Kategorie: Weinausbau

  • Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2025 Wiesbaden

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2025 Wiesbaden

    Wenn große Weine sprechen – und die Besten der Branche genau hinhören

    Ein Beitrag von VDP

    Jedes Jahr trifft sich am letzten Augustwochenende die internationale Spitze der Weinwelt in Wiesbaden, um zu verkosten, zu vergleichen, zu bewerten. Was dort so konzentriert begutachtet wird, wird mit zwei Buchstaben in Zusammenhang gebracht, die für Herkunft, Qualität und Ambition stehen: „GG“ – und die, in Verbindung mit dem Traubenadler, ikonisch für Weine der höchsten Klassifikation des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) stehen: VDP.GROSSES GEWÄCHS®. GG ist aber mehr als ein Kürzel. Es ist ein Garant – für trockene Spitzenweine aus den besten Weinlagen Deutschlands. Nur jene Weinberge, die über Jahre hinweg bewiesen haben, dass sie ihre Herkunft auf unverwechselbare Weise im Wein abbilden und behalten, erhalten die Klassifikation VDP.GROSSE LAGE®.

    Die trockenen Weine, die aus diesen Lagen hervorgehen, tragen den Namen VDP.GROSSES GEWÄCHS®. Hier entstehen Weine, die nicht nur Rebsorte und Jahrgang widerspiegeln, sondern das Zusammenspiel aus Boden, Klima und Handwerk in individuellster Form auf die Flasche bringen. Und das gelingt nur mit Winzerinnen und Winzern, die mit Erfahrung, Präzision und dem Anspruch, jedes Jahr aufs Neue die Quintessenz aus diesen Lagen herausholen.

    Was ein “GG” ausmacht – und wie es entsteht

    Im Mittelpunkt der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® steht die Lage. Sie muss das Potenzial innehaben, große Weine hervorzubringen. Entscheidend sind Faktoren wie die Homogenität von Geologie, Mikroklima, Topografie, die Nähe zu Wäldern oder Flussläufen, ihre Eingebundenheit in die Landschaft – und nicht zuletzt auch ihre visuelle Präsenz. Über Jahrzehnte, teils Jahrhunderte hinweg haben sich diese Lagen ein außergewöhnliches Renommee erarbeitet. Es gründet auf historischer Überlieferung, etwa durch alte Lagenkarten oder schriftliche Zeugnisse, und wird getragen von der Anerkennung, die sie sowohl bei den Winzerinnen und Winzern als auch in Fachkreisen genießen. Damit fließt das Urteil der Gäste auf der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® auch immer in die Beurteilung eines Weinbergs mit dem Prädikat VDP.GROSSE LAGE® ein. Dass diese Weinberge Besonderes leisten, zeigt sich nicht zuletzt im Charakter ihrer Weine. Aus 100.000 Hektar Rebfläche in Deutschland bewirtschaften die VDP.Weingüter rund 5.600 Hektar – und davon machen die VDP.GROSSEN GEWÄCHSE nur etwa 0,16 Prozent der gesamten deutschen Weinproduktion aus. Eine Zahl, die verdeutlicht, wie rar und damit begehrt diese Weine sind, die sich auf den besten Weinkarten der Welt wiederfinden.

    Damit aus den Trauben, die in diesen Lagen gelesen werden, am Ende international anerkannte Spitzenweine entstehen, braucht es aber noch mehr: Die perfekte Symbiose Winzerinnen und Winzern mit dem Weinberg, das über Jahrzehnte gewachsene Gespür, was gerade an diesem einzigartigen Ort richtig ist, welche Rebsorte an diesen Platz gehört, was gerade an diesem Platz und zu welchem Zeitpunkt auch an Handarbeit erforderlich ist. Konsequente Ertragsregulierung und die selektive Lese von Hand sind dabei selbstverständlich.

    Zugleich reagieren die VDP.Winzerinnen und VDP.Winzer sensibel auf die klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahres. 2024 stellte besondere Anforderungen: Durch stellenweise verheerenden Spätfrost im Frühjahr und das feuchtwarme Wetter im Spätsommer reiften nicht alle Beeren gleichmäßig und gesund, was eine präzise Vorselektion erforderte, um nur bestes Lesegut auf die Kelter zu bringen. Diese Faktoren führten beim Jahrgang 2024 zudem dazu, dass einige GGs dieses Jahrgangs besonders selten sein werden und es aus manchen Lagen gar keine Abfüllungen geben wird. Schon jetzt sehen viele Expertinnen und Experten im Jahrgang 2024 ein eindrucksvolles Ergebnis dieser Sorgfalt – ein Jahr, das sich mit Eleganz, Frische und Charakter präsentieren und seinen Platz in der Geschichte finden dürfte. Und zugleich ist es Ausdruck dessen, was die VDP.Mitglieder Jahr für Jahr leisten: Sie kennen ihre Lagen, wissen, was sie brauchen – und bringen daraus Weine hervor, die weltweit Maßstäbe setzen.

    Ein weiterer wichtiger Faktor: Zeit

    Doch noch ein weiteres Element macht die GGs zu etwas ganz Besonderem. Ein Element, das es braucht, damit in die großen Weine Ruhe kommt – und sich ihre Aromen erstmals finden und verbinden können. Dieses Element ist die Zeit. Sie ist es, wodurch sich Tiefe, Struktur und Komplexität in einem VDP.GROSSES GEWÄCHS® entfalten können. Weißweine ruhen dafür mindestens ein Jahr im Keller, teilweise sogar länger, bevor sie gefüllt werden. Rotweine erhalten sogar zwei Jahre Reifezeit. Doch auch nach der Füllung ist ihr Potenzial längst nicht erschöpft: Viele GGs können über Jahre, teils Jahrzehnte in der Flasche hinweg weiterreifen – und dabei ihr Aromenspektrum entfalten, verändern, verfeinern. Für viele Weinkennerinnen und Weinkenner liegt genau darin ein besonderer Reiz: zu erleben, wie sich ein großer Wein über die Zeit entwickelt.
    Parallel dazu unterliegen die GGs während des gesamten Prozesses strengsten Qualitätskontrollen. Bevor sie als VDP.GROSSES GEWÄCHS® auf den Markt kommen dürfen, müssen sie mehrere sensorische Prüfungen bestehen.

    Erst wenn sie in ihrer Stilistik und Qualität dem Anspruch des VDP gerecht werden, erhalten sie die Freigabe – und dürfen zeigen, was in ihnen steckt.

    Ein letzter Schritt vor dem Release

    Sind die GGs schließlich abgefüllt und könnten ab dem 1. September auf den Markt kommen, steht ihnen noch ein bedeutender Schritt bevor, der unter Weinprofis höchst begehrt ist: eine letzte Prüfung – exklusiv, kritisch und von höchster fachlicher Expertise begleitet. Für diesen Moment lädt der VDP jedes Jahr zur Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in die Kolonnaden des Wiesbadener Kurhauses ein. Von 24. bis 26. August kommen dort Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Fachpresse, des Handels und der Spitzengastronomie zusammen, um den neuen Jahrgang erstmals geschlossen zu verkosten – konzentriert, vergleichend, unter idealen Bedingungen.

    Die Vorpremiere ist nicht nur ein Höhepunkt im Jahreskalender, sondern fester Bestandteil der Qualitätskultur des VDP. Denn obwohl die Weißweine bereits ein Jahr im Keller gereift sind, zeigen sie sich zum Zeitpunkt der Verkostung noch jung und verschlossen. Nur erfahrene Verkosterinnen und Verkoster mit fundierter Lagenkenntnis sind im Stande, das Potenzial dieser Weine schon jetzt zu erfassen – ihr Aromengerüst zu lesen, ihre Struktur zu deuten und ihre Entwicklung über Jahre hinweg einzuschätzen.

    Um dafür optimale Voraussetzungen zu schaffen, wird jede Flasche vorverkostet, perfekt temperiert und in von den Verkostenden individuell gewünschten Reihenfolge eingeschenkt.

    So war das Weißweinjahr 2024

    Wegen der milden Temperaturen im Winter, begann die Vegetation früh, doch ein Kälteeinbruch mit Spätfrost im April führte regional zu starken Schäden – besonders in flussnahen Lagen wie an Ahr, Saale, Nahe, Saar und Ruwer. In manchen Weinbergen kam es zwar zu einem erfolgreichen Zweitaustrieb, die Erträge blieben jedoch vielerorts deutlich reduziert. Das Jahr erforderte höchste Aufmerksamkeit im Weinberg, denn auf den Frost folgte ein feuchtwarmer Sommer mit hohem Pilzdruck, der viel Handarbeit und gezielte Selektion notwendig machte. Viele Betriebe verteilten die Lese wegen des wechselhaften Wetters und der ungleich reifenden Trauben über einen langen Zeitraum. Beginnend Ende August, zog sich die Lese in manchen Regionen bis in den Oktober hinein, wodurch für viele der Eindruck eines „unendlichen Herbsts“ entstand. Die Winzerinnen und Winzer mussten punktgenau entscheiden, wann gelesen wird, um nur gesunde, reife Trauben zu ernten. Trotz der Herausforderungen zeigt sich der Jahrgang 2024 aus Sicht vieler VDP.Betriebe als ausdrucksstark, aromatisch und elegant – mit feiner Säurestruktur und klarem Herkunftsprofil. Die Erträge sind klein, die Qualität jedoch vielversprechend – ein Jahrgang mit großer Individualität und Reifepotenzial.

    So war das Rotweinjahr 2023

    Nach einem trockenen Frühjahr ohne Spätfrost, bei dem sich die VDP.Winzerinnen und Winzer mehr Regen für die Entwicklung der Pflanzen gewünscht hätten, wurde es später fast zu viel des Guten. Folge des warmen und trockenen Frühlings war ein zeitiger Austrieb der Reben. Einige Regenfälle während der Reifephase forderten ein genaues Hinsehen und ein höchst sensibles Vorgehen bei der Pflege der Pflanzen, denn der Krankheitsdruck stieg durch diese Umstände schnell und erheblich. Daraus resultierte eine früh einsetzende Reife, wodurch zum Teil schon Ende August gelesen wurde. Da vielerorts Guts- und Lagenweine parallel reif wurden, mussten viele Trauben gleichzeitig geerntet werden, sodass sich die Lese zu einem wahren Kraftakt entwickelte, der sich auf einen sehr kurzen Zeitraum konzentrierte. Dabei musste auch penibelst darauf geachtet werden, nur das gesunde Traubenmaterial herauszusuchen. Doch die viele und mühsame Arbeit zahlte sich aus, sodass letztlich Spitzenqualitäten in den Keller gebracht werden konnten.

    Und das sagen die Winzerinnen und Winzer

    „2024 war ein Jahrgang, der höchste Aufmerksamkeit in Weinberg und Keller verlangte. Die ungewöhnlich feuchte Vegetationsperiode bei moderaten Temperaturen erforderte präzises Timing in allen Arbeitsschritten – von der Pflege der Reben bis zur selektiven Handlese. Das kühle Reifewetter führte zu einer langsamen Aromenausprägung bei gleichzeitig moderaten Zuckerwerten. So entstanden Weine mit eher niedrigem Alkoholgehalt, aber großer Tiefe, Klarheit und aromatischer Präzision. Für uns gehören die Rieslinge dieses Jahres zu jenen, die sich durch kühle Eleganz, straffe Struktur und eine bemerkenswerte Spannung auszeichnen – Eigenschaften, wie wir sie aus Jahrgängen wie 2016 oder 2008 kennen.

    Die Spätburgunder des Jahrgangs 2023 zeigen sich aus unserer Sicht besonders harmonisch. Ein vergleichsweise ausgewogener Witterungsverlauf während der Reifephase ermöglichte eine lange Hängezeit der Trauben. So konnten sich feine, klare Fruchtaromen entwickeln, ohne dass die Frische verloren ging. Die Beeren waren gesund, von mittlerer Größe und mit einer idealen Schalenreife, was für eine präzise Tanninstruktur und eine tiefe, reintönige Farbe sorgte. Die Extraktion der Tannine und Farbe während der Gärung ging sehr schnell, so dass unsere Weine etwas kürzer als sonst auf der Maische lagen. Stilistisch verbinden die 2023er Spätburgunder saftige rote Frucht mit einer kühlen Würze und eleganter Struktur – Weine mit großem Entwicklungspotenzial.“ 

    – Steffen Christmann, VDP.Weingut A. Christmann, VDP.Präsident

    „Vor allem aufgrund der Folgen des starken Spätfrostes, sind die Mengen der großen 2024er von der Nahe oftmals gering. Umso energiegeladener sind die nun abgefüllten Weine der Klassifikationsstufe VDP.GROSSES GEWÄCHS® dieses Jahrgangs. Die Weine zeigen große Klasse, sind sehr fein und präzise. Einer der spannendsten Jahrgänge dieses Jahrhunderts.“ 

    – Frank Schönleber, VDP.Weingut Emrich-Schönleber, Nahe

    Besonders mit den Spätburgundern aus 2023 zeigt sich das große Reifungspotential des Jahrgangs, mit facettenreicher und verspielter Frucht aber immer auch fest gewirkter Struktur, feinem Tannin und stets präsenter Bodenprägung. Ein Jahr, von dem wir noch viel Gutes erwarten dürfen.

    – Arne Bercher, VDP.Weingut Bercher, Baden

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Jahrgangspräsentation VDP.Württemberg

    Jahrgangspräsentation VDP.Württemberg

    Traditionelle Jahrgangspräsentation in der Alte Reithalle in Stuttgart für Fachbesucher und Privatkunden

    von VDP

    Die Mitgliedsbetriebe des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter Region Württemberg e. V. laden auch in diesem Jahr wieder Fachbesucher und Privatkunden zur traditionellen Jahrgangspräsentation in die Alte Reithalle nach Stuttgart ein.

    Verkosten Sie zahlreiche Weine aus der aktuellen Kollektion sowie die neuen Jahrgänge der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE®. Die hiesigen VDP-Weingüter und deren Gäste freuen sich auf Sie!

    Montag

    28.

    Okt 2024

    Zeit14:00 bis 20:00 Uhr
    OrtHotel Maritim, Alte Reithalle Stuttgart
    Seidenstraße 34
    KostenÖffnungszeiten: Fachbesucher ab 14:00 Uhr | Privatkunden 17:00 Uhr bis 20:00 UhrEintritt: 25,00 € pro Person, Fachbesucher mit Nachweis erhalten kostenfreien Einlass
    AnmeldungEs ist keine Anmeldung erforderlich.
    RegionenMittelrheinSaale-UnstrutSachsenWürttemberg
    VeranstalterWürttembergAldinger|Beurer|Dautel|Drautz-Able|Fürst Hohenlohe Oehringen|Graf Adelmann|Graf Neipperg|Graf von Bentzel – Sturmfeder|Heid|Herzog von Württemberg|Jürgen Ellwanger|Karl Haidle|Kistenmacher & Hengerer|Rainer Schnaitmann|Schlossgut Hohenbeilstein| Staatsweingut Weinsberg |Wachtstetter|Wöhrwag

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Cabernet Franc/Lemberger 2021

    Cabernet Franc/Lemberger 2021

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Die Rotweintraube Cabernet Franc (CF) ist wahrscheinlich eine Kreuzung der beiden „Wilden“ Cabernet Sauvignion und Sauvignion Blanc. Ihre französische Herkunft steckt bereits im Namen, angebaut wird sie weltweit. In Württemberg sind derzeit rund 32 Hektar mit CF bestockt, ungefähr 15 Ar davon gehören zum rebstoff. Im Weinberg erlebe ich meine CF als robust, mit aufrechtem Wuchs und kräftigem Laub. Im Glas bildet sie typische Aromen schwarzer Früchte aus, verbunden mit einer leckeren Würzigkeit – verfügt gleichzeitig aber weder über einen hohen Tanningehalt, noch ist sie dicht und schwer. Perfekt ausgereift, gilt sie als geschätzter Partner in ungezählten Bordeaux-Blends, in denen sie zu Eleganz und Komplexität beiträgt. Reinsortige CF stammen vornehmlich von der Loire: Die Appellationen Chinon, Bourgueil und Saumur-Champigny, alle in der Region Centre-Val de Loire gelegen, verfügen zusammen über rund 16000 Hektar.

    Im Juli 2021 fällt die Rebenperonospora über unsere Weinberge her. Im Gegensatz zu den Merlot sind die CF widerstandsfähig und überstehen diese Pilzerkrankung weitgehend unbeschadet. Die Ernte reicht jedoch nicht für ein ganzes Barrique – der Rest des Fäßleins wird deshalb mit Lemberger aus Jochen Beurers Weinbergen aufgefüllt. Im Sommer 2023 kam er auf die Flasche, jetzt, Anfang Mai 2024, gehen wir langsam in den Verkauf der 286 Flaschen. Andreas Lutz, Sommelier im Stuttgarter Restaurant Délice*, hat unseren neuen Wein verkostet. Er schreibt:

    „Im Glas zeigt sich die Cuvée aus Cabernet Franc und Lemberger in brillantem Kirschrot mit jugendlich hellem Rand. Er duftet leicht würzig, außerdem nach Süßkirsch, Erdbeer, Vanille, Holunderbeeren, Brombeer und schwarzem Pfeffer. Mit etwas Zeit und Luft nach Schattenmorellen und dunkler Schokolade. Später kommen Paprika, Zimt, Anis und leicht vegetabile Noten dazu. Im Mund zeigt er sich mit mittelkräftiger Struktur, erneut kirschig, mit leichter Cremigkeit. Noch jugendlich, mit animierend frischer, aber eingebundener Säure, reifem Tannin, das mit der Zeit mürber wird und guter Länge, bereitet der „rebstoff Cabernet Franc & Lemberger 2021“ bereits Trinkvergnügen, macht aber sicherlich auch mit etwas Flaschenreife in 2-3 Jahren noch mehr Freude.“

    Cabernet Franc und Lemberger

    rebstoff cabernet franc/lemberger 2021 Die Flasche kostet 19,80€, der Sechser-Karton 110€.

    Unser rebstoff ist nur übers Weingut erhältlich. Entweder abholen im Viergiebelweg, bringen lassen wenn ich eh mit dem Auto unterwegs bin, oder per dhl. Hier kommen 10€ Versandkosten pro Karton dazu.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Moulinette

    Moulinette

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Kochen ohne Messer und Herd ist undenkbar. Doch verborgen in unseren Küchenschränken und Schubladen schlummern weitere Schätze, die das Zubereiten von Speisen erleichtern und bereichern. In loser Folge stellen wir nützliche Helfer vor, die euch Freude am Zaubern der ein oder anderen Leckerei bringen werden.

    Die „kleine Mühle“, so die Übersetzung des Wortes Moulinette aus dem Französischen, begann in den Sechzigerjahren die Küchen zu erobern. Unvergessen die einprägsame Werbung aus den 80ern, die jedem im Gedächtnis geblieben ist, der abends vor dem Fernseher saß.

    Tomatenketchup. Tomaten aus der Dose zusammen mit Zwiebeln anbraten, Zucker dazu, auch Pfeffer schadet nicht. Gerne mit zusätzlichen Aromastoffen arbeiten wie Tamarinde oder Soyasauce. Das Ganze stark einkochen bis es sirupartig ist. In
    die Moulinette füllen und abkühlen lassen. Dann ganze rohe Tomaten (mit Schalen und Kernen) dazugeben. Fein mixen und abschmecken. Noch etwas Olivenöl einarbeiten, dabei aufpassen, dass es nicht zu flüssig gerät
    (aus: Der Gastronaut. Vilgis, Th., 2019).

    Eine Vinaigrette. Schalotten in Olivenöl anschwitzen, Zucker und Salz dazu, gerne auch Pfeffer. Mit Gemüsebrühe ablöschen und solange weiterköcheln, bis die Schalotten weich sind. Das Ganze in die Moulinette umfüllen und mit etwas Zitronensaft ansäuern. Einen Spritzer Fischsauce dazu und Olivenöl bzw. Sonnenblumenöl. Ich bevorzuge ein Viertel Öl zu drei Vierteln Gemüsebrühe. Ordentlich pürieren und unter den Salat heben. Ich bereite die Viniagrette immer auf Vorrat zu, sie hält sich im Kühlschrank ohne weiteres für einige Tage.

    Ein Dip für alles mögliche. Cashew-Kerne in Wasser oder Gemüsebrühe aufkochen und solange sanft köcheln, bis sie weich sind. Die Kerne in die Moulinette, etwas Kochbrühe dazu und pürieren. Schluckweise Wasser zugeben, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Mit Pflanzenöl wird das Ganze sämiger, zum Schluß gut mit Salz abschmecken. Ich gebe dann noch Gochugaru aus dem Asialaden dazu, so eine ticken Schärfe habe ich immer ganz gern
    (aus: Asien vegetarisch. Sodha,M.,2019).

    Und jetzt viel Vergnügen mit den Rezepten – über ein Feedback würde ich mich sehr freuen!



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • WEINSPIEL-ROT-WEISS

    WEINSPIEL-ROT-WEISS

    Winetasting at home Box

    von Kai Wunner

    Eine besondere Geschenkidee oder ein Highlight für die bevorstehenden Feiertage haben die Weingüter Eißele, Idler und Singer-Bader zusammen mit Weinsommelière Melanie Weber kreiert. Es richtet sich an alle, die gerne Zeit mit Freunden & Familie verbringen und die Themenwelt Wein neu entdecken möchten.

    Mit einem neu designten und kreativ aufgebauten Sensorik Ebook von Sommelière Melanie Weber kann man sprichwörtlich eintauchen in die Weinwelt. Die Probe beinhaltet je einen repräsentativen Wein aus den drei Remstal-Gemeinden Kernen, Korb und Weinstadt. Im Paket ist die Sortenauswahl so zusammen gestellt, dass aus jeder Epoche der regionalen Weinbaugeschichte ein Vertreter dabei ist:

    Trollinger ANDERS, trocken – der KLASSIKER
    Weingut Eißele, Grundäcker 10, D-71394 Kernen

    Sauvignon Blanc BIOLAND, trocken – der ALLSTAR
    Weingut Idler, Lehenweg 21, D-71384 Weinstadt

    Cabertin BIOLAND, trocken – der ZUKUNFTSWEIN
    Weingut Weingut Singer-Bader, Rosenstr. 1, D-71404 Korb

    Die Tasting at home Box mit 3 x 0,75 L + Ebook gibt es für 40.- Euro bei Melanie Weber im LaWein Rosenladen. Lange Str. 18, 71332 in Waiblingen, bei den Partnerweingütern sowie online:

    https://www.singerbader.
    de/shop/probierpakete/winestasting-at-home-box
    /

    Zur WEINKORB Vinothek und zum Weingut Singer-Bader

    2018 haben sich die Winzerfamilien Singer aus Korb und Bader aus Stetten zusammengeschlossen.Das Weingut Singer-Bader bewirtschaftet zehn Hektar Rebflächen im Remstal. Mit dem Jahrgang 2020 wurde das Weingut bio-zertifiziert (Bioland). Nachhaltigkeit wird im Weingut großgeschrieben, was sich beispielsweise auch im Einsatz neuer und zukunftsorientierter Rebsorten, so genannter
    Zukunftsweine, zeigt. Weingut und Vinothek heben sich durch ihre außergewöhnliche Architektur und die Vielfalt der angebotenen Veranstaltungen ab.

    Seit 2022 ist das Weingut Mitglied bei Zukunftsweine.de, dem Gewinner des deutschen Nachhaltigkeitspreises 2022 und engagiert sich mit großen persönlichen Einsatz für die
    Zukunftsrebsorten.

    Weinkorb | Vinothek Korb

    Rosenstraße 1

    71404 Korb

    Deutschland

    Telefon: +49 (0) 7151 986 5707

    E-Mail: info@singer-bader.de

    Web: www.singer-bader.de

    Öffnungszeiten

    VERKAUF + DRIVE-IN

    Mo. – Fr.: 15-18 Uhr

    Sa.: 10-14 Uhr

    Weingut | Weingarten Stetten

    Albert-Moser-Str.100

    71394 Kernen-Stetten

    Do. – Fr.: 15-18 Uhr

    Mi.: Ruhetag

    Sa.: 10-14 Uhr

    Barbara Singer, geb. Bader, und Julian Singer – © Weingut Singer-Bader
    Das Team von Weingut Singer-Bader und und Weinkorb aus Korb und Stetten: Julian Singer, Gudrun Singer, Barbara Singer geb. Bader, Dominic Fuchs, Simon Hahn, Iris Bader. Robert Singer, Hans Bader – © Weingut Singer-Bader

    Weingut Idler


    Marcel Idler
    Lehenweg 21
    71384 Weinstadt-Strümpfelbach
    Deutschland
    Tel. +49 (0)7151 600631
    E-Mail: info@weingut-idler.de
    www.weingut-idler.de

    © Weingut Idler
  • Dom Pérignon

    Dom Pérignon

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Die Weine aus der Champagne genießen einen ausgezeichneten Ruf im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Sie erzielen hohe Preise und werden auch am königlichen Hofe getrunken, ein einträgliches Geschäft für die Produzenten rund um die Stadt Épernay. Das gilt auch für die Abtei Saint-Pierre d ́Hautevillers, ein Benediktinerkloster, das seit ewigen Zeiten Einnahmen von Pilgern klug in wertvolle Weinberge investiert und so blüht und gedeiht. Bis die unfassbaren Grausamkeiten des 30-jährigen Krieges auch diese Gegend erreichen. Am Ende dieser Auseinandersetzung werden ganze Landstriche verwüstet sein, Gegenden entvölkert, die Menschen verhungert oder an Seuchen gestorben, einfach im Elend untergegangen. Auch die Abtei von Hautevillers leidet unter dem Krieg, die Weinberge verkommen, die wirtschaftlichen Verhältnisse liegen darnieder.

    Im Alter von 30 Jahren übernimmt der Benediktiner Pierre Pérignon das Amt des Cellerars in der Abtei Saint-Pierre d ́Hautevillers. 1638 oder Anfang 1639 in dem Dörfchen Sainte-Menehould geboren, war der Sohn aus gutem Hause im Alter von 19 Jahren dem Orden beigetreten, wissbegierig, fleißig und strebsam. In seiner neuen Abtei an den südlichen Hängen der Montagne de Reims wird er die wirtschaftliche Leitung der Gemeinschaft innehaben, eine überaus verantwortungsvolle Position. Haupteinnahmequelle des Klosters ist der Weinbau, kein Wunder das sich der Kellermeister eingehend mit diesem Thema beschäftigt. Er wird über 40 Jahre in diesem Amt wirken und erhält im Laufe der Zeit den Ehrentitel Dominus, für „Herr“ oder „Meister“. 1715 stirbt Dom Pérignon und wird auf dem Friedhof seiner Abtei in Hautvillers begraben, heute ein Wallfahrtsort des Weinfachs.

    Der Name Dom Pérignon ist eng mit Champagner verbunden, obwohl er nicht den moussierenden Wein herstellte, wie wir ihn heute kennen. Unbestritten ist jedoch sein Einfluss auf die Weinbereitung: Dom Pérignon entwickelte u.a die die Kunst der Assemblage, also des Verschneidens verschiedener Weine in der Absicht, ihre Stärken zu fördern und ihre Schwächen vergessen zu machen. Ein Schüler Dom Pérignons war übrigens ein Mönch namens Dom Thierry Ruinart, dessen Neffe Nicolas Ruinart später das erste Champagnerhaus in Reims gründen sollte. Dom Pérignon ist heute der Name einer Marke, die zum Champagnerhaus Moët & Chandon gehört.

    Unser Brut nature, Jg. 2018, hergestellt nach der Méthode champenoise, ist ausgetrunken. Seit März liegt der 22er auf der Hefe und soll ab Frühjahr 2025 degorgiert werden.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Riesling vs. Klimawandel

    Riesling vs. Klimawandel

    Ist die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr?

    von Friedemann B. Götz

    Es liegt auf der Hand, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen nicht spurlos an einer fragilen Frucht wie der Rieslingtraube vorübergeht. Wir haben deshalb bei drei unserer Riesling-Winzer aus Deutschland nachgefragt: Ist die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr?

    Der Klimawandel ist in aller Munde und zeigt sich eindrucksvoll in dramatischen Episoden. Die Meeresspiegel steigen, die Temperatur geht nach oben und Wetterextreme wie Überschwemmung und Trockenheit werden häufiger. 

    Es liegt auf der Hand, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen nicht spurlos an einer fragilen Frucht wie der Rieslingtraube vorübergeht. Wir haben deshalb bei drei unserer Riesling-Winzer aus Deutschland nachgefragt, ob sie die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr sehen. 

    Im Interview haben wir Johannes Groß (Weingut Goldatzel, Rheingau), Felix Prinz zu Salm-Salm (Weingut Prinz Salm, Nahe) und Aaron Schwegler (Weingut Albrecht Schwegler, Württemberg). 

    Foto Vioneers

    Wie steht es aktuell um den Riesling? 

    Wir haben alle drei Winzer gefragt, wie es unter dem Aspekt des Klimawandels aktuell um den Riesling steht. Die beiden nördlicheren Winzer (Felix Prinz zu Salm-Salm und Johannes Groß) überraschen uns mit einer beinahe deckungsgleichen Antwort:

    „Dem Riesling ging es noch nie besser, der Klimawandel spielt uns extrem in die Karten aktuell. Natürlich stellen wir Veränderungen fest, aber man muss fairerweise sagen, dass uns hier im deutschen Cool Climate ein wenig mehr Sonne und Trockenheit noch nicht geschadet hat“.

    Johannes Groß

    Man müsse sich nur einmal die Erträge der letzten Jahre im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten anschauen, um festzuhalten, dass der Wein gerade gut wächst. Auch sei es vor 30 – 50 Jahren eine Seltenheit gewesen, dass stets vollreife Trauben gelesen werden können. Dies ist nun normal. 

    Aaron Schwegler aus Württemberg ist aktuell ebenfalls zufrieden mit seinen Rieslingreben. Er pflegt die geerbten Reben mit aller Sorgfalt, blickt allerdings auch kritisch in die Zukunft: „Ich kann hier nur Riesling anbauen, solange die Reben gesund sind und unter den aktuellen klimatischen Bedingungen eine Fortführung des Rieslings sinnvoll ist.“ 

    Rieslingtrauben werde geerntet. Foto Vioneers

    Neue klimatische Bedingungen für den Riesling

    Dass sich die Bedingungen für den Weinbau verändern, leugnet keiner der Winzer. Sie sehen sich und die Weinbranche aktuell von folgenden Phänomenen beeinflusst: 

    1. Trockenheit 

    Ein globaler Temperaturanstieg von wenigen Dezimalen ist bereits Anlass genug, dass das Thema Trockenheit auf der Agenda der Winzer steht. 

    Felix Prinz zu Salm-Salm sieht bei der Trockenheit besonders das filigrane Gleichgewicht des Rieslings in Gefahr:

    „Der Riesling lebt ja von der Balance zwischen Säure und Restzucker. Außerdem wollen wir nicht zu viel Alkohol im Riesling haben. Von der Filigranität lebt der Riesling.“

    Felix Prinz zu Salm-Salm

    Grund zur Sorge sei dies aber noch lange nicht, da man mit seinen Herausforderungen wachse und den Riesling immer noch im Griff habe. Hat man diese Balance nicht im Griff, wird der Riesling schnell langweilig, zu alkoholisch oder zu sauer. Wir haben die Rieslinge getestet – alle drei Winzer haben den Riesling im Griff. 

    2. Frühe Lese

    Im Vergleich zu den Wetterdaten der letzten 50 Jahre hat sich die Weinlese – besonders auch im Hinblick auf den Riesling – um mehrere Wochen nach vorne verschoben. Im Vergleich zu den 1950er Jahren ernte man nun im Schnitt 21 Tage früher.

    Eine Veränderung, die die Dynamik auf Weingütern beeinflusst: Erntehelfer müssen früher im Jahr bestellt werden. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass bei gleichbleibendem Ernteende die Ernte länger sei. Ein Kostenfaktor, den man mit einkalkulieren muss. 

    3. Wetterextreme

    Alle Winzer nennen einzelne Jahre, die Wetterextreme mit sich brachten. Allein aus dem letzten Jahrzehnt sind hier nur 2022, 2018 und 2015 zu nennen. Extreme Trockenheit war hier das Problem. Aaron Schwegler führt dieses Phänomen mitunter auf die Verlangsamung des Golfstroms zurück: „Die Faktenlage ist klar: Der Golfstrom verlangsamt sich und somit wird auch die Wetterdynamik träger. Entweder ein Sommer ist ohne Veränderung der Großwetterlage komplett heiß und trocken wie 2022. Oder er ist komplett verregnet wie 2021. Zwischendrin findet immer seltener stabiles Wetter.“

    4. Wasserknappheit

    Aaron Schwegler fügt weiter an, dass die zunehmende Versteppung eine Folge aus mehreren Faktoren des Klimawandels sei. „Blickt man beispielsweise nach Kalifornien wird das Ausmaß des Wassermangels deutlich: die Staubecken leeren sich und es kommt kaum Regen nach.“ Eine Rationierung des Wassers ist die Folge, was natürlich die Frage der Wirtschaftlichkeit aufwirft und leider auch der Existenz des Weinbaus. Muss man dem Weinbau Vorrang vor der Landwirtschaft geben, die die Bevölkerung ernährt? 

    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da inmitten der Wüste einzelne Weinberge künstlich bewässert am Leben gehalten werden, während das Wasser zur Sicherstellung der Ernährung und somit der Existenz der umliegenden Bevölkerung genutzt werden sollte.“ (Aaron Schwegler)

    Riesling-Weinberg. Foto Vioneers

    Was heißt das für den Riesling – wird er ersetzt durch andere Rebsorten? 

    „Das hängt einerseits von der Region, andererseits natürlich vom Boden und vom Klima ab“ – so Johannes Groß. Es habe sich schon vor einigen Jahren ein Fenster geöffnet, das es Rebsorten ermöglicht zu wachsen, die bisher mehr im Süden Europas zu Hause waren. Johannes plant allerdings nicht, seine Rieslinge und Burgundersorten durch andere Rebsorten zu ersetzen. Auch sieht er den Vorteil in seinen Süd- und Osthängen, die ihm klimatisch in die Karten spielen.

    So pauschal optimistisch Felix Prinz zu Salm-Salm auf seinen Riesling schaut, hat er doch einen differenzierten Blick im Bezug auf andere Rebsorten. Dies hänge von der Region ab. Besonders im Süden (Baden und Württemberg) würde man sicher vor einige Herausforderungen gestellt. Einen großen Shift – gerade in den großen Spitzenbetrieben – sehe er allerdings nicht. 

    Aaron Schwegler im Remstal knüpft hier an und spricht von seinem Glück, dass seine Eltern in den 1980er Jahren bereits anfingen Merlot und Cabernet Franc in Württemberg zu setzen. Beides sind Rebsorten, die damals mehr als absurd und deplatziert erschienen, von denen er nun mit dem Klimawandel allerdings profitiert.

    Im Hinblick auf den Riesling wandert Aarons Blick in der Planung auf die südfranzösischen Weinbauregionen mit ihren weißen Rebsorten. Es liege schließlich in seiner Verantwortung in großen Zyklen zu denken, um kommenden Generationen die Freude an alten Reben zu bescheren, die er erfahren durfte. 

    Rieslingtraube. Foto Vioneers

    Die Zukunft des Rieslings

    „De facto ist es so, dass ich in den heißeren Lagen wie bei uns im Remstal dem Riesling keine große Zukunft mehr prognostiziere.“

    Aaron Schwegler

    Allein aus wirtschaftlicher Sicht lohne es sich für Aaron Schwegler nicht in neue Rieslingreben zu investieren. Das habe er noch nie getan und würde er auch niemals machen. Es dauere schließlich 3 Jahre bis mit den ersten Erträgen zu rechnen sei und weitere 5 bis 10 Jahre bis die Reben eine Gleichmäßigkeit und Qualität an den Tag legen, von denen man leben könne. Mit zunehmenden Wetterextremen sei diese Entwicklung allerdings in Gefahr, sodass er die sensible Rebsorte in seiner Planung „komplett von der Agenda“ streichen müsse. 

    Johannes Groß sieht weiterhin eine gute Zukunft für den Riesling. „Klar wird sich einiges verändern, aber wir wachsen mit der Zeit und unseren Herausforderungen. Ich glaube, es ist noch lange nicht so weit, dass wir sagen: Dem Riesling wird es hier zu warm.“

    Das Hier und Jetzt

    Es lässt sich viel über die Zukunft streiten und diskutieren. Dennoch können wir letztendlich wenig beeinflussen, außer der Gegenwart.

    So blickt auch Felix Prinz zu Salm-Salm pragmatisch auf die Lage. Zum Einen liegt sein Investitionsfokus seit längerem bereits auf den höheren Lagen, um weiterhin Cool Climate beibehalten zu können. Zum Anderen müsse man nachhaltig über regenerative Bewirtschaftung nachdenken. Der Boden müsse bereit sein, Wasser zu speichern, aber auch bei Starkregen Wasser schnell aufzunehmen. Zu bewerkstelligen sei dies durch regenerative Landwirtschaft: „Wir wollen den Boden nicht mehr aufmachen, sondern wir wollen, dass die Wurzeln sich wirklich ausbreiten können und langfristig tief wurzeln können. Somit bilden wir eine Schicht, die das Wasser speichert.“

    Es sei das allerwichtigste aktuell, sein Know-How auszubauen, um den heißen Jahren in Zukunft entgegenzuwirken und aufmerksam die Entwicklungen zu verfolgen. 

    Fazit

    Unsere drei befragten Winzer blicken aus ihren unterschiedlichen Weinbauregionen jeweils anders auf das Thema. Während Aaron Schwegler im Süden den Riesling von seiner Zukunftsplanung komplett streicht, freuen sich die Winzer von Nahe und Rhein über die vollreifen Rieslingtrauben der letzten Jahre. Unsere Winzer haben den Klimawandel im Blick und stellen sich auf Veränderungen ein. Das Hier und Jetzt ist die entscheidende Zeit, um Schlimmeres zu verhindern. 

    Schau Dir hier das Interview mit Felix Prinz zu Salm-Salm an.

    Nur beste Weíne.

    Vioneers setzt sich zusammen aus vino [ital.] für „Wein” und pioneers [engl.] für “Pioniere”. Wir sind Weinpioniere und Winzerentdecker. Wir entdecken unsere besten Weine auf familiengeführten Boutique-Weingütern auf der ganzen Welt.

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    Vioneers Winespot Backnang

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    Blumenstrasse 22
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    07191 2206 085

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    Youtube-Video von Vioneers: Nur beste Weine

  • VDP. Versteigerungen zu Gunsten sozialer Projekte

    VDP. Versteigerungen zu Gunsten sozialer Projekte

    VDP. Versteigerungen – Mosel-Saar-Ruwer in Trier und von der Nahe, aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr in Bad Kreuznach

    von VDP

    Die VDP.Versteigerungen in Trier und Bad Kreuznach stehen unmittelbar bevor. Am 15. sowie am 17. September 2023 ist es endlich wieder soweit. Die renommierten Versteigerungsweingüter aus den Regionen Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen, Pfalz und Ahr laden Sie herzlich dazu ein, an ihren aufregenden Auktionen teilzunehmen – sei es persönlich vor Ort oder online von überall aus.

    VDP.VERSTEIGERUNG MOSEL-SAAR-RUWER

    VDP.VERSTEIGERUNG | TRIER
    15. September 2023

    Der GROSSE RING VDP.Mosel-Saar-Ruwer e.V. lädt zur Versteigerung nach Trier ein. Bei der VDP.Versteigerung 2023 werden die Höchstgebote von Edwin Vos, dem internationalen Leiter für Wein und Spirituosen und leitenden Auktionator für diese Kategorie des Auktionshauses Christie’s (London) zugeschlagen. Eine persönliche Teilnahme ist nur durch vorherige Registrierung möglich. Auch in diesem Jahr kann die Versteigerung online über einen Youtube-Livestream verfolgt werden. Zur Versteigerung kommen in diesem Jahr 613 Flaschen VDP.GROSSES GEWÄCHS® und 13.805 Flaschen Prädikatswein.
    MEHR INFORMATIONEN 

    VERSTEIGERUNGSKATALOG  

    ZUR LIVE-ÜBERTRAGUNG
    CHARITYKISTE 2023
    Der Benefizzweck dieses Jahr: Zugunsten des Nestwärme e.V. Trier | Bereich ambulante Kinderhospiz | nestwaerme.de
    Die Kiste wird durch Günther Jauch versteigert
    Foto VDP

    VDP.Versteigerung Nahe

    VDP.Versteigerung | Bad Kreuznach
    17. September 2023
    Nur zwei Tage später, am Sonntag den 17. September wird dann in
    Bad Kreuznach versteigert. Seit über hundert Jahren treffen sich Weinbegeisterte aus der ganzen Welt, um auf ausgewählte Spitzenweine von der Nahe, aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr zu bieten. In diesem Jahr können Sie entweder live im Publikum bei der Nassen Versteigerung im Cineplex Bad Kreuznach teilnehmen oder vor dem Bildschirm des Livestreams (am 17.09. ab 13 Uhr). • MEHR INFORMATIONEN

    • VERSTEIGERUNGSKATALOG 

    ZUR LIVE-ÜBERTRAGUNG
    charityKISTE 2023 – 10 Years After
    Jedes Versteigerungsweingut hat in seiner Schatzkammer einen hochwertigen trockenen Spitzenwein für die Charitykiste ausgewählt und gestiftet. Den genauen Inhalt finden Sie hier. Der komplette Erlös wird an das Projekt „Wurzeln schlagen“ der Kreisverwaltung Bad Kreuznach zu Gunsten von Nachhaltigkeitsprojekten gespendet.16 Flaschen à 0,75 l „10 Years After“ aus dem Jahrgang 2012Ausrufpreis 500,00 € netto
    Foto VDP

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023 Wiesbaden

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023 Wiesbaden

    Die trockenen Spitzenweine des VDP feiern ihr Jahrgangs-Debut

    von VDP

    Halten Weinliebhaber:innen eine Weinflasche mit den Initialen „GG“ und dem charakteristischen Logo des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) – dem VDP.Adler – in den Händen, wissen Sie sofort: Hierbei handelt es sich um den trockenen Spitzenwein aus einer der besten deutschen Weinlagen. Lediglich Weinberge, die als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert sind, verfügen einerseits über optimale Terroir Voraussetzungen und haben andererseits über Jahrzehnte hinweg bewiesen, herausragende Weine hervorzubringen. 

    Diese besonderen Weine entstehen unter strengsten Qualitätskriterien und durchlaufen mehrere umfassende sensorische Verkostungen. Vor allem aber sind sie Ausdruck der höchsten Ansprüche der Winzer:innen des VDP an ihre Weine. Doch prägen nicht nur die arbeitsintensive Handarbeit, die akribische Ertragsregulierung und die Konzentration auf zum jeweiligen Weinberg passende Rebsorten, den Terroir-Charakter im Glas. Große Weine sind eine Frage der Zeit und entfalten ihr ganzes Potenzial auf lange Sicht. Daher vergeht etwa ein Jahr nach der Weinlese, bevor die Weißweine des VDP.GROSSES GEWÄCHS® alljährlich zum 1. September ihren Weg auf den nationalen und internationalen Markt finden. Manche Winzerinnen und Winzer des VDP warten auch länger. Den Rotweinen werden mindestens volle zwei Jahre gegönnt, bis sie ihre erste Trinkreife erreicht haben und in Flaschen abgefüllt werden, um dann noch viele Jahre bis Jahrzehnte reifen zu können.

    Durchschnittlich werden bei einer Anzahl von 599 geprüften GGs (im Jahr 2023) ca. 3000 Flaschen produziert, zu Preisen, die mit einem Durchschnittspreis von 45 Euro und einer Spanne bis zu 225 Euro und mehr bei einem Mehrfachen liegen, was in Deutschland für eine Flasche Wein ausgegeben wird und die damit einhergehende Wertschätzung zum Ausdruck bringt.

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023

    Doch vor dem Markteintritt der Weine mit der begehrten Kennzeichnung VDP.GROSSES GEWÄCHS® steht ihnen noch eine „begehrte“ Hürde bevor: die Veranstaltung „Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS®“ bei der im Wiesbadener Kurhaus internationale und nationale Top-Verkoster:innen der renommierten Weinpublikationen, des Fachhandels und der Spitzengastronomie zusammenkommen, um den neuen Jahrgang drei Tage lang erstmalig und exklusiv intensiv zu verkosten und zu bewerten. 

    Bei der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® werden die Weine perfekt temperiert, in der gewünschten Reihenfolge auf Bestellung an den Platz der Verkoster:innen gebracht. Zusammengestellt nach ihrer Herkunft – sodass Weine aus gleichen Lagen von unterschiedlichen Winzer:innen im Vergleich Seite an Seite probiert werden können. Die Präsentation durch den VDP erfolgt nach einem zwischenzeitlich international vielfach nachgeahmten Prozedere: Jede einzelne Flasche wird vor dem Ausschank von Weinprofis vorverkostet. 46 Kühlschränke temperieren die in diesem Jahr 83 Flights mit circa 460 GGs, die während der drei Tage auf den Tisch der Verkoster:innen kommen. 50 Servicekräfte kümmern sich um etwa 200 Verkoster:innen aus 25 unterschiedlichen Ländern.

    FACTS AND FIGURES

    599 VDP.GROSSE GEWÄCHSE® sind in diesem Jahr geprüft worden und haben damit die Berechtigung, erstmals ab dem 1. September 2023 auf den Markt zu kommen. Diese Weine wurden in 327 Lagen erzeugt.

    Nach RebsorteAnzahlIn ProzentNach RegionAnzahlIn Prozent
    Riesling34558%Ahr285%
    Spätburgunder12922%Baden8214%
    Weißer Burgunder 376%Franken5910%
    Silvaner275%Mittelrhein92%
    Grauer Burgunder 234%Mosel-Saar-Ruwer6811%
    Lemberger / Blaufränkisch203%Pfalz12321%
    Chardonnay163%Rheingau5910%
    Frühburgunder2>0%Rheinhessen6611%
       Sachsen-Saale-Unstrut92%
       Württemberg6110%
    GESAMT599100% 599100%
    Quelle VDP

    Auch wenn mit dem Beginn der Vermarktung der Weine bereits ein bzw. zwei Jahre der Reife vergangen sind, sind sie zum Zeitpunkt der Verkostung noch immer sehr jung. Dies erfordert von den Gästen besondere Lagenkenntnis und Verkostungserfahrung. Profis sind in der Lage das Potenzial in diesen Weinen zu erkennen, die im Laufe der Jahre als wahre Langstreckenläufer ihr Können beweisen und über Jahrzehnte hinweg sowohl reifen als auch genossen werden können. In diesem Bewusstsein gehen einige VDP.Winzerinnen und VDP.Winzer sogar einen Schritt weiter und bringen ihre Weine erst als sogenannten „Late Release“ auf den Markt. Hierbei werden die Weine noch zusätzliche zwei oder sogar fünf Jahre zurückgehalten, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dieses Vorgehen unterstreicht die Hingabe dieser Winzer:innen zur Perfektion und verdeutlicht, dass sie den Reifeprozess ihrer großen Herkunftsweine als unverzichtbaren Teil ihrer Philosophie ansehen.

    Foto VDP Peter Bender
    Foto VDP Peter Bender

    Ein Rückblick auf Erfolge und eine Zukunft der Lagenklassifikation 

    Anlässlich der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in Wiesbaden blickt der VDP auf ein spannendes Jahr zurück. Vor einem Jahr wurde das Jubiläum 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® zelebriert – eine Feier mit den deutschen Grand Crus der letzten zwei Jahrzehnte und einem emotionalen Rückblick in die Anfangszeiten dieser Erfolgsgeschichte. Stolz ist der Verband auf die über 30 Jahre lange Klassifikations-Erfahrung sowie 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS®. Vor allem kann heute, viele Jahre später voller Überzeugung festgestellt werden, dass all der Verzicht, die Diskussionen und die einzelnen Zwischenschritte sowie Meilensteine wichtig für den heutigen Erfolg der Weine des VDP waren. Doch bedeutet all das nicht, dass das Ziel des langen Weges erreicht ist.

    „Zwanzig Jahre später trafen sich die Mitglieder des VDP im Jagdschloss Platte bei Wiesbaden, um das Jubiläum ihrer Großen Gewächse zu begehen – und es war nicht nur ein rauschendes Fest, es war eine Triumphfeier, weil die Karriere des GG sehr wahrscheinlich die größte Erfolgsgeschichte im deutschen Weinbau überhaupt ist.“

    Jakob Strobel y Serra

    Gerade die Rückbesinnung auf das, was den VDP als Vorreiter der Premier Crus und Grand Crus in Deutschland großgemacht hat, hat ermöglicht, die zum Teil sehr schwierigen Diskussionen der vergangenen Monate aufgrund der geplanten Anpassungen der Weinverordnung mit Vernunft und Geduld führen zu können. Die Aufarbeitung der eigenen Klassifikations-Geschichte im Zuge des Jubiläums, aber auch der Austausch mit den Nachbarn aus Frankreich und Österreich sowie die weingesetzlichen Entwicklungen bestärkten den internen Hinterfragungsprozess und die Entschlossenheit, gemeinsam im VDP den nächsten Schritt zu gehen.

    Nicht mehr nur auf historische Bewertungen, die am Anfang der Klassifikation den Ausschlag gaben, sondern auf die erworbenen Erfahrungen der letzten Jahre wird nun abgestellt. So geht der VDP die nächste Etappe der Klassifikation an. Für jede Lage und jedes VDP.Weingut wird ein Klassifikationsdokument erstellt, das die Stärke der Lage und der jeweiligen Weine nach ihrer historischen, qualitativen, ökonomischen Relevanz und ihrer Reputation erfasst. So wird die Klassifikation mehrdimensionaler und transparenter gestaltet: Es geht um die bewiesene Anerkennung – und nicht darum, welches Potenzial ein Weinberg möglicherweise hätte. So fügt sich das Potenzial des Weinbergs mit dem Können des Winzers/der Winzerin zu einer Einheit zusammen.

    Welche Chancen und Herausforderungen die angestrebten Veränderungen der Weinverordnung für den gesamtdeutschen Weinmarkt und den VDP mit sich bringen, können Sie hier detailliert nachlesen. Hier finden Sie außerdem einen Rückblick auf die Geschichte und den Werdegang des VDP mit all seinen Höhen und Tiefen von Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung/Hochschule Geisenheim University.

    „Die Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in Wiesbaden zeigt einmal mehr, dass die „GGs” des VDP sich zu wahren Aushängeschildern des deutschen Weinbaus entwickelt haben und international einen herausragenden Ruf genießen. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft, Innovation und harter Arbeit unserer Winzerinnen und Winzer und damit ein Symbol für die tiefe Verbindung zwischen Weinberg und Mensch. All das bestärkt uns in der Mission, die Einzigartigkeit der Top-Weinberge und Weine aus Deutschland in die Welt zu tragen.“

    Steffen Christmann

    Wie präsentieren sich diese Weißweine des Jahrgangs 2022? 

    Die Verkostung der neuen GGs bringt auch immer einen Rückblick darauf mit sich, wie das Wetter in den jeweiligen Jahrgängen spielte: Im Jahr 2022 gab es aufgrund des warmen Frühjahrs keine Spätfrostschäden, wodurch die Rebenentwicklung in den Frühlingsmonaten schnell voranschritt. Warme Tage bereits im Mai trieben das Wachstum der Laubwände und der Rebblüte weiter rapide voran. Schnelles und genaues Arbeiten wurde zur Voraussetzung in den austreibenden Weinbergen, um mit der wachsenden Natur Schritt halten zu können. Der darauffolgende Sommer war geprägt von vielen Sonnenstunden und damit einer langen Trockenheit und Dürrephase, die die Reife in den Sommermonaten stark beschleunigte. Lagen mit guter Wasserversorgung profitierten von diesem Sommer, während die Situation gerade in jüngeren Weinbergen angespannt war. Ähnlich wie im Jahr 2018 startete die Weinlese in vielen Regionen aufgrund der heißen Sommertage bereits Ende August. Die Trauben wurden vor der eigentlichen Lese gewissenhaft selektioniert, oft wurden auch die Erträge reduziert, um auf die Trockenheit zu reagieren und um die hohen Qualitätsansprüche erfüllen zu können. Teilweise war der perfekte Lesezeitpunkt der VDP.GROSSE LAGE® schon früher als in anderen Weinbergen erreicht. Diese Lagen erlangten durch ideale Bedingungen, wie durch das Zusammenspiel von Boden und Klima einen Reifevorsprung. Der Regen im Herbst machte die Lese manchmal auch zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Das zeigt, wie wichtig das richtige Timing im Weinberg ist, um die optimale Reife ohne Einbußen in der Qualität abpassen zu können. Dank der gewissenhaften Handarbeit und präziser Selektion konnte trotz der zum Teil erschwerten Bedingungen gesundes und reifes Traubenmaterial geerntet und verarbeitet werden.  

    Nun, 12 Monate später zeigt sich der Weißweinjahrgang der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® als eher filigraner Jahrgang mit runder Säure und schöner Konzentration. Ein Musterbeispiel, wie gut inzwischen unsere Winzerinnen und Winzer auf wärmere und trockenere Jahre reagieren können.

    Wie zeigt sich der Jahrgang 2021 im Rotweinbereich?

    Ungewohnt spät hat die Weinlese hingegen im Jahr 2021 begonnen. Woran liegt das? Blickt man auf die Anfänge des Jahres 2021 zurück, ließen warme Temperaturen im Frühjahr auf sich warten. Entsprechend spät begann der Austrieb in den Weinbergen. Das Wachstum der Reben wurde durch weiterhin eher kühles Wetter gebremst. Kaum fand der vermeintliche Frühling sein Ende, konnten die Reben durch die endlich warmen Tage im Juni voll durchstarten, aber die nun explosionsartige Entwicklung gepaart mit häufigem Regen verlangte den Winzerinnen und Winzern viel Energie ab. Auch der Sommer glich nur kaum unseren Vorstellungen. Regentage über Regentage – einerseits wunderbar für die Natur, um dringend notwendige Wasserreserven aufzufüllen, andererseits weiterhin eine Herausforderung für die Winzer:innen selbst. Der sonst sehr heiße August war überraschend kühl, was den Lesebeginn noch weiter hinauszögerte. Fast schon versöhnlich zeigte sich ein warmer und trockener September, der den Trauben die notwendige Zeit zur Reife gab. Nachdem die Weinwelt auf einen enorm spannenden, viel bejubelten Weißweinjahrgang 2021 – mit messerscharfer Säure und Spannung – zurückblickt, wird nun mit Aufregung der Rotweinjahrgang 2021 erwartet. 

    Dieser Rotweinjahrgang spiegelt das Wetter beispielhaft wider. Mit Wasser gut versorgte Reben, kühlere Temperaturen und eine nur durch den hohen Arbeitseinsatz unserer Winzer:innen ermöglichte lange Reifezeit der Trauben am Stock, führte zu Weinen mit kühler, aber ausgeprägter Aromatik und faszinierender Säurespannung. 

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Traubenreifung

    Traubenreifung

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    In wenigen Tagen werden die grünen Trauben zu verfärben beginnen: Es ist die hohe Zeit der Veráison, ein magischer Zeitpunkt im Laufe des Weinjahres. Und die Gelegenheit, um von den wundersamen Veränderungen zu berichten, die die kommende Traubenreifung begleiten.

    Das Größenwachstum der grünen Trauben geht einher mit der Bildung von Stärke und Säuren. Die Verfärbung der Trauben steht für den Beginn der Reifung, in der Zucker in die Beeren eingelagert und Äpfelsäure in Weinsäure umgewandelt wird. Warmes Temperaturen fördert diese Reaktion, weshalb gute Jahre auch mit entsprechendem spätsommerlichem Wetter verbunden sind. Während die Äpfelsäure hart und kantig wirkt, ergibt die Weinsäure Eleganz und Frische. Mit der Umwandlung erfährt der Wein eine gut zu schmeckende Verbesserung.

    In heißen Jahren geht allerdings Äpfelsäure durch das Abatmen verloren, sie wird dabei in Glucose und Fructose umgewandelt. Eine Reaktion die vornehmlich in Richtung optimaler Reife stattfindet. Weshalb im Herbst guter Jahre,
    kühle Nächte vorherrschen, in denen der Umbau verlangsamt ist. Eine weitere wichtige Veränderung ist die Reifung
    der Tannine. Diese Gerbstoffe sitzen in den Beerenhäuten, in Kernen und Stilen der Weintraube. Sie treten im Laufe
    der Maischegärung in die Maische über. Unreife Tannine aus grünen Stilen oder Traubenkernen sind bitter und
    hinterlassen das typische pelzige Gefühl auf Zunge und Mundschleimhaut. Reife Tannine aus hellbraunen Stilen
    und Traubenkernen stehen hingegen für Körper, Komplexität und Lagerfähigkeit.

    Nach der Füllung des Weins verändern sich die Tannine weiter: Sie oxidieren und bilden Ketten (die als Weinstein
    ausfällen können). Der Wein wird weicher und runder. Schön zu schmecken an unserm 20er Merlot, der seit dem 02.08.2022 auf der Flasche ist.

    Aller Voraussicht nach, dürften wir Anfang Oktober mit der Lese starten. Wer Lust hat mit dabei zu sein: BItte kurze Mail. Gerne auch weitersagen, bzw. den Lesestoff weiterleiten! Alles weitere dann ab Ende September.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info