Schlagwort: Weinausbau

  • Weinbaubetriebe im Ländle werden immer größer

    Weinbaubetriebe im Ländle werden immer größer

    Landwirtschaftszählung 2020: Strukturdaten zum Weinbau

    von Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

    Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 verfügten 6 490 landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg über Rebflächen, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Davon waren 3 779 Betriebe im badischen Anbaugebiet ansässig und 2 711 Betriebe gehörten zum Anbaugebiet Württemberg. Insgesamt betrug die Rebfläche in Baden-Württemberg über 25 540 Hektar (ha), die sich auf die beiden Anbaugebiete Baden (14 950 ha) und Württemberg (10 590 ha) verteilte. Auf rund 6 % der Fläche erfolgte der Anbau nach ökologischen Kriterien.

    Dass auch im Weinbau der Trend zu größeren Strukturen besteht, wird an der durchschnittlichen Rebfläche je Betrieb deutlich, die im letzten Jahrzehnt von 2,9 auf 3,9 ha (+38 %) angestiegen ist. Der Zuwachs war insbesondere im Bereich der größeren Betriebe festzustellen. So lag die Wachstumsschwelle, ab der eine Zunahme der Flächen zu beobachten war bei zehn Hektar.

    Der größte Teil der Weinbaubetriebe (91 % in Baden; 85 % Württemberg) wird als Familienbetrieb bewirtschaftet, von denen rund 40 % im Haupterwerb geführt werden. Letztere sind jedoch für das Gros der Rebflächen verantwortlich (71 %) und befanden sich mit einer Flächenausstattung von 6,2 ha Rebfläche je Betrieb deutlich über dem Ergebnis der durchschnittlichen Nebenerwerbswinzer (1,7 ha).

    Obwohl in den Weinbergen immer noch viel Handarbeit notwendig ist, ist die Mechanisierung durch maschinellen Rebschnitt, Laubhefter und Traubenvollernter inzwischen gängige Praxis. Das wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäftigten in den Weinbaubetrieben aus, die 2020 bei 34 500 Personen (Baden 20 700; Württemberg 13 800) lag. Gegenüber 2010 bedeutete das eine Abnahme um 47 % und ist vor allem auf eine rückläufige Entwicklung bei den Familien- und Saisonarbeitskräften zurückzuführen. Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente oder Arbeitskräfteeinheiten (AK-E) fiel die Reduktion gegenüber 2010 (-15 %) moderater aus.

    Bei der Landwirtschaftszählung 2020 wurden die Familienbetriebe, bei denen die Inhaberinnen und Inhabern älter als 55 Jahre waren, nach der Hofnachfolge gefragt. Bei 3 100 Weinbaubetrieben und damit fast der Hälfte steht in den nächsten fünf bis zehn Jahren der Generationenwechsel an, wobei momentan bei gut einem Fünftel eine Nachfolge in Aussicht steht. Darunter streben auch 13 % weibliche Nachwuchswinzerinnen eine Betriebsübernahme an.

    Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

  • 2020 ein gutes Jahr für den deutschen Wein?

    2020 ein gutes Jahr für den deutschen Wein?

    Was für einen guten Jahrgang wichtig ist

    von Kai Wunner

    Das Deutsche Weininstitut informiert jährlich über die Qualität und Menge des Weines in Deutschland. Hier sind die Informationen für 2020:

    Der Weinjahrgang 2020 hat hierzulande sehr gute Qualitäten und eine leicht unterdurchschnittliche Erntemenge von bundesweit geschätzten 8,6 Millionen Hektolitern hervorgebracht. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, haben die deutschen Weinerzeuger dank des sonnigen und trockenen Spätsommers hochreife und sehr gesunde Trauben geerntet, die zudem im Rotweinbereich perfekt ausgefärbt waren. Entsprechend aromatisch und ausgesprochen fruchtig präsentieren sich bereits die ersten Weißweine im Fass und die Rotweine zeigen großes Potenzial.

    Der Sommer im September hat die Weinernte aber auch sehr beschleunigt. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von oftmals weit über 25 Grad Celsius sind die Zuckergehalte in den Trauben schnell angestiegen, so dass viele Sorten gleichzeitig die Lesereife erreicht hatten. Geerntet wurde häufig in den frühen Morgenstunden oder auch nachts, um die Trauben möglichst kühl in den Keller zu bekommen. In vielen Betrieben war die diesjährige Weinlese bereits nach drei bis vier Wochen abgeschlossen. Einige Winzer lassen aber auch noch Trauben hängen, da sie auf die Bereitung von Beeren- oder Trockenbeerenauslesen spekulieren, denn der Jahrgang bietet gute Chancen für diese edelsüßen Spezialitäten. 1 Quelle Deutsches Weininstitut

    Diese aktuellen Informationen führen einen direkt zu dem Thema, was ein guter Jahrgang eigentlich bedeutet. Eine kleine Übersicht soll helfen, das Verständnis dafür zu wecken.

    Welche Faktoren sorgen für einen guten Jahrgang?

    1 . Das Klima

    Wie das Klima für einen guten Jahrgang sorgt:

    • Ein kalter Winter, gibt der Rebe Erholung.
    • Ordentlich Regen zu Beginn des Frühjahrs, bringt den Böden viel Wasser.
    • Ein warmes spätes Frühjahr, gibt der Rebe Kraft zum Austreiben.
    • Leichter Wind nach einem Sommerregen trocknet die Laubwand.
    • Der Spätsommer sollte trocken und und nicht zu heiß sein.
    © Kai Wunner

    Schädlich sind Extrem-Wetter wie Frost und Hagel, die sogar noch Auswirkungen auf das Folgejahr beim Wachstum der Reben haben können. Insbesondere um die Eisheiligen herum kann der Frost ganze Ernten zerstören. Aber auch Gewitterstürme mit Hagel können im Sommer ganze Ernten vernichten.

    2. Der Schnitt und die Pflege des Weinstocks

    Schnitt und Pflege tragen während des Jahrs ebenso einen großen Anteildazu bei, ob ein gutes Weinjahr ein besonderes werden kann. Der Schnitt nach dem Jahreswechsel prägt den Wuchs des Weins. Der alte Trieb aus dem Vorjahr wird abgeschnitten und nur ein junger Trieb bleibt stehen. Aus diesem werden im neuen Jahr die Trauben wachsen. Die ungefähre Menge an Trauben, die an einem Stock wachsen, kann so gesteuert werden. Weniger bedeutet beim Wein mehr! Kleine Mengen Trauben an einem Stock sorgen für intensiveren Geschmack. Das Ganze wird vom Winzer bis zur Ernte mit weiteren Maßnahmen zur Qualitätssteuerung über das Jahr hinweg begleitet. Ab der Lese liegt es am Winzer, im Keller das Optimum aus den Trauben herauszuholen.

    Rebschnitt
    © Deutsches Weininstitut (DWI)

    Was zeichnet gute Jahrgänge aus?

    Weißwein jung: Perfekte Harmonie von Frucht, Frische und feiner Säurestruktur.

    Weißwein kräftig: Langes Reifepotential, intensiver Duft, dunkle, goldene Farbe.

    Rotwein leicht: Volles Fruchtaroma, vergleichsweise dunkler in der Farbe, kräftiger Duft.

    Rotwein schwer: Tiefdunkle Farbe, hoher Tanningehalt, hoher Alkoholgehalt, warme Fruchtaromen, enorm langes Reifepotential.

    Weine aus guten Jahrgängen können von langer Reife profitieren. Bei Weißweinen können das 5-10 Jahre und bei Rotwein 10-20 Jahre sein.

    Beispiele für besonders gute Jahrgänge der letzten Dekade

    Deutschland:
    2011
    2012
    2019

    Italien:
    2010
    2015
    2018

    Frankreich:
    2012
    2015
    2018

    Spanien:
    2010
    2013
    2016

    Einen guten Jahrgang gereift zu trinken ist ein besonderes Vergnügen. Es lohnt sich nach Händlern zu suchen, die auch gereiftere Weine anbieten. Viel Spaß dabei!

    BIO:

    Kai Wunner, Unternehmer im Einzelhandel, 52 Jahre,

    Kommt aus Stuttgart und seine beiden großen Hobbies sind Wein und Golf. Seit seiner Ausbildung zum dualen Betriebswirt im Einzelhandel dem Thema Wein verbunden und dieses ist immer im Herzen gebleiben, auch wenn sich das Sortiment in seinen Einzelhandelsbetrieben mittlerweile der Versorgung von Tieren aller Art widmet. Seine Artikel sollen einen einfachen Zugang zum Thema Wein ermöglichen, ohne den Anspruch des großen Experten zu erheben. Er ist Mitgründer des 2013 entstandenen Online-Golfmagazins GolfSTR. Mit WineSTR wird das Konzept nun auf den Wein übertragen. So soll eine regionale Community für Weinliebhaber entstehen in der Metroplregion Stuttgart und gerne darüber hinaus entstehen.

    Mit dem WineSTR CLUB soll eine Gemeinschaft entstehen die gemeinsamen Spaß und Vorteile für die Mitglieder schaffen soll.