Kategorie: Winemaking

  • Sekt degorgieren – Weingut Singer-Bader

    Sekt degorgieren – Weingut Singer-Bader

    Bericht aus dem Weinberg

    von Barbara Singer-Bader

    Unser Sekt entsteht nach dem aufwendigsten Verfahren – der traditionellen Flaschengärung. Dabei haben wir jede einzelne Flasche rund 50 mal in der Hand!

    1. Schritt: Der Saft besonders ausgewählter Trauben wird zu Wein vergoren.

    2. Schritt: Der fertige Wein erhält eine Dosage aus Zucker und Hefe um zum zweiten mal zu gären und dabei Kohlensäure zu entwickeln, die im Wein gebunden bleibt.

    3. Schritt: Durch Lagerung auf der Hefe werden Extrakt- und Geschmacksstoffe aus dieser in den Wein (Sekt) übertragen.

    4. Schritt: Die Hefe wird entfernt. 5. Schritt: Der fertige Sekt erhält eine Dosage aus Likör, die ihm die gewünschte Geschmacksrichtung gibt.

    Doux, mild                                                 >50g/l

    Demi-sec, halbtrocken                          33-50g/l

    Sec, trocken                                               17-35g/l

    Extra dry, extra trocken                         12-20g/l

    Brut, herb                                                   <15g/l

    Extra brut, extra herb                             <6g/l

    Brut nature, naturherb, bruto             <3g/l

    naturale, pas dose, dosage zero, dossagio zero

    Youtube-Video Sekt degorgieren – Weingut Singer-Bader

    Weinkorb | Vinothek Korb

    Rosenstraße 1

    71404 Korb

    Deutschland

    Telefon: +49 (0) 7151 986 5707

    E-Mail: info@singer-bader.de

    Web: www.singer-bader.de

    Öffnungszeiten

    VERKAUF + DRIVE-IN

    Do. – Fr.: 15-18 Uhr

    Sa.: 10-13 Uhr

    Weingut | Weingarten Stetten

    Albert-Moser-Str.100

    71394 Kernen-Stetten

    Do. – Fr.: 15-18 Uhr

    Sa.: 10-13 Uhr

    Barbara Singer geb. Bader und Julian Singer – © Weingut Singer-Bader
    Das Team von Weingut Singer-Bader und und Weinkorb aus Korb und Stetten: Julian Singer, Gudrun Singer, Barbara Singer geb. Bader, Dominic Fuchs, Simon Hahn, Iris Bader. Robert Singer, Hans Bader – © Weingut Singer-Bader
  • Moulinette

    Moulinette

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Kochen ohne Messer und Herd ist undenkbar. Doch verborgen in unseren Küchenschränken und Schubladen schlummern weitere Schätze, die das Zubereiten von Speisen erleichtern und bereichern. In loser Folge stellen wir nützliche Helfer vor, die euch Freude am Zaubern der ein oder anderen Leckerei bringen werden.

    Die „kleine Mühle“, so die Übersetzung des Wortes Moulinette aus dem Französischen, begann in den Sechzigerjahren die Küchen zu erobern. Unvergessen die einprägsame Werbung aus den 80ern, die jedem im Gedächtnis geblieben ist, der abends vor dem Fernseher saß.

    Tomatenketchup. Tomaten aus der Dose zusammen mit Zwiebeln anbraten, Zucker dazu, auch Pfeffer schadet nicht. Gerne mit zusätzlichen Aromastoffen arbeiten wie Tamarinde oder Soyasauce. Das Ganze stark einkochen bis es sirupartig ist. In
    die Moulinette füllen und abkühlen lassen. Dann ganze rohe Tomaten (mit Schalen und Kernen) dazugeben. Fein mixen und abschmecken. Noch etwas Olivenöl einarbeiten, dabei aufpassen, dass es nicht zu flüssig gerät
    (aus: Der Gastronaut. Vilgis, Th., 2019).

    Eine Vinaigrette. Schalotten in Olivenöl anschwitzen, Zucker und Salz dazu, gerne auch Pfeffer. Mit Gemüsebrühe ablöschen und solange weiterköcheln, bis die Schalotten weich sind. Das Ganze in die Moulinette umfüllen und mit etwas Zitronensaft ansäuern. Einen Spritzer Fischsauce dazu und Olivenöl bzw. Sonnenblumenöl. Ich bevorzuge ein Viertel Öl zu drei Vierteln Gemüsebrühe. Ordentlich pürieren und unter den Salat heben. Ich bereite die Viniagrette immer auf Vorrat zu, sie hält sich im Kühlschrank ohne weiteres für einige Tage.

    Ein Dip für alles mögliche. Cashew-Kerne in Wasser oder Gemüsebrühe aufkochen und solange sanft köcheln, bis sie weich sind. Die Kerne in die Moulinette, etwas Kochbrühe dazu und pürieren. Schluckweise Wasser zugeben, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Mit Pflanzenöl wird das Ganze sämiger, zum Schluß gut mit Salz abschmecken. Ich gebe dann noch Gochugaru aus dem Asialaden dazu, so eine ticken Schärfe habe ich immer ganz gern
    (aus: Asien vegetarisch. Sodha,M.,2019).

    Und jetzt viel Vergnügen mit den Rezepten – über ein Feedback würde ich mich sehr freuen!



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

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  • Inside Pinot

    Inside Pinot

    10 Expertenfakten zu Pinot Noir

    von Friedemann B. Götz

    Pinot Noir ist die eleganteste, edelste und vermutlich berühmteste rote Rebsorte. Entdecke in diesem Beitrag 10 Expertenfakten zu Pinot Noir. Werde jetzt zum Pinot Insider!

    Foto Vioneers

    10 Expertenfakten zu Pinot Noir

    1.Der Name pinot leitet sich vom französischen Wort pin (Pinie) ab. Er spielt auf die Ähnlichkeit zwischen Traubenform und Pinienzapfen an. 

    2. Mit über 300 internationalen Synonymen ist Pinot Noir eine der am weitesten verbreiteten Rebsorten der Welt.

    3. Gemessen an der weltweiten Rebfläche schafft es Pinot Noir aber mit 100.000 ha nur auf Platz 9. Ausschlaggebend dafür ist mitunter die anspruchsvolle Handhabung der Traube im Weinberg.  

    4. Im Deutschen wird Pinot Noir auch Spätburgunder genannt. Bemerkenswert ist, dass der Spätburgunder gar keine spätreife Rebsorte ist. Sie ist nur später reif als Frühburgunder.  5. Der Film Sideways (2004) löste einen Pinot Noir – Hype in den USA aus. Als Reaktion wird er vermehrt auch in den USA angebaut.

    6. Es ist davon auszugehen, dass bereits Julius Cäsar Pinot Noir aus den gallischen Provinzen trank. Die Rebsorte war bereits vor der Jahrtausendwende bekannt.

    7. Pinot Noir hat die dünnste Schale der gemeinen Rotweinsorten. Das liegt an dem Alter der Rebsorte (urtümlich) und bedarf besonders viel Aufmerksamkeit bei Ernte und Verarbeitung. 

    8. Gleichzeitig sorgt die Dünne der Schalen auch für einen geringeren Tanningehalt und somit für eine seidige Textur. Das klassische Bouquet von Pinot Noir umfasst rote Früchte (Kirsche und Himbeere), Blumen (Rose und Veilchen) und erdige Noten. 

    9. Pinot Noir ist eine Cool Climate Rebsorte. Man findet sie also mehr an Orten, wo die Maximaltemperaturen niedriger und die Klimaschwankungen geringer sind als in typischen Weinbauregionen. Gleichzeitig erlaubt dies dem Pinot Noir seine weite Verbreitung: Von Kanada bis Neuseeland ist alles dabei. 

    10. Pinot Noir wird auch der „Künstler unter den Rebsorten“ genannt, da die Rebsorte wie keine zweite auf Terroirunterschiede reagiert und die Weine einzigartig macht. 

    Entdecke top Pinot Noirs bei Vioneers!

    Nur beste Weíne.

    Vioneers setzt sich zusammen aus vino [ital.] für „Wein” und pioneers [engl.] für “Pioniere”. Wir sind Weinpioniere und Winzerentdecker. Wir entdecken unsere besten Weine auf familiengeführten Boutique-Weingütern auf der ganzen Welt.

    vioneers.com

    Vioneers Winespot Backnang

    Öffnungszeiten im Sommer:
    Di – Fr 15:00-19:00 Uhr
    Samstags geschlossen

    Heiligabend und Silvester geschlossen.

    Blumenstrasse 22
    71522 Backnang

    07191 2206 085

    winespot@vioneers.com

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  • WEINSPIEL-ROT-WEISS

    WEINSPIEL-ROT-WEISS

    Winetasting at home Box

    von Kai Wunner

    Eine besondere Geschenkidee oder ein Highlight für die bevorstehenden Feiertage haben die Weingüter Eißele, Idler und Singer-Bader zusammen mit Weinsommelière Melanie Weber kreiert. Es richtet sich an alle, die gerne Zeit mit Freunden & Familie verbringen und die Themenwelt Wein neu entdecken möchten.

    Mit einem neu designten und kreativ aufgebauten Sensorik Ebook von Sommelière Melanie Weber kann man sprichwörtlich eintauchen in die Weinwelt. Die Probe beinhaltet je einen repräsentativen Wein aus den drei Remstal-Gemeinden Kernen, Korb und Weinstadt. Im Paket ist die Sortenauswahl so zusammen gestellt, dass aus jeder Epoche der regionalen Weinbaugeschichte ein Vertreter dabei ist:

    Trollinger ANDERS, trocken – der KLASSIKER
    Weingut Eißele, Grundäcker 10, D-71394 Kernen

    Sauvignon Blanc BIOLAND, trocken – der ALLSTAR
    Weingut Idler, Lehenweg 21, D-71384 Weinstadt

    Cabertin BIOLAND, trocken – der ZUKUNFTSWEIN
    Weingut Weingut Singer-Bader, Rosenstr. 1, D-71404 Korb

    Die Tasting at home Box mit 3 x 0,75 L + Ebook gibt es für 40.- Euro bei Melanie Weber im LaWein Rosenladen. Lange Str. 18, 71332 in Waiblingen, bei den Partnerweingütern sowie online:

    https://www.singerbader.
    de/shop/probierpakete/winestasting-at-home-box
    /

    Zur WEINKORB Vinothek und zum Weingut Singer-Bader

    2018 haben sich die Winzerfamilien Singer aus Korb und Bader aus Stetten zusammengeschlossen.Das Weingut Singer-Bader bewirtschaftet zehn Hektar Rebflächen im Remstal. Mit dem Jahrgang 2020 wurde das Weingut bio-zertifiziert (Bioland). Nachhaltigkeit wird im Weingut großgeschrieben, was sich beispielsweise auch im Einsatz neuer und zukunftsorientierter Rebsorten, so genannter
    Zukunftsweine, zeigt. Weingut und Vinothek heben sich durch ihre außergewöhnliche Architektur und die Vielfalt der angebotenen Veranstaltungen ab.

    Seit 2022 ist das Weingut Mitglied bei Zukunftsweine.de, dem Gewinner des deutschen Nachhaltigkeitspreises 2022 und engagiert sich mit großen persönlichen Einsatz für die
    Zukunftsrebsorten.

    Weinkorb | Vinothek Korb

    Rosenstraße 1

    71404 Korb

    Deutschland

    Telefon: +49 (0) 7151 986 5707

    E-Mail: info@singer-bader.de

    Web: www.singer-bader.de

    Öffnungszeiten

    VERKAUF + DRIVE-IN

    Mo. – Fr.: 15-18 Uhr

    Sa.: 10-14 Uhr

    Weingut | Weingarten Stetten

    Albert-Moser-Str.100

    71394 Kernen-Stetten

    Do. – Fr.: 15-18 Uhr

    Mi.: Ruhetag

    Sa.: 10-14 Uhr

    Barbara Singer, geb. Bader, und Julian Singer – © Weingut Singer-Bader
    Das Team von Weingut Singer-Bader und und Weinkorb aus Korb und Stetten: Julian Singer, Gudrun Singer, Barbara Singer geb. Bader, Dominic Fuchs, Simon Hahn, Iris Bader. Robert Singer, Hans Bader – © Weingut Singer-Bader

    Weingut Idler


    Marcel Idler
    Lehenweg 21
    71384 Weinstadt-Strümpfelbach
    Deutschland
    Tel. +49 (0)7151 600631
    E-Mail: info@weingut-idler.de
    www.weingut-idler.de

    © Weingut Idler
  • Dom Pérignon

    Dom Pérignon

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Die Weine aus der Champagne genießen einen ausgezeichneten Ruf im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Sie erzielen hohe Preise und werden auch am königlichen Hofe getrunken, ein einträgliches Geschäft für die Produzenten rund um die Stadt Épernay. Das gilt auch für die Abtei Saint-Pierre d ́Hautevillers, ein Benediktinerkloster, das seit ewigen Zeiten Einnahmen von Pilgern klug in wertvolle Weinberge investiert und so blüht und gedeiht. Bis die unfassbaren Grausamkeiten des 30-jährigen Krieges auch diese Gegend erreichen. Am Ende dieser Auseinandersetzung werden ganze Landstriche verwüstet sein, Gegenden entvölkert, die Menschen verhungert oder an Seuchen gestorben, einfach im Elend untergegangen. Auch die Abtei von Hautevillers leidet unter dem Krieg, die Weinberge verkommen, die wirtschaftlichen Verhältnisse liegen darnieder.

    Im Alter von 30 Jahren übernimmt der Benediktiner Pierre Pérignon das Amt des Cellerars in der Abtei Saint-Pierre d ́Hautevillers. 1638 oder Anfang 1639 in dem Dörfchen Sainte-Menehould geboren, war der Sohn aus gutem Hause im Alter von 19 Jahren dem Orden beigetreten, wissbegierig, fleißig und strebsam. In seiner neuen Abtei an den südlichen Hängen der Montagne de Reims wird er die wirtschaftliche Leitung der Gemeinschaft innehaben, eine überaus verantwortungsvolle Position. Haupteinnahmequelle des Klosters ist der Weinbau, kein Wunder das sich der Kellermeister eingehend mit diesem Thema beschäftigt. Er wird über 40 Jahre in diesem Amt wirken und erhält im Laufe der Zeit den Ehrentitel Dominus, für „Herr“ oder „Meister“. 1715 stirbt Dom Pérignon und wird auf dem Friedhof seiner Abtei in Hautvillers begraben, heute ein Wallfahrtsort des Weinfachs.

    Der Name Dom Pérignon ist eng mit Champagner verbunden, obwohl er nicht den moussierenden Wein herstellte, wie wir ihn heute kennen. Unbestritten ist jedoch sein Einfluss auf die Weinbereitung: Dom Pérignon entwickelte u.a die die Kunst der Assemblage, also des Verschneidens verschiedener Weine in der Absicht, ihre Stärken zu fördern und ihre Schwächen vergessen zu machen. Ein Schüler Dom Pérignons war übrigens ein Mönch namens Dom Thierry Ruinart, dessen Neffe Nicolas Ruinart später das erste Champagnerhaus in Reims gründen sollte. Dom Pérignon ist heute der Name einer Marke, die zum Champagnerhaus Moët & Chandon gehört.

    Unser Brut nature, Jg. 2018, hergestellt nach der Méthode champenoise, ist ausgetrunken. Seit März liegt der 22er auf der Hefe und soll ab Frühjahr 2025 degorgiert werden.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Riesling vs. Klimawandel

    Riesling vs. Klimawandel

    Ist die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr?

    von Friedemann B. Götz

    Es liegt auf der Hand, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen nicht spurlos an einer fragilen Frucht wie der Rieslingtraube vorübergeht. Wir haben deshalb bei drei unserer Riesling-Winzer aus Deutschland nachgefragt: Ist die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr?

    Der Klimawandel ist in aller Munde und zeigt sich eindrucksvoll in dramatischen Episoden. Die Meeresspiegel steigen, die Temperatur geht nach oben und Wetterextreme wie Überschwemmung und Trockenheit werden häufiger. 

    Es liegt auf der Hand, dass der Klimawandel mit seinen Wetterextremen nicht spurlos an einer fragilen Frucht wie der Rieslingtraube vorübergeht. Wir haben deshalb bei drei unserer Riesling-Winzer aus Deutschland nachgefragt, ob sie die Königin der Weißweine, die Rieslingtraube, in ernsthafter Gefahr sehen. 

    Im Interview haben wir Johannes Groß (Weingut Goldatzel, Rheingau), Felix Prinz zu Salm-Salm (Weingut Prinz Salm, Nahe) und Aaron Schwegler (Weingut Albrecht Schwegler, Württemberg). 

    Foto Vioneers

    Wie steht es aktuell um den Riesling? 

    Wir haben alle drei Winzer gefragt, wie es unter dem Aspekt des Klimawandels aktuell um den Riesling steht. Die beiden nördlicheren Winzer (Felix Prinz zu Salm-Salm und Johannes Groß) überraschen uns mit einer beinahe deckungsgleichen Antwort:

    „Dem Riesling ging es noch nie besser, der Klimawandel spielt uns extrem in die Karten aktuell. Natürlich stellen wir Veränderungen fest, aber man muss fairerweise sagen, dass uns hier im deutschen Cool Climate ein wenig mehr Sonne und Trockenheit noch nicht geschadet hat“.

    Johannes Groß

    Man müsse sich nur einmal die Erträge der letzten Jahre im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten anschauen, um festzuhalten, dass der Wein gerade gut wächst. Auch sei es vor 30 – 50 Jahren eine Seltenheit gewesen, dass stets vollreife Trauben gelesen werden können. Dies ist nun normal. 

    Aaron Schwegler aus Württemberg ist aktuell ebenfalls zufrieden mit seinen Rieslingreben. Er pflegt die geerbten Reben mit aller Sorgfalt, blickt allerdings auch kritisch in die Zukunft: „Ich kann hier nur Riesling anbauen, solange die Reben gesund sind und unter den aktuellen klimatischen Bedingungen eine Fortführung des Rieslings sinnvoll ist.“ 

    Rieslingtrauben werde geerntet. Foto Vioneers

    Neue klimatische Bedingungen für den Riesling

    Dass sich die Bedingungen für den Weinbau verändern, leugnet keiner der Winzer. Sie sehen sich und die Weinbranche aktuell von folgenden Phänomenen beeinflusst: 

    1. Trockenheit 

    Ein globaler Temperaturanstieg von wenigen Dezimalen ist bereits Anlass genug, dass das Thema Trockenheit auf der Agenda der Winzer steht. 

    Felix Prinz zu Salm-Salm sieht bei der Trockenheit besonders das filigrane Gleichgewicht des Rieslings in Gefahr:

    „Der Riesling lebt ja von der Balance zwischen Säure und Restzucker. Außerdem wollen wir nicht zu viel Alkohol im Riesling haben. Von der Filigranität lebt der Riesling.“

    Felix Prinz zu Salm-Salm

    Grund zur Sorge sei dies aber noch lange nicht, da man mit seinen Herausforderungen wachse und den Riesling immer noch im Griff habe. Hat man diese Balance nicht im Griff, wird der Riesling schnell langweilig, zu alkoholisch oder zu sauer. Wir haben die Rieslinge getestet – alle drei Winzer haben den Riesling im Griff. 

    2. Frühe Lese

    Im Vergleich zu den Wetterdaten der letzten 50 Jahre hat sich die Weinlese – besonders auch im Hinblick auf den Riesling – um mehrere Wochen nach vorne verschoben. Im Vergleich zu den 1950er Jahren ernte man nun im Schnitt 21 Tage früher.

    Eine Veränderung, die die Dynamik auf Weingütern beeinflusst: Erntehelfer müssen früher im Jahr bestellt werden. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass bei gleichbleibendem Ernteende die Ernte länger sei. Ein Kostenfaktor, den man mit einkalkulieren muss. 

    3. Wetterextreme

    Alle Winzer nennen einzelne Jahre, die Wetterextreme mit sich brachten. Allein aus dem letzten Jahrzehnt sind hier nur 2022, 2018 und 2015 zu nennen. Extreme Trockenheit war hier das Problem. Aaron Schwegler führt dieses Phänomen mitunter auf die Verlangsamung des Golfstroms zurück: „Die Faktenlage ist klar: Der Golfstrom verlangsamt sich und somit wird auch die Wetterdynamik träger. Entweder ein Sommer ist ohne Veränderung der Großwetterlage komplett heiß und trocken wie 2022. Oder er ist komplett verregnet wie 2021. Zwischendrin findet immer seltener stabiles Wetter.“

    4. Wasserknappheit

    Aaron Schwegler fügt weiter an, dass die zunehmende Versteppung eine Folge aus mehreren Faktoren des Klimawandels sei. „Blickt man beispielsweise nach Kalifornien wird das Ausmaß des Wassermangels deutlich: die Staubecken leeren sich und es kommt kaum Regen nach.“ Eine Rationierung des Wassers ist die Folge, was natürlich die Frage der Wirtschaftlichkeit aufwirft und leider auch der Existenz des Weinbaus. Muss man dem Weinbau Vorrang vor der Landwirtschaft geben, die die Bevölkerung ernährt? 

    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da inmitten der Wüste einzelne Weinberge künstlich bewässert am Leben gehalten werden, während das Wasser zur Sicherstellung der Ernährung und somit der Existenz der umliegenden Bevölkerung genutzt werden sollte.“ (Aaron Schwegler)

    Riesling-Weinberg. Foto Vioneers

    Was heißt das für den Riesling – wird er ersetzt durch andere Rebsorten? 

    „Das hängt einerseits von der Region, andererseits natürlich vom Boden und vom Klima ab“ – so Johannes Groß. Es habe sich schon vor einigen Jahren ein Fenster geöffnet, das es Rebsorten ermöglicht zu wachsen, die bisher mehr im Süden Europas zu Hause waren. Johannes plant allerdings nicht, seine Rieslinge und Burgundersorten durch andere Rebsorten zu ersetzen. Auch sieht er den Vorteil in seinen Süd- und Osthängen, die ihm klimatisch in die Karten spielen.

    So pauschal optimistisch Felix Prinz zu Salm-Salm auf seinen Riesling schaut, hat er doch einen differenzierten Blick im Bezug auf andere Rebsorten. Dies hänge von der Region ab. Besonders im Süden (Baden und Württemberg) würde man sicher vor einige Herausforderungen gestellt. Einen großen Shift – gerade in den großen Spitzenbetrieben – sehe er allerdings nicht. 

    Aaron Schwegler im Remstal knüpft hier an und spricht von seinem Glück, dass seine Eltern in den 1980er Jahren bereits anfingen Merlot und Cabernet Franc in Württemberg zu setzen. Beides sind Rebsorten, die damals mehr als absurd und deplatziert erschienen, von denen er nun mit dem Klimawandel allerdings profitiert.

    Im Hinblick auf den Riesling wandert Aarons Blick in der Planung auf die südfranzösischen Weinbauregionen mit ihren weißen Rebsorten. Es liege schließlich in seiner Verantwortung in großen Zyklen zu denken, um kommenden Generationen die Freude an alten Reben zu bescheren, die er erfahren durfte. 

    Rieslingtraube. Foto Vioneers

    Die Zukunft des Rieslings

    „De facto ist es so, dass ich in den heißeren Lagen wie bei uns im Remstal dem Riesling keine große Zukunft mehr prognostiziere.“

    Aaron Schwegler

    Allein aus wirtschaftlicher Sicht lohne es sich für Aaron Schwegler nicht in neue Rieslingreben zu investieren. Das habe er noch nie getan und würde er auch niemals machen. Es dauere schließlich 3 Jahre bis mit den ersten Erträgen zu rechnen sei und weitere 5 bis 10 Jahre bis die Reben eine Gleichmäßigkeit und Qualität an den Tag legen, von denen man leben könne. Mit zunehmenden Wetterextremen sei diese Entwicklung allerdings in Gefahr, sodass er die sensible Rebsorte in seiner Planung „komplett von der Agenda“ streichen müsse. 

    Johannes Groß sieht weiterhin eine gute Zukunft für den Riesling. „Klar wird sich einiges verändern, aber wir wachsen mit der Zeit und unseren Herausforderungen. Ich glaube, es ist noch lange nicht so weit, dass wir sagen: Dem Riesling wird es hier zu warm.“

    Das Hier und Jetzt

    Es lässt sich viel über die Zukunft streiten und diskutieren. Dennoch können wir letztendlich wenig beeinflussen, außer der Gegenwart.

    So blickt auch Felix Prinz zu Salm-Salm pragmatisch auf die Lage. Zum Einen liegt sein Investitionsfokus seit längerem bereits auf den höheren Lagen, um weiterhin Cool Climate beibehalten zu können. Zum Anderen müsse man nachhaltig über regenerative Bewirtschaftung nachdenken. Der Boden müsse bereit sein, Wasser zu speichern, aber auch bei Starkregen Wasser schnell aufzunehmen. Zu bewerkstelligen sei dies durch regenerative Landwirtschaft: „Wir wollen den Boden nicht mehr aufmachen, sondern wir wollen, dass die Wurzeln sich wirklich ausbreiten können und langfristig tief wurzeln können. Somit bilden wir eine Schicht, die das Wasser speichert.“

    Es sei das allerwichtigste aktuell, sein Know-How auszubauen, um den heißen Jahren in Zukunft entgegenzuwirken und aufmerksam die Entwicklungen zu verfolgen. 

    Fazit

    Unsere drei befragten Winzer blicken aus ihren unterschiedlichen Weinbauregionen jeweils anders auf das Thema. Während Aaron Schwegler im Süden den Riesling von seiner Zukunftsplanung komplett streicht, freuen sich die Winzer von Nahe und Rhein über die vollreifen Rieslingtrauben der letzten Jahre. Unsere Winzer haben den Klimawandel im Blick und stellen sich auf Veränderungen ein. Das Hier und Jetzt ist die entscheidende Zeit, um Schlimmeres zu verhindern. 

    Schau Dir hier das Interview mit Felix Prinz zu Salm-Salm an.

    Nur beste Weíne.

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    Vioneers Winespot Backnang

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  • VDP. Versteigerungen zu Gunsten sozialer Projekte

    VDP. Versteigerungen zu Gunsten sozialer Projekte

    VDP. Versteigerungen – Mosel-Saar-Ruwer in Trier und von der Nahe, aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr in Bad Kreuznach

    von VDP

    Die VDP.Versteigerungen in Trier und Bad Kreuznach stehen unmittelbar bevor. Am 15. sowie am 17. September 2023 ist es endlich wieder soweit. Die renommierten Versteigerungsweingüter aus den Regionen Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen, Pfalz und Ahr laden Sie herzlich dazu ein, an ihren aufregenden Auktionen teilzunehmen – sei es persönlich vor Ort oder online von überall aus.

    VDP.VERSTEIGERUNG MOSEL-SAAR-RUWER

    VDP.VERSTEIGERUNG | TRIER
    15. September 2023

    Der GROSSE RING VDP.Mosel-Saar-Ruwer e.V. lädt zur Versteigerung nach Trier ein. Bei der VDP.Versteigerung 2023 werden die Höchstgebote von Edwin Vos, dem internationalen Leiter für Wein und Spirituosen und leitenden Auktionator für diese Kategorie des Auktionshauses Christie’s (London) zugeschlagen. Eine persönliche Teilnahme ist nur durch vorherige Registrierung möglich. Auch in diesem Jahr kann die Versteigerung online über einen Youtube-Livestream verfolgt werden. Zur Versteigerung kommen in diesem Jahr 613 Flaschen VDP.GROSSES GEWÄCHS® und 13.805 Flaschen Prädikatswein.
    MEHR INFORMATIONEN 

    VERSTEIGERUNGSKATALOG  

    ZUR LIVE-ÜBERTRAGUNG
    CHARITYKISTE 2023
    Der Benefizzweck dieses Jahr: Zugunsten des Nestwärme e.V. Trier | Bereich ambulante Kinderhospiz | nestwaerme.de
    Die Kiste wird durch Günther Jauch versteigert
    Foto VDP

    VDP.Versteigerung Nahe

    VDP.Versteigerung | Bad Kreuznach
    17. September 2023
    Nur zwei Tage später, am Sonntag den 17. September wird dann in
    Bad Kreuznach versteigert. Seit über hundert Jahren treffen sich Weinbegeisterte aus der ganzen Welt, um auf ausgewählte Spitzenweine von der Nahe, aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Ahr zu bieten. In diesem Jahr können Sie entweder live im Publikum bei der Nassen Versteigerung im Cineplex Bad Kreuznach teilnehmen oder vor dem Bildschirm des Livestreams (am 17.09. ab 13 Uhr). • MEHR INFORMATIONEN

    • VERSTEIGERUNGSKATALOG 

    ZUR LIVE-ÜBERTRAGUNG
    charityKISTE 2023 – 10 Years After
    Jedes Versteigerungsweingut hat in seiner Schatzkammer einen hochwertigen trockenen Spitzenwein für die Charitykiste ausgewählt und gestiftet. Den genauen Inhalt finden Sie hier. Der komplette Erlös wird an das Projekt „Wurzeln schlagen“ der Kreisverwaltung Bad Kreuznach zu Gunsten von Nachhaltigkeitsprojekten gespendet.16 Flaschen à 0,75 l „10 Years After“ aus dem Jahrgang 2012Ausrufpreis 500,00 € netto
    Foto VDP

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023 Wiesbaden

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023 Wiesbaden

    Die trockenen Spitzenweine des VDP feiern ihr Jahrgangs-Debut

    von VDP

    Halten Weinliebhaber:innen eine Weinflasche mit den Initialen „GG“ und dem charakteristischen Logo des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) – dem VDP.Adler – in den Händen, wissen Sie sofort: Hierbei handelt es sich um den trockenen Spitzenwein aus einer der besten deutschen Weinlagen. Lediglich Weinberge, die als VDP.GROSSE LAGE® klassifiziert sind, verfügen einerseits über optimale Terroir Voraussetzungen und haben andererseits über Jahrzehnte hinweg bewiesen, herausragende Weine hervorzubringen. 

    Diese besonderen Weine entstehen unter strengsten Qualitätskriterien und durchlaufen mehrere umfassende sensorische Verkostungen. Vor allem aber sind sie Ausdruck der höchsten Ansprüche der Winzer:innen des VDP an ihre Weine. Doch prägen nicht nur die arbeitsintensive Handarbeit, die akribische Ertragsregulierung und die Konzentration auf zum jeweiligen Weinberg passende Rebsorten, den Terroir-Charakter im Glas. Große Weine sind eine Frage der Zeit und entfalten ihr ganzes Potenzial auf lange Sicht. Daher vergeht etwa ein Jahr nach der Weinlese, bevor die Weißweine des VDP.GROSSES GEWÄCHS® alljährlich zum 1. September ihren Weg auf den nationalen und internationalen Markt finden. Manche Winzerinnen und Winzer des VDP warten auch länger. Den Rotweinen werden mindestens volle zwei Jahre gegönnt, bis sie ihre erste Trinkreife erreicht haben und in Flaschen abgefüllt werden, um dann noch viele Jahre bis Jahrzehnte reifen zu können.

    Durchschnittlich werden bei einer Anzahl von 599 geprüften GGs (im Jahr 2023) ca. 3000 Flaschen produziert, zu Preisen, die mit einem Durchschnittspreis von 45 Euro und einer Spanne bis zu 225 Euro und mehr bei einem Mehrfachen liegen, was in Deutschland für eine Flasche Wein ausgegeben wird und die damit einhergehende Wertschätzung zum Ausdruck bringt.

    Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® 2023

    Doch vor dem Markteintritt der Weine mit der begehrten Kennzeichnung VDP.GROSSES GEWÄCHS® steht ihnen noch eine „begehrte“ Hürde bevor: die Veranstaltung „Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS®“ bei der im Wiesbadener Kurhaus internationale und nationale Top-Verkoster:innen der renommierten Weinpublikationen, des Fachhandels und der Spitzengastronomie zusammenkommen, um den neuen Jahrgang drei Tage lang erstmalig und exklusiv intensiv zu verkosten und zu bewerten. 

    Bei der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® werden die Weine perfekt temperiert, in der gewünschten Reihenfolge auf Bestellung an den Platz der Verkoster:innen gebracht. Zusammengestellt nach ihrer Herkunft – sodass Weine aus gleichen Lagen von unterschiedlichen Winzer:innen im Vergleich Seite an Seite probiert werden können. Die Präsentation durch den VDP erfolgt nach einem zwischenzeitlich international vielfach nachgeahmten Prozedere: Jede einzelne Flasche wird vor dem Ausschank von Weinprofis vorverkostet. 46 Kühlschränke temperieren die in diesem Jahr 83 Flights mit circa 460 GGs, die während der drei Tage auf den Tisch der Verkoster:innen kommen. 50 Servicekräfte kümmern sich um etwa 200 Verkoster:innen aus 25 unterschiedlichen Ländern.

    FACTS AND FIGURES

    599 VDP.GROSSE GEWÄCHSE® sind in diesem Jahr geprüft worden und haben damit die Berechtigung, erstmals ab dem 1. September 2023 auf den Markt zu kommen. Diese Weine wurden in 327 Lagen erzeugt.

    Nach RebsorteAnzahlIn ProzentNach RegionAnzahlIn Prozent
    Riesling34558%Ahr285%
    Spätburgunder12922%Baden8214%
    Weißer Burgunder 376%Franken5910%
    Silvaner275%Mittelrhein92%
    Grauer Burgunder 234%Mosel-Saar-Ruwer6811%
    Lemberger / Blaufränkisch203%Pfalz12321%
    Chardonnay163%Rheingau5910%
    Frühburgunder2>0%Rheinhessen6611%
       Sachsen-Saale-Unstrut92%
       Württemberg6110%
    GESAMT599100% 599100%
    Quelle VDP

    Auch wenn mit dem Beginn der Vermarktung der Weine bereits ein bzw. zwei Jahre der Reife vergangen sind, sind sie zum Zeitpunkt der Verkostung noch immer sehr jung. Dies erfordert von den Gästen besondere Lagenkenntnis und Verkostungserfahrung. Profis sind in der Lage das Potenzial in diesen Weinen zu erkennen, die im Laufe der Jahre als wahre Langstreckenläufer ihr Können beweisen und über Jahrzehnte hinweg sowohl reifen als auch genossen werden können. In diesem Bewusstsein gehen einige VDP.Winzerinnen und VDP.Winzer sogar einen Schritt weiter und bringen ihre Weine erst als sogenannten „Late Release“ auf den Markt. Hierbei werden die Weine noch zusätzliche zwei oder sogar fünf Jahre zurückgehalten, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dieses Vorgehen unterstreicht die Hingabe dieser Winzer:innen zur Perfektion und verdeutlicht, dass sie den Reifeprozess ihrer großen Herkunftsweine als unverzichtbaren Teil ihrer Philosophie ansehen.

    Foto VDP Peter Bender
    Foto VDP Peter Bender

    Ein Rückblick auf Erfolge und eine Zukunft der Lagenklassifikation 

    Anlässlich der Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in Wiesbaden blickt der VDP auf ein spannendes Jahr zurück. Vor einem Jahr wurde das Jubiläum 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® zelebriert – eine Feier mit den deutschen Grand Crus der letzten zwei Jahrzehnte und einem emotionalen Rückblick in die Anfangszeiten dieser Erfolgsgeschichte. Stolz ist der Verband auf die über 30 Jahre lange Klassifikations-Erfahrung sowie 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS®. Vor allem kann heute, viele Jahre später voller Überzeugung festgestellt werden, dass all der Verzicht, die Diskussionen und die einzelnen Zwischenschritte sowie Meilensteine wichtig für den heutigen Erfolg der Weine des VDP waren. Doch bedeutet all das nicht, dass das Ziel des langen Weges erreicht ist.

    „Zwanzig Jahre später trafen sich die Mitglieder des VDP im Jagdschloss Platte bei Wiesbaden, um das Jubiläum ihrer Großen Gewächse zu begehen – und es war nicht nur ein rauschendes Fest, es war eine Triumphfeier, weil die Karriere des GG sehr wahrscheinlich die größte Erfolgsgeschichte im deutschen Weinbau überhaupt ist.“

    Jakob Strobel y Serra

    Gerade die Rückbesinnung auf das, was den VDP als Vorreiter der Premier Crus und Grand Crus in Deutschland großgemacht hat, hat ermöglicht, die zum Teil sehr schwierigen Diskussionen der vergangenen Monate aufgrund der geplanten Anpassungen der Weinverordnung mit Vernunft und Geduld führen zu können. Die Aufarbeitung der eigenen Klassifikations-Geschichte im Zuge des Jubiläums, aber auch der Austausch mit den Nachbarn aus Frankreich und Österreich sowie die weingesetzlichen Entwicklungen bestärkten den internen Hinterfragungsprozess und die Entschlossenheit, gemeinsam im VDP den nächsten Schritt zu gehen.

    Nicht mehr nur auf historische Bewertungen, die am Anfang der Klassifikation den Ausschlag gaben, sondern auf die erworbenen Erfahrungen der letzten Jahre wird nun abgestellt. So geht der VDP die nächste Etappe der Klassifikation an. Für jede Lage und jedes VDP.Weingut wird ein Klassifikationsdokument erstellt, das die Stärke der Lage und der jeweiligen Weine nach ihrer historischen, qualitativen, ökonomischen Relevanz und ihrer Reputation erfasst. So wird die Klassifikation mehrdimensionaler und transparenter gestaltet: Es geht um die bewiesene Anerkennung – und nicht darum, welches Potenzial ein Weinberg möglicherweise hätte. So fügt sich das Potenzial des Weinbergs mit dem Können des Winzers/der Winzerin zu einer Einheit zusammen.

    Welche Chancen und Herausforderungen die angestrebten Veränderungen der Weinverordnung für den gesamtdeutschen Weinmarkt und den VDP mit sich bringen, können Sie hier detailliert nachlesen. Hier finden Sie außerdem einen Rückblick auf die Geschichte und den Werdegang des VDP mit all seinen Höhen und Tiefen von Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine Zeitung/Hochschule Geisenheim University.

    „Die Vorpremiere VDP.GROSSES GEWÄCHS® in Wiesbaden zeigt einmal mehr, dass die „GGs” des VDP sich zu wahren Aushängeschildern des deutschen Weinbaus entwickelt haben und international einen herausragenden Ruf genießen. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft, Innovation und harter Arbeit unserer Winzerinnen und Winzer und damit ein Symbol für die tiefe Verbindung zwischen Weinberg und Mensch. All das bestärkt uns in der Mission, die Einzigartigkeit der Top-Weinberge und Weine aus Deutschland in die Welt zu tragen.“

    Steffen Christmann

    Wie präsentieren sich diese Weißweine des Jahrgangs 2022? 

    Die Verkostung der neuen GGs bringt auch immer einen Rückblick darauf mit sich, wie das Wetter in den jeweiligen Jahrgängen spielte: Im Jahr 2022 gab es aufgrund des warmen Frühjahrs keine Spätfrostschäden, wodurch die Rebenentwicklung in den Frühlingsmonaten schnell voranschritt. Warme Tage bereits im Mai trieben das Wachstum der Laubwände und der Rebblüte weiter rapide voran. Schnelles und genaues Arbeiten wurde zur Voraussetzung in den austreibenden Weinbergen, um mit der wachsenden Natur Schritt halten zu können. Der darauffolgende Sommer war geprägt von vielen Sonnenstunden und damit einer langen Trockenheit und Dürrephase, die die Reife in den Sommermonaten stark beschleunigte. Lagen mit guter Wasserversorgung profitierten von diesem Sommer, während die Situation gerade in jüngeren Weinbergen angespannt war. Ähnlich wie im Jahr 2018 startete die Weinlese in vielen Regionen aufgrund der heißen Sommertage bereits Ende August. Die Trauben wurden vor der eigentlichen Lese gewissenhaft selektioniert, oft wurden auch die Erträge reduziert, um auf die Trockenheit zu reagieren und um die hohen Qualitätsansprüche erfüllen zu können. Teilweise war der perfekte Lesezeitpunkt der VDP.GROSSE LAGE® schon früher als in anderen Weinbergen erreicht. Diese Lagen erlangten durch ideale Bedingungen, wie durch das Zusammenspiel von Boden und Klima einen Reifevorsprung. Der Regen im Herbst machte die Lese manchmal auch zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Das zeigt, wie wichtig das richtige Timing im Weinberg ist, um die optimale Reife ohne Einbußen in der Qualität abpassen zu können. Dank der gewissenhaften Handarbeit und präziser Selektion konnte trotz der zum Teil erschwerten Bedingungen gesundes und reifes Traubenmaterial geerntet und verarbeitet werden.  

    Nun, 12 Monate später zeigt sich der Weißweinjahrgang der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® als eher filigraner Jahrgang mit runder Säure und schöner Konzentration. Ein Musterbeispiel, wie gut inzwischen unsere Winzerinnen und Winzer auf wärmere und trockenere Jahre reagieren können.

    Wie zeigt sich der Jahrgang 2021 im Rotweinbereich?

    Ungewohnt spät hat die Weinlese hingegen im Jahr 2021 begonnen. Woran liegt das? Blickt man auf die Anfänge des Jahres 2021 zurück, ließen warme Temperaturen im Frühjahr auf sich warten. Entsprechend spät begann der Austrieb in den Weinbergen. Das Wachstum der Reben wurde durch weiterhin eher kühles Wetter gebremst. Kaum fand der vermeintliche Frühling sein Ende, konnten die Reben durch die endlich warmen Tage im Juni voll durchstarten, aber die nun explosionsartige Entwicklung gepaart mit häufigem Regen verlangte den Winzerinnen und Winzern viel Energie ab. Auch der Sommer glich nur kaum unseren Vorstellungen. Regentage über Regentage – einerseits wunderbar für die Natur, um dringend notwendige Wasserreserven aufzufüllen, andererseits weiterhin eine Herausforderung für die Winzer:innen selbst. Der sonst sehr heiße August war überraschend kühl, was den Lesebeginn noch weiter hinauszögerte. Fast schon versöhnlich zeigte sich ein warmer und trockener September, der den Trauben die notwendige Zeit zur Reife gab. Nachdem die Weinwelt auf einen enorm spannenden, viel bejubelten Weißweinjahrgang 2021 – mit messerscharfer Säure und Spannung – zurückblickt, wird nun mit Aufregung der Rotweinjahrgang 2021 erwartet. 

    Dieser Rotweinjahrgang spiegelt das Wetter beispielhaft wider. Mit Wasser gut versorgte Reben, kühlere Temperaturen und eine nur durch den hohen Arbeitseinsatz unserer Winzer:innen ermöglichte lange Reifezeit der Trauben am Stock, führte zu Weinen mit kühler, aber ausgeprägter Aromatik und faszinierender Säurespannung. 

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Traubenreifung

    Traubenreifung

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    In wenigen Tagen werden die grünen Trauben zu verfärben beginnen: Es ist die hohe Zeit der Veráison, ein magischer Zeitpunkt im Laufe des Weinjahres. Und die Gelegenheit, um von den wundersamen Veränderungen zu berichten, die die kommende Traubenreifung begleiten.

    Das Größenwachstum der grünen Trauben geht einher mit der Bildung von Stärke und Säuren. Die Verfärbung der Trauben steht für den Beginn der Reifung, in der Zucker in die Beeren eingelagert und Äpfelsäure in Weinsäure umgewandelt wird. Warmes Temperaturen fördert diese Reaktion, weshalb gute Jahre auch mit entsprechendem spätsommerlichem Wetter verbunden sind. Während die Äpfelsäure hart und kantig wirkt, ergibt die Weinsäure Eleganz und Frische. Mit der Umwandlung erfährt der Wein eine gut zu schmeckende Verbesserung.

    In heißen Jahren geht allerdings Äpfelsäure durch das Abatmen verloren, sie wird dabei in Glucose und Fructose umgewandelt. Eine Reaktion die vornehmlich in Richtung optimaler Reife stattfindet. Weshalb im Herbst guter Jahre,
    kühle Nächte vorherrschen, in denen der Umbau verlangsamt ist. Eine weitere wichtige Veränderung ist die Reifung
    der Tannine. Diese Gerbstoffe sitzen in den Beerenhäuten, in Kernen und Stilen der Weintraube. Sie treten im Laufe
    der Maischegärung in die Maische über. Unreife Tannine aus grünen Stilen oder Traubenkernen sind bitter und
    hinterlassen das typische pelzige Gefühl auf Zunge und Mundschleimhaut. Reife Tannine aus hellbraunen Stilen
    und Traubenkernen stehen hingegen für Körper, Komplexität und Lagerfähigkeit.

    Nach der Füllung des Weins verändern sich die Tannine weiter: Sie oxidieren und bilden Ketten (die als Weinstein
    ausfällen können). Der Wein wird weicher und runder. Schön zu schmecken an unserm 20er Merlot, der seit dem 02.08.2022 auf der Flasche ist.

    Aller Voraussicht nach, dürften wir Anfang Oktober mit der Lese starten. Wer Lust hat mit dabei zu sein: BItte kurze Mail. Gerne auch weitersagen, bzw. den Lesestoff weiterleiten! Alles weitere dann ab Ende September.



    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Gemeinsamer Austausch mit Bundesminister Özdemir am Kaiserstuhl

    Gemeinsamer Austausch mit Bundesminister Özdemir am Kaiserstuhl

    Herkunftsprofilierung braucht Leitplanken, Handwerk braucht Handarbeit

    von VDP

    Es sind die zahlreichen Themen, die die Weinbranche derzeit beschäftigen – vom Klimawandel, den Kostensteigerungen sowie der Herkunftsprofilierung in Deutschland. Umso wichtiger ist es, diese Sorgen mit der Politik zu teilen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. So fand vergangenen Donnerstag ein gemeinsames Gespräch zwischen dem BMEL mit Bundesminister Cem Özdemir sowie dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) statt.

    „Wir stehen als VDP für einen Weinbau sowie eine Landwirtschaft der Zukunft und Offenheit. Insofern blicken wir in dieselbe Richtung. Denn wir alle wissen – wir alle brauchen entschlossene Antworten. Hierzu gehört eine konsequente Herkunftsprofilierung mit klaren Leitplanken für die Einführung des Ersten und Großen Gewächses sowie die Motivation derer, die sich für die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Weinberge einsetzen“.

    VDP-Präsident Steffen Christmann

    Eine „Bottom up“ Herkunftsprofilierung

    Mit der neuen WeinVO erhält der deutsche Weinbau eine neue, herkunftsbezogene Ausrichtung. Das ist zu begrüßen. Nachdem der VDP bereits seit über 30 Jahren den Weg der Profilierung der Herkünfte gegangen ist, konnte festgestellt werden, dass eine klare Herkunftsprofilierung den Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung gibt und sie bindet. Um dies zu erreichen, fordert der VDP Konsequenz und Verzicht. Die Winzerinnen und Winzer im VDP mussten dafür über 30 Jahre Erfahrung sammeln, Fehler machen, neue Regeln aufstellen. Ein wichtiger Schritt war dabei die Etablierung der Ersten und Großen Gewächse, der Premier und Grand Crus für Deutschland, die auf einer klaren Gebietsprofilierung aufbaut. Sollen nun solche Weine für alle eingeführt werden, geht dies nur mit einer Klassifikation der Lagen, der Herkünfte nach ihrer Reputation. Damals wie heute haben diese Weine zum Ansehen des deutschen Weines in der Welt beigetragen. Umso bitterer die übereilte Aufnahme einer Regelung mit der Absicht der Vermeidung von „Wildwuchs“. Im Ergebnis sind diese Begrifflichkeiten nun aufgenommen, jedoch mit unzureichenden Bedingungen. Daher braucht es eine erneute Änderung der Weinverordnung mit konsequenten Leitplanken für die Umsetzung der Ersten und Großen Gewächse in den Regionen. Die Herkunftsprofilierung in Deutschland wäre sonst zum Scheitern verurteilt und würde zur Abwendung jener führen, die den gesamten Weinbau im Blick haben.

    ©BMEL / Schwalm

    Einig sind sich alle, dass sich Nachhaltigkeit und Zukunft nicht ausschließen dürfen. Mit der Klimaveränderung gehen Witterungsextreme- und Krankheits-Druck einher. Um den Weinbau in Schutzgebieten mitsamt Ökosystem & Lebensraum für Pflanzen, Insekten & Kleinstlebewesen überlebensfähig zu halten, braucht es eine realitätsnahe Umsetzung der Pflanzenschutz-Anwendungen, die mit der Branche erarbeitet wird. Kaum ein Jahr gilt nicht mehr als Ausnahmejahr und wird für den Weinbau, häufig besonders den Öko-Weinbau, zur Herausforderung. Daher braucht es passgenaue Gebote statt Totalverbote, um den Weinbau in Schutzgebieten zu erhalten. Gleichzeitig wird angeregt, dass der Einsatz von Kaliumphosphonat erneut mit den südlichen EU-Mitgliedsstaaten diskutiert wird, um eine Zulassung zu erreichen, die den Vorteil der Kupfer- und CO2-Reduzierung bietet.

    Der Erhalt der Weinkulturlandschaft sowie die Erzeugung von Qualitätsprodukten und damit der Wertschöpfung für diese Weinberge ist in vielen Fällen ausschließlich durch echte Handarbeit möglich – die ohne die über Jahrzehnte gepflegte Zusammenarbeit und Hilfe von Saisonarbeitskräften kaum denkbar ist. Daher bekräftigten die Vertreterinnen und Vertreter des VDP den Wunsch der Branche nach einer realistischen Zeit- und Personalpolitik mit entsprechender Praxisnähe und Flexibilität.

    „Um die derzeitigen Herausforderungen verstehen zu können, muss man den Weinbau und die Betriebe vor Ort hautnah erleben. Dies ist uns heute hier in der Kulturlandschaft des Kaiserstuhls gemeinsam gelungen“,

    Fritz Keller VDP-Mitglied & Weingut Franz Keller

     

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.