Kategorie: Italien

  • Top-Platz an der Côte d’Azur und Weine aus dem Bandol

    Top-Platz an der Côte d’Azur und Weine aus dem Bandol

    Golf trifft Wein – Golfspaß mit Genuß verbinden

    von Kai Wunner

    Warum nicht das Spielen eines schönen Golfplatzes mit dem Besuch eines guten Weingutes verbinden? In der Reihe „Golf trifft Wein“ zieht es uns diesmal an die Côte d’Azur. Der Golfplatz Fregate auf den Anhöhen des Bandol, oberhalb von Saint-Cyr-Sur-Mer, empfängt einen am Rande von Pinien, Olivenbäumen und Weinreben und mit traumhaften Blicken aufs Meer. Angrenzend liegt die Appellation Bandol, wie ein Amphitheater oberhalb der Stadt Bandol, zwischen Marseille und Toulon gelegen. Die Weingüter Domaine de Terrebrune und die Domaine Antiane sind zwei sehr unterschiedliche, aber sehr interessante Beispiele, für die rund 70 Weingüter der Region, die man gut mit dem Besuch des Golfplatzes verbinden kann.

    Der Golfplatz Frégate, entworfen von Ronald Fream, besteht aus zwei Anlagen: Den 18-Loch-Platz Frégate, Par 71, 6.084m und den 9-Loch-Platz Frégalon, Par 29, 1.700m. Er gehört definitiv auf die Bucket-List für reiselustige Golfer. Insbesondere der große Platz besticht mit abwechslungsreichen, teils spektakulären Spielbahnen und einer wunderbaren Aussicht auf die Cote Azur.

    Fordernde Spielbahnen mit fantastischer Aussicht

    Highlights sind gleich mal die Löcher drei bis fünf. Ersteres ein langes PAR 3 umgeben von beeindruckenden Felsen mit einem mächtigen, sehr onduliertem Grün, das von reichlich Bunkern verteidigt wird. Es folgt die Bahn 4, ein kurzes PAR 4, mit einem schmalen Fairway, der über felsige Stufen führt, und einen mutigen oder alternativ einen strategischen geschickten Abschlag erfordert. Gleich im Anschluss folgt ein weiteres PAR 4, an dem der Drive über den See diverse Optionen anbietet: Kurz über das Wasser und ein weiter Schlag auf ein kleines Grün, an einem weiteren kleinen See gelegen. Oder mutig den langen Weg über den See und nur einen kleinen Pitch aufs Grün.

    Loch 3 vom Abschlag. Foto Kai Wunner
    Blick auf des Grün von Bahn 5. Foto Kai Wunner

    Danach führen die Spielbahnen abwechslungsreich Richtung Meer bevor die vier Schlusslöcher durch ein schmales Tal noch einmal höchste Präzision erfordern.

    Grün mit Meerblick. Foto Kai Wunner

    Und noch ein Grün mit Meerblick. Foto Kai Wunner
    Abschlag der Bahn 17 ins schmale Tal. Foto Kai Wunner

    Der Frégalon Course mit seinen 9 Löchern ist ideal für Anfänger, bietet aber auch tolle Aussichten auf das Meer. Nach der Runde empfängt einen Loch 19. Das Clubrestaurant liegt am Fuße des großen Hotelresorts**** Le Frégate Provence, das zwar ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber alle Annehmlichkeiten wie ein beheiztes Hallenbad, Sothys-Wellnessbereich, Sauna, Außenpools, Tennis und Boule bietet.

    Blick auf das Hotelresort**** Le Frégate Provence vom 18. Grün. Foto Kai Wunner

    Nach einer entspannten Runde mit einem netten französischen Flightpartner kam beim Small Talk auf der Terrasse der 19 das Thema eines Weingutbesuchs auf. Der freundliche Mitspieler ließ und daraufhin überhaupt keine Wahl und rief ein befreundetes Weingut an und reservierte einen Verkostungstermin in der Domaine de Terrebrune. Völlig unbedarft fuhren wir ins Weingut und wurden herzlichst empfangen und zur Besichtigung eingeladen, deren Finale die Verkostung war.

    Ein Besuch in der Domaine de Terrebrune

    Das Weinanbaugebiet Bandol ist ein sogenannter Hidden Champion, ist es doch relativ klein und unbekannt im Vergleich zu Bordeaux oder Burgund. Seit über 2000 Jahren ist der Anbau von Weinreben und Olivenbäumen Tradition im Bandol. Im Norden das Sainte-Baume-Massiv, im Süden das Mittelmeer, im Westen das Cap Canaille und im Osten das Gros-Cerveau-Massiv, alle diese Berge sorgen für ein natürliches Amphitheater mit Rebbergen mit Blick auf das Mittelmeer.

    Ursprüngliche aus Katalonien stammend, hat die Rebsorte Mourvèdre im südfranzösischen Bandol ein zweites Zuhause gefunden. Diese Trauben stehen für kräftige Tannine, die vom Winzer gebändigt werden müssen. Das Bandol wird geschätzt für seine temperamentvollen, äußerst lagerfähigen Weine, die durchaus mehrere Jahrzehnte im Keller reifen können. Aber da der Markt das Geschäft bestimmt, der typische Wein, für die Provence ist nun mal der Rosé, wird immer mehr Mourvèdre hell ausgebaut. Dieser kann dank der kräftigen Mourvèdre-Trauben allerdings deutlich länger liegen als die typischen leichten Rosés der Provence.

    Foto Kai Wunner

    Dass wir nichts ahnend zu einem der besten Winzer des Bandol geführt worden sind, war wohl Schicksal. Die Begegnung mit Winzer Reynald Delille war beeindruckend. Die Weine gut gereift und vorzüglich. Besonders spannend war ein 2001er Rose, der extra für uns aufgemacht wurde, um die Langlebigkeit seiner Weine zu demonstrieren.

    Reynald Delille mit Mitarbeiterin im Verkostungskeller. Foto Kai Wunner
    Ein typisches Eichenfass im Weinkeller. Foto Kai Wunner

    Sein Vorzeigewein ist aber natürlich der Rotwein, der mindestens 18 Monate im Eichenfuder ausgebaut werden muss. Die Ernte erfolgt obligatorisch per Hand. Der Ertrag ist per Pflichtenheft auf maximal 40 Hektoliter pro Hektar limitiert, liegt tatsächlich jedoch eher bei 31 Hektoliter pro Hektar. Wie gut die Weine von Ihm sind, wurde mir erst klar, als ich in der Dezemberausgabe des Weinmagazins Vinum die Top 10 Frankreich 2025 studierte. Ein starker 8. Platz im Wettbewerb mit den Topregionen Frankreichs!

    Ein glückliches Zusammentreffen beim Dinner

    Abends ging es dann zum Dinner spontan an die Promenade von Saint-Cyr-Sur-Mer und wir haben nicht nur ein ausgezeichnetes Restaurant mit inspirierender Weinkarte gefunden. Im es/pacio gab es nicht nur besonderes Essen und Wein, sondern auch noch eine außergewöhnliche Begegnung. Am Nachbartisch saß ein älteres Pärchen, die uns spontan von Ihrem wunderbaren Sancerre probieren ließen. Man kam dann so ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass die zwei die Domaine Antiane im Bandol betreiben.

    Dinner im es/pacio. Fotos KW

    Winzerin Pascale Charreton und Ihr luxemburgischer Partner Patrick haben 2010 die Reben auf dem Gelände eines ehemaligen Tennisclubs gepflanzt. Ihr kleines Weingut liegt, umgeben von einem Pinienwald, in einem kleinen, 3 Hektar großen, nach Süden ausgerichteten Talkessel, der von jahrhundertealten Olivenbäumen umrandet ist.

    Blick von Le Castellet.
    Sonnenaufgang mit Nebel.
    Das Covid-Bänkchen im Weinberg. Fotos Domaine Antiane

    Der Boden ist lehmig-kalkhaltig, steinig, und die Wurzeln suchen das Wasser in mehreren Metern Tiefe: Dort nutzen sie alle Reichtümer des Terroirs. Es war ein sehr angenehmer Abend und man tauschte einfach mal die Kontaktdaten aus. Wieder zurück in der Heimat stand überraschend ein Paket mit 6 Flaschen ihres Weins vor der Tür.

    Mourvèdre-Traube
    Abfüllarbeiten
    Leider ausverkauft! Fotos Domaine Antiane

    Fazit

    Das Bandol ist ein lohnenswertes Reiseziel, dass auch nicht ganz so überlaufen ist, wie die Hotspots in der Provence. Aber insbesondere auch die weitere Landschaft von Bandol über La Ciotat, Cassis und weiter Richtung Marseille, mit dem Naturwunder Calanques: Klares, türkisfarbenes Wasser in der Bucht und steil ins Meer abfallende Kalksteinklippen, die kleine Fjorde bilden. Für den Golfer gibt es dort noch einige interessante Golfplätze zu erkunden. Nach dem Herbsterlebnis werden wir uns bestimmt demnächst mal den Frühling dort anschauen.

    Blick über den Yachthafen von Cassis. Foto Kai Wunner

    Mehr zur Region und den Golfplätzen findet man unter den folgenden Links:

    Fregate Golf

    Domaine de Terrebrune

    Domaine Antiane

    Bandol-Informationen

    Übersicht Golfen an der Côte d’Azur

  • Erdbeeren, Rührkuchen & Joghurt-Holundereis &  Moscato d´Asti

    Erdbeeren, Rührkuchen & Joghurt-Holundereis & Moscato d´Asti

    Das Food-Wine-Pairing des Monats Juni 2021

    von das WeinWeib

    Erdbeeren, wer liebt sie nicht. Ein kleiner Halt bei dem Erdbeerstand ist fast überall möglich, die Früchte sind frisch und regional. Ob im Kuchen, Solo oder im Eis, Erdbeeren schmecken nicht nur köstlich, sondern sind auch sehr gesund.

    Da zuerst die Weinauswahl auf diesen lecker-frischen Tropfen gefallen war, lag es nah, dass Erdbeeren eine große Rolle spielen sollen… und natürlich auch Holunder, denn dieser springt einem förmlich, entgegen, sobald man sein Näschen ins Glas hängt. Der Match des Monats Juni, den ich mit euch teilen möchte:

    Erdbeeren, Rührkuchen,& Joghurt-Holundereis & 2020 Moscato d´Asti/ La Spinetta/ Piemont

    Der Rührkuchen ist im Ofen, das Eis in der Eismaschine. Währenddessen werden die Erdbeeren gewaschen und kleingeschnitten. Innerhalb einer Stunde ist alles fertig. Wirklich kein großer Aufwand, dafür eine Geschmacksexplosion!

    Das Food-Wein-Pairing des Monats Juni – © Gabriela Predatsch

    Der Warme Rührkuchen und das kalte Eis ergänzen sich wunderbar miteinander und die Erdbeeren bringen Frucht, Süße und eine feine Säure mit in das Dessert. Der Wein hebt alles an Frische und Leichtigkeit hervor. Durch den langen Nachhall hat man noch ein Weilchen eine große Gaumen-Freude mit dieser sommerlichen Kombination.

    Verkostungsnotiz:

    In der Nase intensiver Duft nach Holunder und etwas Rose. Im Gaumen leicht süßlich und fruchtig. Durch die Kohlensäure wirkt der Wein unheimlich lebendig und mach sofort Lust auf mehr.

    Gut zu wissen: Jeder kennt den Asti. Der wirkt gegenüber dem Moscato etwas klebriger und weniger qualitativ. Für den Moscato werden ausschließlich die besten Moscato-Trauben verwendet. Hergestellt werden beide Weine mit der sogenannten Asti Methode. Dabei kommt der Most in Edelstahltanks und wird langsam vergoren. Erreicht der gärende Most etwa 5 % Alkohol, wird dieser in einen Stahltank oder in eine Flasche abgefüllt und verschlossen, um das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid nicht mehr entweichen zu lassen. Hat der Schaumwein den gewünschten Kohlensäuredruck erreicht, wird die Gärung gestoppt, indem der Wein runtergekühlt wird.

    Zum Weingut La Spinetta-Rivetti:

    Die besten Weine herstellen! Das ist das Motto der Gebrüder Rivetti. Bruno, Giorgio und Carlo haben es sich zum Lebensinhalt gemacht einzigartige, italienische Weine herzustellen. Nach jahrelanger Erfahrung gehören sie heute unumstritten zur Weinelite Italiens. In ihrem Weingut La Spinetta-Rivetti in Piemont werden jährlich verschiedene Weinsorten erzeugt.

    Weingut La Spinetta-Rivetti

    Bio:

    Gabriela Predatsch, alias das WeinWeib /Sommelière IHK

    Der Wein und Ich- Eine große Leidenschaft!

    Als ich den Weinkeller meines Ausbildungsbetriebes das erste Mal von innen sah, war´s um mich geschehen. Die unterschiedlichsten Weine aus aller Welt, die andächtigen und zum Teil verstaubten Etiketten und hin und wieder die Möglichkeit das ein oder andere Tröpfchen zu probieren, das war einfach großartig. Ich besuchte die Winzer in der Region, tauschte mich regelmäßig mit Gleichgesinnten auf Messen und Veranstaltungen aus.

    Nach der Ausbildung zur Restaurantfachfrau zog es mich direkt in die gehobene Gastronomie. Meine Stationen waren unter anderem das Restaurant bachofer in Waiblingen und Oettinger´s Restaurant in Fellbach-Schmiden. Es wurde zu meiner persönlichen Aufgabe, den Gästen den perfekten Abend mit einer stimmigen Weinbegleitung zu bieten. Es folgten nationale und internationale Weinreisen, die mir bis heute in bester Erinnerung bleiben, da es das Schönste ist, den Winzer in seinem Element zu erleben und die Passion hinter seiner Arbeit zu spüren. Die Ausbildung zur Sommelière habe ich 2018 erfolgreich absolviert.

    Ich habe das große Glück, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können und in einer wunderbaren Weinregion leben zu dürfen.

    Ob eine Privat- oder Firmenfeier, Weinproben aller Art, Sensorik-Kurse oder Seminare für das Fachpersonal, ich kreiere das richtige Angebot für Sie.
    Ich mache es mir zur Aufgabe, Ihnen Wein verständlich, spannend und lebendig näher zu bringen.

    Lassen Sie sich von mir vom Wein begeistern, so wie er mich begeistert!

    gabriela.predatsch@dasweinweib,de

    © Michael Pogoda

  • Die flüssige Quadratur des Kreises

    Die flüssige Quadratur des Kreises

    Spitzen-Lagrein aus Südtirol

    von Thomas Curtius MW

    Mir geht es mit Rebsorten wie mit Menschen. Ich liebe es, wenn ich ihnen an „ihrem“ Ort begegne. Dort, wo sie hingehören. Dort, wo sie quasi in sich ruhen und zugleich scheinbar mühelos zur Höchstform auflaufen. Denn dort sind sie auf jeden Fall einzigartig, oft faszinierend und manchmal sogar atemberaubend. Beispiele für diese Kombinationen gibt es zahlreiche. Riesling von der Mosel, Pinot Noir von der Cote d´Or, Blaufränkisch aus dem Burgenland, Shiraz aus dem Barossa, um nur einige zu nennen.

    Und auch beim Lagrein beim aus Südtirol ergeben Rebsorte und Lagen den „perfect match“. Ich habe Lagrein an verschiedenen Orten auf der Welt verkosten dürfen. Vor allem in Kalifornien und auch in Australien, wo in den Macedon Ranges, den Adelaide Hills und im King Valley hervorragende Beispiele erzeugt werden. Doch nirgendwo sonst bringt die Rebsorte jene Intensität, Feinheit und Tanninqualität hervor wie in ihrer Heimat Südtirol.

    Lagrein im Terroir Taberhof – © Kellerei Bozen

    Das ist sicherlich auf die einzigartigen Bedingungen zurückzuführen, die dieses Terroir ausmachen. Auch wenn Generalisierungen immer schwierig sind, haben sicher die vielen Sonnentage, die wärmende Ora und die kühlen Nächte entscheidenden Einfluss auf die Qualität. Die Trauben können voll ausreifen und behalten doch ihre Frische und elegante Frucht. Hinzu kommt die besondere Geologie und ein über die vergangenen Jahrzehnte optimiertes Weingarten- und Kellermanagement. Es hat Frucht und Struktur herausgearbeitet, aber zugleich die zupackenden Gerbstoffe gezähmt.

    Es gibt heute so viele individuelle, spannende bis hervorragende Lagrein-Weine, die auf den knapp 500 ha Rebflächen in Südtirol erzeugt werden. Die Spanne der talentierten Weinmacher reicht buchstäblich von A wie Andrian bis zu Z wie Zemmer. Deshalb fällt es schwer und es ist auch ein Stück unfair, einzelne Weine oder Erzeuger hervorzuheben.

    Muri-Gries: Kloster, Kellerei, Weingut in Bozen – © Muri-Gries KG, Fotografin Manuela Prossliner

    Auf meinem letzten Besuch in Südtirol im Oktober sind mir aber wieder einmal zwei Weine begegnet, die mich besonders beindruckt haben. Zum einen der Klosteranger 2015 Lagrein Riserva der Kellerie Muri-Gries. Der Wein stammt aus dem Herzen der altehrwürdigen Klosteranlage Muri-Gries. Ich hatte den Wein gleich zwei Mal im Glas. Einmal bei einer Verkostung im Rahmen des 10-Jährigen Jubiläums der Südtiroler Weinakademie, die ich geleitet habe. Zum anderen Mal bei einem entspannten Abendessen mit Freunden einen Tag später. Bei beiden Gelegenheiten hat mich der Wein auf unterschiedliche Weise gepackt.

    Der Klosteranger schafft für mich die Quadratur des Kreises. Er ist elegant, fokussiert und zeigt doch eine unglaubliche Intensität und Dichte. Er ist nicht laut, sondern hat die Präsenz und Tiefe, die Weltklasse-Weine auszeichnen. Reife Brombeeren sind mit wunderbaren Veilchen unterlegt. Schokolade, Erde, Kies und elegante Tabaknoten öffnen zusätzliche Dimensionen und kontrastieren wunderbar die Frucht. Feinmaschige Gerbstoffe geben Struktur. Das Finish ist lang, sehr präzise und hat einen feinen, mineralischem Ausklang. Bei unserem Abendessen hat mich zudem die wunderbare „Trinkigkeit“ des Klosterangers begeistert. Er begleitet, animiert, aber er drängt sich niemals in den Vordergrund. Schlichtweg superb.

    Klosteranger Lagrein Riserva – © Muri-Gries KG, Fotografin Manuela Prossliner

    Ebenfalls bemerkenswert, wenn auch von der Stilistik unterschiedlich, präsentierte sich der Taber Lagrein Riserva von der Kellerei Bozen. Auch er ein Ausnahmewein, der von bis zu 80 Jahre alten Rebstöcken stammt. Von ihm hatten wir dieses Mal zwar nicht den Jahrgang 2015 im Glas, dafür aber zwei andere spannende Jahrgänge: den 2017 und den 2010.

    Der 2017 Taber Riserva zeigte sich deutlich internationaler im Stil als der von mir etwas höher gewerteter Klosteranger: Fruchtbetonter, runder und damit ein Stück hedonistischer als sein klösterliches Pendant. Dennoch ernsthaft und sehr vielschichtig. Veilchen, dunkle Kirschen, Brombeeren, Blaubeeren unterlegt mit Zedernholz, Lakritz und Wacholder. Besonders gefallen hat mir das auf den Punkt extrahierte feinkörnige Tannin. Der Wein ist ebenfalls sehr lang und intensiv im Finish. Dabei fängt er jetzt gerade erst an, sich vollständig zu öffnen. Der 2010 Taber Riserva offenbarte eindrucksvoll, wie hervorragend Spitzen-Lagrein reifen kann. Reife Kirsche unterlegt von getrockneten Hagebutten, Sanddorn und etwas Humus. Die Tannine wunderbar gerundet und dennoch präsent. Ein Wein, der definitiv zum Essen genossen werden sollte. Klasse!!

    Mehr von Thomas Curtius zu lesen unter: www.thomas-curtius.com

    BIO:

    Thomas Curtius – MASTER OF WINE

  • Golfclub Padova und Weingut Vignalta

    Golfclub Padova und Weingut Vignalta

    Golf trifft Wein – Golfspaß mit Genuß verbinden

    von Kai Wunner

    Warum nicht den Besuch eines schönen Golfplatzes mit dem Besuch eines guten Weingutes verbinden? In der Reihe Golf trifft Wein zieht es uns diesmal nach Venetien.  Der Golfclub Padua in Galzignano Terme, ein altehrwürdiger Platz mit echtem italienischem Charme, in Kombination mit dem Weingut Vignalta in Arqua` Petrarca, beide angesiedelt im Naturpark Colli Euganei, einer Hügelkette vulkanischen Ursprungs sind eine tolle Kombination, zumal die Weine natürlich auch im Clubrestaurant auf der Karte stehen.

    Der erste Golfplatz von Padua entstand im Jahr 1962 in Valsanzibio di Galzignano unter dem Namen“Golf Club Euganeo“. Heutzutage als Golfclub Padua bezeichnet, liegt der 27-Loch-Golfplatz am Fuβe der Euganeischen Hügel.  Der Platz wurde vom englischen Architekten John Harris  gezeichnet und verbindet technische und landschaftliche Aspekte harmonisch miteinander.

    Golfen unter den Colli Euganei

    Der Platz ist nicht einfach zu spielen, mit seinen 8000 Bäumen und Sträuchern zu beiden Seiten der Fairways, den Wasserhindernissen, den strategisch verteilten Bunkern und den schnellen, welligen und manchmal hängenden Greens. Auf dem Platz fanden schon zahlreiche namhafte Turniere statt, unter anderem die Italian Open. Die Lage in der Nähe der schönen Städte Norditaliens wie Padua, Venedig, Vicenza, Mantua und Ferrara macht den Golf Club Padua zu einem idealen Ziel für einen Urlaub oder ein verlängertes Wochenende, um Sport, Kunst und Kultur zu verbinden. Der Regionalpark Colli Euganei, erstreckt sich auf 19.000 Hektar in einem Hügelgebiet vulkanischen Ursprungs. Der faszinierende Park kann auf Panoramastraβen oder auf einem der 20 vorhandenen Wanderwege entlang der Hügel mit dem Auto, zu Fuβ oder mit dem Fahrrad erkundet werden.In dieser herrlichen Gegend, mit weiteren Golfplätzen in der Nähe wie dem Golf Club Frassanelle und dem Golf della Montecchia kann man nicht nur magische Städte zu besuchen sondern sich auch in den Thermen von Abano, Montegrotto und Battaglia erholen.

    Parkland Course vor den Colli Euganei
    Parkland Course vor den Colli Euganei – © Golf Club Padova Gara Rolex

    Un luogo di incontro, un luogo di gioco

    Als einen Ort des Zusammentreffens, ein Ort des Spiels, bezeichnet sich der Golfclub Padova selbst. Wenn man nach dem Spiel auf der Terasse des Clubhauses sitzt, kann man das nur bestätigen. Die ausgezeichntete regionale Küche verbunden mit einem sehr freundlichen Service sind beispielhaft für den Club. Etwas besonderes ist die Übernachtungsmöglichkeit im Clubhaus – im zweiten Stock sind 8 Zimmer, darunter eine Junior Suite und eine fein eingerichtete Suite mit jeglichem Komfort und das mitten in der Stille der Natur. Ein Swimmingpool mit Platz zum Sonnen, einen Fitnessraum, Sauna, einen Billiardraum, eine Bibliothek und ein Raucherzimmer runden das Angebot ab.

    Das Clubhaus mit Blick über den Platz
    Das Clubhaus mit Blick über den Platz – © Golf Club Padova – 49° Gran Premio Padova

    Ein Stopp an Loch 19 der Terrasse des Clubrestaurants ist damit für den Weinliebhaber praktisch unvermeidlich, bietet sich doch auch hier ein unvergleichlicher Panoramablick auf eine Landschaft, die einem Vergleich mit der Toskana durchaus standhält. In lässigem, urbanem und schickem Ambiente kann man dann die bewusst mediterrane, leichte, sonnige und trotzdem bodenständige Kulinarik genießen, begleitet natürlich von den Weinen der VDP-Weingüter Heitlinger und Burg Ravensburg. Für den unbeschwerten Weingenuss empfiehlt es sich im angeschlossenen Design-Hotel Heitlinger Hof zu übernachten, das mit natürlichen Materialien und liebevolle Details für viel Wohlgefühl sorgt.

    Youtube-Video Steinbutt im Kartoffelmantel im Golfclub Padua

    Die abendlichen Dinner im Clubhaus waren ein echter Höhepunkt des Besuchs. Steinbutt im Kartoffelmantel für zwei Personen, fachmännisch serviert von Kellner Luciano, einem echten Original, der diesen Job schon seit ewigen Zeiten zu machen scheint, war einfach ein Traum! Dazu den hervorragenden Wein vom Weingut Vignalta. Ein Pinot Bianco wie geschaffen für den leckeren Fisch.

    Damit haben wir den perfekten Übergang zum Thema Wein. Nachdem wir verschiedene Weine von Vignalta gekostet hatten, war der Besuch des Weingutes natürlich Pflicht.

    Weingut Vignalta – ein besonderer Wein aus den Vulkanböden der Colli Euganei

    Das 1980 gegründete Weingut, mit seinem modernen in den Fels gehauenen Weinkeller, oberhalb von Arqua` Petrarca gelegen, baut auf 50 Hektar Wein an und füllt jährlich 250.000 Flaschen ab. Der Weinkeller ist komplett in den Fels geschlagen und bietet den Eichenfässern die richtige konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Der Vorzeigewein ist sicherlich der Gemola, eine Cuvee aus Merlot und Cabernet Franc, der von den vulkanischen Böden des Terroir am Berg Gemola profitiert und große Beachtung unter Weinkennern findet.

    Eichenfässer im in den Fels geschlagenen Keller - © Vignalta
    Eichenfässer im in den Fels geschlagenen Keller – © Vignalta

    Die Leidenschaft bewegt uns, Wir wollen die Weinkultur unserer Region und des besonderen Terrroirs bekannt machen. Die vulkanischen Böden mit ihren Mineralien, das milde Klima mit den richtigen Temparaturen erlaubt es uns bsonders gute Trauben zu ernten. Wir sind von der Qualität unseres Weines überzeugt, aber wir erwarten nicht den Glauben an uns, sondern laden unsere Kunden ein den Wein bei uns zu probieren.

    Lucio Gomiero der Gründer des Weingutes Vignalta

    Genau das haben wir gemacht und haben uns durch die Vielfalt an Weinen durchgetestet und in der Konsequenz den Kofferraum des Autos gefüllt. Die besondere Atmosphäre in den Colli Euganei, die man vom Weinut aus betrachten kann, hat ein übriges dazu beigetragen

    Bildergalerie Weingut Vignalta – © Vignalta

    Fazit

    Unser Fazit des Besuchs der Region Padua fällt eindeutig aus. Im Vergleich zu den bekannten Golfzielen am Gardasee ist der Weg nicht viel weiter. Die nicht so stark frequentierten Golfplätze haben großen Charme, die regionale Küche und der dazugehörige Wein überzeigen erst recht. Nach dem Herbsterlebnis werden wir uns bestimmt demnächst mal den Frühling dort anschauen.

    Mehr zur Region und den Golfplätzen findet man unter den folgenden Links:

    Golfclub Padua

    Golfclub Frasanelle

    Golf della Monteccia

    Vignalta