Kategorie: Winemaking

  • Eine Dokumentation der VDP.Klassifikation

    Eine Dokumentation der VDP.Klassifikation

    Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter blickt auf 30 Jahre Klassifikation zurück

    Ein langer Weg der Profilierung und Klassifikation liegt hinter den Winzerinnen und Winzern des VDP. Stolz kann auf 30 Jahre Klassifikations- Erfahrung sowie 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® zurückgeblickt werden. Vor allem kann heute, viele Jahre später, überzeugt gesagt werden, dass all der Verzicht, die Diskussionen und die einzelnen Zwischenschritte sowie Meilensteine wichtig für den heutigen Erfolg der Weine des VDP waren. Doch bedeutet all das nicht, dass das Ziel des langen Weges erreicht ist.

    Mainz, 12. Juli 2023 | Vor knapp einem Jahr wurde gemeinsam mit internationalen Top-Weinfachleuten das Jubiläum 20 Jahre VDP.GROSSES GEWÄCHS® gefeiert. Ein großes Fest mit den deutschen Grand Crus der letzten zwei Jahrzehnte und einem emotionalen Rückblick in die Anfangszeiten dieser Erfolgsgeschichte. Gerade die Rückbesinnung auf das, was den VDP als Vorreiter der Premier und Grand Crus in Deutschland groß gemacht hat, hat dazu geführt, die zum Teil sehr schwierigen Diskussionen der vergangenen Monate mit Vernunft und Geduld führen zu können. Die Aufarbeitung der eigenen Klassifikations-Geschichte im Zuge des Jubiläums, aber auch der Austausch mit den Nachbarn aus Frankreich und Österreich sowie die weingesetzlichen Entwicklungen bestärkten den internen Hinterfragungsprozess und die Entschlossenheit, gemeinsam im VDP den nächsten Schritt zu gehen.

    In dem Bewusstsein, dass alles stets einem Wandel unterzogen ist, geht der VDP damit die nächste Etappe in der Klassifizierung der Weinberge an. So werden die bisherigen Kriterien und Unterlagen, die damals auf eine Erstanerkennung der Lagen zielten, aufgearbeitet, zusammengefasst und um neue Erkenntnisse ergänzt. Dies führt nicht nur dazu, dass sich die Dokumentation der Klassifikation mehrdimensionaler und transparenter gestaltet, sondern gewissermaßen auch zu einem etwas anderen Blickwinkel: Es geht darum, welcher Weinberg bewiesen hat, dass er Potenzial hat (Bewiesene Reputation) – und nicht darum, welches Potenzial ein Weinberg möglicherweise hat (reine Potenzialabschätzung der Gegebenheiten). So fügt sich das Potenzial des Weinbergs mit dem Können des Winzers/der Winzerin zu einer Einheit zusammen.

    Nun gilt es, die in den letzten Jahren erworbene Reputation und Einschätzung der VDP.ERSTEN LAGEN und VDP.GROSSEN LAGEN in eine Evaluierung einzubeziehen, diese fortlaufend weiterzuentwickeln und zu überprüfen. Hierzu zählt die historische Relevanz anhand von Relevanz-stiftenden Belegen, die Bedeutung & das Renommee einer Lage und die Einstufung ihrer Bonität durch Erzeuger:innen & Expert:innen, die ökonomische Relevanz durch die Analyse der Anerkennung und Sichtbarkeit der Weine im nationalen sowie internationalen Markt, die qualitative Relevanz aus nationalen & internationalem Blickwinkel der Weinkritik oder auch der Gastronomie sowie die Homogenität von Geologie, Klima und Topographie. Darüber hinaus hat jede Region die Möglichkeit, besondere regionalspezifische Kriterien einzubeziehen, die nachweislich zur Bonität einer Lage beitragen und wie die anderen Kriterien auf die Stärke einer Lage einzahlen.

    Der Austausch mit der internationalen Weinwelt bestätigt immer wieder aufs Neue, dass die VDP.Klassifikation sowie die Einstufung der Lagen ein hohes Maß an Anerkennung in der ganzen Welt hat. Der nun laufende Prozess verdeutlicht dies und überprüft gleichermaßen den Status Quo. In diesem Bewusstsein ist man überzeugt, dass viele Entscheidungen der letzten beiden Jahrzehnte bestätigt werden, wenn die Lagen der VDP.Mitglieder die Dokumentation durchlaufen. Doch kann es gleichzeitig sein, dass manche Weinberge ihre Stärke in den vergangenen 20-30 Jahren nicht in gleicher Weise bestätigen konnten, wie andere. Ferner ist es möglich, dass andere, neue Weinberge sich über die Zeit eine hohe Reputation erarbeitet haben, von Winzerinnen oder Winzern zum Leben erweckt wurden und heute einen festen Platz unter den renommiertesten Weinbergen Deutschlands haben. Auch das verdeutlicht den vollständigen Terroir-Gedanken, der die Persönlichkeit, den Erzeuger/die Erzeugerin in die Größe eines Weines bzw. eines Weinberges miteinbezieht und Zeichen dafür ist, dass ergänzend zu dem Potenzial des Weinbergs die daraus erworbene Reputation unter Beweis gestellt wird.

    Eine zeitgemäße Klassifikation verleiht eben keine Auszeichnungen bis in alle Ewigkeit. Ein jeder großer Wein und Weinberg stellt sich so selbstbewusst regelmäßig einer Evaluierung. Am Ende dient all das auch dazu, die von den VDP.Prädikatsweingütern in den letzten Jahrzehnten gemachten Erfahrungen und das Erreichte in einem nachvollziehbaren Prozess zum Gegenstand der Erörterungen der Weingesetzgebung und der Schutzgemeinschaften zu machen. Ganz in der Klassifikationstradition unserer erfahrenen Nachbarn. Natürlich muss sich jede Klassifikation logisch in den Aufbau und das Profil einer Herkunft einfügen. Alles und gerade auch der Unterbau, die Profilierung der ggA (geschütze geographische Angabe), aber auch Regional- und Ortsweine, werden noch einige Diskussionen erfordern, zu denen die Vertreterinnen und Vertreter des VDP gerne ihren Beitrag leisten. Ein steiniger Weg für den deutschen Wein, am Ende aber hoffentlich erfolgreich. Die VDP.Prädikatsweingüter blicken dem optimistisch entgegen.

    VDP.Die Prädikatsweingüter

    Im Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind 200 der besten Winzerinnen und Winzer Deutschlands zusammengeschlossen. Was sie eint, ist ihr Individualismus. Was sie antreibt, ist ihr zeitloses Ideal handwerklich erzeugter, herkunftsgeprägter Weine. Unverwechselbar wie sie selbst. Und wie ihr weltweit geschätztes Markenzeichen: der VDP.Adler.

  • Lebensreform

    Lebensreform

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Johann Carl Weck, 1842 in Schneidhain im Taunus geboren, war Vegetarier und Anhänger einer alkoholfreien Lebensweise. Er gehörte damit zu jenen Menschen in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die eine soziale Reformbewegung begründeten, welche die Folgen von Industrialisierung, Materialismus und Verstädterung in Frage stellten. Die alternative Zukunft beinhaltete nicht nur die Freikörperkultur, Kleidung aus Wolle oder die Naturheilkunde, sondern auch eine Küchenreform, die ganz im Zeichen einer fleischlosen Ernährung stand und den Verzicht auf Alkohol forderte.

    1892 erhielt der Chemiker Rudolf Rempel ein Patent über das Haltbarmachen von Lebensmittel in Gläsern ohne Gewinde,
    nur mit einem Gummiring und Deckel mithilfe eines Wasserbades und Dampf. Und vor allem ohne Alkohol, ein bis dato übliches Verfahren. Aus diesem einfachen Verfahren des Einkochens sollte später dann das Einwecken werden, ein Neologismus, der 1934 gar in den Duden aufgenommen wurde. Denn, einer der ersten Kunden Rempels war der Unternehmer Johann Weck, der, im Kampf gegen den uferlosen Alkoholkonsum dieser Zeit, einen größeren Posten der Gläser einkaufte und einige Jahre später, Rempel war leider jung verstorben, das Patent übernahm. Weck musste jedoch bald feststellen, dass über wenig kaufmännisches Talent verfügte, die Einkochgläser verkauften sich nur schleppend. Und
    so holt er sich mit dem Rheinländer Georg van Eyck einen versierten Verkäufer an die Seite, mit dem er zusammen am 1. Januar 1900 die Firma J. Weck u. Co. im badischen Öflingen gründete. Weck verlies die Firma bereits zwei Jahre später und starb 1912 im Alter von 71 Jahren.
    Das Weckglas erlebte einen Siegeszug quer durch Europa und wurde millionenfach verkauft. Es gilt als einer der ersten Markenartikel überhaupt, das Markenzeichen Erdbeere wird seit der Gründung des Unternehmens verwendet.

    10 Einkochringe. Foto Dr. Wolfgang Gerner

    Dieses und rund 250 weitere Objekte in der wunderbaren Ausstellung BERAUSCHEND – 10.000 Jahre Bier und Wein noch bis Ende April im Landesmuseum im Alten Schloss. Absolut lohnenswert: Eine Führung mit Holger Starzmann, MA. Kurzweilig und humorvoll, interessant und abwechslungsreich, einfach gescheit.

    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels

    Gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels

    Großer Erfolg der beiden ZukunftsweineVeranstaltungen im Remstal

    von Kai Wunner

    Robust, nachhaltig und umweltschonend – das sind die Eigenschaften der neuen Rebsorten, die sicherstellen, dass es auch in 100 Jahren noch Weinbau in unseren Breitengraden gibt. Und weil der bisher übliche Begriff pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) diese neuen Rebsorten nur unzureichend erklärt und außerdem für den Verbraucher wenig Charme mitbringt, bezeichnen wir sie als Zukunftsrebsorten oder Zukunftsweine.

    Um das Thema bei den Endverbrauchern und beim Fachpublikum besser bekannt zu machen, intiierte Barbara Singer vom Weingut Singer-Bader zwei Veranstaltungen. Das Event von Freitag, 10. Februar 2023 richtete sich an die breite Öffentlichkeit. Rund 120 Zukunftsweine von mehr als 50 Weingütern standen zur Verkostung bereit. Das Angebot wurde von mehr als 170 Weininteressierten begeistert angenommen, die sich diese Gelegenheit nicht entgehen ließen, die Zukunft des Weinbaus zu erleben und zu verkosten. Referenten waren Felix Hoffmann des Winzer-Netzwerks Zukunftsweine und Johannes Jäger, Bioland-Weinbauberater.

    Zukunftsweine probieren in der Glockenkelter – © Weingut Singer-Bader
    Gut besuchte Veranstaltung in der Glockenkelter – © Weingut Singer-Bader

    Am Montag, 13. Februar 2023 fand die Veranstaltung für Fachpublikum aus Weinhandel und Gastronomie statt. In Präsentationen von und Diskussionen mit Master of Wine Thomas Curtius, Sommelière Christina Schillinger und Anna Rummel vom Weincampus Neustadt wurden internationale und nationale Aspekte beleuchtet
    und Tipps für die Umsetzung in die Praxis erläutert.

    Winzerin und Initatorin der Veranstaltung Barbara Singer mit Master of Wine Thomas Curtius – © Weingut Singer-Bader
    Rund 120 Zukunftsweine von mehr als 50 Weingütern standen zur Verkostung bereit – © Weingut Singer-Bader

    Daneben fanden die gezeigten alternativen Verpackungen für Wein großes Interesse: Ob die XBO-Box von Anja Sistonen, das Ebb & Flow Keg von Philipp Neveling und Deandra Anderson oder die mobile Ausschankanlage von Firma Ebinger – alle Verpackungslösungen zeichnen sich durch Nachhaltigkeit aus.

    Warum müssen neue Rebsorten robust sein? Die Klimaveränderung führt zu immer geringeren Niederschlagsmengen. Auch wenn die Weinreben im Vergleich zu anderem Obst mit sehr wenig Wasser durchs Jahr kommen, ist vor allem in den
    Anfangsjahren zur Bewurzelung der jungen Stöcke Regen notwendig. Die mediterranen Temperaturen im deutschen Südwesten haben in den letzten 20 Jahren zunächst dazu geführt, dass vermehrt südländische Reben angebaut wurden.
    Bei Neupflanzungen stellt sich der Winzer immer die Frage, welche Sorte in den nächsten 30-50 Jahren erfolgreich ist. Erfolgreich – nicht vorrangig in der Vermarktung – sondern im Anbau.

    Pilzresistente Rebsorten sind noch eine Nische. Sie werden aber weiter an Bedeutung zunehmen im Zuge der Diskussionen um Nachhaltigkeit im Weinberg. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie vielfältig das Spektrum der Weine im Hinblick auf Aroma,Textur und Ausdruck heute schon ist. Und da geht in Zukunft sicher noch mehr.

    Thomas Curtius, Master of Wine
    Thomas Curtius, Master of Wine bei seinem Vortrag zu den Zukunftsweinen im in der Vinothek Weinkorb in Korb – © Kai Wunner
    Die Vinothek Weinkorb in Korbwar ein guter Ort, um Winzerfahrungen mit dem Fachpublikum zu Teilen. – © Kai Wunner

    Dabei geht es um Nachhaltigkeitsgedanken: Geringer Arbeitsaufwand durch aufrechtes Wachstum, keine Bewässerung durch Trockenstresstoleranz, wenige Durchfahrten mit dem Traktor zur Boden- und Ressourcenschonung, minimierter
    Pflanzenschutz zum Wohle des Lebensraums Weinberg. Bereits seit einigen Jahren hat das Weingut Singer-Bader einen Zukunftswein der Sorte Cabertin im Sortiment. Im Edelstahltank wartet nun ein Sauvignac auf seine Abfüllung. Weitere zwei Jahre wird es noch dauern, bis ein Souvignier Gris in die Flasche kommt. „In unserem Bioland Weingut stehen bereits auf drei von insgesamt 10 Hektar Piwi-Sorten aus der sogenannten zweiten und dritten Generation. Diese sind geschmacklich wahnsinnig gut. Dabei wurden Sorten wie Regent aus der ersten Generation revolutionär weiterentwickelt“, erklärt Julian Singer. Er und sein Team haben das 30-prozentige Bio-Anbau-Flächen-Ziel der Baden-Württembergischen
    Landesregierung bereits realisiert und hoffen auf viele Zukunftswein-Winzer-Kollegen in der Region.

    Youtube-Video zur Veranstaltung:

    Die Veranstaltungen wurden unterstützt durch die Bio-Muster-Region Rems-Murr-Ostalb, Bioland,
    Zukunftsweine GmbH, PIWI Deutschland und Remstal Tourismus.

    Zur WEINKORB Vinothek und zum Weingut Singer-Bader

    2018 haben sich die Winzerfamilien Singer aus Korb und Bader aus Stetten zusammengeschlossen.Das Weingut Singer-Bader bewirtschaftet zehn Hektar Rebflächen im Remstal. Mit dem Jahrgang 2020 wurde das Weingut bio-zertifiziert (Bioland). Nachhaltigkeit wird im Weingut großgeschrieben, was sich beispielsweise auch im Einsatz neuer und zukunftsorientierter Rebsorten, so genannter
    Zukunftsweine, zeigt. Weingut und Vinothek heben sich durch ihre außergewöhnliche Architektur und die Vielfalt der angebotenen Veranstaltungen ab.

    Seit 2022 ist das Weingut Mitglied bei Zukunftsweine.de, dem Gewinner des deutschen Nachhaltigkeitspreises 2022 und engagiert sich mit großen persönlichen Einsatz für die
    Zukunftsrebsorten.

    Weinkorb | Vinothek Korb

    Rosenstraße 1

    71404 Korb

    Deutschland

    Telefon: +49 (0) 7151 986 5707

    E-Mail: info@singer-bader.de

    Web: www.singer-bader.de

    Öffnungszeiten

    VERKAUF + DRIVE-IN

    Mo. – Fr.: 15-18 Uhr

    Sa.: 10-14 Uhr

    Weingut | Weingarten Stetten

    Albert-Moser-Str.100

    71394 Kernen-Stetten

    Do. – Fr.: 15-18 Uhr

    Mi.: Ruhetag

    Sa.: 10-14 Uhr

    Barbara Singer, geb. Bader, und Julian Singer – © Weingut Singer-Bader
    Das Team von Weingut Singer-Bader und und Weinkorb aus Korb und Stetten: Julian Singer, Gudrun Singer, Barbara Singer geb. Bader, Dominic Fuchs, Simon Hahn, Iris Bader. Robert Singer, Hans Bader – © Weingut Singer-Bader
  • 2022 klimatisch sehr gutes Jahr des Weingut Beurer

    2022 klimatisch sehr gutes Jahr des Weingut Beurer

    Ausblick nach den Wetterextremen 2022 – Nur gesunde Pflanzen und nährstoffhaltige Böden können standhalten, Bodenerosion verhindern und Kulturlandschaften erhalten

    von Jochen Beurer

    Das Weinjahr 2022 war ein klimatisch SEHR GUTES Jahr für uns WinzerInnen hier im Remstal. Wir hatten keinen Frost oder Hagel, dafür eine wunderbare Blüte und trotz der Hitze ausreichend Feuchtigkeit in den Weinbergen. Die Trauben waren stabil und wir konnten mithilfe unserer wunderbaren Lesemannschaft und unserem fantastischen Beurer-Team bis Ende Oktober gesunde und reife Trauben ernten. Wir sind sehr dankbar dafür.

    „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ – ist nicht nur Auftrag, sondern auch Tatsache der diesjährigen Aktion
    BROT FÜR DIE WELT. Wir haben kürzlich einen Vortrag deren Botschafterin Juliate Malakar über die verheerende Klimakrise in ihrem Heimatland Bangladesh gehört… sehr traurig und sehr beängstigend. Wir alle kennen diese Berichte aus vielen Ecken der Welt. Neu ist auch nicht, dass wir diese Extremerfahrungen wie Dürre, Landunter und Hitze direkt hier in
    Deutschland machen.

    Nach der Ahr-Katastrophe im vergangenen Sommer war die Unterstützung auch unter Weinbaubetrieben sehr groß, doch natürlich reicht das nicht aus. Gerade wir landwirtschaftlichen Betriebe haben die Aufgabe möglichst ressourcenschonend zu arbeiten und unsere Böden nicht zu unseren Gunsten auszunutzen, sondern diese Weinberge und Wiesen durch eine bedachte Bewirtschaftung gesund zu halten und für die Zukunft zu stärken. Nur gesunde Pflanzen und nährstoffhaltige Böden können Wetterextremen standhalten, Bodenerosion verhindern und Kulturlandschaften erhalten.

    Was wir dafür tun?

    Schon beim Bepflanzen unserer neuangelegten Weinberge steuern wir das spätere Wurzelwachstum unserer Reben. Eine enge Bepflanzung zwingt die Reben dazu sehr tief zu wurzeln. Feuchtigkeit ist in diesen tiefen Schichten noch ausreichend
    vorhanden und wir sind froh, dass wir unsere Weinberge nicht bewässern müssen. Durch die enge Bepflanzung steht der Rebe nur geringer Raum für deren Triebwachstum zur Verfügung. Dies hat zur Folge, dass die einzelne Pflanze nur wenig Holz, Blätter und Früchte zu versorgen hat und der Nährstoffgehalt in der Pflanze wesentlich größer ist als bei weitläufiger Pflanzung. Die Rebe ist dadurch gegenüber Krankheiten widerstandsfähiger und kann sich ausreichend selbst versorgen. Die Aussage, dass Biobetriebe generell mehr Spritzdurchgänge benötigen würden, ist bei uns definitiv
    nicht der Fall! Weinbau ist ganz klar eine Monokultur. Wir haben auch dieses Jahr Obstbäume mitten in unsere Weinberge gepflanzt, um Insekten und Vögel anzulocken und die Böden vielfältig zu durchwurzeln – Synergieeffekte entstehen. Und auch unsere Begrünungen in den Gassen sorgen für Biodiversität, gut durchwurzelte Böden, Humusbildung, Insekten- und Kleintierschutz. Wir mulchen diese Begrünung nicht, sondern lassen sie das ganze Jahr über stehen. Liebe Weinfreunde, Im Endeffekt können wir durch all diese Maßnahmen auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel komplett verzichten und notwendige Maschinenarbeiten auf ein Minimum reduzieren, um Ressourcen und CO2 einzusparen, während wir andererseits Raum für Insekten und Kleintiere ausweiten und die Fläche an Blattmasse enorm erhöhen.

    Außerdem könnten wir auch in Deutschland über sinnvollere Weinverpackungen nachdenken. Natürlich verwenden wir inzwischen leichtere Glasflaschen, um u.a. das Transportgewicht zu reduzieren, doch von der Akzeptanz der Alternativen
    – für den skandinavischen gehobenen Gastromarkt füllen wir inzwischen recycelbare 20-Liter Packs ab – sind wir hier in Deutschland ganz weit entfernt. Zugegeben, wir tun uns damit auch noch ziemlich schwer…

    Weingut Beurer

    Lange Straße 67
    71394 Kernen-Stetten i.R.

    Tel. 0049 (0) 7151 – 42190
    Fax. 0049 (0) 7151 – 41878

    info(at)weingut-beurer.de

    Öffnungszeiten

    Freitag 15 – 18 Uhr
    und nach telefonischer Vereinbarung.

    Wein im Rosenladen

    Gerne können Sie die Weine auch im Wein im Rosenladen kaufen.

    Lange Straße 18
    71332 Waiblingen

    ÖFFNUNGSZEITEN:
    Mittwoch & Samstag | 10 – 15 Uhr
    Donnerstag & Freitag | 15 – 20 Uhr

  • brut nature

    brut nature

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Der Begriff Sekt ein Szene-Wort? Shakespeare-Akteur Ludwig Devrient (1784-1832) pflegte nach der Vorstellung
    in einer Berliner Weinstube einzukehren, um mit einem Glas Champagner den Feierabend einzuläuten. Nach einem Auftritt im Jahr 1825, das gefeierte Theatergenie hatte eben noch den Falstaff im Drama Heinrich IV. gegeben, befahl er, noch ganz in der Rolle gefangen, dem Kellner: Bring er mir Sekt, Schurke! Ist keine Tugend mehr auf Erden? und bekam, als Stammgast wohlbekannt, jenes Getränk, das er immer zu bestellen pflegte: Champagner.

    Nun muss man dazu wissen, dass zu jener Zeit Sect oder Seckt die deutsche Übersetzung des englischen Begriffes sack war und für süßen spanischen Wein stand, der wiederholt in den Dramen des großen Engländers auftauchte. Jedenfalls verbreitete sich die Begebenheit rasch und schon bald orderte Sekt, wer Champagner wollte. Denn, den ersten deutschen Schaumwein stellte 1826 der Esslinger Unternehmer Georg Christian Kessler her und lexikalisch taucht der Begriff Sekt erst 1902 auf, gleichwohl sich 1894 der Verband deutscher Sektkellereien gegründet hatte. Heute unterliegt die Bezeichnung Sekt diversen Auflagen. Unser brut nature erfüllt die Kriterien des Winzersektes, darf aber so nicht heißen.

    Steillage in Mühlhausen. Foto Dr. Wolfgang Gerner

    Ende November haben wir die letzte Charge unsers Trollingersekts des Jahrgangs 2018 degorgiert, nach geduldiger Lagerung sur pointe über mehr als drei Jahre. Dabei reift der gerüttelte Sekt kopfüber in Gitterboxen gesetzt und dunkel weggeschlossen. Unser brut nature ist von wunderbarer hellgoldener Farbe und schmeckt angenehm nach reifen Mirabellen mit einem Hauch Orangenschalen. Sein Mousseux ist fantastisch! Dieses Mal beließen wir unseren Sekt ohne zusätzliche Dosage, trocken, wie er nach den beiden alkoholischen Gärungen ist. Als charaktervoller Aperitif stimmt er selbstbewusst auf einen genussvollen Abend ein. 375 Flaschen, die bald ausgetrunken sein werden.

    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Rückblick auf den Jahrgang 2022

    Rückblick auf den Jahrgang 2022

    Veranstaltungen Wein & Genuss im Weingut Albrecht Schwegler

    von Aaron Schwegler

    Was für ein Weinjahr in jeder Hinsicht! Zuerst viel Sonne und Hitze, dann später der im Sommer sehnlichst gewünschte Regen zum Beginn der Weinlese. Es war ein Jahr, in dem ständig im Umgang mit den Extremen neue Wege beschritten werden und schnell Entscheidungen gefällt werden mussten. Zwischenzeitlich emotional sicher auch aufreibend, aber heute sind wir im Rückblick sehr glücklich, weder Aufwand noch Mühen gespart zu haben und erfreuen uns an einem qualitativ – und nach drei kleineren Jahrgängen auch quantitativ – großen Jahrgang in unseren Fässern. Wir freuen uns zudem, mit dem Jahrgang 2022 die erste offiziell biozertifizierte Ernte eingebracht zu haben.

    Veranstaltungen Wein & Genuss

    Gerne laden wir Euch wieder ein, euch selbst ein Bild von unseren Weinen zu machen:
    Dazu bieten wir an den Samstagen 3.12., 10.12. und 17.12. jeweils um 17 Uhr eine Reise durch unser gesamtes Sortiment an. Perfekt ergänzt werden die Weine mit Spezialitäten befreundeter Gastronomen und Delikatessenhändler sowie Bäckereien aus der Region. Da die Plätze sehr limitiert sind, bitten wir um verbindliche Anmeldung über unsere Homepage.

    Anmeldung Wein & Genuss

    VON DEN PARZELLEN, unsere Cuvées für jeden Tag

    Back to the roots – eine Entscheidung die unsere Reben nie treffen müssen. Fest verwurzelt stehen sie auf über hundert einzelnen Parzellen an den Hängen des Remstals. Wir haben eine für uns wegweisende Entscheidung im Portfolio getroffen. Mit unseren neuen Cuvées „Von den Parzellen“ fokussieren wir uns wieder auf das, was uns am meisten Spaß bei der Weinbereitung macht- vielschichtige, komplexe aber zugleich elegante und zeitlose Cuvées aus unseren vielfältigen Einzellagen und schaffen zudem Raum für neue Sorten die den klimatischen Veränderungen gerecht werden.
    Die drei neuen Cuvées in Rot, Weiß und Rosé stehen für Vielfalt und Charakter. Eigenschaften, die das Remstal am besten repräsentieren. „Von den Parzellen“ sind unsere Alltags-Weine, erzeugt mit höchstem Anspruch. Sie erzählen die lebendige Geschichte der unterschiedlichsten Parzellen: von karg bis tiefgründig, kühl bis heiß, hoch und tief an den Hängen des Remstals gelegen, ergibt die Vielfalt der Standorte besonders interessante Cuvées. Weine, die jederzeit mit Spaß getrunken werden können, aber nie nach Aufmerksamkeit schreien. Subtil, unterhaltsam und komplex können sie einen Abend oder ein ganzes Menü begleiten.

    Zahlreiche Auszeichnungen für das Weingut

    Dankbar sind wir über die aktuellen und hochmotivierenden Auszeichnungen für unsere Weine. Aufgrund der Vielzahl an aktuellen Publikationen haben wir einzelne Ergebnisse für Sie zusammengefasst. Die ausführlichen Beschreibungen finden Sie zudem auf unserer Homepage als Buchauszüge.

    GRANAT 2018
    97 James Suckling, 94 falstaff Weinguide,
    93 Vinum Weinguide, 93+ (Top10)  falstaff Rotweincuvée-Trophy
     
    SAPHIR 2018
    95 James Suckling, 93 falstaff Weinguide,91 Vinum Weinguide, 93+ (2.Platz!) falstaff Rotweincuvée-Trophy
    BERYLL 2018
    93 James Suckling, 92+ falstaff Weinguide,
    89 „boaah!“ Vinum Weinguide 2023
    92 (Top 15) falstaff Rotweincuvée-Trophy
     
    Pinot Noir Réserve 2019          
    95 Punkte James Suckling
    91 Punkte Vinum Weinguide
     
    Lemberger Réserve 2019
    92+ falstaff Weinguide
    91 Vinum Weinguide
     
    Chardonnay Réserve 2020       
    94 James Suckling
    93 falstaff Weinguide
    Grande Cuvée 2016
    93 Punkte James Suckling
    87 Vinum Weinguide
    Riesling Réserve 2020
    93 James Suckling
    92+ falstaff Weinguide


    Weingut Albrecht Schwegler

    Inh. Aaron Schwegler

    Steinstr. 37
    71404 Korb

    Telefon: +49 7151 3040137
    Telefax: +49 7151 34978
    weingut(at)albrecht-schwegler.de

    Verkauf und Verkostung immer samstags von 10-15 Uhr sowie nach telefonischer Absprache.

    Julia und Aaron Schwegler – © Lucie Greiner

  • Unfiltriert

    Unfiltriert

    Lesestoff aus dem Weingut rebstoff

    von Dr. Wolfgang Gerner

    Weiß- oder Roséweine haben nach verbreiterter Ansicht klar und strahlend zu sein. Diese reine Anmutung entsteht jedoch nur zum Teil von alleine, da vornehmlich junge Weine nach der Gärung noch über eine deutliche Trübung verfügen.

    Diese zeugt von Hefen, Bakterien oder festen Schwebstoffen, die aber im Laufe der Lagerung auf den Boden des Tanks absinken. Beim Abziehen wird der Wein vorsichtig oberhalb des Trubs entnommen, die Schwebstoffe bleiben im Gebinde zurück. Eine weitere Methode ist das Filtrieren. Jochen Beurer verwendet hierzu Kieselgur, ein Gesteinsmehl das sich mit den Schwebstoffen im Wein verbindet, um dann mit einem feinen Schichtenfilter wieder entfernt zu werden. So wird aus naturtrübem reiner Wein. Leider bleiben auch Aromastoffe im Filter hängen, eine der Kröten die dieser Vorgang mit sich bringt. Weswegen man bei Weinen die jung getrunken werden sollen, gerne auf das Filtern verzichtet, um Frische und
    Komplexität zu erhalten.

    Steillage in Mühlhausen. Foto Dr. Wolfgang Gerner


    „Wir haben unseren Rosé dieses Jahr nicht filtriert. Und deinen auch nicht.“ Jochen hält meinen Rosé vors Licht und strahlt. „Gute Farbe, oder?“ Wie im vergangenen Jahr, hat auch der 21er kräftige Farbstoffe aus den Traubenschalen mitgenommen, schon die kräftige rosa-orange Farbe macht Lust auf einen großzügigen Schluck. In der Nase Rhabarber und etwas Erdbeere, am Gaumen trocken und angenehm fruchtig mit leichter Mineralität. Moderat im Alkohol für einen unbeschwerten Trinkgenuß.

    WEINGUT rebstoff

    Dr. Wolfgang Gerner
    Viergiebelweg 26
    70192 Stuttgart

    Telefon: 0151.12101831
    Mail: dr.w.gerner@t-online.de

    Internet: www.rebstoff.info

  • Frühlingserwachen im Weingut Albrecht Schwegler

    Frühlingserwachen im Weingut Albrecht Schwegler

    Große Weine brauchen Zeit – Zeit die wir ihnen gerne geben!

    von Aaron Schwegler

    Ende März haben wir die neuen Jahrgänge unserer Cuvées und Einzellagenweine abgefüllt und freuen uns, euch diese ab sofort vorstellen zu dürfen. Ab dem 1. Mai ist die komplette neue Kollektion von den 2018ern Rotweincuvées, sowie den Reserveweinen aus 2019 und 2020 bei uns erhältlich.

    Den letzten Schritt der Weinbereitung stellt immer die Abfüllung dar. Alle unsere großen Cuvées und Reserveweine werden ohne jegliche Filtration auf die Flasche gefüllt. Da wir nur mit gesundem Lesegut und lebendigen Weinbergsböden arbeiten, füllen wir zudem alle Weine grundsätzlich immer ohne jegliche Schönungen ab. 

    Vielversprechende Grande Cuvées BERYLL, SAPHIR und GRANAT

    Aus dem Jahrgang 2018 entstammen die Grande Cuvées BERYLL, SAPHIR und GRANAT. Sie erzählen in ihrer immensen Dichte und Kraft vom Ausnahmesommer 2018, wobei alle Weine gleichzeitig eine beeindruckende Eleganz und Trinkigkeit innehaben, die sie bereits jetzt als junge Weine zu perfekten Begleitern für Grillabende im kommenden Sommer machen.

    Die beiden Reserven, Pinot Noir und Lemberger, erzählen glasklar die Geschichte aus 2019. Beide Weine zeigen geradezu verschwenderisch die fleischige und fokussierte Art eines kühleren Jahrgangs, der jedoch insgesamt sehr ausgewogen im Weinberg war. Zwei charakterstarke Vertreter ihrer Art!

    Nach 18 Monaten Reifung auf der vollen Hefe präsentieren sich die Reserven von Chardonnay und Riesling mit einer beeindruckenden inneren Ruhe und gleichzeitig einer zupackenden Spannung. Für uns ist der 2020er Chardonnay der bisher am meisten in sich ruhende Vertreter seit der Premiere im Jahrgang 2016. Der Riesling Reserve ist in unseren Augen der stärkste bisher je gefüllte Riesling aus unserem Haus. 

    Sekt Grande Cuvée 5 Jahre in der Flasche gereift

    Über 18 Monate Hefelager kann unserer neuester Zugang im Portfolio jedoch nur schmunzeln. Unsere Grande Cuvée. Der Sekt, bestehend aus 85% Pinot Meunier und 15% Chardonnay, durfte mehr als 5 Jahre in der Flasche reifen, bevor wir ihn im Februar diesen Jahres degorgiert haben. Wir lieben Sekt, gerne als Aperitif – viel lieber jedoch als Speisebegleiter und Getränk für einen ganzen Abend. Dieser Vorstellung folgend wollten wir Sekte machen, die unaufdringlich, finessenreich und elegant ein ganzes Essen zum Festmahl und den Abend zur Feier machen.    

    Wir machen Weine im Einklang mit der Natur, auch wenn die Natur nicht immer unseren Plänen folgt. Bei den Reserveweinen mussten wir in 2019 und 2020 teilweise empfindliche Einbußen durch Frost und Hagel erleben. Daher sind diese Weine leider nur sehr limitiert verfügbar.

    Weingut Albrecht Schwegler

    Inh. Aaron Schwegler

    Steinstr. 37
    71404 Korb

    Telefon: +49 7151 3040137
    Telefax: +49 7151 34978
    weingut(at)albrecht-schwegler.de

    Verkauf und Verkostung immer samstags von 10-15 Uhr sowie nach telefonischer Absprache.

    Julia und Aaron Schwegler – © Lucie Greiner

  • Jahrgangsbericht 2021

    Jahrgangsbericht 2021

    Weingut Albrecht Schwegler informiert über das abgelaufene Jahr und die Aussicht auf die Weinqualität

    von Aaron Schwegler

    Langsam neigt sich ein ereignisreiches Jahr 2021 dem Ende zu. Trotz allen Herausforderungen, die auch das Jahr mit sich brachte, sind wir froh und dankbar darüber, wieder einen tollen Jahrgang im Keller zu haben, welcher sich jetzt schon sehr vielversprechend entwickelt.

    Die andauernden und ergiebigen Niederschläge im Frühsommer stellten uns im ökologischen Weinbau vor bisher unbekannte Herausforderungen. Nur durch den unermüdlichen Einsatz unseres gesamten Teams war es möglich, dass wir im Herbst gesunde und vollreife Trauben ernten durften. Die Lese hat in diesem Jahr so spät begonnen wie zuletzt Mitte der 90er Jahre. Im Gegensatz zum Frühsommer war diese Periode geprägt von langen sonnigen Tagen und kühlen Nächten, was bei den bei uns üblichen geringen Erträgen zu einer ausgeprägten aromatischen Reife und einer wundervollen Eleganz führte.

    Vielversprechender Jahrgang im Keller

    Im Juli und August konnten wir mit unzähligen Besuchern auf unserem Bergfest wunderbare Sommernächte und Wochenenden feiern. Unser Bergfest hatten wir bereits im harten Lockdown des vergangenen Frühjahrs mit einem zu diesen ungewohnten Zeiten passenden Konzept geplant und sind auch heute der festen Überzeugung, mit den richtigen Ideen keine generelle Absage für alle Aktivitäten in unserem Weingut erteilen zu müssen.

    Weingut Albrecht Schwegler

    Inh. Aaron Schwegler

    Steinstr. 37
    71404 Korb

    Telefon: +49 7151 3040137
    Telefax: +49 7151 34978
    weingut(at)albrecht-schwegler.de

    Verkauf und Verkostung immer samstags von 10-15 Uhr sowie nach telefonischer Absprache.

    Julia und Aaron Schwegler – © Lucie Greiner

  • Weinbaubetriebe im Ländle werden immer größer

    Weinbaubetriebe im Ländle werden immer größer

    Landwirtschaftszählung 2020: Strukturdaten zum Weinbau

    von Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

    Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 verfügten 6 490 landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg über Rebflächen, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Davon waren 3 779 Betriebe im badischen Anbaugebiet ansässig und 2 711 Betriebe gehörten zum Anbaugebiet Württemberg. Insgesamt betrug die Rebfläche in Baden-Württemberg über 25 540 Hektar (ha), die sich auf die beiden Anbaugebiete Baden (14 950 ha) und Württemberg (10 590 ha) verteilte. Auf rund 6 % der Fläche erfolgte der Anbau nach ökologischen Kriterien.

    Dass auch im Weinbau der Trend zu größeren Strukturen besteht, wird an der durchschnittlichen Rebfläche je Betrieb deutlich, die im letzten Jahrzehnt von 2,9 auf 3,9 ha (+38 %) angestiegen ist. Der Zuwachs war insbesondere im Bereich der größeren Betriebe festzustellen. So lag die Wachstumsschwelle, ab der eine Zunahme der Flächen zu beobachten war bei zehn Hektar.

    Der größte Teil der Weinbaubetriebe (91 % in Baden; 85 % Württemberg) wird als Familienbetrieb bewirtschaftet, von denen rund 40 % im Haupterwerb geführt werden. Letztere sind jedoch für das Gros der Rebflächen verantwortlich (71 %) und befanden sich mit einer Flächenausstattung von 6,2 ha Rebfläche je Betrieb deutlich über dem Ergebnis der durchschnittlichen Nebenerwerbswinzer (1,7 ha).

    Obwohl in den Weinbergen immer noch viel Handarbeit notwendig ist, ist die Mechanisierung durch maschinellen Rebschnitt, Laubhefter und Traubenvollernter inzwischen gängige Praxis. Das wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäftigten in den Weinbaubetrieben aus, die 2020 bei 34 500 Personen (Baden 20 700; Württemberg 13 800) lag. Gegenüber 2010 bedeutete das eine Abnahme um 47 % und ist vor allem auf eine rückläufige Entwicklung bei den Familien- und Saisonarbeitskräften zurückzuführen. Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente oder Arbeitskräfteeinheiten (AK-E) fiel die Reduktion gegenüber 2010 (-15 %) moderater aus.

    Bei der Landwirtschaftszählung 2020 wurden die Familienbetriebe, bei denen die Inhaberinnen und Inhabern älter als 55 Jahre waren, nach der Hofnachfolge gefragt. Bei 3 100 Weinbaubetrieben und damit fast der Hälfte steht in den nächsten fünf bis zehn Jahren der Generationenwechsel an, wobei momentan bei gut einem Fünftel eine Nachfolge in Aussicht steht. Darunter streben auch 13 % weibliche Nachwuchswinzerinnen eine Betriebsübernahme an.

    Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg