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  • Tom Kha Gai & Hanweiler Maien Riesling Spätlese

    Tom Kha Gai & Hanweiler Maien Riesling Spätlese

    Das Food-Wine-Pairing des Monats Juli 2021

    von das WeinWeib

    Über das Wetter soll man ja bekanntlich nicht schimpfen, aber ich gebe zu, zurzeit tue ich das hin und wieder. Der Regen lässt mich mal wieder in die Ferne schweifen, und wie so oft denke ich an meine letzte größere Reise, an „das Land des Lächelns“, an Thailand! Neben den wunderbaren Menschen, der Kultur und wunderschönen Natur, hat es mir die Küche besonders angetan. Das Rezept, das ich euch diesen Monat vorstelle ist:

    Tom Kha Gai – Hühnersuppe mit Kokosmilch und Galgant

    Das „Tom“ steht für Suppe, das „Kha“ für Galgant und das „Gai“ für Huhn.

    Fangen wir mal mit den Hauptzutaten an, die nicht fehlen dürfen, um den besonders aromatischen und komplexen Geschmack zu erzielen:

    Zitronengras, leicht angeklopft und grob geschnitten, damit sich das kostbare und unverwechselbare Aroma entfalten kann. Ein paar Scheiben Galgant, dieser wird auch Thai-Ingwer oder siamesischer Ingwer genannt, da er in diesen Küchen fest etabliert und sehr beliebt ist. Galgant sieht der Ingwerknolle sehr ähnlich, ist aber etwas feiner und weniger scharf im Geschmack.

    Die Zutaten – © Julian Kutos

    Ebenfalls sehr wichtig sind die Blätter von der Kaffirlimettenpflanze. Die Pflanze muss jetzt nicht am Stück daher, ihr findet die Blätter eingefroren und portioniert in jedem gut sortiertem Asia- Shop. Meine Empfehlung ist, den Mittelstrang zu entfernen, damit hier alles an Aroma rausgeholt werden kann. Chilis sollten auch nicht fehlen, die Kombination zwischen Schärfe und Süße macht den Reiz dieser Suppe aus. Je nachdem wie scharf man es mag (und verträgt), nimmt man 2-4 Stück und schneidet ggf. das Kern-Gehäuse raus. Gerne kommen auch Frühlingszwiebeln hinzu.

    Zubereitung

    In der Zwischenzeit Hühnerbrühe aufkochen und alle Gewürze hinzugeben, mit Kokosmilch aufgießen und das kleingeschnittene Hühnerfleisch reinlegen. Beim Gemüse sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, egal ob Paprika, Zuckerschoten oder Sojasprossen. Was aber nicht fehlen sollte, sind Pilze wie Kräuterseitlinge oder Champignons. Diese sorgen neben dem Huhn für den Umami-Geschmack. Dies ist der 5. Geschmackssinn neben süß, sauer, bitter und salzig und bedeutet so viel wie „köstlich“. Umami ist ein natürliches Glutamat und ergänzt wunderbar die Speisen mit einem „vollem“ Geschmack. Enthalten ist Umami unter anderem in Tomaten, Parmesan oder Hühnerbrühe.

    Das nächste Küchenkraut polarisiert, die Rede ist von Koriander. Die Korianderwurzel darf hier gerne mitköcheln und die hocharomatischen Blätter werden kurz vorm Servieren auf der Suppe verteilt. Schöner Nebeneffekt, es ist gleichzeitig eine Garnitur und was fürs Auge. Für die salzige Komponente gerne Fisch-Sauce und für die Süße z.B Palmenzucker verwenden. Ein hoch aromatisches, komplexes aber auch sehr schnell zubereitetes Gericht ist fertig!

    In meiner Laufbahn als Sommelière, hatte ich das Glück, genau solche Gerichte mit Wein begleiten zu dürfen. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit restsüßen Rieslingen machen können. Hier kann man wieder beobachten, wie wandelbar diese Rebsorte ist. Wie viel Freude sie beim Kombinieren macht und einen aber auch herausfordert.


    Ein Riesling Kabinett zum Beispiel hat ca. 40-60g Restzucker und verliert in Kombination mit der Schärfe seine Süße und die Frische wird vorgehoben. Gleichzeitig verliert er aber auch den zarten Schmelz. Fazit: Ein „Kabi“ (umgangssprachlich) ist wahrscheinlich eine Spur zu leichtfüßig für diese Suppe.

    Tom Kha Gai – © SEONKYOUNG

    Hanweiler Maien Riesling Spätlese/ Weingut Schmalzried

    Die Wahl fällt also auf eine Spätlese, diese hat meist 70-90g Restzucker und etwas mehr Kraft. Die Süße wird durch die Schärfe der Chilis fast neutralisiert und die Frucht und die Frische des Weines werden in den Vordergrund gerückt.
    Dies ist eine gute Ausgangssituation und stellt mich vor die Frage, welchen Wein ich hierfür aussuche.

    Vor ein paar Wochen durfte ich einige Tropfen vom Öko-Weingut Schmalzried aus Korb verkosten und war begeistert. Herr Schmalzried war in den 70er Jahren ein Pionier, was den Bio-Ausbau angeht. Heute ist der Betreib komplett biologisch-dynamisch aufgestellt und Demeter-zertifiziert. Zum Teil 50 Jahre alte Reben, natürliche Dünung und gesunde Böden sind das Fundament Ihrer Weine. Die Traubenlese erfolgt ausschließlich von Hand, um gesunde Trauben verarbeiten zu können und damit Spitzenweine zu erzielen. Das Ziel ist es, durch die gezielte Arbeitsweise kleine Erträge und somit sehr ausdrucksstarke Weine zu kreieren. Die Rotweintrauben werden traditionell auf der Maische vergoren und jeden Tag von Hand untergestoßen. Die Weißwein-Trauben werden nach der Champagner-Methode schonend gepresst (Ganztraubenpressung). Die Weine sind größtenteils mit der weinbergseigenen Hefe spontan vergoren. Ein monatelanges Feinhefelager gibt den Weinen einen wunderbaren Charakter, in dem sich Terroir, die Hand des Winzers und die Natur wunderbar vereinen können.

    Die Lage Hanweiler Maien liegt bei Winnenden, ist mit alten Reben bestockt, die tiefgründig sind und einen kleinen und gesunden Ertrag liefern. Dieser Wein ist vom Sohn Ben Schmalzried kreiert worden. Übrigens sind alle 3 Kinder gänzlich oder teilweise mit ins Familienunternehmen eingestiegen, hierfür ein großer Chapeau meinerseits! Korb ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen in Remstal. Hin und wieder gibt es sonntags einen Salzkuchen von Frau Schmalzried im Weingut zur ergattern und auch so lohnt sich ein Besuch, vielleicht in Verbindung mit einem Spaziergang in die Weinberge aller mal!

    Verkostungsnotiz:

    Am Farbenspektrum kommt mir ein mittleres Gelb mit leicht grünen Reflexen entgegen.

    Zu Beginn rieche ich leicht exotische Noten wie Melone und Stachelbeere, hinzu kommen ein weißfleischiger Weinberg-Pfirsich und etwas Kräuter und zitrisch-frische Anklänge.

    Im Gaumen ein feines, aber deutlich wahrzunehmendes Süß-Säure Spiel. Die Frucht ist sehr präsent aber nicht polarisierend. Diese Balance ist wunderbar gelungen. Ein kräftiger Körper und sehr harmonischer Abgang sprechen hier sofort für einen perfekt passenden Partner für unsere Tom Kha Gai.

    Es ist alles vorhanden, ausreichend Süße für die Schärfe, genug Körper und Rückgrat für den Gesamteindruck des Gerichtes und eine schöne Frische, um nicht zu „klebrig“ zu wirken. Ich finde ganz klar ein super Match!

    Hanweiler Maien Riesling Spätlese – © Gabriela Predatsch

    Weingut Schmalzried

    Inhaber Hermann Schmalzried
    Kirchstr. 61 – 71404 Korb
    07151 -32607
    info@weingutschmalzried.de

    Die Familie Schmalzried – © Weingut Schmalzried

    Bio:

    Gabriela Predatsch, alias das WeinWeib /Sommelière IHK

    Der Wein und Ich- Eine große Leidenschaft!

    Als ich den Weinkeller meines Ausbildungsbetriebes das erste Mal von innen sah, war´s um mich geschehen. Die unterschiedlichsten Weine aus aller Welt, die andächtigen und zum Teil verstaubten Etiketten und hin und wieder die Möglichkeit das ein oder andere Tröpfchen zu probieren, das war einfach großartig. Ich besuchte die Winzer in der Region, tauschte mich regelmäßig mit Gleichgesinnten auf Messen und Veranstaltungen aus.

    Nach der Ausbildung zur Restaurantfachfrau zog es mich direkt in die gehobene Gastronomie. Meine Stationen waren unter anderem das Restaurant bachofer in Waiblingen und Oettinger´s Restaurant in Fellbach-Schmiden. Es wurde zu meiner persönlichen Aufgabe, den Gästen den perfekten Abend mit einer stimmigen Weinbegleitung zu bieten. Es folgten nationale und internationale Weinreisen, die mir bis heute in bester Erinnerung bleiben, da es das Schönste ist, den Winzer in seinem Element zu erleben und die Passion hinter seiner Arbeit zu spüren. Die Ausbildung zur Sommelière habe ich 2018 erfolgreich absolviert.

    Ich habe das große Glück, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können und in einer wunderbaren Weinregion leben zu dürfen.

    Ob eine Privat- oder Firmenfeier, Weinproben aller Art, Sensorik-Kurse oder Seminare für das Fachpersonal, ich kreiere das richtige Angebot für Sie.
    Ich mache es mir zur Aufgabe, Ihnen Wein verständlich, spannend und lebendig näher zu bringen.

    Lassen Sie sich von mir vom Wein begeistern, so wie er mich begeistert!

    gabriela.predatsch@dasweinweib,de

    © Michael Pogoda

  • Erdbeeren, Rührkuchen & Joghurt-Holundereis &  Moscato d´Asti

    Erdbeeren, Rührkuchen & Joghurt-Holundereis & Moscato d´Asti

    Das Food-Wine-Pairing des Monats Juni 2021

    von das WeinWeib

    Erdbeeren, wer liebt sie nicht. Ein kleiner Halt bei dem Erdbeerstand ist fast überall möglich, die Früchte sind frisch und regional. Ob im Kuchen, Solo oder im Eis, Erdbeeren schmecken nicht nur köstlich, sondern sind auch sehr gesund.

    Da zuerst die Weinauswahl auf diesen lecker-frischen Tropfen gefallen war, lag es nah, dass Erdbeeren eine große Rolle spielen sollen… und natürlich auch Holunder, denn dieser springt einem förmlich, entgegen, sobald man sein Näschen ins Glas hängt. Der Match des Monats Juni, den ich mit euch teilen möchte:

    Erdbeeren, Rührkuchen,& Joghurt-Holundereis & 2020 Moscato d´Asti/ La Spinetta/ Piemont

    Der Rührkuchen ist im Ofen, das Eis in der Eismaschine. Währenddessen werden die Erdbeeren gewaschen und kleingeschnitten. Innerhalb einer Stunde ist alles fertig. Wirklich kein großer Aufwand, dafür eine Geschmacksexplosion!

    Das Food-Wein-Pairing des Monats Juni – © Gabriela Predatsch

    Der Warme Rührkuchen und das kalte Eis ergänzen sich wunderbar miteinander und die Erdbeeren bringen Frucht, Süße und eine feine Säure mit in das Dessert. Der Wein hebt alles an Frische und Leichtigkeit hervor. Durch den langen Nachhall hat man noch ein Weilchen eine große Gaumen-Freude mit dieser sommerlichen Kombination.

    Verkostungsnotiz:

    In der Nase intensiver Duft nach Holunder und etwas Rose. Im Gaumen leicht süßlich und fruchtig. Durch die Kohlensäure wirkt der Wein unheimlich lebendig und mach sofort Lust auf mehr.

    Gut zu wissen: Jeder kennt den Asti. Der wirkt gegenüber dem Moscato etwas klebriger und weniger qualitativ. Für den Moscato werden ausschließlich die besten Moscato-Trauben verwendet. Hergestellt werden beide Weine mit der sogenannten Asti Methode. Dabei kommt der Most in Edelstahltanks und wird langsam vergoren. Erreicht der gärende Most etwa 5 % Alkohol, wird dieser in einen Stahltank oder in eine Flasche abgefüllt und verschlossen, um das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid nicht mehr entweichen zu lassen. Hat der Schaumwein den gewünschten Kohlensäuredruck erreicht, wird die Gärung gestoppt, indem der Wein runtergekühlt wird.

    Zum Weingut La Spinetta-Rivetti:

    Die besten Weine herstellen! Das ist das Motto der Gebrüder Rivetti. Bruno, Giorgio und Carlo haben es sich zum Lebensinhalt gemacht einzigartige, italienische Weine herzustellen. Nach jahrelanger Erfahrung gehören sie heute unumstritten zur Weinelite Italiens. In ihrem Weingut La Spinetta-Rivetti in Piemont werden jährlich verschiedene Weinsorten erzeugt.

    Weingut La Spinetta-Rivetti

    Bio:

    Gabriela Predatsch, alias das WeinWeib /Sommelière IHK

    Der Wein und Ich- Eine große Leidenschaft!

    Als ich den Weinkeller meines Ausbildungsbetriebes das erste Mal von innen sah, war´s um mich geschehen. Die unterschiedlichsten Weine aus aller Welt, die andächtigen und zum Teil verstaubten Etiketten und hin und wieder die Möglichkeit das ein oder andere Tröpfchen zu probieren, das war einfach großartig. Ich besuchte die Winzer in der Region, tauschte mich regelmäßig mit Gleichgesinnten auf Messen und Veranstaltungen aus.

    Nach der Ausbildung zur Restaurantfachfrau zog es mich direkt in die gehobene Gastronomie. Meine Stationen waren unter anderem das Restaurant bachofer in Waiblingen und Oettinger´s Restaurant in Fellbach-Schmiden. Es wurde zu meiner persönlichen Aufgabe, den Gästen den perfekten Abend mit einer stimmigen Weinbegleitung zu bieten. Es folgten nationale und internationale Weinreisen, die mir bis heute in bester Erinnerung bleiben, da es das Schönste ist, den Winzer in seinem Element zu erleben und die Passion hinter seiner Arbeit zu spüren. Die Ausbildung zur Sommelière habe ich 2018 erfolgreich absolviert.

    Ich habe das große Glück, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können und in einer wunderbaren Weinregion leben zu dürfen.

    Ob eine Privat- oder Firmenfeier, Weinproben aller Art, Sensorik-Kurse oder Seminare für das Fachpersonal, ich kreiere das richtige Angebot für Sie.
    Ich mache es mir zur Aufgabe, Ihnen Wein verständlich, spannend und lebendig näher zu bringen.

    Lassen Sie sich von mir vom Wein begeistern, so wie er mich begeistert!

    gabriela.predatsch@dasweinweib,de

    © Michael Pogoda

  • Bärlauch & 2019 Scheurebe -SP-

    Bärlauch & 2019 Scheurebe -SP-

    Das Food-Wine-Pairing des Monats Mai 2021

    von das WeinWeib

    Ab April wächst Bärlauch wild an unseren dunklen und feuchten Waldrändern. Dieser bietet viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten für den Feinschmeckergaumen. Mit seinem kräftigen Geschmack erinnert er oft an Knoblauch und verlangt deshalb einen ebenbürtigen Partner im Glas.

    Für mich persönlich ein Muss, das Pesto! Ob mit Pasta, auf dem Brot oder zum Grillen, es ist sehr wandelbar und lange haltbar. Sofern da noch was übrig bleibt. Das Rezept, das ich euch diesen Monat vorstellen möchte ist:

    Hausgemachte Süßkartoffel-Schupfnudeln, Tagliatelle, kandierte Tomaten, warmer Ziegenkäse und Bärlauchpesto.

    Dabei gibt es einige Dinge zu beachten: Die Schupfnudeln werden nach dem Garen am besten in der Pfanne scharf angebraten, was leichte Röstaromen mit sich bringt. Die Tomate wird mit Zucker im Ofen kandiert, was ihr die spitze Säure nimmt. Diese Tatsache hilft bei der Weinauswahl, denn Säure und Säure kombiniert, kann eher mal schieflaufen. Der lauwarme Ziegenkäse schmiegt sich um das Gericht und kommt gut mit fruchtbetonten Weinen aus. Der Bärlauch, der Star unseres Gerichts, mag es etwas kräftiger und würziger im Glas.

    Frischer Bärlauch – © Gabriela Predatsch

    Sie sehen schon, es ist gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten, die eine Zutat verlangt dies, die andere jenes. Einen Wein auszusuchen, der zu allen einzelnen Komponenten passt, ist eher unwahrscheinlich. Viel mehr zählen die Kombination und der Gesamteindruck.

    Ein kräftiger und doch fruchtiger Wein

    Nach diesen systematischen Überlegungen beschloss ich, einen kräftigeren und doch fruchtigen Wein zu suchen. Dieser dürfe aus dem Holzfass kommen und eine lebendige Säure mitbringen. Ein Sauvignon Blanc mit Kräuter-Noten zum Beispiel oder ein Gewürztraminer aus dem Elsass könnten gut passen. Aber schlussendlich kam mir die etwas unterschätzte Scheurebe in den Sinn.

    Diese trägt Ihren Namen nicht, weil sie schüchtern ist, sondern weil der Züchter, der diese 1916 erfolgreich mit Riesling und einer Wildrebe gekreuzt hatte, Herr Dr. Georg Scheu hieß. Scheurebe hat ähnlich große Ansprüche an die Lagen, wie der Riesling und bevorzugt trockene und karge Böden. Die Rebsorte ist wegen Ihrer späten Reife, guten Säurestruktur und des attraktiven Buketts (der Duft des Weines) im Süßweinbereich sehr beliebt.

    Bärlauch & 2019 Scheurebe -SP- © Gabriela Predatsch

    Das Weingut Pfeffingen aus Bad Dürkheim in der Pfalz hat sich dieser Rebsorte verschrieben und baut diese in mehreren Qualitäten hochkarätig aus.Der Scheurebe-Weinberg im Hause Pfeffingen befindet sich in einer absoluten Spitzenlage, dem Ungsteiner Herrenberg. Die selektierten, vollreifen Trauben werden von Hand verlesen, gemahlen und für einige Stunden auf der Maische (Brei aus Fruchtfleisch und Kernen) stehen gelassen. Dadurch werden die Aromastoffe optimal freigesetzt. Inspiriert von den großen Weißweinen des Bordeaux wird der Most in Barriquefässern vergoren.

    Verkostungsnotiz 2019 Scheurebe -SP- Weingut Pfeffingen, Bad Dürkheim, Pfalz:

    Mit einem tiefen, kräftigen Goldgelb und einem edlen Glanz kommt dieser Wein ins Glas. Zunächst rieche ich gelbe, etwas reifere Früchte wie Ananas, es folgt Maracuja, Cassis und etwas Vanille. Diese könnte auf den Holzausbau hinweisen.

    Im Gaumen ist die Frucht immer stehts präsent und verspielt, gepaart mit einem kräftigen Körper, feiner Säurestruktur und langem Nachhall. Dieser Tropfen schmiegt sich um das Gericht, die Harmonie ist wunderbar und die Speise gewinnt durch den Wein noch etwas mehr an Finesse und Leichtigkeit.

    Na, Lust auf Bärlauch bekommen? Und das in bester Gesellschaft mit der Scheurebe? Traut euch, probiert aus und vor allem! Genießt es!! In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal….
    Euer WeinWeib

    Weingut Pfeffingen

    Es liegt zwischen Bad Dürkheim und Ungstein. Die Familien Fuhrmann und Eymael bewirtschaften umweltschonend und ökologisch 15 ha Rebfläche. Im Sortiment sind neben Riesling, Weißburgunder sowie Scheurebe auch Gewürztraminer und Spätburgunder vertreten. Die besten Lagen sind Weilberg und der Herrenberg. Der Weilberg bringt durch den besonderen Terra Rossa Boden würzige Weine hervor. Im Herrenberg hingegen sind die Weine eher auf der mineralischen Seite. Für die Scheurebe, hat die Familie bereits mehrere Auszeichnungen bekommen und genießt großes Ansehen.

    Weingut Pfeffingen
    Familien Fuhrmann u. Eymael
    Pfeffingen 2
    67098 Bad Dürkheim

    Bio:

    Gabriela Predatsch, alias das WeinWeib /Sommelière IHK

    Der Wein und Ich- Eine große Leidenschaft!

    Als ich den Weinkeller meines Ausbildungsbetriebes das erste Mal von innen sah, war´s um mich geschehen. Die unterschiedlichsten Weine aus aller Welt, die andächtigen und zum Teil verstaubten Etiketten und hin und wieder die Möglichkeit das ein oder andere Tröpfchen zu probieren, das war einfach großartig. Ich besuchte die Winzer in der Region, tauschte mich regelmäßig mit Gleichgesinnten auf Messen und Veranstaltungen aus.

    Nach der Ausbildung zur Restaurantfachfrau zog es mich direkt in die gehobene Gastronomie. Meine Stationen waren unter anderem das Restaurant bachofer in Waiblingen und Oettinger´s Restaurant in Fellbach-Schmiden. Es wurde zu meiner persönlichen Aufgabe, den Gästen den perfekten Abend mit einer stimmigen Weinbegleitung zu bieten. Es folgten nationale und internationale Weinreisen, die mir bis heute in bester Erinnerung bleiben, da es das Schönste ist, den Winzer in seinem Element zu erleben und die Passion hinter seiner Arbeit zu spüren. Die Ausbildung zur Sommelière habe ich 2018 erfolgreich absolviert.

    Ich habe das große Glück, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können und in einer wunderbaren Weinregion leben zu dürfen.

    Ob eine Privat- oder Firmenfeier, Weinproben aller Art, Sensorik-Kurse oder Seminare für das Fachpersonal, ich kreiere das richtige Angebot für Sie.
    Ich mache es mir zur Aufgabe, Ihnen Wein verständlich, spannend und lebendig näher zu bringen.

    Lassen Sie sich von mir vom Wein begeistern, so wie er mich begeistert!

    gabriela.predatsch@dasweinweib,de

    © Michael Pogoda

  • D´r oifache

    D´r oifache

    Weingut Schwegler, Korb

    von Albert Weinstein

    D’r oifache, zu deutsch der Einfache, ist alles andere als einfach. Zuerst ist es keinesfalls einfach diesen Wein mit dem für einen Literwein recht stolzen Preis überhaupt zu bekommen. Grund dafür sind die geradezu homöopathischen Mengen die Albrecht Schwegler  auf seinem Miniweingut im schwäbischen Korb erntet. Ein weiterer Grund, für die fehlende Einfachheit des Oifachen, sind die durchaus komplexen Aromen. Dazu unten mehr.

    Auf gerademal fünf Hektar werden dort Rotweine kultiviert die in Deutschland ihresgleichen suchen. Von den Spitzenqualitäten die allesamt nach (Halb)-Edelsteinen benannt sind, will ich an dieser Stelle gar nicht reden. Vielmehr gilt hier die uralte Weinweisheit, dass ein Weingut so gut ist wie sein Basiswein. Und genau das ist d’r Oifache: der Guts oder Hauswein, die Einstiegsqualität. Und genau hier zeigt sich die Betriebs-Philosophie der Schweglers eindrucksvoll im Glas. Was anderswo mit pompösen Etikett und wortreichen Beschreibungen vermarket wird kommt hier bescheiden in der Literflasche daher.

    Mehr über den Wein und seinen Erzeuger erfahrt ihr hier: Einmal im Glas ahnt man aber schnell dass hier nichts einfaches sondern schwäbisches Understatement im Glas schimmert. Kirschig duftend, tiefdunkelrot gefärbt erinnert diese Cuvee schnell an sangiovesehaltige Weine aus der Toskana. Doch damit ist man auch schon auf dem Holzweg: Trollinger, Regent und Syrah sind die Grundlagen dieses Weines. Aber Holzweg war schon richtig. Einige Tage hat auch dieser Wein in – allerdings gebrauchten – schweglerischen Barriques verbracht. Auf der Zunge hält sich eine angenehme Frucht mit der Säure schön die Waage. Auch am Gaumen hält sich Wein noch lange. So lange, dass ich immer wieder die bauchige Literflasche mit dem inzwischen neu getalteten Etikett betrachte und mich frage ob das was ich da im Mund habe wirklich aus dieser Flasche stammt. Tut es! Einfach gut dieser Oifache. Ein idealer Kandidat um Vorurteile gegenüber schwäbischen Weinen im Allgemeinen und gegenüber schwäbischen Weinen in Literflaschen im Besonderen zu begegnen. Obwohl: behaltet eure Vorurteile gegenüber den Literweinen. Sie sind grundsätzlich ok.

    Dieser Wein ist diesbezüglich wirklich eine Ausnahme. Und damit ist d’r Oifache ein super Wein um Pseudoweinversteher bei einer Blindverkostung in die vinologische Irre zu führen. Preis: 4 (umgerechnet auf die übliche 0,7L-Flasche

    Preis:

    Genuss:

    Albert Punkte:

  • Willkommen in der Welt des relativen Weingenusses

    Willkommen in der Welt des relativen Weingenusses

    Albert Weinsteins Wein-Blog

    von Albert Weinstein

    Ich bin Albert. Also in Wirklichkeit Martin. Ich trinke leidenschaftlich gerne Wein. Irgendwie wurde ich daher zum Weinberater für viele Freunde und Bekannte. Und irgendwie schreibe ich ganz gerne. Daher dieser Wein-Blog, mit meinen eigenen, völlig subjektiven Weinbewertungen. Und meinem für Profis völlig unsinnigen Bewertungssystem. Das wende ich übrigens schon seit Jahren auf Weinproben an und habe damit manchen Händler in den Wahnsinn getrieben. Ich finde aber das es funktioniert, Schließlich ist alles relativ: auch das Weintrinken.

    Viel Spaß beim Lesen und nachtrinken.

    Wie zum Teufel kann ein Wein denn relativ sein? Entweder ein Wein schmeckt gut, oder eben nicht. Im Prinzip. Es gibt allerdings noch eine Komponente, die den Genuss trüben kann. Und die ist relativ. Ich spreche vom Preis. Mitunter gibt es Weine, die für einen kleinen, um im Kontext zu bleiben, relativ geringen Preis einen großen Genussfaktor bieten. Und um diese Perlen des Weinregals und heimlichen Helden der Weinkarte geht es hier. Damit ist aber keinesfalls gemeint, dass ein miserabler, dünner und vielleicht sogar fehlerhafter Wein plötzlich besser schmeckt, nur weil er günstig war.

    Wobei ein relativ geringer Preis immer Auslegungssache ist und hier von unter 7,00 Euro bis maximal 30,00 Euro eine beträchtliche Bandbreite aufweisen kann. Darum gilt hier Albert Weinsteins Genussformel:

    Geschmack+Preis/2

    Klingt völlig verworren. Wie funktioniert das?

    Wie funktioniert die Albert Weinstein Genussformel  G+P/2?

    Im Prinzip recht einfach:

    Sowohl für den Geschmack, als auch für den Preis gibt es maximal 5 Punkte. Dabei folge ich diesem Modus:

    Geschmack

    Preis

    Beispiel:

    Ein Wein schmeckt mir sehr gut, zu bekommen ist er für 6,99 Euro. Das ergibt eingesetzt in meine Genussformel G+P simpel: 4+5. Da beide Faktoren gleich gewichtet werden, wird das Ergebnis durch zwei geteilt. In diesem Fall also 4,5 Albert-Punkte.

    Die gute Nachricht ist als, dass ihr einen perfekten Albert-Wein simpel an 5 Punkten erkennt. Die schlechte Nachricht ist, dass ich einen solchen Top-Wein unter 7,00 Euro (noch) nicht gefunden habe und die Chancen wohl eher schlecht stehen. Einige sehr gute Weine kann ich aber sehr wohl empfehlen…

    Ist das nicht total subjektiv?

    Doch, klar. Darum spiegeln sämtliche Bewertungen und Kommentare ausschließlich meine eigene Meinung wider. Ich bin völlig unabhängig von Weinproduzenten und Händlern und niemandem verpflichtet. Die Preise gelten immer für den Tag des Kaufes der jeweiligen Weine. Ich kann daher natürlich nicht garantieren, das getestete Weine zum angegebenen Preis noch erhältlich sind.