Kategorie: Weinausbau

  • Gemeinsamer Austausch mit Bundesminister Özdemir am Kaiserstuhl

    Gemeinsamer Austausch mit Bundesminister Özdemir am Kaiserstuhl

    Herkunftsprofilierung braucht Leitplanken, Handwerk braucht Handarbeit

    von VDP

    Es sind die zahlreichen Themen, die die Weinbranche derzeit beschäftigen – vom Klimawandel, den Kostensteigerungen sowie der Herkunftsprofilierung in Deutschland. Umso wichtiger ist es, diese Sorgen mit der Politik zu teilen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. So fand vergangenen Donnerstag ein gemeinsames Gespräch zwischen dem BMEL mit Bundesminister Cem Özdemir sowie dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) statt.

    „Wir stehen als VDP für einen Weinbau sowie eine Landwirtschaft der Zukunft und Offenheit. Insofern blicken wir in dieselbe Richtung. Denn wir alle wissen – wir alle brauchen entschlossene Antworten. Hierzu gehört eine konsequente Herkunftsprofilierung mit klaren Leitplanken für die Einführung des Ersten und Großen Gewächses sowie die Motivation derer, die sich für die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Weinberge einsetzen“.

    VDP-Präsident Steffen Christmann

    Eine „Bottom up“ Herkunftsprofilierung

    Mit der neuen WeinVO erhält der deutsche Weinbau eine neue, herkunftsbezogene Ausrichtung. Das ist zu begrüßen. Nachdem der VDP bereits seit über 30 Jahren den Weg der Profilierung der Herkünfte gegangen ist, konnte festgestellt werden, dass eine klare Herkunftsprofilierung den Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung gibt und sie bindet. Um dies zu erreichen, fordert der VDP Konsequenz und Verzicht. Die Winzerinnen und Winzer im VDP mussten dafür über 30 Jahre Erfahrung sammeln, Fehler machen, neue Regeln aufstellen. Ein wichtiger Schritt war dabei die Etablierung der Ersten und Großen Gewächse, der Premier und Grand Crus für Deutschland, die auf einer klaren Gebietsprofilierung aufbaut. Sollen nun solche Weine für alle eingeführt werden, geht dies nur mit einer Klassifikation der Lagen, der Herkünfte nach ihrer Reputation. Damals wie heute haben diese Weine zum Ansehen des deutschen Weines in der Welt beigetragen. Umso bitterer die übereilte Aufnahme einer Regelung mit der Absicht der Vermeidung von „Wildwuchs“. Im Ergebnis sind diese Begrifflichkeiten nun aufgenommen, jedoch mit unzureichenden Bedingungen. Daher braucht es eine erneute Änderung der Weinverordnung mit konsequenten Leitplanken für die Umsetzung der Ersten und Großen Gewächse in den Regionen. Die Herkunftsprofilierung in Deutschland wäre sonst zum Scheitern verurteilt und würde zur Abwendung jener führen, die den gesamten Weinbau im Blick haben.

    ©BMEL / Schwalm

    Einig sind sich alle, dass sich Nachhaltigkeit und Zukunft nicht ausschließen dürfen. Mit der Klimaveränderung gehen Witterungsextreme- und Krankheits-Druck einher. Um den Weinbau in Schutzgebieten mitsamt Ökosystem & Lebensraum für Pflanzen, Insekten & Kleinstlebewesen überlebensfähig zu halten, braucht es eine realitätsnahe Umsetzung der Pflanzenschutz-Anwendungen, die mit der Branche erarbeitet wird. Kaum ein Jahr gilt nicht mehr als Ausnahmejahr und wird für den Weinbau, häufig besonders den Öko-Weinbau, zur Herausforderung. Daher braucht es passgenaue Gebote statt Totalverbote, um den Weinbau in Schutzgebieten zu erhalten. Gleichzeitig wird angeregt, dass der Einsatz von Kaliumphosphonat erneut mit den südlichen EU-Mitgliedsstaaten diskutiert wird, um eine Zulassung zu erreichen, die den Vorteil der Kupfer- und CO2-Reduzierung bietet.

    Der Erhalt der Weinkulturlandschaft sowie die Erzeugung von Qualitätsprodukten und damit der Wertschöpfung für diese Weinberge ist in vielen Fällen ausschließlich durch echte Handarbeit möglich – die ohne die über Jahrzehnte gepflegte Zusammenarbeit und Hilfe von Saisonarbeitskräften kaum denkbar ist. Daher bekräftigten die Vertreterinnen und Vertreter des VDP den Wunsch der Branche nach einer realistischen Zeit- und Personalpolitik mit entsprechender Praxisnähe und Flexibilität.

    „Um die derzeitigen Herausforderungen verstehen zu können, muss man den Weinbau und die Betriebe vor Ort hautnah erleben. Dies ist uns heute hier in der Kulturlandschaft des Kaiserstuhls gemeinsam gelungen“,

    Fritz Keller VDP-Mitglied & Weingut Franz Keller

     

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Eine Dokumentation der VDP.Klassifikation

    Eine Dokumentation der VDP.Klassifikation

    Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter blickt auf 30 Jahre Klassifikation zurück

    Ein langer Weg der Profilierung und Klassifikation liegt hinter den Winzerinnen und Winzern des VDP. Stolz kann auf 30 Jahre Klassifikations- Erfahrung sowie 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® zurückgeblickt werden. Vor allem kann heute, viele Jahre später, überzeugt gesagt werden, dass all der Verzicht, die Diskussionen und die einzelnen Zwischenschritte sowie Meilensteine wichtig für den heutigen Erfolg der Weine des VDP waren. Doch bedeutet all das nicht, dass das Ziel des langen Weges erreicht ist.

    Mainz, 12. Juli 2023 | Vor knapp einem Jahr wurde gemeinsam mit internationalen Top-Weinfachleuten das Jubiläum 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® gefeiert. Ein großes Fest mit den deutschen Grand Crus der letzten zwei Jahrzehnte und einem emotionalen Rückblick in die Anfangszeiten dieser Erfolgsgeschichte. Gerade die Rückbesinnung auf das, was den VDP als Vorreiter der Premier und Grand Crus in Deutschland groß gemacht hat, hat dazu geführt, die zum Teil sehr schwierigen Diskussionen der vergangenen Monate mit Vernunft und Geduld führen zu können. Die Aufarbeitung der eigenen Klassifikations-Geschichte im Zuge des Jubiläums, aber auch der Austausch mit den Nachbarn aus Frankreich und Österreich sowie die weingesetzlichen Entwicklungen bestärkten den internen Hinterfragungsprozess und die Entschlossenheit, gemeinsam im VDP den nächsten Schritt zu gehen.

    In dem Bewusstsein, dass alles stets einem Wandel unterzogen ist, geht der VDP damit die nächste Etappe in der Klassifizierung der Weinberge an. So werden die bisherigen Kriterien und Unterlagen, die damals auf eine Erstanerkennung der Lagen zielten, aufgearbeitet, zusammengefasst und um neue Erkenntnisse ergänzt. Dies führt nicht nur dazu, dass sich die Dokumentation der Klassifikation mehrdimensionaler und transparenter gestaltet, sondern gewissermaßen auch zu einem etwas anderen Blickwinkel: Es geht darum, welcher Weinberg bewiesen hat, dass er Potenzial hat (Bewiesene Reputation) – und nicht darum, welches Potenzial ein Weinberg möglicherweise hat (reine Potenzialabschätzung der Gegebenheiten). So fügt sich das Potenzial des Weinbergs mit dem Können des Winzers/der Winzerin zu einer Einheit zusammen.

    Nun gilt es, die in den letzten Jahren erworbene Reputation und Einschätzung der VDP.ERSTEN LAGEN und VDP.GROSSEN LAGEN in eine Evaluierung einzubeziehen, diese fortlaufend weiterzuentwickeln und zu überprüfen. Hierzu zählt die historische Relevanz anhand von Relevanz-stiftenden Belegen, die Bedeutung & das Renommee einer Lage und die Einstufung ihrer Bonität durch Erzeuger:innen & Expert:innen, die ökonomische Relevanz durch die Analyse der Anerkennung und Sichtbarkeit der Weine im nationalen sowie internationalen Markt, die qualitative Relevanz aus nationalen & internationalem Blickwinkel der Weinkritik oder auch der Gastronomie sowie die Homogenität von Geologie, Klima und Topographie. Darüber hinaus hat jede Region die Möglichkeit, besondere regionalspezifische Kriterien einzubeziehen, die nachweislich zur Bonität einer Lage beitragen und wie die anderen Kriterien auf die Stärke einer Lage einzahlen.

    Der Austausch mit der internationalen Weinwelt bestätigt immer wieder aufs Neue, dass die VDP.Klassifikation sowie die Einstufung der Lagen ein hohes Maß an Anerkennung in der ganzen Welt hat. Der nun laufende Prozess verdeutlicht dies und überprüft gleichermaßen den Status Quo. In diesem Bewusstsein ist man überzeugt, dass viele Entscheidungen der letzten beiden Jahrzehnte bestätigt werden, wenn die Lagen der VDP.Mitglieder die Dokumentation durchlaufen. Doch kann es gleichzeitig sein, dass manche Weinberge ihre Stärke in den vergangenen 20-30 Jahren nicht in gleicher Weise bestätigen konnten, wie andere. Ferner ist es möglich, dass andere, neue Weinberge sich über die Zeit eine hohe Reputation erarbeitet haben, von Winzerinnen oder Winzern zum Leben erweckt wurden und heute einen festen Platz unter den renommiertesten Weinbergen Deutschlands haben. Auch das verdeutlicht den vollständigen Terroir-Gedanken, der die Persönlichkeit, den Erzeuger/die Erzeugerin in die Größe eines Weines bzw. eines Weinberges miteinbezieht und Zeichen dafür ist, dass ergänzend zu dem Potenzial des Weinbergs die daraus erworbene Reputation unter Beweis gestellt wird.

    Eine zeitgemäße Klassifikation verleiht eben keine Auszeichnungen bis in alle Ewigkeit. Ein jeder großer Wein und Weinberg stellt sich so selbstbewusst regelmäßig einer Evaluierung. Am Ende dient all das auch dazu, die von den VDP.Prädikatsweingütern in den letzten Jahrzehnten gemachten Erfahrungen und das Erreichte in einem nachvollziehbaren Prozess zum Gegenstand der Erörterungen der Weingesetzgebung und der Schutzgemeinschaften zu machen. Ganz in der Klassifikationstradition unserer erfahrenen Nachbarn. Natürlich muss sich jede Klassifikation logisch in den Aufbau und das Profil einer Herkunft einfügen. Alles und gerade auch der Unterbau, die Profilierung der ggA (geschütze geographische Angabe), aber auch Regional- und Ortsweine, werden noch einige Diskussionen erfordern, zu denen die Vertreterinnen und Vertreter des VDP gerne ihren Beitrag leisten. Ein steiniger Weg für den deutschen Wein, am Ende aber hoffentlich erfolgreich. Die VDP.Prädikatsweingüter blicken dem optimistisch entgegen.

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels

    Gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels

    Großer Erfolg der beiden ZukunftsweineVeranstaltungen im Remstal

    von Kai Wunner

    Robust, nachhaltig und umweltschonend – das sind die Eigenschaften der neuen Rebsorten, die sicherstellen, dass es auch in 100 Jahren noch Weinbau in unseren Breitengraden gibt. Und weil der bisher übliche Begriff pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) diese neuen Rebsorten nur unzureichend erklärt und außerdem für den Verbraucher wenig Charme mitbringt, bezeichnen wir sie als Zukunftsrebsorten oder Zukunftsweine.

    Um das Thema bei den Endverbrauchern und beim Fachpublikum besser bekannt zu machen, intiierte Barbara Singer vom Weingut Singer-Bader zwei Veranstaltungen. Das Event von Freitag, 10. Februar 2023 richtete sich an die breite Öffentlichkeit. Rund 120 Zukunftsweine von mehr als 50 Weingütern standen zur Verkostung bereit. Das Angebot wurde von mehr als 170 Weininteressierten begeistert angenommen, die sich diese Gelegenheit nicht entgehen ließen, die Zukunft des Weinbaus zu erleben und zu verkosten. Referenten waren Felix Hoffmann des Winzer-Netzwerks Zukunftsweine und Johannes Jäger, Bioland-Weinbauberater.

    Zukunftsweine probieren in der Glockenkelter – © Weingut Singer-Bader
    Gut besuchte Veranstaltung in der Glockenkelter – © Weingut Singer-Bader

    Am Montag, 13. Februar 2023 fand die Veranstaltung für Fachpublikum aus Weinhandel und Gastronomie statt. In Präsentationen von und Diskussionen mit Master of Wine Thomas Curtius, Sommelière Christina Schillinger und Anna Rummel vom Weincampus Neustadt wurden internationale und nationale Aspekte beleuchtet
    und Tipps für die Umsetzung in die Praxis erläutert.

    Winzerin und Initatorin der Veranstaltung Barbara Singer mit Master of Wine Thomas Curtius – © Weingut Singer-Bader
    Rund 120 Zukunftsweine von mehr als 50 Weingütern standen zur Verkostung bereit – © Weingut Singer-Bader

    Daneben fanden die gezeigten alternativen Verpackungen für Wein großes Interesse: Ob die XBO-Box von Anja Sistonen, das Ebb & Flow Keg von Philipp Neveling und Deandra Anderson oder die mobile Ausschankanlage von Firma Ebinger – alle Verpackungslösungen zeichnen sich durch Nachhaltigkeit aus.

    Warum müssen neue Rebsorten robust sein? Die Klimaveränderung führt zu immer geringeren Niederschlagsmengen. Auch wenn die Weinreben im Vergleich zu anderem Obst mit sehr wenig Wasser durchs Jahr kommen, ist vor allem in den
    Anfangsjahren zur Bewurzelung der jungen Stöcke Regen notwendig. Die mediterranen Temperaturen im deutschen Südwesten haben in den letzten 20 Jahren zunächst dazu geführt, dass vermehrt südländische Reben angebaut wurden.
    Bei Neupflanzungen stellt sich der Winzer immer die Frage, welche Sorte in den nächsten 30-50 Jahren erfolgreich ist. Erfolgreich – nicht vorrangig in der Vermarktung – sondern im Anbau.

    Pilzresistente Rebsorten sind noch eine Nische. Sie werden aber weiter an Bedeutung zunehmen im Zuge der Diskussionen um Nachhaltigkeit im Weinberg. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie vielfältig das Spektrum der Weine im Hinblick auf Aroma,Textur und Ausdruck heute schon ist. Und da geht in Zukunft sicher noch mehr.

    Thomas Curtius, Master of Wine
    Thomas Curtius, Master of Wine bei seinem Vortrag zu den Zukunftsweinen im in der Vinothek Weinkorb in Korb – © Kai Wunner
    Die Vinothek Weinkorb in Korbwar ein guter Ort, um Winzerfahrungen mit dem Fachpublikum zu Teilen. – © Kai Wunner

    Dabei geht es um Nachhaltigkeitsgedanken: Geringer Arbeitsaufwand durch aufrechtes Wachstum, keine Bewässerung durch Trockenstresstoleranz, wenige Durchfahrten mit dem Traktor zur Boden- und Ressourcenschonung, minimierter
    Pflanzenschutz zum Wohle des Lebensraums Weinberg. Bereits seit einigen Jahren hat das Weingut Singer-Bader einen Zukunftswein der Sorte Cabertin im Sortiment. Im Edelstahltank wartet nun ein Sauvignac auf seine Abfüllung. Weitere zwei Jahre wird es noch dauern, bis ein Souvignier Gris in die Flasche kommt. „In unserem Bioland Weingut stehen bereits auf drei von insgesamt 10 Hektar Piwi-Sorten aus der sogenannten zweiten und dritten Generation. Diese sind geschmacklich wahnsinnig gut. Dabei wurden Sorten wie Regent aus der ersten Generation revolutionär weiterentwickelt“, erklärt Julian Singer. Er und sein Team haben das 30-prozentige Bio-Anbau-Flächen-Ziel der Baden-Württembergischen
    Landesregierung bereits realisiert und hoffen auf viele Zukunftswein-Winzer-Kollegen in der Region.

    Youtube-Video zur Veranstaltung:

    Die Veranstaltungen wurden unterstützt durch die Bio-Muster-Region Rems-Murr-Ostalb, Bioland,
    Zukunftsweine GmbH, PIWI Deutschland und Remstal Tourismus.

    Zur WEINKORB Vinothek und zum Weingut Singer-Bader

    2018 haben sich die Winzerfamilien Singer aus Korb und Bader aus Stetten zusammengeschlossen.Das Weingut Singer-Bader bewirtschaftet zehn Hektar Rebflächen im Remstal. Mit dem Jahrgang 2020 wurde das Weingut bio-zertifiziert (Bioland). Nachhaltigkeit wird im Weingut großgeschrieben, was sich beispielsweise auch im Einsatz neuer und zukunftsorientierter Rebsorten, so genannter
    Zukunftsweine, zeigt. Weingut und Vinothek heben sich durch ihre außergewöhnliche Architektur und die Vielfalt der angebotenen Veranstaltungen ab.

    Seit 2022 ist das Weingut Mitglied bei Zukunftsweine.de, dem Gewinner des deutschen Nachhaltigkeitspreises 2022 und engagiert sich mit großen persönlichen Einsatz für die
    Zukunftsrebsorten.

    Weinkorb | Vinothek Korb

    Rosenstraße 1

    71404 Korb

    Deutschland

    Telefon: +49 (0) 7151 986 5707

    E-Mail: info@singer-bader.de

    Web: www.singer-bader.de

    Öffnungszeiten

    VERKAUF + DRIVE-IN

    Mo. – Fr.: 15-18 Uhr

    Sa.: 10-14 Uhr

    Weingut | Weingarten Stetten

    Albert-Moser-Str.100

    71394 Kernen-Stetten

    Do. – Fr.: 15-18 Uhr

    Mi.: Ruhetag

    Sa.: 10-14 Uhr

    Barbara Singer, geb. Bader, und Julian Singer – © Weingut Singer-Bader
    Das Team von Weingut Singer-Bader und und Weinkorb aus Korb und Stetten: Julian Singer, Gudrun Singer, Barbara Singer geb. Bader, Dominic Fuchs, Simon Hahn, Iris Bader. Robert Singer, Hans Bader – © Weingut Singer-Bader
  • 2022 klimatisch sehr gutes Jahr des Weingut Beurer

    2022 klimatisch sehr gutes Jahr des Weingut Beurer

    Ausblick nach den Wetterextremen 2022 – Nur gesunde Pflanzen und nährstoffhaltige Böden können standhalten, Bodenerosion verhindern und Kulturlandschaften erhalten

    von Jochen Beurer

    Das Weinjahr 2022 war ein klimatisch SEHR GUTES Jahr für uns WinzerInnen hier im Remstal. Wir hatten keinen Frost oder Hagel, dafür eine wunderbare Blüte und trotz der Hitze ausreichend Feuchtigkeit in den Weinbergen. Die Trauben waren stabil und wir konnten mithilfe unserer wunderbaren Lesemannschaft und unserem fantastischen Beurer-Team bis Ende Oktober gesunde und reife Trauben ernten. Wir sind sehr dankbar dafür.

    „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ – ist nicht nur Auftrag, sondern auch Tatsache der diesjährigen Aktion
    BROT FÜR DIE WELT. Wir haben kürzlich einen Vortrag deren Botschafterin Juliate Malakar über die verheerende Klimakrise in ihrem Heimatland Bangladesh gehört… sehr traurig und sehr beängstigend. Wir alle kennen diese Berichte aus vielen Ecken der Welt. Neu ist auch nicht, dass wir diese Extremerfahrungen wie Dürre, Landunter und Hitze direkt hier in
    Deutschland machen.

    Nach der Ahr-Katastrophe im vergangenen Sommer war die Unterstützung auch unter Weinbaubetrieben sehr groß, doch natürlich reicht das nicht aus. Gerade wir landwirtschaftlichen Betriebe haben die Aufgabe möglichst ressourcenschonend zu arbeiten und unsere Böden nicht zu unseren Gunsten auszunutzen, sondern diese Weinberge und Wiesen durch eine bedachte Bewirtschaftung gesund zu halten und für die Zukunft zu stärken. Nur gesunde Pflanzen und nährstoffhaltige Böden können Wetterextremen standhalten, Bodenerosion verhindern und Kulturlandschaften erhalten.

    Was wir dafür tun?

    Schon beim Bepflanzen unserer neuangelegten Weinberge steuern wir das spätere Wurzelwachstum unserer Reben. Eine enge Bepflanzung zwingt die Reben dazu sehr tief zu wurzeln. Feuchtigkeit ist in diesen tiefen Schichten noch ausreichend
    vorhanden und wir sind froh, dass wir unsere Weinberge nicht bewässern müssen. Durch die enge Bepflanzung steht der Rebe nur geringer Raum für deren Triebwachstum zur Verfügung. Dies hat zur Folge, dass die einzelne Pflanze nur wenig Holz, Blätter und Früchte zu versorgen hat und der Nährstoffgehalt in der Pflanze wesentlich größer ist als bei weitläufiger Pflanzung. Die Rebe ist dadurch gegenüber Krankheiten widerstandsfähiger und kann sich ausreichend selbst versorgen. Die Aussage, dass Biobetriebe generell mehr Spritzdurchgänge benötigen würden, ist bei uns definitiv
    nicht der Fall! Weinbau ist ganz klar eine Monokultur. Wir haben auch dieses Jahr Obstbäume mitten in unsere Weinberge gepflanzt, um Insekten und Vögel anzulocken und die Böden vielfältig zu durchwurzeln – Synergieeffekte entstehen. Und auch unsere Begrünungen in den Gassen sorgen für Biodiversität, gut durchwurzelte Böden, Humusbildung, Insekten- und Kleintierschutz. Wir mulchen diese Begrünung nicht, sondern lassen sie das ganze Jahr über stehen. Liebe Weinfreunde, Im Endeffekt können wir durch all diese Maßnahmen auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel komplett verzichten und notwendige Maschinenarbeiten auf ein Minimum reduzieren, um Ressourcen und CO2 einzusparen, während wir andererseits Raum für Insekten und Kleintiere ausweiten und die Fläche an Blattmasse enorm erhöhen.

    Außerdem könnten wir auch in Deutschland über sinnvollere Weinverpackungen nachdenken. Natürlich verwenden wir inzwischen leichtere Glasflaschen, um u.a. das Transportgewicht zu reduzieren, doch von der Akzeptanz der Alternativen
    – für den skandinavischen gehobenen Gastromarkt füllen wir inzwischen recycelbare 20-Liter Packs ab – sind wir hier in Deutschland ganz weit entfernt. Zugegeben, wir tun uns damit auch noch ziemlich schwer…

    Weingut Beurer

    Lange Straße 67
    71394 Kernen-Stetten i.R.

    Tel. 0049 (0) 7151 – 42190
    Fax. 0049 (0) 7151 – 41878

    info(at)weingut-beurer.de

    Öffnungszeiten

    Freitag 15 – 18 Uhr
    und nach telefonischer Vereinbarung.

    Wein im Rosenladen

    Gerne können Sie die Weine auch im Wein im Rosenladen kaufen.

    Lange Straße 18
    71332 Waiblingen

    ÖFFNUNGSZEITEN:
    Mittwoch & Samstag | 10 – 15 Uhr
    Donnerstag & Freitag | 15 – 20 Uhr

  • Weinbaubetriebe im Ländle werden immer größer

    Weinbaubetriebe im Ländle werden immer größer

    Landwirtschaftszählung 2020: Strukturdaten zum Weinbau

    von Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

    Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 verfügten 6 490 landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg über Rebflächen, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Davon waren 3 779 Betriebe im badischen Anbaugebiet ansässig und 2 711 Betriebe gehörten zum Anbaugebiet Württemberg. Insgesamt betrug die Rebfläche in Baden-Württemberg über 25 540 Hektar (ha), die sich auf die beiden Anbaugebiete Baden (14 950 ha) und Württemberg (10 590 ha) verteilte. Auf rund 6 % der Fläche erfolgte der Anbau nach ökologischen Kriterien.

    Dass auch im Weinbau der Trend zu größeren Strukturen besteht, wird an der durchschnittlichen Rebfläche je Betrieb deutlich, die im letzten Jahrzehnt von 2,9 auf 3,9 ha (+38 %) angestiegen ist. Der Zuwachs war insbesondere im Bereich der größeren Betriebe festzustellen. So lag die Wachstumsschwelle, ab der eine Zunahme der Flächen zu beobachten war bei zehn Hektar.

    Der größte Teil der Weinbaubetriebe (91 % in Baden; 85 % Württemberg) wird als Familienbetrieb bewirtschaftet, von denen rund 40 % im Haupterwerb geführt werden. Letztere sind jedoch für das Gros der Rebflächen verantwortlich (71 %) und befanden sich mit einer Flächenausstattung von 6,2 ha Rebfläche je Betrieb deutlich über dem Ergebnis der durchschnittlichen Nebenerwerbswinzer (1,7 ha).

    Obwohl in den Weinbergen immer noch viel Handarbeit notwendig ist, ist die Mechanisierung durch maschinellen Rebschnitt, Laubhefter und Traubenvollernter inzwischen gängige Praxis. Das wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäftigten in den Weinbaubetrieben aus, die 2020 bei 34 500 Personen (Baden 20 700; Württemberg 13 800) lag. Gegenüber 2010 bedeutete das eine Abnahme um 47 % und ist vor allem auf eine rückläufige Entwicklung bei den Familien- und Saisonarbeitskräften zurückzuführen. Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente oder Arbeitskräfteeinheiten (AK-E) fiel die Reduktion gegenüber 2010 (-15 %) moderater aus.

    Bei der Landwirtschaftszählung 2020 wurden die Familienbetriebe, bei denen die Inhaberinnen und Inhabern älter als 55 Jahre waren, nach der Hofnachfolge gefragt. Bei 3 100 Weinbaubetrieben und damit fast der Hälfte steht in den nächsten fünf bis zehn Jahren der Generationenwechsel an, wobei momentan bei gut einem Fünftel eine Nachfolge in Aussicht steht. Darunter streben auch 13 % weibliche Nachwuchswinzerinnen eine Betriebsübernahme an.

    Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

  • Die flüssige Quadratur des Kreises

    Die flüssige Quadratur des Kreises

    Spitzen-Lagrein aus Südtirol

    von Thomas Curtius MW

    Mir geht es mit Rebsorten wie mit Menschen. Ich liebe es, wenn ich ihnen an „ihrem“ Ort begegne. Dort, wo sie hingehören. Dort, wo sie quasi in sich ruhen und zugleich scheinbar mühelos zur Höchstform auflaufen. Denn dort sind sie auf jeden Fall einzigartig, oft faszinierend und manchmal sogar atemberaubend. Beispiele für diese Kombinationen gibt es zahlreiche. Riesling von der Mosel, Pinot Noir von der Cote d´Or, Blaufränkisch aus dem Burgenland, Shiraz aus dem Barossa, um nur einige zu nennen.

    Und auch beim Lagrein beim aus Südtirol ergeben Rebsorte und Lagen den „perfect match“. Ich habe Lagrein an verschiedenen Orten auf der Welt verkosten dürfen. Vor allem in Kalifornien und auch in Australien, wo in den Macedon Ranges, den Adelaide Hills und im King Valley hervorragende Beispiele erzeugt werden. Doch nirgendwo sonst bringt die Rebsorte jene Intensität, Feinheit und Tanninqualität hervor wie in ihrer Heimat Südtirol.

    Lagrein im Terroir Taberhof – © Kellerei Bozen

    Das ist sicherlich auf die einzigartigen Bedingungen zurückzuführen, die dieses Terroir ausmachen. Auch wenn Generalisierungen immer schwierig sind, haben sicher die vielen Sonnentage, die wärmende Ora und die kühlen Nächte entscheidenden Einfluss auf die Qualität. Die Trauben können voll ausreifen und behalten doch ihre Frische und elegante Frucht. Hinzu kommt die besondere Geologie und ein über die vergangenen Jahrzehnte optimiertes Weingarten- und Kellermanagement. Es hat Frucht und Struktur herausgearbeitet, aber zugleich die zupackenden Gerbstoffe gezähmt.

    Es gibt heute so viele individuelle, spannende bis hervorragende Lagrein-Weine, die auf den knapp 500 ha Rebflächen in Südtirol erzeugt werden. Die Spanne der talentierten Weinmacher reicht buchstäblich von A wie Andrian bis zu Z wie Zemmer. Deshalb fällt es schwer und es ist auch ein Stück unfair, einzelne Weine oder Erzeuger hervorzuheben.

    Muri-Gries: Kloster, Kellerei, Weingut in Bozen – © Muri-Gries KG, Fotografin Manuela Prossliner

    Auf meinem letzten Besuch in Südtirol im Oktober sind mir aber wieder einmal zwei Weine begegnet, die mich besonders beindruckt haben. Zum einen der Klosteranger 2015 Lagrein Riserva der Kellerie Muri-Gries. Der Wein stammt aus dem Herzen der altehrwürdigen Klosteranlage Muri-Gries. Ich hatte den Wein gleich zwei Mal im Glas. Einmal bei einer Verkostung im Rahmen des 10-Jährigen Jubiläums der Südtiroler Weinakademie, die ich geleitet habe. Zum anderen Mal bei einem entspannten Abendessen mit Freunden einen Tag später. Bei beiden Gelegenheiten hat mich der Wein auf unterschiedliche Weise gepackt.

    Der Klosteranger schafft für mich die Quadratur des Kreises. Er ist elegant, fokussiert und zeigt doch eine unglaubliche Intensität und Dichte. Er ist nicht laut, sondern hat die Präsenz und Tiefe, die Weltklasse-Weine auszeichnen. Reife Brombeeren sind mit wunderbaren Veilchen unterlegt. Schokolade, Erde, Kies und elegante Tabaknoten öffnen zusätzliche Dimensionen und kontrastieren wunderbar die Frucht. Feinmaschige Gerbstoffe geben Struktur. Das Finish ist lang, sehr präzise und hat einen feinen, mineralischem Ausklang. Bei unserem Abendessen hat mich zudem die wunderbare „Trinkigkeit“ des Klosterangers begeistert. Er begleitet, animiert, aber er drängt sich niemals in den Vordergrund. Schlichtweg superb.

    Klosteranger Lagrein Riserva – © Muri-Gries KG, Fotografin Manuela Prossliner

    Ebenfalls bemerkenswert, wenn auch von der Stilistik unterschiedlich, präsentierte sich der Taber Lagrein Riserva von der Kellerei Bozen. Auch er ein Ausnahmewein, der von bis zu 80 Jahre alten Rebstöcken stammt. Von ihm hatten wir dieses Mal zwar nicht den Jahrgang 2015 im Glas, dafür aber zwei andere spannende Jahrgänge: den 2017 und den 2010.

    Der 2017 Taber Riserva zeigte sich deutlich internationaler im Stil als der von mir etwas höher gewerteter Klosteranger: Fruchtbetonter, runder und damit ein Stück hedonistischer als sein klösterliches Pendant. Dennoch ernsthaft und sehr vielschichtig. Veilchen, dunkle Kirschen, Brombeeren, Blaubeeren unterlegt mit Zedernholz, Lakritz und Wacholder. Besonders gefallen hat mir das auf den Punkt extrahierte feinkörnige Tannin. Der Wein ist ebenfalls sehr lang und intensiv im Finish. Dabei fängt er jetzt gerade erst an, sich vollständig zu öffnen. Der 2010 Taber Riserva offenbarte eindrucksvoll, wie hervorragend Spitzen-Lagrein reifen kann. Reife Kirsche unterlegt von getrockneten Hagebutten, Sanddorn und etwas Humus. Die Tannine wunderbar gerundet und dennoch präsent. Ein Wein, der definitiv zum Essen genossen werden sollte. Klasse!!

    Mehr von Thomas Curtius zu lesen unter: www.thomas-curtius.com

    BIO:

    Thomas Curtius – MASTER OF WINE

  • Wein mit allen Sinnen erleben

    Wein mit allen Sinnen erleben

    Eine kleine Einführung in die Welt der Weinverkostung

    von Kai Wunner

    Egal ob es das erste Glas Wein ist das man probiert oder ob die trainierten Sinne eines Wein-Profis einen Bordeaux analysieren, das Erleben von Weinen ist immer eine subjektive Angelegenheit. Jemanden, der etwas nicht mag, den wird man nur schwer von einem erstklassigen Produkt überzeugen, selbst wenn es sich um eine Ausnahmequalität handelt. Es ist und bleibt in erster Linie reine Geschmackssache.

    Wer das Thema objektiver angehen möchte, dann stellen sich erstmal folgende Fragen:

    Was sind die Reize die den Sinnen im Weinglas beim Probieren begegnen?

    Wie wird versucht, diese Wahrnehmung zu vereinheitlichen, um Subjektives objektiver erscheinen zu lassen?

    Hier der Versuch einen einfachen ersten Einblick in die Grundlagen, wie man Wein erlebt, und in welcher Reihenfolge die Sinne dabei ins Spiel kommen, zu gewähren.

    Weinverkostung – © Deutsches Weininstitut (DWI)

    Wein probieren

    Egal ob Anfänger oder Profi, der Zugang zu Wein wird über die Sinne erfahren. Mit dem Auge, der Nase und den Geschmacksinnen im Gaumen werden Reize wahrgenommen, die dann durch folgern und analysieren ein Gesamtbild abgeben. Der menschliche Verstand verfügt über ein probates Mittel viele verschiedene Sinneseindrücke, auf einmal einzuschätzen – die Intuition. Meist ist der erste Eindruck, Einschätzung oder Gefühl zutreffend. Selbst der Laie erkennt ihm ersten Moment, schmeckt oder schmeckt nicht, basierend auf den gemachten Erfahrungen. Die Intuition ist aber geprägt von den abgespeicherten Erfahrungen aus der Vergangenheit.

    Um sich darüber hinaus zu entwickeln, gibt es nur einen Weg, und der heißt probieren, probieren, probieren. Durch die Erfahrung des Verkostens von immer mehr unterschiedlichen Weinen wächst die Erfahrung und die Sinne werden geschärft. Ein Top-Sommelièr braucht, zusätzlich zu einer gewissen Begabung, die Übung des ständigen Verkostens. Die Leistung der Top-Profis schätzt man umso mehr, wenn man sich erst mal auf den Weg des Probierens begeben hat. Die beste Unterstützung dabei ist eine strukturierte Vorgehensweise, nach der kontinuierlich vorgegangen wird:

    Schau Dir den Wein an und bewerte den optischen Eindruck.


    Rieche den Wein und identifiziere Aromen und deren Wirkung.


    Schmecke den Wein von der Zungenspitze bis zum Abgang.

    Ordne die Erfahrungen ein und setze sie in Beziehung zueinander. Die Wahrnehmung eines Weines ist immer ein subjektives, komplexes Thema und muss durch Üben trainiert werden.

    Optische Bewertung

    Bei der Betrachtung des Weines helfen natürliches Licht und ein weißer Hintergrund. Welcher zur Not auch ein weißes Blatt Papier sein kann. Folgende Kriterien können dann nach Schemata bewertet werden, die von verschiedenen Weininstitutionen im Netz zu finden sind.

    Wein betrachten © Deutsches Weininstitut (DWI)

    Farbtöne und deren Intensität und Klarheit.

    Beispielhafte Farben für Weißwein: Glanzhell, strohgelb, Zitronengelb, Goldgelb, Altgold und Bernsteingelb.

    Beispielhafte Farben für Rotwein: Schwarzrot, Rubinrot, Kirschrot, Purpurrot, Ziegelrot, Granatrot.

    Die Viskosität gibt Aufschluss über den Alkoholgehalt. Beim Schwenken des Glases deuten langsamer laufende Schlieren (Tränen) auf mehr Alkohol hin. Dies wird durch die Oberflächenspannung des Weins ausgelöst.

    Youtube-Video: Weinfarben enstschlüsseln (englisch!)

    Aromen erkennen

    Beim Geruch des Weines geht es um das Identifizieren von Aromen. Das Riechvermögen von Menschen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt, aber erneut gilt der Grundsatz: Übung macht den Meister. Es geht darum den Duft des Weines bekannten Aromen zuzuordnen. Dabei unterscheidet man in primäre, sekundäre und tertiäre Aromen.

    Die primären Aromen kommen aus der Beere und sind meist blumig und fruchtig. Die sekundären Aromen werden bei der Gärung vor allem von Hefen und Bakterien verursacht und riechen dann zum Beispiel nach Hefe, Teig, Butter, Brot, Leder, Käse, Pfeffer und mehr. Bei den Tertiäraromen wird es dann am spannendsten, sie entstehen erst bei der Reifung eines Weins und verleihen ihm Komplexität. Beispiele dafür sind balsamische, Holz-, und Reifearomen. Aber ebenso können würzige Noten, Waldboden, Teer, Lakritze und Schokolade tertiäre Aromen sein.

    Der Wein richt nicht überall gleich im Glas. Man bewegt die Nase über dem Glas hin- und her und vergleicht außerdem höher und tiefer im Glas.

    Glücklicherweise gibt es für die Aromen beim Wein Hilfestellung wie Aromaräder und weitere Übersichten. Einfach im Netz zu finden und sehr hilfreich am Anfang um die Aromen zu identifizieren. Mit dieser Hilfestellung und fleißigem Üben wird sich das Empfinden der Nase entwickeln.

    Wein erschnuppern – © Deutsches Weininstitut (DWI)m

    Galerie: Beispiele für Weinaromen von Rebsorten

    Wein schmecken

    Mit dem ersten Schluck kommt dann der interessanteste Teil der Weinbewertung, das Schmecken. Im Vergleich zu den Aromen ist Geschmack nicht ganz so vielfältig, lediglich fünf verschiedene Geschmacksrichtungen kommen zum Tragen. Süß, sauer, salzig, bitter und umami sind das, was vor allem die Geschmacksknospen auf der Zunge erkennen erkunden. Bei jedem Schluck Wein wird man unterschiedliches erleben, Süße an der Zungenspitze, Säure die den Mund wässrig macht, Tannine die den Mund austrocknen oder die Wärme von Alkohol.

    Die einzelnen Eindrücke zu erkennen, die Vermischung der Geschmäcker wahrzunehmen und die Wahrnehmungen von der Zungenspitze bis zum Abgang im Rachen zu einem Gesamteindruck zusammenzuführen ist das Anspruchsvollste beim Probieren von Wein.

    Notizen helfen – © Deutsches Weininstitut (DWI)

    Eine große Hilfe dabei sind Verkostungsnotizen. Egal ob im Notizbuch oder auf den Formularblättern der Vorlagen aus dem Internet, Notizen helfen unterstützen einen sich an Weinerlebnisse zu erinnern und nützen bei der nächsten Bewertung.

    Ziel ist es letztlich eine Aussage über Qualität, Trinkreife und das Reifungspotential zu treffen. Diese Kunst zu Erlernen, ist aber ein langer, mühsamer Weg, der nur die besten nahe an die Perfektion heranbringt. Für den Laien ist es dessen ungeachtet eine tolle Erfahrung, sich den möglichen Weg anzuschauen und erste Schritte in diese Richtung zu wagen.

    Für neues offen sein

    Wie eingangs schon erwähnt, schafft es unsere Intuition, auf einen Schlag einen Eindruck und eine persönliche Bewertung zu erstellen, die für einen subjektiv meist sehr zutreffend ist. Mit der vorgestellten Herangehensweise, den Informationen und Methoden wird sich das Weinerlebnis erweitern und sich möglicherweise neue Horizonte öffnen. Weine die anfänglich nicht geschmeckt haben, erfahren mit der Zeit eventuell eine neue Bewertung und Bekanntes kann durchaus auch den alten Reiz verlieren.

    Wer sich tiefer in das Thema einlesen möchte findet hier noch ein paar Tipps,die jedoch keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit beanspruchen.

    Jens Priewe: Wein — die große Schule

    Madeline Puckette, Justin Hammack: Der ultimative Wein-Guide
    Die beiden sind übrigens die Köpfe hinter dem preisgekrönten Wein-Blog Winefolly.com, mit vielen interessanten Infografiken.

    BIO:

    Kai Wunner, Unternehmer im Einzelhandel, 52 Jahre,

    Kommt aus Stuttgart und seine beiden großen Hobbies sind Wein und Golf. Seit seiner Ausbildung zum dualen Betriebswirt im Einzelhandel dem Thema Wein verbunden und dieses ist immer im Herzen gebleiben, auch wenn sich das Sortiment in seinen Einzelhandelsbetrieben mittlerweile der Versorgung von Tieren aller Art widmet. Seine Artikel sollen einen einfachen Zugang zum Thema Wein ermöglichen, ohne den Anspruch des großen Experten zu erheben. Er ist Mitgründer des 2013 entstandenen Online-Golfmagazins GolfSTR. Mit WineSTR wird das Konzept nun auf den Wein übertragen. So soll eine regionale Community für Weinliebhaber entstehen in der Metroplregion Stuttgart und gerne darüber hinaus entstehen.

    Mit dem WineSTR CLUB soll eine Gemeinschaft entstehen die gemeinsamen Spaß und Vorteile für die Mitglieder schaffen soll.

  • 2020 ein gutes Jahr für den deutschen Wein?

    2020 ein gutes Jahr für den deutschen Wein?

    Was für einen guten Jahrgang wichtig ist

    von Kai Wunner

    Das Deutsche Weininstitut informiert jährlich über die Qualität und Menge des Weines in Deutschland. Hier sind die Informationen für 2020:

    Der Weinjahrgang 2020 hat hierzulande sehr gute Qualitäten und eine leicht unterdurchschnittliche Erntemenge von bundesweit geschätzten 8,6 Millionen Hektolitern hervorgebracht. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, haben die deutschen Weinerzeuger dank des sonnigen und trockenen Spätsommers hochreife und sehr gesunde Trauben geerntet, die zudem im Rotweinbereich perfekt ausgefärbt waren. Entsprechend aromatisch und ausgesprochen fruchtig präsentieren sich bereits die ersten Weißweine im Fass und die Rotweine zeigen großes Potenzial.

    Der Sommer im September hat die Weinernte aber auch sehr beschleunigt. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von oftmals weit über 25 Grad Celsius sind die Zuckergehalte in den Trauben schnell angestiegen, so dass viele Sorten gleichzeitig die Lesereife erreicht hatten. Geerntet wurde häufig in den frühen Morgenstunden oder auch nachts, um die Trauben möglichst kühl in den Keller zu bekommen. In vielen Betrieben war die diesjährige Weinlese bereits nach drei bis vier Wochen abgeschlossen. Einige Winzer lassen aber auch noch Trauben hängen, da sie auf die Bereitung von Beeren- oder Trockenbeerenauslesen spekulieren, denn der Jahrgang bietet gute Chancen für diese edelsüßen Spezialitäten. 1 Quelle Deutsches Weininstitut

    Diese aktuellen Informationen führen einen direkt zu dem Thema, was ein guter Jahrgang eigentlich bedeutet. Eine kleine Übersicht soll helfen, das Verständnis dafür zu wecken.

    Welche Faktoren sorgen für einen guten Jahrgang?

    1 . Das Klima

    Wie das Klima für einen guten Jahrgang sorgt:

    • Ein kalter Winter, gibt der Rebe Erholung.
    • Ordentlich Regen zu Beginn des Frühjahrs, bringt den Böden viel Wasser.
    • Ein warmes spätes Frühjahr, gibt der Rebe Kraft zum Austreiben.
    • Leichter Wind nach einem Sommerregen trocknet die Laubwand.
    • Der Spätsommer sollte trocken und und nicht zu heiß sein.
    © Kai Wunner

    Schädlich sind Extrem-Wetter wie Frost und Hagel, die sogar noch Auswirkungen auf das Folgejahr beim Wachstum der Reben haben können. Insbesondere um die Eisheiligen herum kann der Frost ganze Ernten zerstören. Aber auch Gewitterstürme mit Hagel können im Sommer ganze Ernten vernichten.

    2. Der Schnitt und die Pflege des Weinstocks

    Schnitt und Pflege tragen während des Jahrs ebenso einen großen Anteildazu bei, ob ein gutes Weinjahr ein besonderes werden kann. Der Schnitt nach dem Jahreswechsel prägt den Wuchs des Weins. Der alte Trieb aus dem Vorjahr wird abgeschnitten und nur ein junger Trieb bleibt stehen. Aus diesem werden im neuen Jahr die Trauben wachsen. Die ungefähre Menge an Trauben, die an einem Stock wachsen, kann so gesteuert werden. Weniger bedeutet beim Wein mehr! Kleine Mengen Trauben an einem Stock sorgen für intensiveren Geschmack. Das Ganze wird vom Winzer bis zur Ernte mit weiteren Maßnahmen zur Qualitätssteuerung über das Jahr hinweg begleitet. Ab der Lese liegt es am Winzer, im Keller das Optimum aus den Trauben herauszuholen.

    Rebschnitt
    © Deutsches Weininstitut (DWI)

    Was zeichnet gute Jahrgänge aus?

    Weißwein jung: Perfekte Harmonie von Frucht, Frische und feiner Säurestruktur.

    Weißwein kräftig: Langes Reifepotential, intensiver Duft, dunkle, goldene Farbe.

    Rotwein leicht: Volles Fruchtaroma, vergleichsweise dunkler in der Farbe, kräftiger Duft.

    Rotwein schwer: Tiefdunkle Farbe, hoher Tanningehalt, hoher Alkoholgehalt, warme Fruchtaromen, enorm langes Reifepotential.

    Weine aus guten Jahrgängen können von langer Reife profitieren. Bei Weißweinen können das 5-10 Jahre und bei Rotwein 10-20 Jahre sein.

    Beispiele für besonders gute Jahrgänge der letzten Dekade

    Deutschland:
    2011
    2012
    2019

    Italien:
    2010
    2015
    2018

    Frankreich:
    2012
    2015
    2018

    Spanien:
    2010
    2013
    2016

    Einen guten Jahrgang gereift zu trinken ist ein besonderes Vergnügen. Es lohnt sich nach Händlern zu suchen, die auch gereiftere Weine anbieten. Viel Spaß dabei!

    BIO:

    Kai Wunner, Unternehmer im Einzelhandel, 52 Jahre,

    Kommt aus Stuttgart und seine beiden großen Hobbies sind Wein und Golf. Seit seiner Ausbildung zum dualen Betriebswirt im Einzelhandel dem Thema Wein verbunden und dieses ist immer im Herzen gebleiben, auch wenn sich das Sortiment in seinen Einzelhandelsbetrieben mittlerweile der Versorgung von Tieren aller Art widmet. Seine Artikel sollen einen einfachen Zugang zum Thema Wein ermöglichen, ohne den Anspruch des großen Experten zu erheben. Er ist Mitgründer des 2013 entstandenen Online-Golfmagazins GolfSTR. Mit WineSTR wird das Konzept nun auf den Wein übertragen. So soll eine regionale Community für Weinliebhaber entstehen in der Metroplregion Stuttgart und gerne darüber hinaus entstehen.

    Mit dem WineSTR CLUB soll eine Gemeinschaft entstehen die gemeinsamen Spaß und Vorteile für die Mitglieder schaffen soll.