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  • Newcomer und alte Hasen, Teil 3

    Newcomer und alte Hasen, Teil 3

    Ein weiterer Blick in die „zweite Reihe“ im Remstal

    von Martin Rieg, (Albert Weinstein)

    Die zweite Reihe? Klar, das klingt zunächst nicht schmeichelhaft. Ein genauerer Blick auf eine Handvoll sehr interessanter Betriebe im Remstal und in Stuttgart lohnt aber mehr denn je.

    Zunächst wieder die Begriffsklärung. Wer oder was ist eigentlich die „zweite Reihe“? Sagen wir so: Winzer und Wengerter in der „zweiten Reihe“, haben zwar durchaus lokale Bekanntheit und Wertschätzung erlangt und sind auch bei Weinführern wie Eichelmann und Co. gelistet, Sie zählen dort aber (noch) nicht zu den Spitzenbetrieben.

    Kurz vor dem Sprung an die Spitze befindet sich das Weingut Siegloch. Kürzlich wurde der Betrieb von Marcus Hofschuster in dessen renommierten Weinblog „WeinPlus.de“ als „Entdeckung des Jahres 2021“ geadelt. Durchaus zurecht, wie ich finde! Grund genug das WineSTR-Partnerweingut nach dem Vorstellungsbeitrag nochmals unter die Lupe zu nehmen und einige Weine mit einem überragenden Preis-Genussverhältnis vorzustellen.

    Weingut Siegloch – Winnenden

    Die Remstal-Revoluzzer Markus und Davis Siegloch – © Weingut Siegloch

    Die Remstal-Revoluzzer

    „Wir haben erstmal alles umgekrempelt“, beschreibt David Siegloch die Situation als er und sein Bruder Markus 2013 das elterliche Weingut übernommen haben. Das galt nicht nur für den Namen als aus dem sperrigen Siegloch-Klöpfer einfach nur Siegloch wurde. Schwerer als die Namensänderung war dann der konsequente Weg, den die Brüder beschritten, um ihre Vorstellungen vom Weinbau umzusetzen. Ihr Leitspruch dabei: „Wein von hier und Wein wie wir“ ist dabei mehr als Betriebs-Philosophie denn als bloßer Werbeslogan zu verstehen.

    Aus den Weinbergen und ihren Eigenheiten das Maximale herausholen und dabei die jeweiligen Voraussetzungen optimal in die Weine integrieren. Bei den Sieglochs sind diese Vorrausetzungen sehr unterschiedlich gelagert. Zum Weingut gehören kühle Lagen in Winnenden, die zu den höchsten Weinbergen Deutschlands gehören, auch Weinberge direkt am Neckar im „Cannstatter Zuckerle“.  Die steilen Parzellen am Neckar verfügen über maximale Sonneneinstrahlung und ein fast mediterranes Kleinklima. Die Höhenlagen in Breuningsweiler sind dagegen im klassischen Sinn „Cool Climate-Lagen“. Beides erfordert eine völlig andere Herangehensweise in der Weinbergsarbeit und schlägt sich auch im Rebenspiegel nieder. In Cannstatt mußten die Trollinger-Reben längst wärmeliebenden Sorten wie Syrah und Cabernet Franc weichen. In In den Breuningsweiler Höhenlagen wachsen Riesling, Weissburgunder und Sauvignon Blanc. Diese weißen Sorten bringen frische und elegante Weine hervor und mögen es eher kühler, Ausserdem wachsen hier auch noch tief verwurzelte, alte Trollinger-Reben die – stark ertragsreduziert – aus der Sorte das Beste herausholen.

    Die meisten Weine der Sieglochs sind unfiltriert und ignorieren spontan vergoren gewohnte Geschmackserwartungen. Der aufmerksame Genießer wird mitunter ungläubig staunen, welche Rebsorte da tatsächlich im Glas ist. Eine Besonderheit der Sieglochs und Beweis für ihr ganz eigenen Vorstellungen vom Wein ist es, auf die klassische deutsche Klassifizierung komplett zu verzichten und einfach alle Weine als Landweine zu kennzeichnen. Allerdings hat dieses bewusste down-grading, dass etwas an die „Super-Tuscans“ der 80er Jahre erinnert, durchaus System:
    Die Sieglochs setzen einfach ihr eigenes Qualitätssystem ein und strukturieren so ihr Sortiment stringent durch. 4/4 beschreibt dabei die einfachen Literweine, Ungefähr auf dem Niveau eines Gutsweines sind die Basis-Weine zu verorten. An der Spitze der Siegloch-Qualitätspyramide stehen Weine aus der Vogelfrei und Vogelfrei Reserve Linie. Das sind sozusagen die Ersten und Großen Gewächse der umtriebigen Brüder.

    Bestseller Lemberger

    Für besondere Furore und ungläubiges Kopfschütteln in manchen Weinforen sorgte jüngst der 2019er Lemberger Landwein, trocken aus der Basislinie.

    Der Wein erhielt vom Verkostungspapst Marcus Hofschuster, der mit seinem Online Portal „WeinPlus.de“ eine riesige Reichweite hat, sensationelle 87 Punkte. Und das bei einem Preis von 7.20 EUR. Kein Wunder das der Wein in kürzester Zeit ausverkauft war. Inzwischen ist der 2020er im Verkauf und präsentiert sich als würdiger Nachfolger des Bestsellers.
    Der Wein wirkt zunächst noch verschlossen und etwas grün. Viel Luft tut ihm gut. Also entweder karaffieren oder einfach einen Tag vor dem Genuss öffnen, einen Schluck abtrinken und wieder verschließen. Dann offenbart der Wein seine ganze Aromenpracht in der Nase und eine enorme Würze am Gaumen. Der Basis-Lemberger wirkt – trotz seiner kraftvollen Art – durch das sortentypische schöne Säurespiel angenehm frisch im Abgang. Klare Kaufempfehlung!

    #kabigehtimmer

    Das „Kabi“ immer geht, ist inzwischen unter dem gleichlautenten Hashtag ein geflügeltes Wort unter Weinfreunden. Und der „Kabi“ Vogelfrei – der der Sieglochschen Logik folgend natürlich kein Kabinett ist, sondern „nur“ ein Landwein – geht wahrlich immer. Er bringt einen herrlichen Aprikosenduft in die Nase und eine angenehme, mit mineralischen Tönen ausbalancierte dezente Fruchtsüße ins Glas, die zumindest bei mir den unwiderstehlichen Willen nach dem nächsten Schluck auslöst. Kabinett der keiner ist und doch alles mitbringt was ein „Kabi“ bieten muss. Wem das zu kompliziert ist. Einfach probieren, dann wisst ihr was ich meine.  Ach ja: Hofschuster vergab für den 2020er 88 Punkte.

    © Carolina Uribe-Kaufmann (www.uribefoto.de)

    Die DNA – Serie

    Die Weine aus der neuen DNA-Serie spiegeln das wider, was bei Sieglochs wichtig ist: der Mut neues auzuprobieren in Kombination mit einem unglaublich hohen Qualitätsanspruch. Die Müller-Thurgau-, Muskateller- und Rieslingtrauben sind auf der Maische vergoren. Die Weißweintrauben werden (wie beim Rotwein) auf der Maische mit der Beeren-schale vergoren.

    Die Reserve-Weine

    Neben diesen preiswerten Einsteigerweinen sind sie Reserveweine, wie erwähnt die Qualitäts-Flaggschiffe der Sieglochs, absolut empfehlenswert. Besonders der inzwischen am Beginn seiner optimalen Reife stehende, ungemein komplexe Lemberger Reserve 2018 ist eine sichere Investition und wird sicherlich noch bis zum Ende des Jahrzehnts eine schöne Entwicklung durchlaufen. Bereits jetzt duftet er herrlich nach tiefgründigen Waldbeeren mit etwas Kirschfrucht. Im Mund eine sehr dichte „maulfüllende“ Struktur mit markanten Tanninen. Die wirken aktuell noch etwas ungestüm, entwickeln aber rasch mit etwas Luft herrlich samtige Facetten. Ein Wein zum Einlagern.

    Ebenso wie der weiße Burgunder, der mich an einen komplex ausbalancierten, mineralischen Chardonnay aus dem Burgund erinnert und doch ein waschechter Remstäler ist. Diese Weine haben ihren Preis, sind aber aufgrund der Qualität immer noch Schnäppchen.    

    SIEGLOCH WEINGUT

    Albertviller Straße 51
    71364 Winnenden
    info@weingut-siegloch.de
    www.weingut-siegloch.de
    Tel. +49 7195 177120

    Noch mehr aus der „zweiten. Reihe“ gibt es hier in Kürze. Dann im Fokus das Weingut Sterneisen in Remshalden. Für Albert der Senkrechtstarter-Newcomer-Garagenwein-Betrieb schlechthin .

    Hier geht es zu ersten Teil. Dort im Fokus: Die Weingüter ESCHER und SCHWARZ.

    Hier geht es zum zweiten Teil. Dort im Fokus: Das Weingut SINGER-BADER

    Bio:

    Martin Rieg aka Albert Weinstein

    Meine Name ist Albert. Also eigentlich Martin, Ich trinke leidenschaftlich gerne Wein.

    Irgendwie wurde ich daher zum Weinberater für viele Freunde und Bekannte. Und irgendwie schreibe ich ganz gerne. Weine bewerte ich grundsätzlich mit meinem eigenen, völlig subjektiven, für Profis völlig unsinningen Bewertungssystem. Das wende ich übrigens schon seit Jahren auf Weinproben an und habe damit manchen Händler in den Wahnsinn getrieben. Ich finde aber das es funktioniert, Schließlich ist alles relativ:auch das Weintrinken. Viel Spaß damit.

    Kennt ihr Weingüter von denen Ihr findet sie sind „im kommen“? Mich faszinieren besonders Betriebe, die interessante, individuelle Weine zu vernünftigen Preisen bieten. Schreibt mir: mr@winestr.de

    Martin Rieg aka Albert Weinstein – © MR

  • Newcomer und alte Hasen, Teil 2

    Newcomer und alte Hasen, Teil 2

    Ein weiterer Blick in die „zweite Reihe“ im Remstal

    von Martin Rieg, (Albert Weinstein)

    Die zweite Reihe? Klar, das klingt zunächst nicht schmeichelhaft. Ein genauerer Blick auf eine Handvoll sehr interessanter Betriebe im Remstal und in Stuttgart lohnt aber mehr denn je.

    Zunächst wieder die Begriffsklärung. Wer oder was ist eigentlich die „zweite Reihe“? Sagen wir so: Winzer und Wengerter in der „zweiten Reihe“, haben zwar durchaus lokale Bekanntheit und Wertschätzung erlangt und sind auch bei Weinführern wie Eichelmann und Co. gelistet, Sie zählen dort aber (noch) nicht zu den Spitzenbetrieben. Nichts desto trotz, schaffen es bei renommierten Wettbewerben immer wieder Weine von diesen Betrieben überragende Platzierungen zu erzielen. Interessant ist das nicht nur Qualitativ, sondern auch im Hinblick auf das Preis-Genussverhältnis. Das ist bei einigen Weinen geradezu sensationell. Ein genauer Blick lohnt also durchaus.

    Weingut Singer-Bader, Korb

    Barbara und Julian Singer – © Singer-Bader

    Zusammen. Gewachsen. So titulieren Barbara und Julian Singer auf Ihrer Webseite. Beide stammen aus Winzerfamilien mit einer 500-jährigen Weinbautradition die durch die Heirat von Barbara (Bader) und Julian (Singer) zu einem Betrieb zusammengewachsen sind. Das war aber erst der Anfang.

    Ein gut sichtbares Statement für den Aufbruch in eine neue Ära ist der „WEINKORB“, die Vinothek des Weingutes in Korb. Dort lassen sich in einer angenehm durchgestylten Atmosphäre nicht nur die Weine verkosten sondern (zumindest in normalen Zeiten) auch gesellige Stunden verbringen.

    Überhaupt spielt eine ansprechende Gestaltung eine große Rolle beim Auftritt des Weingutes. Die Weine von Singer-Bader sind in eigens designte Schlegelflaschen abgefüllt und das markante Logo findest sich nicht nur an der Fassade des WEINKORBS sondern natürlich auf den Etiketten der Weine.

    Singer / Bader kann aber nicht nur schön, sondern auch ganz schön gut. Und seit 2020 auch BIO. Das Weingut ist Mitglied bei Bioland und folgt den entsprechenden Vorgaben. Passend zu dieser Philosophie beschäftigten sich die rührigen Winzer auch mit PIWI-Sorten. Das sind pilzresistente Neuzüchtungen die den Einsatz entsprechender Spritzmittel überflüssig machen.

    Besonders der STEINREINACHER CABERTIN steht hoch in der Gunst der Kunden und auch auf professioneller Ebene schlägt der Wein ein. Beim eigens für PIWI-Sorten ausgerichteten Internationalen PIWI-Weinpreis der 2020 zum 10. Mal ausgerichtet wurde, konnte der 18er CABERTIN 91 Punkte und eine Goldmedaille erringen. Der letzte Jahrgang Wein war auch schnell ausverkauft. Der neue Jahrgang 19 wurde aber kürzlich abgefüllt und ihr findet demnächst eine Rezession darüber in der Albert-Weinstein Rubrik, da mich der Wein in Sachen Preis-Genussverhältniss bislang absolut überzeugt hat.

    Steht hoch in der Gunst der Kunden:
    Der STEINREINRACHER CABERTIN

    Auch bei den traditionellen Rebsorten kann Singer – Bader punkten. Eine Albert-Weinstein Empfehlung ist sicherlich der STETTENER LEMBERGER, der mit seiner tiefroten Farbe und komplexen Aromen nach Brombeeren, dunklen Kirschen Lust auf den nächsten Schluck macht. Am Gaumen zeigt sich der Wein vollmundig und kräftig und mit angenehmen Säurespiel.

    Wer es eher international mag, sollte sich den KORBER CABERNET, eine geradezu opulente Rotwein-Cuvee aus Cabernet-Franc und Cabernet Sauvignon, nicht entgehen lassen. Der im Moment im Verkauf befindliche Jahrgang 2016er zeigt sich vollmundig und kräftig mit den typischen Cabernet-Aromen nach Chassis, grüner Paprika und einem deutlichen Raucharoma. Ein Wein der bei einer Blindverkostung sicherlich den einen oder anderen Weinkenner mit seiner Württemberger Herkunft (positiv) überraschen würde und mit seinen 10,80 EUR auch einen schwabenfreundlichen Preis bietet.

    WEINGUT SINGER-BADER
    WEINKORB | VINOTHEK

    Rosenstraße 1
    71404 Korb
    info@singer-bader.de
    www.singer-bader.de
    Tel. +49 7151 9865707

    Der WEINKORB, die Vinothek von Singer – Bader in Korb (C) Singer-Bader

    Noch mehr aus der „zweiten. Reihe“ gibt es hier in Kürze. Dann im Fokus das Weingut Sterneisen in Remshalden. Für Albert der Senkrechtstarter-Newcomer-Garagenwein-Betrieb schlechthin .

    Hier geht es zu ersten Teil. Dort im Fokus: Die Weingüter ESCHER und SCHWARZ.

    Bio:

    Martin Rieg aka Albert Weinstein

    Meine Name ist Albert. Also eigentlich Martin, Ich trinke leidenschaftlich gerne Wein.

    Irgendwie wurde ich daher zum Weinberater für viele Freunde und Bekannte. Und irgendwie schreibe ich ganz gerne. Weine bewerte ich grundsätzlich mit meinem eigenen, völlig subjektiven, für Profis völlig unsinningen Bewertungssystem. Das wende ich übrigens schon seit Jahren auf Weinproben an und habe damit manchen Händler in den Wahnsinn getrieben. Ich finde aber das es funktioniert, Schließlich ist alles relativ:auch das Weintrinken. Viel Spaß damit.

    Kennt ihr Weingüter von denen Ihr findet sie sind „im kommen“? Mich faszinieren besonders Betriebe, die interessante, individuelle Weine zu vernünftigen Preisen bieten. Schreibt mir: mr@winestr.de

    Martin Rieg aka Albert Weinstein – © MR

  • Newcomer und alte Hasen

    Newcomer und alte Hasen

    Ein Blick in die „zweite Reihe“ im Remstal und Stuttgart

    von Martin Rieg, (Albert Weinstein)

    Die zweite Reihe? Klar, das klingt zunächst nicht schmeichelhaft. Ein genauerer Blick auf eine Handvoll sehr interessanter Betriebe im Remstal und in Stuttgart lohnt aber mehr denn je.

    Zunächst eine Begriffsklärung. Wer oder was ist eigentlich die „zweite Reihe“? Sagen wir so: Winzer und Wengerter in der „zweiten Reihe“, haben zwar durchaus lokale Bekanntheit und Wertschätzung erlangt und sind auch bei Weinführern wie Eichelmann und Co. gelistet, Sie zählen dort aber (noch) nicht zu den Spitzenbetrieben. Nichts desto trotz, schaffen es bei renommierten Wettbewerben wie dem Meininger oder dem VINUM Rotweinpreis, immer wieder Weine von diesen Betrieben überragende Platzierungen zu erzielen. Interessant ist das nicht nur Qualitativ, sondern auch im Hinblick auf das Preis-Genussverhältnis. Das ist bei einigen Weinen geradezu sensationell. Ein genauer Blick lohnt also durchaus.

    Der Korber Kopf im Dezember. Auch das Weingut Escher besitzt hier Reben – © MR

    Weingut Escher, Schwaikheim

    Das Weingut Escher ist wahrlich kein Geheimtipp mehr. Spätestens als Christian Escher 2014/15 von der DLG als Vize-Jungwinzer des Jahres ausgezeichnet wurde war klar, dass künftig beachtliches aus Schwaikheim kommen könnte.
    Wobei in Schwaikheim gar keine Reben wachsen, sondern sich die rund 65.000 Rebstöcke der Eschers in Neustadt, Hertmannsweiler, Hanweiler, Steinreinach, Korb und sogar jenseits der Rems in Stetten finden. Seit 2019 wurde das Weingut vom Weinführer Eichelmann kontinuierlich mit als „hervorragendes Weingut“ mit 4 von 5 Sternen ausgezeichnet.

    Die Weine von Escher wurden auch immer wieder prämiert und ausgezeichnet. 2017 belegte der 2015er Zweigelt Goldreserve den 1. PLATZ in der Kategorie „NEUZÜCHTUNGEN“ beim renommierten deutschen Rotweinpreis der Zeitschrift „VINUM“. Und der 2019er Sauvignon Blanc Goldlage erreichte bei der falstaff SAUVIGNON BLANC TROPHY beachtliche 91 Punkte.

    Ein Coup den die Eschers jetzt noch toppen konnten. In der Winter-Ausgabe des falstaff (Dez – Feb) erreichte Eschers MEISTERWERK (JG 2018) bei der Verkostung „Rote Cuvees“ 93 Punkte und erlangte damit Platz 2 unter den eingereichten Weinen. Umso beachtlicher, da das MEISTERWERK mit 16,80 EURO geradezu ein Schnäppchen darstellt und nicht nur qualitativ, sondern auch mit einem überragenden Preis-Genuss-Verhältnis überzeugt. Die Cuvee aus Acolon, Cabernet Franc, Lemberger und Merlot entwickelt im Glas herrliche Beerenaromen. Die angenehme Tanninstruktur verhilft dem Wein zu einem herrlich langen Abgang mit großem Finale das noch lange am Gaumen bleibt. Wirklich ein MEISTERWERK!

    Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass in derselben Verkostung der Saphir vom Weingut Albrecht Schwegler und der Nikodemus Hades vom Weingut Jürgen Ellwanger ebenfalls mit 93 Punkten bewertet wurden und Platz 3 und 4 belegten.

    Eine Doppelseite mit den falstaff-Verkostungsnotizen zu den besten Weinen der Rotwein Cuvee-Trophy findet ihr auf der Webseite https://www.wein-escher.de/presse/.

    Seestraße 4
    71409 Schwaikheim
    info@wein-escher.de
    www.wein-escher.de
    Tel. 07195 57256
    Fax 07195 137319

    Der Rotenberger Schlossberg. Dort und in den benachbarten Lagen Altenberg und Mönchberg wachsen beachtliche Qualitäten – © adobe

    Weingut Schwarz, Untertürkheim

    Das Weingut Schwarz ist ein Familienbetrieb im klassischen Sinn und eine echte regionale Größe mit der beliebten angegliederten Besenwirtschaft. Vater Markus sieht sich als Winzer und Besenwirt, die beiden Kinder Stefanie und Ludwig, beide vinologisch gut ausgebildet und international rumgekommen arbeiten im Betrieb mit. Stefanie war sogar schon württembergische Weinkönigin. Trotzdem könnte man auf den ersten Blick denken Schwarz ist ein traditioneller Betrieb wie viele andere in der Region. Doch beim Weingut Schwarz ist überall Aufbruch spürbar. Besonders in der Sortimentsspitze der Lagen-/Reserveweine finden sich beachtliche Qualitäten zu absolut moderaten Preisen.

    Zwar findet man im Verkaufsraum noch die klassischen roten Kisten für die Literweine. Aber längst liegen dort neben den gut gestylten, natürlich schwarzen, Kartons für die gehobenen Qualitäten auch die gängigen Weinführer aus, in denen das Weingut immer ausführliche Erwähnung findet. Natürlich finden sich im Verkaufsraum auch Hinweise auf aktuelle und vergangene Erfolge.

    Das Weingut kann und konnte insbesondere mit den Rotweinen punkten und mit dem Merlot vom Untertürkheimer Altenberg bereits einen Verkostungssieger in der Kategorie „Internationale Rebsorten“ beim renommierten Meininger Rotweinpreis stellen.  

    Beim selben Wettbewerb konnte das Weingut Schwarz im Oktober letzten Jahres bei den Lembergern punkten und stellte mit dem 2017er Untertürkheimer Altenberg den Verkostungssieger in dieser Kategorie. Beachtliche 92 Punkte wurden dafür von Meininger vergeben. Und dieser Wein zeigt welches Potenzial in der Württemberger Paradesorte steckt. Eine kräftige Taninstruktur trifft auf intensive Beerenfrucht. Man merkt dem Wein den gekonnten Holzeinsatz an. Dieser ist auf den Punkt gebracht und verhilft dem Wein zu einer dichten Stoffigkeit, die sich in den nächsten 2 -3 Jahren sicherlich noch weiter harmonisieren wird.

    Wer so lange nicht warten will, sollte den Wein auf jeden Fall einen Tag vor dem Genuss öffnen oder zum einfacheren Ortswein, dem Untertürkheimer Lemberger Trocken greifen, der für unter 10,00 EURO beachtliches bietet und im Moment etwas leichter zugänglich ist, als der Hochkaräter vom Altenberg.

    Weingut Schwarz

    Ötztaler Straße 44
    70327 Stuttgart
    info@weingut-schwarz.eu
    www.weingut-schwarz.eu
    Tel.: 0711 33 47 27
    Fax: 0711 33 24 13

    MR. Super zugänglich: der 2018er Untertürkheimer Lemberger – © MR

    Noch mehr aus der „zweiten. Reihe“ gibt es hier in Kürze. Dann im Fokus die Weingüter Singer-Bader in Korb und der Senkrechtstarter-Newcomer-Garagenwein-Betrieb Sterneisen in Remshalden.

    Bio:

    Martin Rieg aka Albert Weinstein

    Meine Name ist Albert. Also eigentlich Martin, Ich trinke leidenschaftlich gerne Wein.

    Irgendwie wurde ich daher zum Weinberater für viele Freunde und Bekannte. Und irgendwie schreibe ich ganz gerne. Weine bewerte ich grundsätzlich mit meinem eigenen, völlig subjektiven, für Profis völlig unsinningen Bewertungssystem. Das wende ich übrigens schon seit Jahren auf Weinproben an und habe damit manchen Händler in den Wahnsinn getrieben. Ich finde aber das es funktioniert, Schließlich ist alles relativ:auch das Weintrinken. Viel Spaß damit.

    Kennt ihr Weingüter von denen Ihr findet sie sind „im kommen“? Mich faszinieren besonders Betriebe, die interessante, individuelle Weine zu vernünftigen Preisen bieten. Schreibt mir: mr@winestr.de

    Martin Rieg aka Albert Weinstein – © MR

  • D´r oifache

    D´r oifache

    Weingut Schwegler, Korb

    von Albert Weinstein

    D’r oifache, zu deutsch der Einfache, ist alles andere als einfach. Zuerst ist es keinesfalls einfach diesen Wein mit dem für einen Literwein recht stolzen Preis überhaupt zu bekommen. Grund dafür sind die geradezu homöopathischen Mengen die Albrecht Schwegler  auf seinem Miniweingut im schwäbischen Korb erntet. Ein weiterer Grund, für die fehlende Einfachheit des Oifachen, sind die durchaus komplexen Aromen. Dazu unten mehr.

    Auf gerademal fünf Hektar werden dort Rotweine kultiviert die in Deutschland ihresgleichen suchen. Von den Spitzenqualitäten die allesamt nach (Halb)-Edelsteinen benannt sind, will ich an dieser Stelle gar nicht reden. Vielmehr gilt hier die uralte Weinweisheit, dass ein Weingut so gut ist wie sein Basiswein. Und genau das ist d’r Oifache: der Guts oder Hauswein, die Einstiegsqualität. Und genau hier zeigt sich die Betriebs-Philosophie der Schweglers eindrucksvoll im Glas. Was anderswo mit pompösen Etikett und wortreichen Beschreibungen vermarket wird kommt hier bescheiden in der Literflasche daher.

    Mehr über den Wein und seinen Erzeuger erfahrt ihr hier: Einmal im Glas ahnt man aber schnell dass hier nichts einfaches sondern schwäbisches Understatement im Glas schimmert. Kirschig duftend, tiefdunkelrot gefärbt erinnert diese Cuvee schnell an sangiovesehaltige Weine aus der Toskana. Doch damit ist man auch schon auf dem Holzweg: Trollinger, Regent und Syrah sind die Grundlagen dieses Weines. Aber Holzweg war schon richtig. Einige Tage hat auch dieser Wein in – allerdings gebrauchten – schweglerischen Barriques verbracht. Auf der Zunge hält sich eine angenehme Frucht mit der Säure schön die Waage. Auch am Gaumen hält sich Wein noch lange. So lange, dass ich immer wieder die bauchige Literflasche mit dem inzwischen neu getalteten Etikett betrachte und mich frage ob das was ich da im Mund habe wirklich aus dieser Flasche stammt. Tut es! Einfach gut dieser Oifache. Ein idealer Kandidat um Vorurteile gegenüber schwäbischen Weinen im Allgemeinen und gegenüber schwäbischen Weinen in Literflaschen im Besonderen zu begegnen. Obwohl: behaltet eure Vorurteile gegenüber den Literweinen. Sie sind grundsätzlich ok.

    Dieser Wein ist diesbezüglich wirklich eine Ausnahme. Und damit ist d’r Oifache ein super Wein um Pseudoweinversteher bei einer Blindverkostung in die vinologische Irre zu führen. Preis: 4 (umgerechnet auf die übliche 0,7L-Flasche

    Preis:

    Genuss:

    Albert Punkte:

  • Willkommen in der Welt des relativen Weingenusses

    Willkommen in der Welt des relativen Weingenusses

    Albert Weinsteins Wein-Blog

    von Albert Weinstein

    Ich bin Albert. Also in Wirklichkeit Martin. Ich trinke leidenschaftlich gerne Wein. Irgendwie wurde ich daher zum Weinberater für viele Freunde und Bekannte. Und irgendwie schreibe ich ganz gerne. Daher dieser Wein-Blog, mit meinen eigenen, völlig subjektiven Weinbewertungen. Und meinem für Profis völlig unsinnigen Bewertungssystem. Das wende ich übrigens schon seit Jahren auf Weinproben an und habe damit manchen Händler in den Wahnsinn getrieben. Ich finde aber das es funktioniert, Schließlich ist alles relativ: auch das Weintrinken.

    Viel Spaß beim Lesen und nachtrinken.

    Wie zum Teufel kann ein Wein denn relativ sein? Entweder ein Wein schmeckt gut, oder eben nicht. Im Prinzip. Es gibt allerdings noch eine Komponente, die den Genuss trüben kann. Und die ist relativ. Ich spreche vom Preis. Mitunter gibt es Weine, die für einen kleinen, um im Kontext zu bleiben, relativ geringen Preis einen großen Genussfaktor bieten. Und um diese Perlen des Weinregals und heimlichen Helden der Weinkarte geht es hier. Damit ist aber keinesfalls gemeint, dass ein miserabler, dünner und vielleicht sogar fehlerhafter Wein plötzlich besser schmeckt, nur weil er günstig war.

    Wobei ein relativ geringer Preis immer Auslegungssache ist und hier von unter 7,00 Euro bis maximal 30,00 Euro eine beträchtliche Bandbreite aufweisen kann. Darum gilt hier Albert Weinsteins Genussformel:

    Geschmack+Preis/2

    Klingt völlig verworren. Wie funktioniert das?

    Wie funktioniert die Albert Weinstein Genussformel  G+P/2?

    Im Prinzip recht einfach:

    Sowohl für den Geschmack, als auch für den Preis gibt es maximal 5 Punkte. Dabei folge ich diesem Modus:

    Geschmack

    Preis

    Beispiel:

    Ein Wein schmeckt mir sehr gut, zu bekommen ist er für 6,99 Euro. Das ergibt eingesetzt in meine Genussformel G+P simpel: 4+5. Da beide Faktoren gleich gewichtet werden, wird das Ergebnis durch zwei geteilt. In diesem Fall also 4,5 Albert-Punkte.

    Die gute Nachricht ist als, dass ihr einen perfekten Albert-Wein simpel an 5 Punkten erkennt. Die schlechte Nachricht ist, dass ich einen solchen Top-Wein unter 7,00 Euro (noch) nicht gefunden habe und die Chancen wohl eher schlecht stehen. Einige sehr gute Weine kann ich aber sehr wohl empfehlen…

    Ist das nicht total subjektiv?

    Doch, klar. Darum spiegeln sämtliche Bewertungen und Kommentare ausschließlich meine eigene Meinung wider. Ich bin völlig unabhängig von Weinproduzenten und Händlern und niemandem verpflichtet. Die Preise gelten immer für den Tag des Kaufes der jeweiligen Weine. Ich kann daher natürlich nicht garantieren, das getestete Weine zum angegebenen Preis noch erhältlich sind.