänzen sich perfekt. Da gibt es den cremigen Käse, der zum fruchtigen Weißwein passt. Oder der vollmundige Rotwein, der in Kombination mit einem würzigen Käse einen besonderen Geschmack erzeugt. Man könnte auch von einer richtigen Geschmacksexplosion im Mund sprechen. Doch auch zu anderen Gerichten gibt es immer den passenden Wein.
Katrin Bramm und Alf Bestek aus Vaihingen an der Enz haben sich auf die Harmonie von Wein und Essen spezialisiert. Mit ihrer Firma „Alf und Katrin“ organisieren die Experten Weinevents auf Weingütern oder auf privaten Anlagen. Sie wissen, welches Gericht zu welchem Wein passt. Dabei gibt es eine einfache Regel: Je leichter die Speise, desto leichter darf auch der Wein sein. Doch so einfach, wie es sich anhört ist es dann doch nicht. Den passenden Wein zu Speisen zu finden, erfordert viel Zeit und Geduld.
„Je süßer und schärfer eine Speise ist, desto weniger trocken darf der Wein sein.“
Wolfgang Schuster aus Ludwigsburg
Beispielhafte Food-Wine-Pairings aus dem Restaurant Ursprung in Zang. Fotos Kai Wunner
Zu fetthaltigen Speisen können Weine mit einem höheren Alkoholgehalt serviert werden. Denn durch den höheren Alkoholgehalt, könne die Verdauung unterstützt werden, sagen die Weinexperten aus Vaihingen an der Enz. Auch Weinerlebnisführer Wolfgang Schuster aus Ludwigsburg beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Wein und Essen. Für ihn gibt es die Faustregel:“Je süßer und schärfer eine Speise ist, desto weniger trocken darf der Wein sein“. Das gilt vor allem für die asiatische Küche, die sich durch Schärfe und Süße auszeichnet.
Und wie sieht es aus mit Sekt? Wer einen Sektempfang plant, sollte vor allem auf salziges Essen setzen. Dieses hebt die spritzigen Aromen des Sektes hervor. Welcher Wein oder Sekt am Ende für einen zum Essen passt, muss aber selber ausprobiert werden.
Podcast Rund um das Thema Wein
Podcast Wein #8: Kulinarik, Wein und Genuss – Gehört ein Wein zum guten Essen?
Max studiert Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Wein- und Sekttrinker. Außerdem kocht und backt er gerne, liebt es (spontan) zu reisen, hört und macht gerne Musik und turnt.
Sarah Kugele
Sie studiert seit 2022 Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Sie geht gerne zum Wandern oder Skifahren in die Berge und spielt an der Universität Hockey. Außerdem spielt sie Querflöte in einem Orchester und liebt Gerichte der schwäbischen Küche. Bei der Metzinger Weinlese beschäftigte sie sich das erste Mal ausführlicher mit dem Thema Wein.
Dass ein Korkenzieher ein Must-have-Accessoire für jeden Weinliebhaber ist, lässt sich wohl kaum bestreiten. Denn ohne ihn geht es nicht: Bleibt die Flasche zu, gibt es auch keinen Wein. Ganz einfach. Doch nicht alle Korkenzieher eignen sich für die Öffnung der Weinflasche. Eine schlechte Spindel könne die Korken eher zerstören, weiß Kilian Kreis von der Weinhandlung Kreis. „Da gibt es einfache Kellnermesser, die einen besseren Job machen“, sagt der Weinexperte.
Da gibt es einfache Kellnermesser, die einen besseren Job machen.
Kilian Kreis, Weinhandlung Kreis
Manchmal müsse der Korken gar nicht entfernt werden, erzählt Florian Hellwerth vom Weinkeller Mövenpick. Beim Coravin wird mit einer hohen Nadel Wein aus der Flasche entnommen. Der Korken bleibt stecken. So wird die Qualität des Weins über einen langen Zeitraum erhalten, betont der Weinexperte.
Dropstop verhindert Rotweinflecken
Damit beim Ausschank nicht unnötig rote Flecken auf dem Tisch oder der Kleidung landen, könne ein sogenannter Dropstop helfen. Dabei wird eine kleine aufgerollte Plastikfolie in den Flaschenhals gesteckt. „Dadurch kann man super sauber ausschenken und man verhindert, dass Wein auf den Tisch tropft“, verrät Florian Hellwerth.
Eine kleine Auswahl an Kellnermessern. Foto Kai Wunner
Der Coravin: Wein aus der Flasche ohne sie zu öffnen. Foto Timo Möck
Ein Stückchen kreisrunde Folie, gerne auch mit Werbeaufdruck, als Lösung gegen das Tropfen. Foto Kai Wunner
Wenn die Flasche dann auf ist, braucht es nur noch eins: ein gutes Weinglas. Das gehört für jeden Weinkonsument dazu!
Podcast Rund um das Thema Wein
Podcast Wein #5: Weinzubehör – Die Must-Have-Accessoires für jeden Weinliebhaber
Michel Pixa studiert und arbeitet seit 2022 Kommunikationswissenschaften an der Uni Hohenheim. Zudem ist er Teil des Redaktionsteams des Campusmagazins Hohenheim.
Er ist aus Hamburg nach Stuttgart gezogen und ist deshalb oft quer durch Deutschland unterwegs auf dem Weg in seine Heimat. In seiner Freizeit schneidet er gerne die Gaming-Highlights von sich und seinen Freunden zusammen und lädt sie auf YouTube hoch. Im Rahmen dieses Hörfunkjournalismus-Projekts hat er sich zum ersten Mal mit dem Thema Wein auseinandergesetzt.
Wein ist so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Egal ob in alten Geschichten, Märchen oder in alten Schriften, Wein findet darin seine Erwähnung. Kulinarisch ist der zeitlose Klassiker eine feste Größe und Bestandteil traditioneller Bräuche und Feierlichkeiten. Speziell die Entwicklungen des Stuttgarter Weins sind beachtlich. Über Jahrhunderte wurde die Stuttgarter Weinproduktion perfektioniert, wobei jeder Abschnitt der Geschichte seine eigenen Einflüsse und Verbesserungen mit sich brachte.
Weingeschichte weckt die Begeisterung
Stuttgarter Wein und seine Geschichte begeistern und sind reich an Tradition. Auch Jörg Philipp der mit seiner Firma „Degustar“ international Weingüter für chinesische Importeure ausfindig macht, kennt die Geschichten, die der Stuttgarter Kessel in sich birgt. Von Schützenfesten bis hin zu Adelshochzeiten, Stuttgarter Wein war fester Bestandteil dieser traditionellen Bräuche und Sitten. Jörg Philipp selbst entschied sich vor über 20 Jahren dazu, Wein zu seiner Berufung zu machen. Bis heute erfüllt ihn diese Arbeit wie keine andere.
Seine Liebe und Begeisterung speziell für Stuttgarter Wein entwickelte sich erst durch die enge Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Weinbaumuseum.
„Für mich ist Wein ein endloses Thema und das ist es, was mir am meisten Spaß macht.“
Jörg Philipp
Die Geschichten, die Jörg Philipp über den Stuttgarter Rebensaft erzählen kann, handeln von verschwenderischem Konsum, von Weinbau als Geschäftsmodell sowie von uralter Symbolik, die bis heute Auskunft über längst vergangene Zeiten gibt. All diese Geschichten und viele mehr berichtet er voller Begeisterung und Hingabe.
Stuttgarter Wein besitzt Charakter
Auch die geschmackliche Entwicklung des Weins ist beachtlich. Während damals Kräuter und Gewürze den Geschmack des Weins prägten, ist der heutige Wein dank der modernen Kellertechnik auf diese Zutaten nicht mehr angewiesen.
Stuttgarter Wein besitzt Charakter und eines steht dank Menschen wie Jörg Philipp fest: Auch in Zukunft wird die Geschichte des Stuttgarter Weins Früchte tragen.
Podcast Rund um das Thema Wein
Podcast Wein #4: Stuttgarter Weingeschichte – Wenn der Kessel sprechen könnte
Maurice Schrödel studiert seit dem Wintersemester 2021 Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Er arbeitet teilzeit bei der Deutschen Post und treibt regelmäßig Kraftport.
von Sarah Kugele über den Podcast von Lisa Schnabel
Ein Gläschen Wein gehört für viele zu Festen und zum Feiern dazu. Auch auf den Feierabend oder das Wochenende wird häufig mit einem Glas Wein angestoßen. Der Pro-Kopf-Konsum von Wein liegt in Deutschland bei 20 Litern im Jahr. Ist das gesund?
Für eine Rettungssanitäterin aus Stuttgart gibt es keine klare Antwort. Einerseits erlebte die Rettungssanitäterin und angehende Medizinstudentin auf der Intensivstation hautnah die Gefahren und Risiken, die Alkohol mit sich bringen können. Dort kam sie mit vielen Menschen in Kontakt, denen Alkohol zum Verhängnis wurde. Auf der anderen Seite soll Wein auch positive Wirkungen auf die Gesundheit haben: So soll Alkohol sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken und weitere Inhaltsstoffe sollen Demenzerkrankungen und Nierenleiden vorbeugen oder auch das Herzinfarkt- und Hirnschlagrisiko senken. Dennoch sind die Gefahren von Alkohol da: „Wein enthält Alkohol. Also kann alles, was Alkohol enthält, natürlich in den Alkoholismus führen“, sagt die angehende Medizinstudentin.
Alles, was Alkohol enthält, kann natürlich in den Alkoholismus führen.
Rettungssanitäterin und angehende Medizinstudentin
Ein Glas Wein oder viele Gläser? Ein schmaler Grat für die Gesundheit. Foto Kai Wunner
Alkohol kann zur Einsamkeit führen
Ist man einmal im Kreislauf der Alkoholabhängigkeit gefangen, fällt das Entkommen nicht gerade leicht. Die Folgen: verminderte Leistungsfähigkeit, Wahrnehmung und Reaktionszeit, Abnahme der sozialen Kontakte – aus all dem könnten sich dann auch psychische Erkrankungen entwickeln. Dabei hat doch alles erstmal ganz harmlos begonnen: jeden Abend ein Gläschen Wein.
Wenn man jeden Tag ein Glas Wein trinkt und abends ohne dieses Glas Wein nicht mehr kann, dann hat man durchaus ein Problem mit Alkohol.
Rettungssanitäterin und angehende Medizinstudentin
„Wenn man jeden Tag ein Glas Wein trinkt und abends ohne dieses Glas Wein nicht mehr kann, dann hat man durchaus ein Problem mit Alkohol“, sagt die angehende Medizinstudentin. Deshalb sei es wichtig, Wein als Genussmittel zu sehen und weniger als Medizin oder Wundermittel. „Man sollte bewusst damit umgehen, wie viel man konsumiert und wie häufig“, so die Rettungssanitäterin. In geringen Maßen könne Wein durchaus gesund sein. Dieser Ansicht ist auch der derzeitige Bundesgesundheitsminister, Karl Lauterbach. So könne sich Wein laut Lauterbach in Maßen bei gesunden Menschen positiv auf den Erhalt der Gefäße auswirken.
Podcast Rund um das Thema Wein
Podcast Wein #3: Wie gesund ist Wein? – Der schmale Pfad zwischen Genuss und Gesundheit
Sarah Kugele studiert seit 2022 Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Sie geht gerne zum Wandern oder Skifahren in die Berge und spielt an der Universität Hockey. Außerdem spielt sie Querflöte in einem Orchester und liebt Gerichte der schwäbischen Küche. Bei der Metzinger Weinlese beschäftigte sie sich das erste Mal ausführlicher mit dem Thema Wein.
Wo Wein fließt, Herzen sich öffnen und Geschichten erzählt werden
von Sarah Zilian
Wenn das Laub bunter wird und der Wein nicht länger im Keller verweilt, haben die Besenwirtschaften im Land Hochsaison. Diese urigen Lokale, die häufig von Winzern betrieben werden, sind bekannt für hausgemachtes Essen und eigenen Wein. Das Ganze in einer unverwechselbaren Atmosphäre im sogenannten „Wohnzimmerambiente“. Annette Currle betreibt ein solches Konzept mit ihrer Familie. Im Gutsausschank „Zum Dreimädelhaus“ in Uhlbach werden Gäste aus der ganzen Welt herzlich begrüßt und mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region empfangen.
Einen anderen Teil der Besenwirtschafttradition stellt der saisonale Charakter dar. Die kurzen Öffnungszeiten, meistens zur Weinlese im Herbst, tragen zur Vorfreude der Gäste bei. Gesetzlich ist das Ganze natürlich auch geregelt, was Annette Currle bestätigt.
„Meine Familie ist hier sehr verwurzelt mit dem Weinbau von jeher. Unsere Besenwirtschaft gibts also schon seit 1970 und ist seither in Familienbetrieb.“
„alles was, … auch länger im Jahr geöffnet haben will, darf rein rechtlich nicht unter dem Begriff Besenwirtschaft betrieben werden.“
Annette Currle Gutsausschank „Zum Dreimädelhaus
Ursprünglich präsentierten und verkauften die Winzer in den Besenwirtschaften ihren Wein an die Verbraucher. Doch der Charakter der Lokale hat sich im Laufe der Zeit zunehmend geändert. Heute kommen hier sowohl Einheimische als auch Touristen zusammen, um in einer gemütlichen Runde Geschichten zu erzählen, zu lachen und um über das Leben zu sinnieren.
Anette Currle in den Uhlbacher Weinbergen. Foto Kai Wunner
„Die ganzen verschiedenen Schichten unserer Gesellschaft treffen hier aufeinander und zwar nicht nur in einem Raum, sondern auch an einem Tisch.“
„Jeder Tag ist anders, … immer gibts eine andere Anekdote oder ein anderes Erlebnis und das machts einfach so unverwechselbar.
Annette Currle Gutsausschank „Zum Dreimädelhaus
Die Besonderheiten einer Besenwirtschaft sind unglaublich vielschichtig. Sie verkörpern Werte von Gemeinschaft, Handwerk und Genuss und bilden ein erfrischendes Gegengewicht zu den großen Restaurantketten von heute.
All dies sind eindeutige Indizien dafür, dass Besenwirtschaften für viele zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Weinregionen rund um Stuttgart geworden sind und es auch bleiben werden.
Podcast Rund um das Thema Wein
Podcast Wein #2: Besenwirtschaften – Wo Wein fließt, Herzen sich öffnen und Geschichten erzählt werden
Im Wintersemester des Jahres 2021 startete sie das Studium der Kommunikationswissenschaft an der Universität in Hohenheim.
Einen Ausgleich zu den anfallenden studentischen Verpflichtungen findet sie in diversen Sportarten. Unter anderem dem Tennisspielen, Skifahren und Wandern.