Schlagwort: wolfganggerner

  • Japanischer Reis

    Japanischer Reis

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    September 2025

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Meine Gefährtin Katja und ich essen gerne Reis. Jasmin-Reis oder Duftreis für Currys ist ratzfatz zubereitet, indem ich die gleiche Menge an Reis wie an Wasser auf ein Backofenblech gebe und das ganze erstmal in Ruhe lasse. Dann ab in den Dampfbackofen bei 100% Feuchte und 100 Grad. Rund 15 Minuten später ist der Reis fertig. Fluffig und lecker. Schmeckt wie beim Thai.
    Japanischer Reis schmeckt anders. Süßlich und zart, subtil, fordernd. Die Körner sind kurz, rundlich und prall, dazu eine leichte Klebrigkeit ohne Matsch. Japan exportiert nur eine klitzekleine Menge des eigenen Reis, einige Packungen davon sind im FrischeParadies in Stuttgart-Wangen erhältlich. Nicht auf das Preisschild schauen, besser auf den unvergleichlichen Genuss freuen.

    Und so kann man japanischen Reis kochen: Für Katja und mich reicht eine kleine Tasse Reis für eine gute Portion für jeden. Oder gleich etwas mehr zubereiten und am nächsten Tag als schmackhaften Bratreis verhaften?
    Die Tasse nicht ganz vollmachen, ich fülle sie bis ca. 5 mm unter den Rand mit Reis. Dann in einen kleinen Topf geben und rund 3-4mal gemütlich waschen. Bitte mit Geduld: Wasser in den Topf, langsam mit der Hand umrühren, sorgfältig abgießen. Das Wasser ist zum Schluss deutlich klarer, als beim ersten Mal, ganz ohne Trübstoffe braucht es aber nicht zu sein. Nach dem letzten Durchgang soviel Wasser wie möglich abgießen. Jetzt eine ganze Tasse Wasser dazu und …. ja, einfach warten. Das Einweichen erfordert mindestens eine halbe Stunde, mehr Zeit spielt keine große Rolle. Dann wird gekocht. Deckel auf den Topf, ich habe einen aus Glas, und 2 Minuten bei großer Hitze kochen. Es rumpelt richtig im Topf, Luftblasen, Chaos. Dann die Hitze ganz runter drehen und ca. 10 Minuten warten. Den Topf auf die Seite
    ziehen und wieder ca. 10 Minuten warten. Jetzt nehme ich den Deckel ab und drehe den Reis einmal vorsichtig um. Wieder Deckel drauf und evtl. nochmals auf die Herdstelle zurück und kurz Hitze draufgeben.

    In der japanischen Küche gilt der Reis als das Hauptgericht. Er kommt aber nie ohne Begleiter. Zum Beispiel mit einem Kabeljau aus dem Backofen. Den würzig, aromatischen Fischsaft, der sich in der Kasserolle sammelt, vorsichtig über den Reis geben. Den Fisch on top, dazu eine Sauce Vierge wie im Waldhorn. Herrlich. Und das Getränk?
    Natürlich einen rebstoff brut 2022, was sonst?

    brut 2022
    Die Flasche kostet 17€, der Sechser-Karton 90€.


    r e b s t o f f w e i n b a u
    dr. wolfgang gerner
    viergiebelweg 26, 70192 stuttgart
    0151.12101831
    rebstoff: wein und sekt
    aus steilen stuttgarter lagen –
    kostbar und köstlich.
    rebstoff.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Merlot/Cabernet Franc 2022

    Merlot/Cabernet Franc 2022

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    April 2025

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Juli 2024, Landweintreff in Stuttgart. Unsere erste Messe überhaupt, wir haben verschiedene Jahrgänge in der Verkostung, spürbare Nervosität. Gegen Nachmittag tritt ein freundlicher Kerl an unseren Stand, herzliches Lachen, charmante Ausstrahlung. Probiert routiniert unser Angebot, ruhig, konzentriert.
    Kommentiert kurz, sachlich und nicht ohne Anerkennung – ich bin gerührt. Im allgemeinen Durcheinander des Tages finde ich heraus: Dieser angenehme Mensch heißt Florian Bechtold, ist Sommelier und Weinhändler und lebt in Heidenheim. Vor einigen Wochen nehme ich Kontakt zu ihm auf und bitte Ihn um eine Verkostungsnotiz. Er schreibt:

    „Der Rebstoff 2022 leuchtet in dichtem Granatrot. Beim ersten Öffnen zunächst fleischige und erdige Düfte, die sich nach wenigen Momenten harmonisch hintergründig einfügen. Die Fruchtaromen arbeiten sich mit zunehmender Belüftung in den Vordergrund, nehmen an Intensität und Vielschichtigkeit zu. Der Wein duftet präzise, kühl und feinmineralisch, vor allem aber raumfüllend nach Waldbeeren und fast schon roter Grütze, etwas Johannisbeere und ein Hauch Pflaume. Frische kommt durch Heidekraut und getrockneter Almwiese. Sanft untermalt von Myrrhe, einem Waldboden nach einem Sommerregen, abgerundet von angeröstetem Rosmarin und Pinienkernen. Dann zeigt sich eine süßliche Komponente, anfänglich Orangenabrieb später eher Orangeat und Mandellikör. Umwoben von floralen Tönen, anfänglich frisch später getrockneten rosa Blüten (Veilchen und Teerose). Immer mehr drängen sich Amarena Kirschen auf zusammen mit einer spürbaren Lakritz- und Tonka-Note, hinterlegt von Wacholder, Anis und duftigem Pfeffer. Die Komplexität unterstreichen zurückhaltend: Kurkuma, nasser Kies, Pu-Erh-Tee, getrocknete Tomaten, etwas Bienenwachs und grüne Haselnuss.

    Am Gaumen spürbarer Extrakt, zuerst ganz leicht salzig, dann aber kommt der knochentrockene Wein mit etwas Alkoholsüße um die Ecke. Etwas wärmend, bleibt dank der feinen, spürbaren Säure straff. Frisch durch feinkörniges Tannin, unheimlich saftig, null anstrengend. Die minimale Bitternote sehr gut eingebettet. Insgesamt hervorragende Balance zwischen Alkohol, Säure und Gerbstoffen. Bringt viel Schmelz mit, der sich ebenso gut und rund einbindet. Ein minutenlanges Finish dominiert von Frucht und der frisch und süßlichen Aromen Welt getragen auf dem Zusammenspiel von Tannin und feinster Säure wird jedem beschert, der sich diesem Genuss hingibt.

    rebstoff merlot/cabernet franc 2022
    Die Flasche kostet 19,80€, der Sechser-Karton 110€.


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    dr. wolfgang gerner
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    aus steilen stuttgarter lagen –
    kostbar und köstlich.
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  • Meisterwerk

    Meisterwerk

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    Februar 2025

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Ein Knacken, hell, kurz, mehr nicht. Und es besteht kein Zweifel daran, dass ich gerade keinen Zweig einer Rebe geschnitten habe, sondern … Der 09.02.2024 beginnt wie jeder normale Freitag: Einem leckeren Kaffee und einer großen Tasse Kräutertee. Gefolgt von Bürokram, emails beantworten und Sachen richten. Z.B. für den Kochabend in Schwäbisch Gmünd, es ist ja der zweite Freitag im Monat. Aber bevor es soweit ist, geht’s in den Weinberg. Februar ist die hohe Zeit des Winterschnitts und am Anfang des Monats ist im Zuckerle noch nicht allzu viel erledigt. Grundsätzlich ist das Schneiden eine lösbare Aufgabe. Unverzichtbar ist jedoch eine elektrische Schere, welche dickes Holz genauso zuverlässig auf einmal durchtrennt, wie eine Hand voll dünne Zweige. Dazu gerne etwas podcast auf die Ohren – Weinbergsarbeit als Meditation hin oder her.

    Alles erprobt und durchkomponiert – bis es um 13:15 Uhr knackt. Ich schaue auf meine linke Hand und fürchte, dass ich gerade meinen Finger erwischt haben könnte. Ziehe den Handschuh kurz zurück … es blutet ziemlich. Ziehe den Handschuh wieder an. Fluche laut. Denke nach. Wähle 112. „Ja, Gerner hier, ich habe mich mit der Rebschere verletzt … Nein, ich bin alleine … Ja, ich warte unten an der Hofener Straße.“ Der Rettungswagen kommt knapp 15 Minuten später. Bringt mich ins Marienhospital, wo gefühlt alle Zeit der Welt besteht, mich zu untersuchen, aufzuklären und, endlich, gegen 17:30 Uhr in den OP zu schieben. Eine Ärztin in chirurgengrün kommt auf mich zu, ich sehe nur dunkle, sympathische Augen hinter der OP-Maske, mit sanftem Akzent in der Stimme. Bayrisch vielleicht? Sie versuche das Fingerglied wieder anzunähen erklärt sie, aber das sei schwierig, die Gefäße halt.

    Während sich Frau Dr. L., sie ist Oberärztin in der Handchirurgie und Frau M., Assistenzärztin an meinen Finger machen, starre ich auf die Uhr. Mehr gibt’s nicht zu tun. Ich bekomme den typischen OP-talk mit, wer, wann, was, wo. Das Klacken des OP-Mikroskops, unter dem die Ärztin die Anastomosen der Gefäße und Nerven herstellt. Und nach endlosen 3 Stunden ist der Finger wieder dran. Ich bin für einige Tage in der Überwachung während derer die Operateurin ab und zu herein schaut, die Durchblutung prüft und Erwartungen dämpft. Alle anderen winken ab: „Das schaut doch super aus!“ Ich entlasse mich am folgenden Samstag. Liege eine Woche zuhause auf dem Sofa. Fange wieder an zu arbeiten. Ein Jahr nach dem Unfall ist nur noch wenig zu sehen von der Geschichte, es kribbelt halt, wenn ich die Fingerbeere berühre. Und so bin Frau Dr. L. zutiefst dankbar, wie sie mit unendlicher Geduld und Sorgfalt meinen Finger wiederhergestellt hat. Bescheiden und unaufgeregt.

    Und unfassbar gut.

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    dr. wolfgang gerner
    viergiebelweg 26, 70192 stuttgart
    0151.12101831
    rebstoff: wein und sekt
    aus steilen stuttgarter lagen –
    kostbar und köstlich.
    rebstoff.



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  • Maischegärung

    Maischegärung

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    November 2024

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Über die vergangenen Wochen wurde es in Jochens Keller in Stetten voller und voller, neben dem appetitlich fruchtigen Geruch in der Luft, blubbert es aus den Gärröhrchen, die auf den Deckeln der Tanks sitzen. Dazwischen unsere beiden Chargen, die zwischenzeitlich gepresst wurden. Rotwein durchläuft typischerweise die sogenannte Maischegärung, ein Prozess, bei dem vornehmlich Farbstoffe aus den Beerenhäuten und Gerbstoff aus Kernen und Stilen extrahiert werden und in die Maische übergehen, ein vornehmer Ausdruck für jenen Matsch aus Traubensaft, Schalen und Kämmen.

    Unser Rotwein besticht mit präzisen und eleganten Fruchtaromen, die geschmacklich gut zu differenzieren sind. Das ist kein Zufall. Sondern Ergebnis der Weinbereitung, bei der wir, neben der typischen Maischegärung auch mit der Macération carbonique arbeiten. Dabei werden zu angequetschten Trauben auch ganze, unversehrte Trauben in den Gärtank gegeben und unter eine CO2-Atmosphäre gebracht. Zu Beginn mit Trockeneis, später mit CO2 aus der Flasche. In den unversehrten Trauben wird es zu einer intrazellulären Gärung kommen, bei der eine geringe Menge Alkohol entsteht. Dieser Vorgang führt zu einem Aufplatzen der Trauben, wenn diese nicht bereits unter dem Gewicht der anderen aufgesprungen sind. Weine die ausschließlich mit der Macération carbonique gekeltert wurden, sind fruchtig, leicht und können jung getrunken werden. Mittels der verschiedenen Techniken gelingt es uns, einen Wein zu keltern, der reintönige und klare Fruchtaromen präsentiert. Reife Gerbstoffe ermöglichen eine Lagerfähigkeit, in der sich der rebstoff im Rahmen der tertiären Reifung weiterentwickelt: Körper und Komplexität nehmen zu, der Wein altert würdevoll.



    WEINGUT rebstoff

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  • Landweintreff

    Landweintreff

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    Sonderausgabe

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Am Sonntag, den 28. Juli geht der Landweintreff in die zweite Runde und mit dabei ist ….. tirrilii …. der rebstoff! Axel und Markus, zwei gute Freunde aus der wein-bubble haben eine Weinverkostung der besonderen Art organisiert: Kleine Nebenerwerbswinzer oder neudeutsch Garagenweingüter, Seite an Seite mit einigen der namhaftesten Weingüter der Region Württemberg im Casa del Consumo in Stuttgarts Heusteigstraße 45, den Altvorderen noch als der ehemalige Landtag bekannt. Am Sonntag-Vormittag erhält zunächst die Presse exklusiven Zugang, ab 13 Uhr ist die wunderbare location für jeden offen – bis 18 Uhr gilt es 30 feine Weingüter zu verkosten. Vorverkauf empfehlenswert: 25€ zuzüglich Gebühr.

    tickets hier.

    Wir werden natürlich unseren aktuellen Jahrgang 2021 zur Verkostung anstellen. Es wird aber auch der Jahrgang 2022 mit dabeisein, wie gehabt eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Franc, der demnächst auf die Flasche kommt und im März/April 2025 in den Verkauf gehen wird. Außerdem werde ich einige ältere Jahrgänge mitbringen – es gibt also etwas zu entdecken und genießen beim rebstoff.

    Gibt’s auch was zu futtern? Und ob! Johannes, er hat in der Speisemeisterei unter Eberhardinger gelernt, wird seine unwiderstehlichen Tacos frisch zubereiten! Und dann wird das Restaurant Laesa am Start sein, Hammer!

    Es wäre ein großes Vergnügen, viele von euch beim Landweintreff wiederzusehen.



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  • Cabernet Franc/Lemberger 2021

    Cabernet Franc/Lemberger 2021

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Die Rotweintraube Cabernet Franc (CF) ist wahrscheinlich eine Kreuzung der beiden „Wilden“ Cabernet Sauvignion und Sauvignion Blanc. Ihre französische Herkunft steckt bereits im Namen, angebaut wird sie weltweit. In Württemberg sind derzeit rund 32 Hektar mit CF bestockt, ungefähr 15 Ar davon gehören zum rebstoff. Im Weinberg erlebe ich meine CF als robust, mit aufrechtem Wuchs und kräftigem Laub. Im Glas bildet sie typische Aromen schwarzer Früchte aus, verbunden mit einer leckeren Würzigkeit – verfügt gleichzeitig aber weder über einen hohen Tanningehalt, noch ist sie dicht und schwer. Perfekt ausgereift, gilt sie als geschätzter Partner in ungezählten Bordeaux-Blends, in denen sie zu Eleganz und Komplexität beiträgt. Reinsortige CF stammen vornehmlich von der Loire: Die Appellationen Chinon, Bourgueil und Saumur-Champigny, alle in der Region Centre-Val de Loire gelegen, verfügen zusammen über rund 16000 Hektar.

    Im Juli 2021 fällt die Rebenperonospora über unsere Weinberge her. Im Gegensatz zu den Merlot sind die CF widerstandsfähig und überstehen diese Pilzerkrankung weitgehend unbeschadet. Die Ernte reicht jedoch nicht für ein ganzes Barrique – der Rest des Fäßleins wird deshalb mit Lemberger aus Jochen Beurers Weinbergen aufgefüllt. Im Sommer 2023 kam er auf die Flasche, jetzt, Anfang Mai 2024, gehen wir langsam in den Verkauf der 286 Flaschen. Andreas Lutz, Sommelier im Stuttgarter Restaurant Délice*, hat unseren neuen Wein verkostet. Er schreibt:

    „Im Glas zeigt sich die Cuvée aus Cabernet Franc und Lemberger in brillantem Kirschrot mit jugendlich hellem Rand. Er duftet leicht würzig, außerdem nach Süßkirsch, Erdbeer, Vanille, Holunderbeeren, Brombeer und schwarzem Pfeffer. Mit etwas Zeit und Luft nach Schattenmorellen und dunkler Schokolade. Später kommen Paprika, Zimt, Anis und leicht vegetabile Noten dazu. Im Mund zeigt er sich mit mittelkräftiger Struktur, erneut kirschig, mit leichter Cremigkeit. Noch jugendlich, mit animierend frischer, aber eingebundener Säure, reifem Tannin, das mit der Zeit mürber wird und guter Länge, bereitet der „rebstoff Cabernet Franc & Lemberger 2021“ bereits Trinkvergnügen, macht aber sicherlich auch mit etwas Flaschenreife in 2-3 Jahren noch mehr Freude.“

    Cabernet Franc und Lemberger

    rebstoff cabernet franc/lemberger 2021 Die Flasche kostet 19,80€, der Sechser-Karton 110€.

    Unser rebstoff ist nur übers Weingut erhältlich. Entweder abholen im Viergiebelweg, bringen lassen wenn ich eh mit dem Auto unterwegs bin, oder per dhl. Hier kommen 10€ Versandkosten pro Karton dazu.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
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  • Moulinette

    Moulinette

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Kochen ohne Messer und Herd ist undenkbar. Doch verborgen in unseren Küchenschränken und Schubladen schlummern weitere Schätze, die das Zubereiten von Speisen erleichtern und bereichern. In loser Folge stellen wir nützliche Helfer vor, die euch Freude am Zaubern der ein oder anderen Leckerei bringen werden.

    Die „kleine Mühle“, so die Übersetzung des Wortes Moulinette aus dem Französischen, begann in den Sechzigerjahren die Küchen zu erobern. Unvergessen die einprägsame Werbung aus den 80ern, die jedem im Gedächtnis geblieben ist, der abends vor dem Fernseher saß.

    Tomatenketchup. Tomaten aus der Dose zusammen mit Zwiebeln anbraten, Zucker dazu, auch Pfeffer schadet nicht. Gerne mit zusätzlichen Aromastoffen arbeiten wie Tamarinde oder Soyasauce. Das Ganze stark einkochen bis es sirupartig ist. In
    die Moulinette füllen und abkühlen lassen. Dann ganze rohe Tomaten (mit Schalen und Kernen) dazugeben. Fein mixen und abschmecken. Noch etwas Olivenöl einarbeiten, dabei aufpassen, dass es nicht zu flüssig gerät
    (aus: Der Gastronaut. Vilgis, Th., 2019).

    Eine Vinaigrette. Schalotten in Olivenöl anschwitzen, Zucker und Salz dazu, gerne auch Pfeffer. Mit Gemüsebrühe ablöschen und solange weiterköcheln, bis die Schalotten weich sind. Das Ganze in die Moulinette umfüllen und mit etwas Zitronensaft ansäuern. Einen Spritzer Fischsauce dazu und Olivenöl bzw. Sonnenblumenöl. Ich bevorzuge ein Viertel Öl zu drei Vierteln Gemüsebrühe. Ordentlich pürieren und unter den Salat heben. Ich bereite die Viniagrette immer auf Vorrat zu, sie hält sich im Kühlschrank ohne weiteres für einige Tage.

    Ein Dip für alles mögliche. Cashew-Kerne in Wasser oder Gemüsebrühe aufkochen und solange sanft köcheln, bis sie weich sind. Die Kerne in die Moulinette, etwas Kochbrühe dazu und pürieren. Schluckweise Wasser zugeben, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Mit Pflanzenöl wird das Ganze sämiger, zum Schluß gut mit Salz abschmecken. Ich gebe dann noch Gochugaru aus dem Asialaden dazu, so eine ticken Schärfe habe ich immer ganz gern
    (aus: Asien vegetarisch. Sodha,M.,2019).

    Und jetzt viel Vergnügen mit den Rezepten – über ein Feedback würde ich mich sehr freuen!



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  • Dom Pérignon

    Dom Pérignon

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Die Weine aus der Champagne genießen einen ausgezeichneten Ruf im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Sie erzielen hohe Preise und werden auch am königlichen Hofe getrunken, ein einträgliches Geschäft für die Produzenten rund um die Stadt Épernay. Das gilt auch für die Abtei Saint-Pierre d ́Hautevillers, ein Benediktinerkloster, das seit ewigen Zeiten Einnahmen von Pilgern klug in wertvolle Weinberge investiert und so blüht und gedeiht. Bis die unfassbaren Grausamkeiten des 30-jährigen Krieges auch diese Gegend erreichen. Am Ende dieser Auseinandersetzung werden ganze Landstriche verwüstet sein, Gegenden entvölkert, die Menschen verhungert oder an Seuchen gestorben, einfach im Elend untergegangen. Auch die Abtei von Hautevillers leidet unter dem Krieg, die Weinberge verkommen, die wirtschaftlichen Verhältnisse liegen darnieder.

    Im Alter von 30 Jahren übernimmt der Benediktiner Pierre Pérignon das Amt des Cellerars in der Abtei Saint-Pierre d ́Hautevillers. 1638 oder Anfang 1639 in dem Dörfchen Sainte-Menehould geboren, war der Sohn aus gutem Hause im Alter von 19 Jahren dem Orden beigetreten, wissbegierig, fleißig und strebsam. In seiner neuen Abtei an den südlichen Hängen der Montagne de Reims wird er die wirtschaftliche Leitung der Gemeinschaft innehaben, eine überaus verantwortungsvolle Position. Haupteinnahmequelle des Klosters ist der Weinbau, kein Wunder das sich der Kellermeister eingehend mit diesem Thema beschäftigt. Er wird über 40 Jahre in diesem Amt wirken und erhält im Laufe der Zeit den Ehrentitel Dominus, für „Herr“ oder „Meister“. 1715 stirbt Dom Pérignon und wird auf dem Friedhof seiner Abtei in Hautvillers begraben, heute ein Wallfahrtsort des Weinfachs.

    Der Name Dom Pérignon ist eng mit Champagner verbunden, obwohl er nicht den moussierenden Wein herstellte, wie wir ihn heute kennen. Unbestritten ist jedoch sein Einfluss auf die Weinbereitung: Dom Pérignon entwickelte u.a die die Kunst der Assemblage, also des Verschneidens verschiedener Weine in der Absicht, ihre Stärken zu fördern und ihre Schwächen vergessen zu machen. Ein Schüler Dom Pérignons war übrigens ein Mönch namens Dom Thierry Ruinart, dessen Neffe Nicolas Ruinart später das erste Champagnerhaus in Reims gründen sollte. Dom Pérignon ist heute der Name einer Marke, die zum Champagnerhaus Moët & Chandon gehört.

    Unser Brut nature, Jg. 2018, hergestellt nach der Méthode champenoise, ist ausgetrunken. Seit März liegt der 22er auf der Hefe und soll ab Frühjahr 2025 degorgiert werden.



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  • Traubenreifung

    Traubenreifung

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    In wenigen Tagen werden die grünen Trauben zu verfärben beginnen: Es ist die hohe Zeit der Veráison, ein magischer Zeitpunkt im Laufe des Weinjahres. Und die Gelegenheit, um von den wundersamen Veränderungen zu berichten, die die kommende Traubenreifung begleiten.

    Das Größenwachstum der grünen Trauben geht einher mit der Bildung von Stärke und Säuren. Die Verfärbung der Trauben steht für den Beginn der Reifung, in der Zucker in die Beeren eingelagert und Äpfelsäure in Weinsäure umgewandelt wird. Warmes Temperaturen fördert diese Reaktion, weshalb gute Jahre auch mit entsprechendem spätsommerlichem Wetter verbunden sind. Während die Äpfelsäure hart und kantig wirkt, ergibt die Weinsäure Eleganz und Frische. Mit der Umwandlung erfährt der Wein eine gut zu schmeckende Verbesserung.

    In heißen Jahren geht allerdings Äpfelsäure durch das Abatmen verloren, sie wird dabei in Glucose und Fructose umgewandelt. Eine Reaktion die vornehmlich in Richtung optimaler Reife stattfindet. Weshalb im Herbst guter Jahre,
    kühle Nächte vorherrschen, in denen der Umbau verlangsamt ist. Eine weitere wichtige Veränderung ist die Reifung
    der Tannine. Diese Gerbstoffe sitzen in den Beerenhäuten, in Kernen und Stilen der Weintraube. Sie treten im Laufe
    der Maischegärung in die Maische über. Unreife Tannine aus grünen Stilen oder Traubenkernen sind bitter und
    hinterlassen das typische pelzige Gefühl auf Zunge und Mundschleimhaut. Reife Tannine aus hellbraunen Stilen
    und Traubenkernen stehen hingegen für Körper, Komplexität und Lagerfähigkeit.

    Nach der Füllung des Weins verändern sich die Tannine weiter: Sie oxidieren und bilden Ketten (die als Weinstein
    ausfällen können). Der Wein wird weicher und runder. Schön zu schmecken an unserm 20er Merlot, der seit dem 02.08.2022 auf der Flasche ist.

    Aller Voraussicht nach, dürften wir Anfang Oktober mit der Lese starten. Wer Lust hat mit dabei zu sein: BItte kurze Mail. Gerne auch weitersagen, bzw. den Lesestoff weiterleiten! Alles weitere dann ab Ende September.



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  • Berlin

    Berlin

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Berlin, das erste Wochenende im Juni. Die fine-dining-Szene in der Bundeshauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren zum hotspot entwickelt – Jahr für Jahr entstehen neue Restaurants in denen nicht nur exzellent gekocht wird, sondern auch die Zukunft der Gastronomie neu gedacht und weiterentwickelt wird.

    Wir klingeln an der unscheinbaren Tür, werden freundlich empfangen und an unseren Tisch begleitet. Das Menü beginnt mit einem Gummibär genannten snack, der aus gelber Beete zubereitet wurde. Und endet rund 16 Speisen später mit Kakao 76%, einem zartdünnen Blättchen hausgemachter Schokolade. Dazwischen weder Fisch noch Fleisch, kein Brot und vor allem: nicht die Spur von Langeweile. Was René Frank, Küchenchef und Patron des Restaurants CODA, dessert-dining nennt, ist ein kurzweiliges Abenteuer in der Welt der Aromen, Texturen und Zubereitungstechniken. Was nicht nur großartig schmeckt, sondern auch die Fantasie bemüht, zum Nachdenken anregt, den Verstand herausfordert. Rund die Hälfte der Gänge werden begleitet von Pairing Drinks, eigens auf den Gang abgestimmten, kleinen Getränken, die immer aus drei Komponenten zusammengefügt werden. Ein Gesamtkunstwerk, wohldurchdacht bis hin zur playlist (weval!), sorgsam choreografiert und exakt ausgeführt. Umwerfend!

    Auch am Nobelhart&Schmutzig lässt es sich ohne weiteres vorbeigehen. Ein Aufkleber auf dem Fenster eines Schaufensters, daneben eine Klingel. Mehr nicht. Die Begrüßung einladend und freundlich, der Wirtsraum in eine fiebrige Atmosphäre gehüllt, dämmrig und spannungsgeladen. Unsere Plätze sind an der langen Bar, kaum das wir gesetzt sind, erhalten wir erste Informationen von Alexander Jordt, dem Sommelier. Er ist präsent, sachkundig wie humorvoll und dabei angenehm unaufdringlich. Und gibt einen besonderen Takt vor: Im Laufe des Abends werden wir nicht nur 11 spannende Gänge serviert bekommen, sondern auch einen Teil des Teams des Restaurants kennen lernen, ruhige, wohltuende Menschen, die stolz auf Ihre Arbeit sind. Die Speisen sind ausgezeichnet, ob Weißer Spargel/Robinie, Radieschen /Liebstöckel oder Perlhuhn/ Salbei, man isst unkompliziert und gut. Und wird Teil einer großartigen Aufführung, in der sich alles um Essen und Trinken dreht. Was für ein wunderbarer Abend. Hingehen!



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